Literarische Empfehlungen: Vieles, was der Fall ist

von Martin Rath

10.02.2019

Unsere Republik als Schatzkammer der Erfahrung kennen lernen

Zu viel historisches Bewusstsein kann bizarre Konsequenzen haben. Das lässt sich derzeit im britischen Parlament beobachten, wo nicht wenige Abgeordnete den Eindruck erwecken, sie kämpften darum, das Ehe- und Scheidungsglück König Heinrichs VIII. gegen die Suprematie-Ansprüche des Europäischen Gerichtshofs zu verteidigen – anschließende Plünderung einheimischer Klöster nicht ausgeschlossen.

 

Aber auch Mangel an historischem Bewusstsein kann schmerzhaft sein. Zu den Epochen, die dabei eher selten als therapiebedürftig ins Bewusstsein kommen, zählt die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland – auch darum wird im Internet über politische Probleme der Gegenwart herumgeschrien, als sei man im Kreißsaal, nicht in der Schatzkammer gereifter Erfahrungen.

Der Bremer Rechtsprofessor Roland Dubischar hat mit seinen "Prozessen, die Geschichte machen" zehn große Zivilrechtsfälle aufbereitet, in denen sich vor allem Rechts- und Wirtschaftsgeschichte sowie Rechts- und Medizingeschichte der Bundesrepublik verbinden. Die Entwicklung der Arzthaftung oder die Konkursgeschichten wichtiger deutscher Kreditinstitute werden hier jeweils von beiden Seiten greifbar – käme ein Buch wie dieses einmal jährlich zu neuen Fällen heraus, Juristen und Laien würden die Auffassungen vom Recht der jeweils anderen deutlich weniger schmerzhaft wahrnehmen.

Michael Kittner (einige Bilder weiter vorne), macht insoweit ein bisschen Hoffnung.

Roland Dubischar: Prozesse, die Geschichte machten. Zehn aufsehenerregende Zivilprozesse aus 25 Jahren Bundesrepublik. München (Beck) 1997.

Zitiervorschlag

Literarische Empfehlungen: Vieles, was der Fall ist . In: Legal Tribune Online, 10.02.2019 , https://www.lto.de/persistent/a_id/33769/ (abgerufen am: 21.02.2019 )

Infos zum Zitiervorschlag
Mitreden? Schreiben Sie uns an leserbrief@lto.de

Diesen Artikel können Sie nicht online kommentieren. Die Kommentarfunktion, die ursprünglich dem offenen fachlichen und gesellschaftlichen Diskurs diente, wurde unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit zunehmend missbraucht, um Hass zu verbreiten. Schweren Herzens haben wir uns daher entschlossen, von unserem Hausrecht Gebrauch zu machen.

Stattdessen freuen wir uns über Ihren Leserbrief zu diesem Artikel – natürlich per Mail – an leserbrief@lto.de. Eine Auswahl der Leserbriefe wird in regelmäßigen Abständen veröffentlicht. Bitte beachten Sie dazu unsere Leserbrief-Richtlinien.

Fehler entdeckt? Geben Sie uns Bescheid.

TopJOBS
Rechts­an­wäl­te w/m/d Cor­po­ra­te | M&A | all­ge­mei­nes Han­dels­recht

Heuking Kühn Lüer Wojtek, Düs­sel­dorf und 1 wei­te­re

Da­ta Pro­tec­ti­on Ma­na­ger (m/w/d)

Olympus Europa SE & Co. KG, Ham­burg

Voll­ju­ris­ten (m/w/d) für den Be­reich der Me­di­en­po­li­tik und St­ra­te­gie

Landesanstalt für Kommunikation (LFK), Stutt­gart

Risk La­wy­er oder Risk Ana­lyst

Dentons, Ber­lin und 1 wei­te­re

Rechts­an­walt (m/w/d) Han­dels-/Ver­triebs­recht und Li­ti­ga­ti­on

Luther Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, Köln

Voll­ju­ris­ten (m/w/d/) mit Schwer­punkt Ver­trags- und Han­dels­recht mit Be­richts­weg an den Vor­sit­zen­den der Ge­schäfts­füh­rung

Molkerei Meggle Wasserburg, Was­ser­burg a. Inn

Rechts­an­walt (m/w) im Be­reich Pro­jects & Pu­b­lic Sec­tor, ins­be­son­de­re für öf­f­ent­li­ches Pla­nungs-, Bau- und Um­welt­recht

GSK Stockmann, Mün­chen

Rechts­an­wäl­te / Rechts­an­wäl­tin­nen In­ter­na­tio­na­les Han­dels­recht / All­ge­mei­nes Ver­trags­recht

Lambsdorff Rechtsanwälte, Ber­lin

Pro­fes­sur für „Wirt­schafts­recht, insb. Han­dels- und Ge­sell­schafts­rech­t“

Fachhochschule Dortmund, Dort­mund

Neueste Stellenangebote
Ei­nen Rechts­an­walt / Ei­ne Rechts­an­wäl­tin
Rechts­an­walt (m/w/d) Han­dels-/Ver­triebs­recht und Li­ti­ga­ti­on
Le­gal Coun­sel (m/w) An­ti­trust Law (Gra­dua­tes & Pro­fes­sio­nals)
Syn­di­kus­rechts­an­walt (m/w)
Lan­des­re­fe­ren­tin / Lan­des­re­fe­rent
Ex­pert*in für Um­satz­steu­er­an­ge­le­gen­hei­ten