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EGMR zu Ermittlungsverfahren bei Kindesmissbrauch: Straßburger Richter kritisieren Rumänien

20.03.2012

Der Straßburger Gerichtshof hat Rumänien wegen schlampiger Ermittlungen in einem Fall von mutmaßlichem Kindesmissbrauch verurteilt. Die rumänischen Behörden hatten fünf Jahre gebraucht, um einen Mann anzuklagen, der einen Siebenjährigen über Monate mehrfach brutal vergewaltigt haben soll. Schließlich wurde der Mann freigesprochen.

Die Menschenrechtskonvention verpflichte die Staaten zu effektiven Ermittlungen in Fällen von Kindesmissbrauch, so der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in der am Dienstag veröffentlichten Entscheidung. Dabei müssten die Interessen des Kindes angemessen geschützt werden (Beschwerdenummer 26692/05). Dies sei im vorliegenden Fall nicht geschehen.

Die Ermittlungen seien schlampig gewesen, so habe die Polizei erst drei Wochen nach der Anzeige eine medizinische Untersuchung des Jungen angeordnet. Erst nach zwei Monaten wurde der Hauptverdächtige vernommen. Auch habe der Junge keine psychologische Betreuung erhalten.

dpa/tko/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

EGMR zu Ermittlungsverfahren bei Kindesmissbrauch: Straßburger Richter kritisieren Rumänien . In: Legal Tribune Online, 20.03.2012 , https://www.lto.de/persistent/a_id/5825/ (abgerufen am: 04.12.2020 )

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Kommentare
  • 12.09.2013 09:39, wanda

    Ja Bravo ! Das hat dann wohl absolut keinen Eindruck gemacht und auch jetzt 2013 ist einem Kind nicht Recht wiederfahren, brauchten die Rumänen schon nicht einmal eine Anzeige und zu einer Verhandlung kam es nie...der Täter blind gefunden - in den Strassenhunden Rumäniens...Und keiner stoppt den Wahnsinn !

  • 12.09.2013 13:14, Karin Hager

    Dieses Land hält sich in keinster Weise an die Spielregeln der EU, es wird von Koruption und Brutalität beherrscht. Mit der Aussage, Straßenhunde hätte den Tod des Kindes verursacht, wo gegen viele spricht, hat man nur einen Grund gesucht,dass bereits seit Jahren praktizierte, bestialische quälen und Töten der Hunde zu legitimieren. Der "Tierschutz" wird von der EU subventioniert, mit dem Geld der EU Bürger. Das kann nicht sein!!!!