Kunstberater gegen Aldi-Erben: Achen­bach muss 16,1 Mil­lionen Euro zahlen

28.06.2018

Der einstige Star der Kunstberater-Szene, Helge Achenbach, muss einen weiteren herben Rückschlag hinnehmen: Nachdem er bereits zu sechs Jahren Haft verurteilt wurde, muss er nun auch Schadensersatz in Höhe von 16,1 Millionen Euro leisten.

Helge Achenbach war einst ein angesehener Kunstberater. Unter anderem war er dafür zuständig, für den Aldi-Erben Berthold Albrecht Kunstwerke und Oldtimer zu erwerben, deren Wert sich auf insgesamt 100 Millionen Euro belief. Die beiden verband eine so tiefe Freundschaft, dass Berthold Albrecht Achenbach einen Sportwagen im Wert von 150.000 Euro schenkte. Nach der Berechnung verdeckter Preisaufschläge und die Stellung gefälschter Rechnungen kam es später jedoch zu gerichtlichen Auseinandersetzungen, woraufhin der Düsseldorfer Betrug in mehreren Fällen gestand und vom Landgericht (LG) Essen zu sechs Jahren Haft verurteilt wurde.

Am Donnerstag folgte nun ein zivilrechtliches Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Düsseldorf (Urt. v. 28.06.2018, Az. I 5 U 92/17): Danach muss Achenbach wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung und Betrugs Schadensersatz in Höhe von 16,1 Millionen Euro zahlen. Das Gericht reduzierte die Forderungen der Aldi-Erben zwar um 2,1 Millionen Euro, bestätigte aber im Übrigen das Urteil der Vorinstanz. Viel Geld ist bei dem Kunstberater aber wohl nicht mehr zu holen: Seine Firmen sind allesamt pleite, ein Insolvenzverfahren bereits im Gange.

Bereits 2014 ließ die Albrecht-Familie Arrestpfändungen gegen das Privatvermögen Achenbachs vornehmen. Schon damals war jedoch absehbar, dass die Aldi-Erben einen herben Verlust hinnehmen müssen: Der Insolvenzverwalter rechnete mit einem vergleichsweise geringen Erlös von rund sechs Millionen Euro.

tik/LTO-Redaktion

mit Materialien von dpa

Zitiervorschlag

Kunstberater gegen Aldi-Erben: Achenbach muss 16,1 Millionen Euro zahlen . In: Legal Tribune Online, 28.06.2018 , https://www.lto.de/persistent/a_id/29427/ (abgerufen am: 10.12.2018 )

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Kommentare
  • 28.06.2018 12:19, Wolf-Dieter Busch

    Eine Runde Mitleid über die armen Aldi-Erben.

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  • 28.06.2018 14:11, Pispers

    hat zu dem Thema alles notwendige gesagt:
    https://youtu.be/0EITl362SGM?t=27m50s

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    • 28.06.2018 17:14, Wolf-Dieter Busch

      Danke für die Mühe, die Stelle zu finden ... gut!

    • 30.06.2018 02:49, Hans

      Auch der Rest ist sehr sehenswert.

  • 29.06.2018 07:55, M.D.

    Wer sich mit dem Thema Kunst beschäftigt, kommt irgendwann zum Thema Wucher. Zwischen Wert und Preis besteht bekanntlich ein Unterschied.

    Nicht jeder Kunsthändler hat einen Rembrandt im Angebot. Er kann jedoch mit etwas Geschick günstig die Werke unbekannter Künstler aufkaufen und von einem "Kunstexperten" zu Meisterwerken moderner Kunst erklären lassen. Die Gewinnmarge kann man dann im Zweifel unter sich aufteilen. Was bei Gold nicht funktioniert (Alchemie) ist am Kunstmarkt mit viel Autorität und wenig Aufwand möglich.

    Ich bewundere diesbezüglich den Suprematismus und insbesondere die Kunst von Kasmir Malewitsch. Nicht so sehr wegen den eigentlichen "Kunstobjekten", sondern, dass er dafür einen Käufer gefunden hat. Das ist die wahre Meisterleistung und dafür gebührt ihm auch vollste Anerkennung.

    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/bilder-hinter-malewitschs-schwarzem-quadrat-a-1062749.html

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