Kritik an Staatsoberhäuptern: Maje­s­täts­be­lei­di­gung in der Geschichte

von Martin Rath

17.04.2016

Sogar rüpelhafte Bemerkungen wie jene, die alte Dame sollte ihren Familiennamen in Mrs. Bratwurst-Kraut-Nazi ändern – wegen ihrer nahen Verwandtschaft zu einigen der zuvor gezeigten bärtigen Herren – führte im Vereinigten Königreich nur zu ein wenig Pressetumult. Es heißt, seit dem 19. Jahrhundert sei wegen bloßer Beleidigung einer britannischen Fürstin niemand mehr vor Gericht gekommen.

Ihre australischen Untertanen reagierten 1998 allerdings sehr verschnupft, als die Firma Toyota das neue Luxusfahrzeug Lexus LX470 gegen den königlichen Rolls Royce mit Anzeigen in Stellung brachte, in denen es hieß: "Keine Sorge, Eure Majestät, Ihr seid nicht der einzige britische Exportartikel, dessen Tage vorbei sind."

Der Protest der australischen Monarchisten war so wütend, dass der Schaden für Toyota durch eine förmliche Strafverfolgung wohl kaum hätte größer ausfallen können.

Ob sich derweil die Aborigines über die Tumulte in der zugewanderten britischen Parallelgesellschaft ihres Kontinents verwundert zeigten, ist nicht überliefert.

Zitiervorschlag

Martin Rath, Kritik an Staatsoberhäuptern: Majestätsbeleidigung in der Geschichte . In: Legal Tribune Online, 17.04.2016 , https://www.lto.de/persistent/a_id/19104/ (abgerufen am: 23.04.2024 )

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