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Justizminister Kutschaty will Zusammenarbeit fortsetzen: Ditib-Imame dürfen in NRW weiter Gefan­gene bet­reuen

28.09.2016

Imame des Moscheen-Verbandes Ditib dürfen in NRW weiterhin muslimische Strafgefangene betreuen. Das bestätigte Justizminister Thomas Kutschaty am Dienstag. Künftig werden sie aber einer Sicherheitsüberprüfung unterzogen.

Trotz Meinungsverschiedenheiten in jüngster Vergangenheit will NRW-Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) an der Zusammenarbeit mit der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (Ditib) im Bereich der Strafgefangenenbetreuung festhalten. Das erklärte er am Dienstag in einer Vorlage für die Sitzung des Landtags-Justizausschusses.

Die Zusammenarbeit war ins Leben gerufen worden, um eine Radikalisierung von muslimischen Straftätern in Gefängnissen durch anderweitige Einflüsse zu verhindern. Zu diesem Zweck werden Imame in die Haftanstalten entsandt, um dort die Insassen zu betreuen, mit ihnen zu beten, zu predigen und Gespräche zu führen. Dahinter stehen Lehren wie die aus den Attentaten von Paris im November vergangenen Jahres. Die Täter hatten sich zum Teil im Gefängnis radikalisiert. Ziel ist es, eine religiöse Betreuung sicherzustellen, die der Verbreitung von radikalen Ansichten vorbeugt. 

Für Unmut hatte bei Ditib zuletzt die Entscheidung Kutschatys gesorgt, die Imame des Verbandes vor der Zulassung zur Betreuung einer Sicherheitsüberprüfung zu unterziehen, wie es bei Imamen anderer Religionsverbände schon praktiziert wurde. Als Grund nannte Kutschaty in einem Zeitungsinterview einen Comic, der von der türkischen Religionsbehörde Diyanet herausgegeben worden war. Dieser wurde auch in Deutschland verbreitet und soll den Märtyrer-Tod verherrlichen. Infolgedessen hatte man bereits eine Kooperation mit der Kölner Ditib-Moscheegemeinde beim Präventionsprogramm "Wegweiser" beendet.

Von den 104 Imamen, die derzeit in nordrhein-westfälischen Gefängnissen tätig sind, seien 92 über die türkischen Generalkonsulate oder den der türkischen Regierung nahe stehenden Ditib-Verband entsandt worden, so Kutschaty. Bei Ditib handelt es sich um den größten deutschen Islamverband. Er wird von der türkischen Regierung finanziell unterstützt und sieht sich daher oft Vorwürfen der Einflussnahme ausgesetzt.

mam/LTO-Redaktion

Mit Materialien von dpa

Zitiervorschlag

Justizminister Kutschaty will Zusammenarbeit fortsetzen: Ditib-Imame dürfen in NRW weiter Gefangene betreuen . In: Legal Tribune Online, 28.09.2016 , https://www.lto.de/persistent/a_id/20702/ (abgerufen am: 19.09.2019 )

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Kommentare
  • 10.12.2016 21:41, Aufrecht

    Soll sich dieser Linke Justizminister bei seinen Einsatz für Muslime - doch gleich
    vom Isamischen Staat bezahlen lassen! Die Deutschen Grundwerte will dieser
    Linke Ideologe systematisch durch den Islam zersetzen! So können die Imame
    als "Maulwürfe" für Radikal-Islam und Terror - gegen die deutsche Bevölkerung -
    im Interesse der Türkei und der Islamischen Staaten ihr Unwesen treiben!