Heinisch-Ausstellung im AG München: "Man muss das Unrecht sehen, um es einsehen zu können"

18.06.2012

Im Umfeld des 63. Deutschen Anwaltstags in München eröffnete am Freitag die Ausstellung "Im Rahmen des Rechts und darüber hinaus" des Zeichners, Malers und Karikaturisten Philipp Heinisch. Bis zum Deutschen Juristentag, der vom 18. bis zum 21. September stattfindet, können die Zeichnungen des Berliner Künstlers in der Eingangshalle des Landgerichts München besichtigt werden. 

Die Ausstellung begann mit dem Anwaltstag und wird mit dem Juristentag enden. Bei ihrer Eröffnung durch den Präsidenten des Amtsgerichts (AG) München, Gerhard Zierl, blieb offen, ob Phillip Heinisch wohl auch diese Eckdaten als "Rahmen des Rechts" wahrnimmt. Mit dem Titel der Ausstellung knüpft er an Traditionen an, die Zeichnung "Justitia im Rahmen des Rechts" stammt aus dem Jahr 1994. Bis zum 21. September finden sich am Lenbachplatz 7 aber auch Werke aus jüngster Zeit. Der Zeichner beschäftigt sich dabei zunehmend auch mit Themen wie dem Umgang mit der Bankenkrise, die keinen unmittelbaren Zusammenhang zur Justiz aufweisen.

Der künstlerische Schwerpunkt des Sohnes des von den Nazis verfemten Malers Rudolf W. Heinisch liegt aber weiterhin bei der Jusitz, der er ebenso kritisch wie liebevoll einen Spiegel vorhält. Dabei weisen einige seiner Werke, die häufig über klassische Karikaturen hinaus gehen, eine gewisse Düsterkeit auf.

Heinisch, selbst Jurist und lange unter anderem in RAF-Verfahren tätig, verfolgt in der Tradition des "Gerechtigkeitsbildes" das Ziel, Rechtsanwender und Rechtssuchende bildlich an Recht und Gerechtigkeit zu erinnen. "Man muss das Unrecht sehen, um es einsehen zu können", so das Motto des 1945 geborenen Künstlers, der 1972 die Robe an den Nagel hängte.

Beate Merk freute sich, dass der Berliner "der bayerischen Justiz und dem Anwaltstag die Ehre" gab: "Philipp Heinisch bietet die optimale künstlerische Abrundung zum deutschen Anwaltstag", der in diesem Jahr unter dem Motto stand "Die Kunst Anwalt zu sein". "Er reflektiert mit seiner Kunst die Justiz auf sehr feinsinnige Weise - und als früherer Anwalt kennt er den Gegenstand seiner Portraits sehr genau", so die bayerische Justizministerin.

pl/LTO-Redaktion

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Heinisch-Ausstellung im AG München: "Man muss das Unrecht sehen, um es einsehen zu können" . In: Legal Tribune Online, 18.06.2012 , https://www.lto.de/persistent/a_id/6416/ (abgerufen am: 30.11.2021 )

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