Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Pegida-Gründer: Hitlerbärtchen und Volksverhetzung

21.01.2015

Ein auf Facebook vorübergehend veröffentlichtes Foto zeigt den Pegida-Gründer Lutz Bachmann mit Hitler-Bärtchen und markantem Führer-Scheitel. Ein "Scherz", kommentiert die Pegida-Sprecherin Kathrin Oertel das Foto in der Bild-Zeitung. Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden prüft unterdessen nach einem Bericht der Leipziger Volkszeitung den Anfangsverdacht der Volksverhetzung gegen Bachmann, ebenfalls wegen Facebook-Einträgen.

"Ich hatte das Foto zur Veröffentlichung des Satire-Hörbuchs von "Er ist wieder da" beim Friseur geknipst und Christoph Maria Herbst auf die Pinwand gepostet", erklärt Bachmann selbst der Bild-Zeitung. "Man muss sich auch mal selbst auf die Schippe nehmen". Der Schauspieler Christoph Maria Herbst hat als Komiker schon mehrfach Hitler parodiert, etwa in dem Film "Der Wixxer" aus dem Jahr 2004.

Schwerer wiegt indes ein anderer Vorwurf gegen Bachmann. Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden prüft nach einem Bericht der Leipziger Volkszeitung den Anfangsverdacht der Volksverhetzung gegen den Pegida-Initiator. Wie die Zeitung berichtet, geht es um Kommentare und Facebook-Einträge Bachmanns vom September 2014. Darin sollen Flüchtlinge und Asylbewerber als "Viehzeug", "Dreckspack" und "Gelumpe" bezeichnet worden sein. Die Einträge seien inzwischen von der Seite gelöscht worden.

Der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Dresden, Wolfgang Klein, sagte der Zeitung, dass der Tatbestand der Volksverhetzung im Raum stünde, wenn die Online-Kommentare tatsächlich von Bachmann stammen sollten. In diesem Fall würde die Staatsanwaltschaft automatisch ein Ermittlungsverfahren einleiten.

mbr/LTO-Redaktion

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Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Pegida-Gründer: Hitlerbärtchen und Volksverhetzung . In: Legal Tribune Online, 21.01.2015 , https://www.lto.de/persistent/a_id/14441/ (abgerufen am: 07.07.2022 )

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