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Amtsgerichte: Jeder fünfte Prozess wegen Verkehrsunfall

11.07.2011

Die Gerichte im Land kämpfen im Moment mit einer regelrechten Klagewelle rund um Autounfälle. Immer mehr Kfz-Haftpflichtversicherer ziehen vor Gericht. Für die Unfallopfer ist das doppelt bitter: Sie haben nicht nur den Schaden, sondern auch noch ein Gerichtsverfahren am Hals.

Der Streit beim Thema Mietwagen dreht sich meist um so genannte Unfallersatztarife: Wer nach einem Unfall einen Mietwagen braucht, bekommt oft einen teureren Tarif angeboten als normal. Die Vermieter begründen dass damit, dass sie für Unfall-Opfer immer einige Autos auf Vorrat haben müssten - das mache das Angebot teurer als bei normalen Mietwagen. Die Kfz-Versicherer hingegen halten das für unlautere Bereicherung.

"Ausgetragen wird das ganze auf dem Rücken des Geschädigten. Denn er ist Vertragspartner des Mietwagenunternehmens und muss zahlen, auch wenn die Haftpflichtversicherung des Unfallgegners nicht alles ersetzt", erklärte der Tübinger Landgerichtspräsident Reiner Frey. Zwar gehe es im Einzelfall oft nur um wenige hundert Euro. Aber die Versicherungskonzerne trieben solche Fälle im Moment durch alle Instanzen.

Wer nach einem Unfall einen Mietwagen braucht, sollte deshalb einige Regeln beachten: "Auf keinen Fall sollte man schnurstracks das Angebot der Reparaturwerkstatt annehmen und glauben, das geht glatt durch", warnte Frey. "Ich würde deshalb versuchen, mit der gegnerischen Haftpflichtversicherung Kontakt aufzunehmen, um mir einen Mietwagentarif absegnen zu lassen. Wenn das am Unfalltag nicht mehr gelingt, sollte man möglichst schnell danach den Kontakt suchen." Teilweise machten die Versicherungen auch Alternativvorschläge, wo in der Nähe man zu günstigeren Konditionen einen Mietwagen bekommen könne.

dpa/age/LTO-Redaktion

 

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Amtsgerichte: Jeder fünfte Prozess wegen Verkehrsunfall . In: Legal Tribune Online, 11.07.2011 , https://www.lto.de/persistent/a_id/3713/ (abgerufen am: 18.08.2019 )

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