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PMN-Awards: Work hard, play hard

von Dr. Anja Hall

26.09.2014

Wer das ganze Jahr über hart arbeitet, der darf auch kräftig feiern. Das finden zumindest die Anwälte und Mitarbeiter der großen Wirtschaftskanzleien. Ihre Party-Saison beginnt im Herbst, und den Auftakt machten am Donnerstag die PMN Management Awards.

PMN ist ein Netzwerk von Wirtschaftskanzleien und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, das von Claudia Schieblon gegründet wurde. Sie hat auch die Awards ins Leben gerufen, die am 25. September zum sechsten Mal verliehen wurden.

Ein bisschen sind die PMN-Awards wie die kleine Schwester der Juve-Awards, mit denen sich die Branche alljährlich Ende Oktober selbst feiert. Während sich auf Einladung des Juve-Verlags fast 1.000 Gäste in der Alten Oper in Frankfurt treffen und eine Preisverleihung in 18 Kategorien verfolgen, haben die PMN Awards mit knapp hundert Gästen nur einen Bruchteil der Teilnehmer und auch wesentlich weniger Preiskategorien.

An Glamour allerdings stehen die PMN Awards dem großen Konkurrenten in nichts nach, und entsprechend gerne kommen viele Kanzleivertreter in das Frankfurter Luxushotel "Villa Kennedy", wo die Preisverleihung im Rahmen einer feierlichen Gala stattfindet.

Die Herren in dunklen Anzügen, die Damen in glitzernden Cocktailkleidern, dazu dezente Live-Musik und ein erlesenes Drei-Gänge-Menü. Zwischen den Gängen werden in sechs Kategorien Projekte ausgezeichnet, die "innovativ sind, einen Benchmark für die Kanzleibranche setzen und zum Geschäftserfolg der Kanzlei beitragen", so die Anforderung.

"Vom Markgraf zum Partner" – mit Pappkrone zum Selberbasteln

In der Kategorie "Branding" holte die Kanzlei Ebner Stolz für ihr Rebranding nach der Fusion der drei Kanzleien BFJM Bachem, Ebner Stolz und Mönning den ersten Preis. Mit neuem Logo und der für eine Kanzlei ungewöhnlichen Idee, mit großformatigen Plakaten an Flughäfen für sich zu werben, überzeugten die Kanzleiverantwortlichen die fünfköpfige Jury.

In der Kategorie "Geschäftsentwicklung" sicherte sich Noerr den ersten Preis für die Einführung einer neuen Online-Reporting-Software. Den zweiten Platz teilen sich Gleiss Lutz und Baker & McKenzie. Beide Kanzleien haben Veranstaltungsreihen ins Leben gerufen, die sich speziell an Frauen richten.
Ohnehin schien der Jury das Thema Frauenförderung offenbar besonders preiswürdig: Die Kategorie "Personalförderung" hat Hogan Lovells mit dem Projekt "Women@HL" gewonnen, auf Platz 2 folgt Linklaters mit einem "Maternity Coaching".

Sieger der Kategorie Personalmarketing wurde KPMG mit ihren Talent-Pools "KPMG Community" und "KPMG Professional Lounge". Den ersten Preis in der Kategorie "Kommunikation" holte die Düsseldorfer Kanzlei Glade Michel Wirtz, die ihren Mandanten auf eine recht ungewöhnliche Art ihren neuen Partner vorstellte: "Vom Markgraf zum Partner – das nennt man Karriere" stand auf den Karten, mit der die Kanzlei ihrem Anwalt Dr. Jochen Markgraf zur Aufnahme in die Partnerschaft gratulierte. Beigelegt war die Bastelvorlage für eine Pappkrone, "damit sich jeder der Mandanten auch einmal wie ein Markgraf fühlen" kann.

Glade Michel Wirtz holte auch den Preis in der Kategorie "Management". Erstmals wurde nicht die Persönlichkeit einer Großkanzlei, sondern das Management-Team einer Boutique-Kanzlei gewählt. "Die Liste der Mandanten der Sozietät Glade Michel Wirtz und der für diese Mandanten getätigten Transaktionen würde die Referenzliste jeder Topkanzlei schmücken. Das ist kein Zufall, sondern Ergebnis einer sorgfältigen Planung und deren geschickter Umsetzung", lobte die Jury.

Dass Kanzleivertreter Trophäen überreicht bekommen und Laudationen über sich ergehen lassen müssen, kommt selten vor. Und so geriet manche Dankesrede unfreiwillig komisch, etwa als der Partner einer Kanzlei – wohl im Überschwang der Freude - jubelte: "Ohne unseren Marketinghasen hätten wir das nie geschafft". Dieser Fauxpas ließ so manchen der Gäste – darunter einige altgediente Marketinghasen - von einem schönen AGG-Verfahren träumen, mit 50 Managing Partnern, die vor Gericht als Zeugen gehört werden. Doch dazu wird es wohl nicht kommen. Dafür war die Partystimmung einfach doch zu gut.

Zitiervorschlag

Anja Hall, PMN-Awards: Work hard, play hard . In: Legal Tribune Online, 26.09.2014 , https://www.lto.de/persistent/a_id/13325/ (abgerufen am: 04.08.2020 )

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