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Stellungnahme zur genetischen Diagnostik: Ethikrat fordert Einschränkung der PID

02.05.2013

Der Deutsche Ethikrat hat im Auftrag der Bundesregierung eine Stellungnahme zur Zukunft der genetischen Diagnostik erarbeitet. Darin fordert er unter anderem verbesserte und EU-weite Maßnahmen zur unabhängigen Aufklärung von Verbrauchern sowie zum Patienten- und Verbraucherschutz.

In 23 Empfehlungen zur Gendiagnostik fordert der Deutsche Ethikrat Verbesserungen bei der Information der Bevölkerung. Zudem empfiehlt er mehrere Änderungen des Gendiagnostikgesetzes, um angesichts der neuen Entwicklungen hohe Standards bei der Aufklärung und Beratung zu garantieren.

Insbesondere weist der Ethikrat in seiner Stellungnahme darauf hin, dass künftig auch bei Gentests zu nichtmedizinischen Zwecken eine medizinische Aufklärung und Beratung erforderlich werde, da es selbst bei solchen Tests zu medizinisch relevanten Erkenntnissen kommen könne.

Eine Mehrheit der Mitglieder des Ethikrates verlangt, die Durchführung einer genetischen Pränataldiagnostik an das Vorliegen eines erhöhten Risikos für eine genetisch bedingte Störung zu binden. Damit soll sichergestellt werden, dass Eltern keine nicht krankheitsrelevanten genetischen Informationen über das Ungeborene und keine bloßen Anlageträgerschaften ohne gesundheitliche Relevanz für das Kind mitgeteilt werden.

age/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

Stellungnahme zur genetischen Diagnostik: Ethikrat fordert Einschränkung der PID . In: Legal Tribune Online, 02.05.2013 , https://www.lto.de/persistent/a_id/8655/ (abgerufen am: 16.09.2019 )

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Kommentare
  • 28.10.2014 14:38, Laura

    Nach den Angaben der Klinik für Fortpflanzungsmedizin BioTexCom wurde die PID bereits bei der Zeugung von über 10.000 angewendet. Sie ist seit 1990er Jahren verfügbar. Sie ist ethisch und politisch umstritten, da sie grundlegende Fragen nach dem Wert – und der Zulässigkeit der Bewertung − werdenden Lebens aufwirft. In vielen Ländern, darunter den meisten europäischen Ländern, ist die PID gesetzlich geregelt und für teils unterschiedliche Anwendungen erlaubt – in Deutschland ausschließlich zur Vermeidung von schweren Erbkrankheiten, Tot- oder Fehlgeburten.