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Ende der Roaming-Gebühren 2017: Nie mehr hohe Telefon­kosten im Ausland?

09.07.2015

Die 28 EU-Mitgliedsstaaten haben für den Vorschlag des EU-Parlaments gestimmt, die Roaming-Gebühren bis Mitte 2017 abzuschaffen. Allerdings mit Einschränkungen für Vielreisende.

Am 15. Juli 2017 soll es so weit sein: Die Roaming-Gebühren, die regelmäßig für hohe Telefonrechnungen während eines Auslandsaufenthaltes sorgen, sollen abgeschafft werden.

Die Netzbetreiber können sich allerdings vor übermäßigem Surfen im Ausland schützen und Nutzer, die nicht nur gelegentlich in der EU reisen, mit Aufschlägen zur Kasse bitten. Wie hoch diese sein dürfen, will die Kommission Ende 2016 festlegen.

Bereits zum 30. April 2016 sollen die Roaming-Aufschläge noch einmal deutlich sinken. So sollen Anrufe maximal 0.05 Euro pro Minute kosten, SMS maximal 0.02 Euro und 1 MB Datenvolumen maximal 0.05 Euro.

Des Weiteren sollen die Netzbetreiber verpflichtet werden, jede Art von Datenverkehr gleich zu behandeln. Diese unter dem Stichwort Netzneutralität bekannte Verpflichtung soll aber auch einschränkbar sein. So dürfen die Netzbetreiber den Datenverkehr zum Beispiel aus technischen Gründen ungleich behandeln, etwa zur Abwehr einer Cyber-Attacke oder um übermäßigem Datenverkehr entgegen zu wirken.

Bestimmte Dienste, wie vernetzte Autos und Telemedizin dürfen ebenfalls bevorzugt behandelt werden, solange ein genereller Mindeststandard für den Internetzugang gewährleistet bleibt.
Der Beschluss wird nun noch technisch überarbeitet und muss vom Europäischen Rat und Parlament beschlossen werden. Der Rat wird sich dem Beschluss voraussichtlich im Herbst 2015 annehmen.

acr/LTO-Redaktion

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Ende der Roaming-Gebühren 2017: Nie mehr hohe Telefonkosten im Ausland? . In: Legal Tribune Online, 09.07.2015 , https://www.lto.de/persistent/a_id/16156/ (abgerufen am: 14.11.2019 )

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