Prozess wegen unrichtigen Gesundheitszeugnisses: Dschun­gel­camp-Reise mit Folgen

27.03.2017

Nachdem eine Lehrerin vergeblich einen Antrag auf Urlaub eingereicht hat, ließ sie sich krankschreiben - und begleitete trotzdem ihre Tochter zum Dschungelcamp nach Australien. Vor dem AG Soltau begann am Montag der Prozess.

Das Amtsgericht (AG) Soltau verhandelte am Montag über den Fall einer Lehrerin aus Soltau, die ihre Tochter 2016 zum RTL-Dschungelcamp nach Australien begleitet hat. Die Pädagogin war krankgeschrieben worden, nachdem sie vergeblich einen Antrag auf Urlaub eingereicht hatte.

Die Staatsanwaltschaft Lüneburg geht davon aus, dass die 47-Jährige eine Ärztin durch falsche Angaben zu dem Attest veranlasste. Der Lehrerin drohen eine Geldstrafe oder bis zu ein Jahr Gefängnis. Ihr wird der Gebrauch eines "unrichtigen Gesundheitszeugnisses" vorgeworfen, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Das Gericht hat bis zum dritten April zunächst drei Verhandlungstermine angesetzt.

Die Lehrerin ist seit Januar vom Dienst suspendiert. Zuvor hatte das Amtsgericht Soltau im Dezember einen Strafbefehl von 7.000 Euro gegen die Frau verhängt. "Wir haben den Strafbefehl nicht akzeptiert und Einspruch eingelegt", sagte dazu damals ihr Anwalt Andreas Hebestreit, man werde den Rechtsweg ausschöpfen. "Meine Mandantin war tatsächlich erkrankt", so der Advokat.

dpa/nas/LTO-Redaktion

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Prozess wegen unrichtigen Gesundheitszeugnisses: Dschungelcamp-Reise mit Folgen . In: Legal Tribune Online, 27.03.2017 , https://www.lto.de/persistent/a_id/22491/ (abgerufen am: 23.10.2021 )

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