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BKartA stellt Verwaltungsverfahren gegen DFB ein: WM-Tickets jetzt auch durch Tur­nier­mit­g­lied­schaft

01.12.2017

Wer Tickets für Spiele der Fußball-Nationalmannschaft bei WM und EM kaufen will, muss künftig nicht mehr Mitglied im Fanclub werden. Die Praxis des DFB hatte das Kartellamt auf den Plan gerufen, nun gab es eine Einigung.

Das Bundeskartellamt (BKartA) hat das Verwaltungsverfahren gegen den Deutschen Fußballbund (DFB) wegen des Verdachts auf Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung eingestellt. Zuvor hatte der DFB zugesagt, die Voraussetzungen für eine Bewerbung um ein Ticket für Spiele der deutschen Nationalmannschaft bei der WM 2018 zu erleichtern.

Für eine Bewerbung um ein Ticket aus dem Kontingent des DFB für die EM 2016 oder für die Auswärtsspiele im Rahmen der WM-Qualifikation war eine reguläre Mitgliedschaft im Fanclub Nationalmannschaft vorausgesetzt, die pro Jahr 40 Euro kostet. Das ärgerte viele Fans, das BKartA leitete ein Verwaltungsverfahren ein.

Nach Absprache mit dem Bundeskartellamt führt der DFB nun eine alternative Möglichkeit zur Fanclubmitgliedschaft ein. Für die WM 2018 sollen sich Fans nun auch über eine zeitlich befristete Turniermitgliedschaft um Tickets bewerben können. Diese soll mit nur 10 Euro zu Buche schlagen.

"Für die Fans, die lediglich Tickets erwerben wollen, stellt die Mitgliedschaft eine zusätzliche Kostenbelastung dar. Auf der anderen Seite hat der DFB uns gegenüber deutlich gemacht, dass die vorgeschriebene Mitgliedschaft ganz wesentlich zur Erhöhung der Sicherheit im Stadion beitragen kann. Diese Argumente haben wir sehr ernst genommen", sagte Andreas Mundt, Präsident des BKartA. Das neue System der Turniermitgliedschaft stelle einen guten Kompromiss dar.

acr/LTO-Redaktion

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BKartA stellt Verwaltungsverfahren gegen DFB ein: WM-Tickets jetzt auch durch Turniermitgliedschaft . In: Legal Tribune Online, 01.12.2017 , https://www.lto.de/persistent/a_id/25819/ (abgerufen am: 02.07.2020 )

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Kommentare
  • 01.12.2017 19:02, Kartellgeschädigter

    Warum die Mitgliedschaft im DFB-Fanclub die Sicherheit in den Stadien erhöhen soll, bleibt weiterhin völlig unklar. Wenn man einen Namen mit einer Hooligandatei abgleichen will, bitte sehr. Aber dafür braucht man keine Mitgliedschaft. Und solange die Namen der Ticketinhaber am Stadioneingang nicht überprüft werden, bleibt das Ganze halt einfach ein Kopplungsgeschäft der marktbeherrschenden Akteure DFB, UEFA und FIFA.

  • 03.12.2017 21:30, @topic

    Oder aber.. Wir lassen den Milliardenunsinn einfach mal sein und beschäftigen uns mal mit etwas wichtigem. Und den Olympiaunfug kann man gleich mit streichen. Der Großteil der Kohle versackt in den Taschen von FIFA und IOC. Und die Funktionäre sitzen nicht umsonst zum Teil in Haft. Korrupter Sauhaufen alle miteinander