LTO.de - Legal Tribune Online - Aktuelles aus Recht und Justiz
 

Studie "Die Bundesanwaltschaft und die NS-Zeit": Bun­des­an­walt­schaft will Ver­gan­gen­heit auf­klären

26.01.2018

Die Bundesanwaltschaft hat eine Studie zu ihrer Vergangenheit in Auftrag gegeben. Sie soll unter anderem klären, wie die Behörde mit den aus dem Dritten Reich resultierenden persönlichen und politischen Belastungen umgegangen ist.

Die Bundesanwaltschaft hat eine Forschungsstudie zu ihrer Vergangenheit in den Anfangsjahren der Bundesrepublik in Auftrag gegeben. Durchgeführt wird die Studie von den Rechtswissenschaftlern um Professor Dr.  Christoph Safferling vom Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht, Internationales Strafrecht und Völkerrecht der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und dem Historiker  Professor Dr. Friedrich Kießling vom Lehrstuhl für Neue und Neueste Geschichte der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt.

Die Wissenschaftler sollen die Anfänge der Bundesanwaltschaft nach dem 2. Weltkrieg bis zum Ende der Amtszeit von Generalbundesanwalt Ludwig Martin im Jahr 1974 erforschen. Sie sollen unter anderem klären, wie die Bundesanwaltschaft mit den aus dem Dritten Reich resultierenden persönlichen und politischen Belastungen umgegangen ist. Dabei wird es vor allem um die Frage gehen, welche und wie viele nationalsozialistisch belastete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Anfangszeit der Behörde an welchen Stellen tätig waren und welchen Einfluss dies gegebenenfalls auf die Arbeit der Bundesanwaltschaft hatte.

Die Bundesanwaltschaft gewährt den Forschern dazu Einblick in die Personalakten der bei der Behörde in den ersten zwei Jahrzehnten Beschäftigten, darunter auch die von Wolfgang Fränkel, der 1962 nur drei Monate nach seiner Ernennung zum Generalbundesanwalt wegen seiner Tätigkeit bei der Oberreichsanwaltschaft und seiner damit verbundenen Beteiligung an Tordesurteilen in den einstweiligen Ruhestand versetzt wurde. Der Abschluss des Forschungsprojekts ist für Anfang 2020 anvisiert.

acr/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

Studie "Die Bundesanwaltschaft und die NS-Zeit": Bundesanwaltschaft will Vergangenheit aufklären . In: Legal Tribune Online, 26.01.2018 , https://www.lto.de/persistent/a_id/26723/ (abgerufen am: 21.08.2019 )

Infos zum Zitiervorschlag
Kommentare
  • 27.01.2018 01:07, Spötter in der nacht

    Und nicht zu vergessen die Verbrechen die begangen wurden als erst die Friesen und Catten und dann die Angeln und Sachen England eroberten.

    Und damit das Verbrechen nicht so einseitig aus fällt, unbedingt untersuchen wie viel Franzosen die Lutzower Jäger getötet haben.
    Und ob alle Franzosen für die Völkerschlacht schon entschädigt wurden....

    Auch nicht zu vergessen der Umgang der Engländer mit minderjährigen deutschen Matrosen die in Kriegsgefangenschaft geraten waren und wie die Christbäume über Dresden und München brennen konnten wo doch gar keine Phosphorbomben eingesetzt wurden....
    Aber halt, das mit den Engländern geht nicht, dass waren ja die Guten, die Menschen, nicht die Köterrasse ....

    • 27.01.2018 01:19, Naja

      ?? Ist es immer so, dass Sie verwirrte Kommentare schreiben? Räumen Sie mal Oberstübchen auf...

      Ansonsten: wichtige Arbeit , aber leider viel zu spät . Die Justiz krankt daran mit ihrer Vergangenheit aufzuräumen . Man siehe nur Karl Larenz...
      Die Altnazis haben Deutschland Jahrzehnte gekostet. Ohne die wären wir auf dem Niveau der Niederlande oder skandinavischer Länder...

    • 27.01.2018 04:51, Spötter in der Nacht

      "....dem Niveau der Niederlande oder skandinavischer Länder..."

      Wie meinen Sie das, hätten wir dann jetzt auch eine Kündigungswelle in der Polizei und die Armee bei der Bandenbekämpfung von Migranten oder tote Politiker die mit Allauh Kakbar oder so gemessert wurde?

      Keine Aufregung! Kommt noch, schneller als Sie meinen, oder wünschen?

      Ich weiß ja, ihre Glaubensbrüder und die grün-roten Kameraden wollen im Haus des Krieges endlich etwas Spaß.
      Geduld, die Jungfrauen nutzen sich nicht ab bis Sie da sind!

