Studie: Kanzleien und Social Media: Keine Stra­tegie, keine Rou­tine

von Dr. Anja Hall

16.03.2017

3/3 Blogs und Website: Mit relevanten Inhalten den Traffic steigern

Knapp ein Drittel der untersuchten Kanzleien nutzt einen Blog als Kommunikationsmaßnahme. Die Kanzleien mit den sichtbarsten Blogs sind Beiten Burkhard, CMS und Hogan Lovells.

Das wichtigste Aushängeschild im Netz ist allerdings nach wie vor die Kanzlei-Website: Mandanten, Bewerber, Journalisten und auch Wettbewerber sehen sich hier um. Eine starke Kanzlei-Marke sorgt quasi von alleine für Traffic auf der Website. Um neue Mandate zu gewinnen oder das Image zu schärfen, wäre es aber hilfreicher, den Traffic über relevante Themen zu generieren, schreiben die Studienautoren. Die inhaltlich relevantesten Websites haben Rödl & Partner, White & Case und Gleiss Lutz. Am sichtbarsten bei Google sind allerdings die Websites von Rödl, CMS und Noerr.

Keine Strategie, keine Routine

Insgesamt stellen die Studienautoren den großen Wirtschaftskanzleien ein schlechtes Zeugnis aus: Die Kanzleien unterschätzten den Einfluss von Suchmaschinenmarketing massiv. Sie hätten meist keine Strategie, was den Einsatz von Social Media angeht. Zudem fehle es an Routine im Umgang mit den Netzwerken als Marketing-Tool.

Alle Hoffnung verloren also? Nicht ganz, meint Reinhardt Neuhold: "Die Relevanz von digitaler Kommunikation und Markenführung ist in den Kanzleien angekommen", sagt er. Aber es sei offensichtlich schwer, in den bestehenden Strukturen entsprechende Maßnahmen schnell umzusetzen.

Viele Partner setzen für Marketing und Akquise nach wie vor auf persönliche Kontakte und Publikationen in Print-Medien, beobachtet Neuhold. "Bei Online-Maßnahmen wird viel häufiger die Frage gestellt: Was bringt mir das?", sagt er. Natürlich sei es wünschenswert nachzufragen, welche Maßnahmen in Bezug auf ein Ziel sinnvoll sind. "Gerade online lässt sich alles analysieren. Aber genau hier fehlt es oft an Know-how beim Messen und bei der Zieldefinition", so Neuhold. Klassische Maßnahmen würden dagegen meist nicht hinterfragt.

Unter den Top-10-Kanzleien im Social-Media-Ranking weisen sechs Sozietäten ein überdurchschnittlich hohes Umsatzwachstum aus. Die Agentur Gerhard sieht hier "keinen Beweis, aber ein Indiz" für die Relevanz von Social Media und Google bei der digitalen Markenführung.

Dass Youtube-Videos, Tweets und Facebook-Posts tatsächlich zu einem Umsatzplus führen, dürfte wohl schwer zu belegen sein. Dennoch tun Kanzleien und ihre Anwälte gut daran, wenn sie ihre Marketingaktivitäten auf die digitale Welt übertragen. Die Agentur Gerhard hat jedenfalls vor, auch im nächsten Jahr ein Ranking zur Social-Media-Nutzung durch Großkanzleien zu erstellen.

Zitiervorschlag

Anja Hall, Studie: Kanzleien und Social Media: Keine Strategie, keine Routine . In: Legal Tribune Online, 16.03.2017 , https://www.lto.de/persistent/a_id/22389/ (abgerufen am: 28.05.2024 )

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