Polizeifahndung mal anders: Mann zahlt Knöll­chen mit Dau­er­auf­trag

10.04.2017

Außergewöhnliche Situationen erfordern außergewöhnliche Maßnahmen. Über Facebook sucht die Polizei einen Mann, der ein Verwarngeld per Dauerauftrag bezahlt hat. Mittlerweile nervt die Polizei der Geldeingang. Behalten darf sie es nicht. 

 

Die Polizei in Dortmund bekommt Monat für Monat Geld, das sie nicht haben will. Das Ganze ging mit einem Strafzettel los, den die Beamten im Januar 2016 einem polnischen Autofahrer ausstellten, weil der Mann ohne Anschnallgurt unterwegs war. Das Verwarngeld in Höhe von 30 Euro habe ein Freund des 33-Jährigen anschließend vorbildlich per Überweisung beglichen. Offensichtlich hat er jedoch gleich einen Dauerauftrag an die Polizei eingerichtet.

"Pünktlich zum 22. eines jeden Monats erreichen uns somit 30 Euro", schreibt die Polizei bei Facebook. Dort haben die Ordnungshüter jetzt eine ungewöhnliche Suchaktion gestartet. In dem Aufruf suchen die Beamten nach dem "unbekannten Spender", der ihrer Behörde seit nun schon mehr als einem Jahr monatlich 30 Euro überweist - inzwischen völlig rechtsgrundlos.

420 Euro seien so schon eingegangen. Den Auftrag bei der Bank einzustellen, sei nicht gelungen, da beide - Freund wie "Gurtmuffel" - unbekannt verzogen seien. Auf deutsch und polnisch bittet die Polizei daher nun im Internet um Hinweise auf die beiden Männer.

Reicher werden die Beamten durch das Knöllchen per Dauerauftrag nicht: "Bislang überwiesen unsere Kollegen natürlich das Geld zurück. Das wird auch weiterhin geschehen", schreiben sie.

Mit Materialien von dpa

mgö/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

Polizeifahndung mal anders: Mann zahlt Knöllchen mit Dauerauftrag. In: Legal Tribune Online, 10.04.2017, https://www.lto.de/persistent/a_id/22626/ (abgerufen am: 23.08.2017)

Infos zum Zitiervorschlag
Kommentare
  • 11.04.2017 23:09, Dimitria

    zumindest zeigt es, dass das Knöllchen viel zu billig war, sonst müsste der Überweisende allmählich stutzig werden.

    Aber Knöllchen aller Art sind in Deutschland so billig, dass man als Ausländer wohl davon ausgehen muss, dass es sich bei diesem Schnäppchenpreis nur um die Monatsrate handeln kann.

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    • 13.04.2017 17:37, Tom Hofmann

      Da sind wir Arschlochtypen ganz anders. Wir legen wegen einem 20.- Verwarnungsgeld Einspruch ein, Verklagen den Wald-und Wiesen Sheriff ( hahah Vollzugsbeamter genannt...hahahaha ) auf Nötigung, so dass die Funkprotokolle ausgewertet werden müssen. Lassen 2 Gerichtsverhandlungen platzen... 80 Seiten "Amts"-Schreiben ..... und das alles wegen 20.-

      Und sowas wiederholt sich jedesmal.

      Da lob ich mir die Polen. Sehr anständige Leute. Zahlen monatlich ohne zu murren.

  • 16.04.2017 14:56, eono

    Wurde auf dem "Knöllchen" kein KFZ-Kennzeichen vermerkt?
    Was sagen denn die Banken? Wenn eine "Überweisung" erfolgt - gibt es doch auch einen Absender - bei einem "Dauerauftrag" ein Absenderkonto?

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  • 10.05.2017 08:49, irgendwie unglaubwürdig

    Stell ich mir komisch vor, wenn die Polizei nicht wissen soll, wer das Verwarngeld schuldet, schließlich ist es mittels Bußgeldbescheids an einen bestimmten Adressaten adressiert.
    Und bitte: In Zeiten des automatisierten Kontenabrufs, der unbegrenzten Auskunftsansprüche von Steuerfahndung-, Finanzamts- und Sicherheitsbehörden, braucht mir niemand ernsthaft zu erzählen, ein Kontoinhaber könne gar anonym bleiben...

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