  • 27.01.2018 08:55, Harald

    Bei der Verfolgung Unschuldiger steht die Bundesanwaltschaft ja mit in der ersten Reihe - wie die nahezu absurde Anklage im NSU-Fall zeigt. Insofern kann man sicherlich Parallelen zur Nazizeit erkennen und das sollte auch mal aufgearbeitet werden.

  • 27.01.2018 15:22, M.D.

    Trotz aller Kritik an dem Projekt kann ich mir durchaus vorstellen, dass es nach dem Krieg viele Altnazis in der Bundesanwaltschaft gab. Meine erste Schätzung läge jedenfalls irgendwo der Nähe von 100%. Deshalb wäre ich schon daran interessiert zu wissen, wer im Dritten Reich auch ohne Parteibuch Erfolg hatte und diesen nach dem Krieg in der Bundesanwaltschaft fortsetzen konnte.

    • 27.01.2018 23:39, Lüge ist Wahrheit

      Ach @M.D.

      ganz Deutschland war allüberall mit Deutschen voll und neue Herrenmenschen allüberall.

      Und Nazis allüberall...

      Neue Herrenrichter und neue Herrenhenker und neue Herrenbeglücker und neue Herrenwegträger und neue Herrengewehrträger und überhaupt...
      Herren allüberall!
      Und die neuen Sklaven allüberall...

      Wer von diesen wohl noch da ist?
      So allüberall ...
      So richtig lebendig – allüberall?
      Die Herren- Gut- und Bessermenschen – allüberall?
      Die Deutschen - allüberall?
      Die Nazis - allüberall?
      Die Sklaven - allüberall?

      Neue Herren allüberall!
      Neue Sklaven allüberall!

      Allüberall!

      Schuld allüberall?
      Nazis allüberall!
      Herren allüberall?
      Kult allüberall!
      Trost allüberall?
      Allüberall Schuld und allüberall Kult!

      Für Was und Wen allüberall?
      Nazis allüberall!
      Für Herren allüberall und Sklaven allüberall!

  • 27.01.2018 18:21, Harald

    Ich distanziere mich von dem Eintrag. Irgend so eine Pfeife hat missbräuchlich meine eMail-Adresse verwendet.

    • 27.01.2018 19:41, Harald

      Woher wissen Sie denn das?

  • 27.01.2018 21:22, Alice im+Flunderland

    Diese Studie ist unehrlich und unglaubwürdig, kommt sie doch viele Jahrzehnte zu spät.

  • 05.02.2018 22:40, ReisenderAmBER

    Die sollten Ihre Kraft in die Aufklärung der BEA Misere stecken.

  • 10.03.2018 10:41, Mazi

    Wer will denn daran noch erinnern?

    Was in 70 Jahren (erfolgreich) verhindert wurde, der will doch wohl nicht glauben machen, dass dies in 2 Jahren nachgeholt würde.

    Tatsache ist, dass die Justiz sich nicht selbstkritisch mit der Frage auseinsndergesetz hat und die Unabhängigkeit der Richter (Art. 97 Abs. 1 GG) über Art. 20 Abs. 3 GG stellt. Mangels einer Kontrolle seitens der Legislativen verfährt die Judikative sehr erfolgreich mit diesem Ansatz.

    Weshalb sollte man etwas ändern, wenn doch alles seit Jahrhunderten wie geschmiert läuft?

    Typischste Beispiel der rechtsstastlicgen Macht war der Fall Mollath. Aus juristischer Sicht lief alles perfekt, nur dessen Vollzug der Todesstrafe war "rechtsmissbräuchlich". Wäre er damals hingerichtet worden, hätte es kein Berufungsverfahren, kein "Strate" gegeben.

    Zugegeben, Psychiatrie ist ähnlich und wäre Mollath nicht Mollath hätte er auch diese Tortur nicht überstanden. Dem Vernehmen nach erfreut sich sein damaliger Richter bester Gesundheit und erfreut sich an seinem Pensionärsdasein.

    Wenn es hier eine Aufarbeitung der NS-Strukturen in der Justiz geben sollte, sollte man auch diese Aspekte nicht vernachlässigen und die Aufarbeitung nicht in due gleichen Hände legen, die die Aufarbeitung verhindern wollen und zu verhindern wissen.

    Meine Meinung:
    Überfällig und bisher gezielt verhindert! Und die Parlament zu bedeppert, das Thema gezielt anzugehen. Es läuft halt wie geschmiert.

  • 15.04.2018 21:25, orlando

    es ist richtig und wichtig, dass diese Studie durchgeführt wird. Das Befremden darüber, dass so etwas viel zu spät erfolgt, teile ich; dies ist aber kein Argument gegen die Sudie selbst. Worauf die Einwände beruhen, betf. des Lützower Freicorps oder des NSU-Verfahrens, ist schlechterdings unerfindlich, da Bezüge zum Gegenstand der Sudie historisch nicht vorhanden sind.