Zschäpe-Anwältin verlässt Kanzlei: Nicht wegen Kritik am NSU-Mandat

30.07.2013

Die Anwältin Anja Sturm, die im NSU-Prozess die Hauptangeklagte Beate Zschäpe verteidigt, verlässt die Berliner Kanzlei Weimann & Meyer. Medienberichten zufolge will sie ab August mit ihrem Kölner Kollegen Wolfgang Heer zusammenarbeiten, ein weiterer Verteidiger von Zschäpe.

Ihre Berliner Kollegen bestätigten die Medienberichte nicht, in denen es hieß, Sturm verlasse die Kanzlei, weil ihre Kollegen sie wegen der Verteidigung Zschäpes kritisiert hätten. Es habe keine politisch motivierten Vorbehalte gegen die Übernahme dieses Mandats gegeben.

In einer Stellungnahme dazu heißt es weiter: "Selbstredend halten wir es für selbstverständlich, dass jeder Mensch das Recht und den Anspruch auf engagierte professionelle Verteidigung unter Beachtung der Unschuldsvermutung hat. Wenn dies nicht so wäre, hätte Frau Sturm dieses Mandat unter unserem Dach gewiss nicht übernommen."

Die Kanzlei befürchte auch nicht, dass Mandanten mit türkischem Migrationshintergrund negativ auf die Verteidigung reagierten. Allerdings sei eine Einbindung von der Rechtsanwältin in die Arbeit der Kanzlei seit Beginn des NSU-Prozesses zeitlich nicht mehr möglich.

mbr/asc/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

Zschäpe-Anwältin verlässt Kanzlei: Nicht wegen Kritik am NSU-Mandat . In: Legal Tribune Online, 30.07.2013 , https://www.lto.de/persistent/a_id/9237/ (abgerufen am: 23.05.2024 )

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