Jugendstrafrecht: Positive Bewertung des Nachsorgeprojekts Chance

dpa/ plö/ LTO-Redaktion

03.07.2010

Das von Justizminister Prof. Dr. Ulrich Goll des Landes Baden-Württemberg im Jahr 2006 initiierte Nachsorgeprojekt "Chance", das sich an jugendliche Straftäter im Alter zwischen 14 und 17 Jahren richtet, wird von den positiv bewertet.

Im bundesweit einmaligen Nachsorgeprojekt "Chance", dass im Kloster Frauental in Creglingen (Main-Tauber-Kreis) und in Seehaus bei Leonberg (Kreis Böblingen) stattfindet, werden junge Menschen im freien Vollzug auf eine Rückkehr in ein Leben ohne Kriminalität vorbereitet.

Infrage kommen alle jungen Gefangenen, es sei denn, sie haben sich wegen Tötungs-, Sexual- oder Drogendelikten strafbar gemacht. Erfüllen die Jugendlichen die strengen Auflagen nicht, werden sie in ein Jugendgefängnis überführt, in dem Täter im Alter von bis zu 21 Jahren ihre Strafe absitzen.

Das Programm enthält schulische Bildung und soziales Training. Nach erfolgreicher Resozialisierung soll den jungen Menschen auch ein Arbeitsplatz angeboten werden. Die Initiatoren erhoffen sich durch das intensive Erziehungsprogramm eine niedrigere Rückfallquote. Von Januar 2006 bis Juli 2009 wurden insgesamt 321 Teilnehmer betreut. Davon waren 93 Prozent Männer und 7 Prozent Frauen. Der Anteil an Ausländern lag bei 20 Prozent.

97 Prozent der befragten Teilnehmer seien der Meinung gewesen, dass sich die Teilnahme "jedenfalls etwas" gelohnt habe. 88 Prozent hätten das Projekt mit den Noten "gut" oder "sehr gut" bewertet, 95 Prozent würden Freunden empfehlen, an dem Nachsorgeprojekt teilzunehmen.

Zitiervorschlag

dpa/ plö/ LTO-Redaktion, Jugendstrafrecht: Positive Bewertung des Nachsorgeprojekts Chance . In: Legal Tribune Online, 03.07.2010 , https://www.lto.de/persistent/a_id/891/ (abgerufen am: 02.10.2022 )

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