EuGH zur Vermittlung privater Fahrer per App: Uber ist eine Ver­kehrs­dienst­leis­tung

20.12.2017

Uber brachte mit der Vermittlung von Privatleuten als Fahrer Behörden und Taxi-Branche gegen sich auf - und musste den Service fast überall in Europa einstellen. Der EuGH hat nun entschieden, dass es dabei bleibt.

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat entschieden, dass die vom US-Unternehmen Uber erbrachte Dienstleistung, die Vermittlung von Privatleuten als Fahrer, eine Verkehrsdienstleistung ist. Die Regelung der Bedingungen, unter denen Uber die Vermittlung erlaubt werden kann, sei Sache der Mitgliedstaaten (Urt. v. 20.12.2017, Az. C-434/15). Die Entscheidung war bereits erwartet worden, nachdem auch der Generalanwalt diese Auffassung vertrat.

Die EuGH-Entscheidung geht auf ein Verfahren zurück, in dem ein spanisches Taxi-Unternehmen aus Barcelona gegen UberPop vorging. Bei UberPop werden den Uber-Nutzern gegen ein Entgelt Privatleute in ihren eigenen Autos als Chauffeure vermittelt. Dem spanischen Gericht war unklar, ob Uber – wie alle anderen Taxidienste – einer behördlichen Genehmigung bedürfe. Dies hänge davon ab, ob Ubers Vermittlungsservice per App als Verkehrsdienstleistung oder als "Informations-Dienstleistung" angesehen werden müsste. Dies hätte zur Folge, dass die unionsrechtlich gewährleistete Dienstleistungsfreiheit und damit die entsprechenden Richtlinien greifen. Zudem könnte Uber von der für Taxis geltenden Regulierung ausgenommen werden.

Die Luxemburger Richter entschieden nun, dass der von Uber angebotene Vermittlungsdienst als Verkehrsdienstleistung im Sinne des Unionsrechts einzustufen sei. Eine solche Dienstleistung sei daher vom Anwendungsbereich des freien Dienstleistungsverkehrs im Allgemeinen sowie der Richtlinie über Dienstleistungen im Binnenmarkt (Rli. 2006/123/EG) und der Richtlinie über den elektronischen Geschäftsverkehr (Rli. 2000/31/EG) auszuschließen.

Es gelten die Berförderungsgesetze der Mitgliedsstaaten

Es sei Sache der Mitgliedsstaaten, Bedingungen zu regeln, unter denen eine Dienstleistung wie UberPop erbracht werden könnte, so der EuGH. Nach einer Vielzahl juristischer Streitigkeiten in ganz Europa hatte Uber den Dienst bereits praktisch europaweit eingestellt. Beim EuGH liegen noch Fälle aus Frankreich und Deutschland, bei denen es unter anderem um den Limousinen-Service UberBlack geht.

Die Entscheidung dürfte das Ende des ursprünglichen Geschäftsmodells von Uber mit Privatleuten als Fahrer in Europa bedeuten. Aktuell arbeitet der Fahrdienst-Vermittler mit Fahrern mit Beförderungsschein oder mit Taxi-Betrieben. "Die Entscheidung wird in den meisten EU-Ländern nichts verändern, wo wir bereits unter den Beförderungsgesetzen operieren", betonte Uber in einer ersten Reaktion.

Der Deutsche Taxi- und Mietwagenverband BZP begrüßte die Entscheidung des Gerichtshofs. Taxifahrer sei in Deutschland ein Beruf und für Fahrzeuge in der Personenbeförderung gebe es ein engmaschigeres Netz von Kontrollen als bei privaten Autos, betonte BZP-Präsident Michael Müller. Laien seien daher keine Bereicherung für die Beförderung.

acr/LTO-Redaktion

mit Materialien der dpa

Zitiervorschlag

EuGH zur Vermittlung privater Fahrer per App: Uber ist eine Verkehrsdienstleistung . In: Legal Tribune Online, 20.12.2017 , https://www.lto.de/persistent/a_id/26127/ (abgerufen am: 22.06.2018 )

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Kommentare
  • 21.12.2017 10:42, Lachender Jurist

    "Laien seien daher keine Bereicherung für die Beförderung." Ich schmeiß mich weg! Die Laien haben einen Führerschein und sicher häufiger weitere Menschen im Auto. Nur weil sie nicht so pampig und stinkig sind wie der durchschnittliche (Ausnahmen ausgenommen) Taxifahrer sind? Keine Bereicherung? Wer will den Taxifahrer eigentliche bereichern? Herrlich!

