LTO.de - Legal Tribune Online - Aktuelles aus Recht und Justiz
 

Berufung vor dem LG Lüneburg: Streit um Dschun­gel­camp-Reise geht in die nächste Instanz

04.04.2017

Die Australien-Reise der eigentlich krankgeschriebenen Mutter einer Dschungelcamp-Teilnehmerin beschäftigt weiterhin die Justiz. Der Anwalt der Frau, die vergangene Woche zu einer Geldstrafe verurteilt wurde, hat Berufung eingelegt.

Im Prozess gegen die Mutter von Dschungelcamp-Teilnehmerin Nathalie Volk hat der Anwalt der Frau Berufung eingelegt. Das teilte ein Sprecher des Landgerichts (LG) Lüneburg am Dienstag mit. Das Amtsgericht Soltau hatte die Lehrerin am vergangenen Donnerstag wegen Gebrauchs eines unrichtigen Gesundheitszeugnisses zu einer Geldstrafe von 140 Tagessätzen von jeweils 70 Euro verurteilt.

Sie hatte ihre prominente Tochter im Januar 2016 zu den Dreharbeiten der RTL-Show "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" nach Australien begleitet. Die Lehrerin war krankgeschrieben worden, nachdem sie zuvor vergeblich einen Antrag auf Urlaub eingereicht hatte. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die 47-Jährige das Attest durch falsche Angaben bekommen hat.

Die Landesschulbehörde hat die Lehrerin im Januar vom Dienst suspendiert. Zuvor hatte das Amtsgericht Soltau im Dezember einen Strafbefehl von 7.000 Euro gegen die Frau verhängt. Den hatte sie aber nicht akzeptiert, so kam es zum Prozess. Die Bezüge der 47-Jährigen seien außerdem auf die Hälfte gekürzt worden, sagte ihr Anwalt am Donnerstag. Auch dagegen gehe er vor dem Verwaltungsgericht Lüneburg vor. Die Lehrerin weist die Vorwürfe weiterhin zurück.

dpa/acr/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

Berufung vor dem LG Lüneburg: Streit um Dschungelcamp-Reise geht in die nächste Instanz . In: Legal Tribune Online, 04.04.2017 , https://www.lto.de/persistent/a_id/22572/ (abgerufen am: 29.05.2020 )

Infos zum Zitiervorschlag
Kommentare
  • 19.04.2017 21:47, Helmut Samjeske

    "Die Lehrerin war krankgeschrieben worden, nachdem sie zuvor vergeblich einen Antrag auf Urlaub eingereicht hatte. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die 47-Jährige das Attest durch falsche Angaben bekommen hat". - Welche Sorgfaltspflicht hat eigenlich der attestierende Arzt? Die Tat ist doch von der Staatsanwaltschaft nachzuweisen! Es ist keine Meinung, Auffassung etc. gefragt, sondern der Beweis! Der kann gar nicht zweifelsfrei erbracht worden sein. Frau Volk und Arzt erklären übereinstimmend: Krank!