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Anklage wegen Freiheitsberaubung und Körperverletzung: Ex-Partner ver­prü­gelt und nackt im Wald aus­ge­setzt

23.10.2017

Zwei Frauen traten in Kontakt mit einem Schlägertrupp, der daraufhin ihren Ex-Partner verprügelt und nackt im Wald ausgesetzt haben soll. Der Richter schenkte der skurrilen Schilderung der Ereignisse aber wenig Glauben.

Zwei Frauen mussten sich am Montag vor dem Landgericht (LG) Frankfurt (Oder) verantworten, weil sie einen Mann nackt in einem Waldstück ausgesetzt haben, nachdem sie ihn zuvor von einem Schlägertrupp verprügeln ließen (Az. 23 KLs 11/17). Die beiden hatten zuvor jeweils eine Beziehung mit dem Mann gehabt, eine war seine Ex-Frau.

An ihre Ehe und die Phase nach der Trennung hat die 39-Jährige jedoch keine guten Erinnerungen, wie sie in der Verhandlung schilderte: "Er wusste immer, wo ich war", sagte sie und trug Schilderungen von Nachstellungen und Gewalt über ihren früheren Ehemann vor.

So versuchte sie zu begründen, warum sie sich zu einer ungewöhnlichen Racheaktion hinreißen ließ. Neben ihr auf der Anklagebank saß eine Ex-Freundin ihres geschiedenen Mannes. Die beiden sollen sich zusammengeschlossen und den Mann nackt im Wald bei Berlin ausgesetzt haben. Laut Staatsanwaltschaft hatten sie vorgehabt, ihm einen Denkzettel verpassen.

"Er sollte mich nur in Ruhe lassen"

Die beiden sollen ihr 45 Jahre altes Opfer im März 2015 entführt haben, um es anschließend durch eine Schlägertruppe verprügeln zu lassen. Danach sollen sie ihn nackt in einem Wald ausgesetzt haben. Gemeinschaftlich begangene Freiheitsberaubung und gefährliche Körperverletzung legt ihnen die Anklage daher zur Last. Die vier Männer, die geholfen haben sollen, sind bis heute unbekannt geblieben.

Der Geschädigte blieb der Verhandlung am Montag zunächst fern - er wird voraussichtlich am nächsten Verhandlungstag am Freitag als Zeuge gehört werden. Während die Ex-Frau ausführlich die frühere Beziehung beschrieb, wurde die andere angeklagte Frau noch nicht gehört. Damit blieb zunächst unklar, wie sie zu den Tatvorwürfen steht. Die frühere Ehefrau räumte jedenfalls eine Tatbeteiligung ein, betonte aber zugleich, die Aktion sei aus dem Ruder gelaufen.

Nach etlichen wirkungslosen Strafanzeigen gegen ihren Ex-Mann und dem ständigen Leben in Angst vor neuen Attacken habe sie keinen Ausweg mehr gesehen, schilderte sie ihr Motiv. "Er sollte mich doch einfach nur in Ruhe lassen."

Zitiervorschlag

Anklage wegen Freiheitsberaubung und Körperverletzung: Ex-Partner verprügelt und nackt im Wald ausgesetzt . In: Legal Tribune Online, 23.10.2017 , https://www.lto.de/persistent/a_id/25185/ (abgerufen am: 16.12.2019 )

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Kommentare
  • 23.10.2017 19:55, Nachdenker

    Klar, Bewährung.... Wäre das Opfer eine Frau, wäre das nicht drin und man würde davor für eine hohe Strafe demonstrieren! Ekelhaft!! Ab ib den Knast mit den Tussis.

    • 24.10.2017 05:50, Tobias

      Ich sehe schon vor meinem geistigen Auge, wie tausende Feministinnen für "Gleichberechtigung" demonstrieren.

      Aber warum wird bei solchen Delikten immer mit zweierlei Maß gemessen?

      Warum darf man Männer zusammenschlagen, auf eine Art und Weise demütigen, die wirklich unter aller Sau ist und sich dann darauf freuen, nicht in den Knast zu wandern?

  • 24.10.2017 05:46, Tobias

    Eine Bewährungsstrafe wäre ein Schlag ins Gesicht für unser Land. Ich denke eine Haftstrafe von mindestens 3 Jahren wäre angemessen.

    Warum sollten die Frauen jetzt auch nicht auspacken, wenn sie wissen, dass sie nur Bewährung bekommen?

  • 24.10.2017 07:41, @topic

    Ohne die volle Benennung der vier Haupttäter mit Ross und Reiter wäre bei mir keine bewährungsfähige Strafe denkbar.

    Mögen die beiden sich im Frauenknast gütlich tun - da werden sie ganz bestimmt eine Weile nicht von Männern belästigt... (Gut, die Mitgefangenen Damen werden ihren männlichen Pendant allerdings in nichts nachstehen, was die Belästigungen angeht... da sind die Mädels mitunter noch viel viel schlimmer unterwegs)

  • 29.10.2017 11:40, AUFSCHREI

    Man stelle sich mal vor eine Frau wäre nackt im Wald ausgesetzt worden. Wie dann die Frauen hierzulande wieder ewig unter dem Hashtag "AUFSCHREI" rumkreischen würden.

  • 29.10.2017 14:05, Kein Feminist

    In Anbetracht der Vorgeschichte mit häuslicher Gewalt:

    Permanente Bedrohungslage, Denkzettel war geeignet die Bedrohungslage abzuwehren.

    Notwehr, Notwehrüberschreitung oder vielleicht Irrtum - im glauben in Notwehr zu handeln.

    Ist doch fair wenn son Säufer-Schläger-Ehemann von seinen beiden Ex-Frauen mal was auf die Nase bekommt und mit Plastiktüte bedeckt ein Auto anhalten muss.

    • 29.12.2017 08:00, da Karloenzo

      Ahh Selbstjustz wird Salonfähig oder was?
      Verdient hin, gerecht her, so geht das nicht in einem Rechtsstaat...

      Live long and prosper