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    • 11.04.2018 23:59, Wehner

      Leider Herr Jurist reden sie von Dingen von denen sie keine Ahnung haben . Das ist schade das sie die Dinge verallgemeinern. Alle Taxifahrer stinken und sind pampig . Alle Juristen sind gekauft , korrupt und sie vertreten ein Rechtssystem was es überhaupt nicht mehr gibt. Alle Gesetze sind nicht gültig . Aber keiner von euch hat den Arsch sich daran zu halten . Sehen sie so ist das wenn man seine Nase in fremde Angelegenheiten steckt . Aber sie sind keine Ausnahme . Viele Leute reden über Dinge und wissen angeblich genau wie es läuft . Dabei ist es rein weg spekulativ . Wenn man über eine Sache Bescheid wissen möchte so sollte man damit verbandelt sein . Fahren Sie ein halbes Jahr Taxi . Und danach lesen sie ihren kommentar noch einmal . Für mich ist es einer der besten Job‘s . Als Seelsorger, Informationsgeber, mehrere Sprachen erlernt man nebenbei ( begrenzt auf Höfflichkeitsfloskeln) aber immerhin . Psychologisch gesehen lernen Sie die Menschen kennen . Ein ungeheueres wissen allumfassend kann man sich aneignen . Das Gehirn arbeitet immer . Das Navi und die Aufmerksamkeit sind dabei zu erwähnen . Sekündlich ändern sich die Situationen . Sie lernen vom Penner bist zum Politiker die Leute kennen . Und sie würden auch merken das die meisten Juristen Duckmäuser und Speichellecker sind . Die Urteile werden im geheimen mit dem Richter abgesprochen . Nur nicht anecken . Die Prozente werden schon verteilt egal wie es für den Mandanten ausgeht . Nee Danke da bin ich lieber Taxifahrer und helfe den Leuten . Als Dienstleister . Ein ehrenwerter Beruf . Was man von der Juristerei nicht behaupten kann .Sehen sie jetzt habe ich mich ohne eine Ahnung zu haben in ihren Beruf gehangen . Gleiches Recht für alle . Wenn man auch gar nicht weiß wie eine Sache läuft. Aber erst mal kommentieren und das völlig unkorrekt .

    • 11.04.2018 23:59, Wehner

      Leider Herr Jurist reden sie von Dingen von denen sie keine Ahnung haben . Das ist schade das sie die Dinge verallgemeinern. Alle Taxifahrer stinken und sind pampig . Alle Juristen sind gekauft , korrupt und sie vertreten ein Rechtssystem was es überhaupt nicht mehr gibt. Alle Gesetze sind nicht gültig . Aber keiner von euch hat den Arsch sich daran zu halten . Sehen sie so ist das wenn man seine Nase in fremde Angelegenheiten steckt . Aber sie sind keine Ausnahme . Viele Leute reden über Dinge und wissen angeblich genau wie es läuft . Dabei ist es rein weg spekulativ . Wenn man über eine Sache Bescheid wissen möchte so sollte man damit verbandelt sein . Fahren Sie ein halbes Jahr Taxi . Und danach lesen sie ihren kommentar noch einmal . Für mich ist es einer der besten Job‘s . Als Seelsorger, Informationsgeber, mehrere Sprachen erlernt man nebenbei ( begrenzt auf Höfflichkeitsfloskeln) aber immerhin . Psychologisch gesehen lernen Sie die Menschen kennen . Ein ungeheueres wissen allumfassend kann man sich aneignen . Das Gehirn arbeitet immer . Das Navi und die Aufmerksamkeit sind dabei zu erwähnen . Sekündlich ändern sich die Situationen . Sie lernen vom Penner bist zum Politiker die Leute kennen . Und sie würden auch merken das die meisten Juristen Duckmäuser und Speichellecker sind . Die Urteile werden im geheimen mit dem Richter abgesprochen . Nur nicht anecken . Die Prozente werden schon verteilt egal wie es für den Mandanten ausgeht . Nee Danke da bin ich lieber Taxifahrer und helfe den Leuten . Als Dienstleister . Ein ehrenwerter Beruf . Was man von der Juristerei nicht behaupten kann .Sehen sie jetzt habe ich mich ohne eine Ahnung zu haben in ihren Beruf gehangen . Gleiches Recht für alle . Wenn man auch gar nicht weiß wie eine Sache läuft. Aber erst mal kommentieren und das völlig unkorrekt .

  • 26.12.2017 13:01, Matthias

    UBERist super,ich nutze sehr oft und sehr gerne das muss erlaubt sein dass der Kunde entscheidet und nicht Gericht welche Dienste man nutzt.

    Taxifahrer sind tuerer und unfreundlicher als UBER fahrer

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  • 28.12.2017 09:19, Fuchs

    Super aber ich sage ihnen das uberfahre zum Großteil ilegal fahren und keine Steuern zahlen und Preise machen wie die wollen darum viel Vergnügen mit uber Fahrer

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