Kritik an Staatsoberhäuptern: Maje­s­täts­be­lei­di­gung in der Geschichte

von Martin Rath

17.04.2016

Die Orden zeigen, dass es sich nicht um einen jungen urbanen Großstadt-Bartträger unserer Tage handelt, sondern um einen sehr beleidigungsfähigen Herrn aus dem 19. Jahrhundert.

Franz Joseph I. (1830-1916), seit 1848 bzw. 1867 österreichisch-ungarischer Staatschef, ließ in seinem Reich ein - etwa im Vergleich mit Deutschland - streckenweise extrem antiquiertes Strafrecht exekutieren. Der Sozialpolitiker und Philosoph Emil Kaler-Reinthal (1850-1897) wurde allerdings 1879 für die auch heute problematische Äußerung verurteilt, dass in jüngster Zeit Gerüchte über Attentatspläne auf den Kaiser kursierten. Er finde es erstaunlich, dass es nur bei Gerüchten geblieben sei.

Obwohl sich diese Aussage streng genommen keine Mordpläne zu eigen macht, lautete das Urteil auf 14 Monate schweren Kerkers. Dies war eine Haftform, die unter meist schlechten, gesundheitsbeschädigenden Bedingungen vollzogen wurde, mit Zwangsarbeit und als "Fastentagen" gesetzlich vorgesehenen Hungerzeiten.

Zitiervorschlag

Martin Rath, Kritik an Staatsoberhäuptern: Majestätsbeleidigung in der Geschichte . In: Legal Tribune Online, 17.04.2016 , https://www.lto.de/persistent/a_id/19104/ (abgerufen am: 21.04.2024 )

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