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BayVGH: Rad­fahrer müssen auch (zu) sch­male Rad­wege benutzen

18.04.2011

Fahrradfahrer haben es schwer. Denn ob ein Radweg benutzt werden muss oder nicht, ist eine Sache des Einzelfalls. Der BayVGH hat nun entschieden, dass eine Radwegbenutzungspflicht sogar auf solchen Wegen angeordnet werden darf, die nach der StVO gar nicht als Radweg geeignet sind.

Die einschlägige Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsordnung (StVO) sieht vor, dass gekennzeichnete Radwege eine Mindestbreite von 1,50 Metern aufweisen müssen. Nach Auffassung des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs (BayVGH) ist dieses Mindestmaß jedoch keine zwingende Voraussetzung.

So dürfe eine Radwegbenutzungspflicht auch auf engeren Wegen angeordnet werden, wenn dies durch den Zweck der StVO, Gefahren im Straßenverkehr angemessen zu begegnen, geboten und die Benutzung dem Fahrradfahrer zumutbar ist (Urt. v. 06.04.2011, Az. 11 B 08.1892).

Im entschiedenen Fall hatte sich ein Radfahrer gegen die Regelung auf der Rosenheimerstraße in München zur Wehr gesetzt. Dort ist der Radweg lediglich zwischen 0,72 und 1,29 Meter breit.

Dennoch hielten die bayerischen Verwaltungsrichter die angeordnete Radwegbenutzungspflicht an dieser Stelle für gerechtfertigt: Die besonderen örtlichen Verhältnisse ließen es nicht zu, dass Radfahrer die Fahrbahn mit benutzten. Auch ein Ausbau des Radweges sei aufgrund der örtlichen Gegebenheiten nicht ohne Weiteres möglich.

mbr/LTO-Redaktion

 

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Zitiervorschlag

BayVGH: Radfahrer müssen auch (zu) schmale Radwege benutzen . In: Legal Tribune Online, 18.04.2011 , https://www.lto.de/persistent/a_id/3063/ (abgerufen am: 03.07.2020 )

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Kommentare
  • 11.02.2014 12:43, DrFB

    Der hier wiedergegebene Rechtssatz aus dem o.g. Urteil wurde vom erkennenden Senat inwischen wieder relativiert:

    "Weiter hat es das Verwaltungsgericht zu Unrecht dahinstehen lassen, ob die Radwege im streitgegenständlichen Bereich die von der VwV-StVO genannten Mindestbreiten einhalten und ob die Linienführung zumindest zum Teil für Ortsfremde eindeutig erkennbar ist. Zwar haben der Bayerische Verwaltungsgerichtshof in seiner Entscheidung vom 6. April 2011 (11 B 08.1892) und ihm folgend das Bundesverwaltungsgericht in seinem Beschluss vom 16. April 2012 (3 B 62/11) judiziert, dass auch die Anordnung einer Radwegbenutzungspflicht für einen Radweg, der nicht die Mindestanforderungen der VwV-StVO erfüllt, rechtmäßig sein kann, wenn eine gesteigerte Gefahrenlage vorliegt. Diese Rechtsprechung trifft jedoch keine Aussage dazu, dass die Anordnung einer Radbewegbenutzungspflicht im Fall des Vorliegens einer gesteigerten Gefahrenlage für einen Radweg jedweder Breite bzw. Beschaffenheit zulässig ist. Wenn die Mindestvoraussetzungen der VwV-StVO an einen Radweg erheblich und für einen längeren Streckenabschnitt unterschritten werden, ist die Anordnung einer Radbewegbenutzungspflicht möglicherweise nicht mehr zulässig. Im Einzelfall hängt diese Entscheidung von der tatsächlichen Beschaffenheit der streitgegenständlichen Radwege ab. Hierzu hat die Kammer jedoch gerade keine Feststellungen getroffen."

    (Bayerischer Verwaltungsgerichtshof, Beschluss vom 22. April 2013 – 11 B 12.2671 –, juris, Rd-Nr. 28).

    Zudem ist mir bis heute nicht klar, wie ein Radfahrer die Ben-Pfl. bei einem nur 72 cm breiten Radweg überhaupt befolgen will, ohne dass der Lenker unerlaubt in den Gehwegteil ragt (dazu kurz und richtig OLG Celle, Urteil vom 21. März 2001 – 9 U 190/00 –, NZV 2001, 346, Rd-Nr. 5 ). Es liegt offensichtlich ein Fall vor, in dem der Radfahrer ohnehin auf die Fahrbahn ausweichen darf. Insofern verstehe ich die Anfechtungsklage in einem solchen Fall schon nicht.

    • 21.02.2016 18:46, Münsterland-Radler

      Hallo @DrFB,

      die Radwegbenutzungspflicht war, wenn ich das richtig verstanden habe, bereits angeordnet. Grundsätzlich dient die Radwegbenutzungspflicht der Sicherheit der Radfahrer. Somit wäre nicht die Anordnung, sondern die Aufhebung der Benutzungspflicht zu begründen.

      Ein Fahrradlenker ist ca. 70 bis 80 cm breit, außerdem darf der Lenker beim Befahren eines Radweges auch in den sog. "Luftraum" des Gehweges ragen; lediglich die Reifen müssen sich stets auf dem Radwegteil befinden.
      In den "Luftraum" der Fahrbahn hingegen darf der Lenker logischerweise nicht ragen, weil der sichere Radweg schließlich vor der gefährlichen Fahrbahn schützen soll.
      Es ist (auch bei "nur" 72cm Breite) stets der RECHTE Teil des Radweges zu benutzen. (Rechtsfahrgebot! StVO §2)

      Ein Ausweichen auf die Fahrbahn ist bei vorhandenem Fahrradweg natürlich nicht erlaubt. Denn dadurch gefährden Sie nicht nur sich selbst, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer!!!

  • 24.02.2016 21:54, DrFB

    @Münsterland-Radler

    Ganz schön viele Fehler in einem so kurzen Text.

    1. Falsch: „Somit wäre nicht die Anordnung, sondern die Aufhebung der Benutzungspflicht zu begründen.“
    Richtig: in der Bundesrepublik Deutschland hat die anordnende staatliche Stelle Abweichungen von der StVO (hier § 2 Abs. 1 Satz 1 StVO: „Fahrzeuge müssen die Fahrbahnen benutzen, …“) zu begründen oder aufzuheben, wenn sie dies nicht kann. Dies gilt insbesondere bei Beschränkungen des fließenden Verkehrs (vgl. § 45 Abs. 1 Satz1 StVO, der die Beschränkung des Verkehrs an Voraussetzungen knüpft und § 45 Abs. 9 Satz 2 StVO, der nicht jede Begründung akzeptabel erscheinen läßt). § 45 Abs. 9 Satz 2 verstehen zwar nicht mal die Verwaltungsgerichte richtig. Aber daß eine Radwegbenutzungspflicht eine begründungspflichtige Beschränkung des Radverkehrs ist, ist inzwischen höchstrichterlich geklärt (z.B. Urteil des BVerwG vom 18.11.2010, 3 C 42).

    2. Falsch: „…außerdem darf der Lenker beim Befahren eines Radweges auch in den sog. "Luftraum" des Gehweges ragen; lediglich die Reifen müssen sich stets auf dem Radwegteil befinden.“
    Das OLG Celle bescheinigte mit Urteil vom 21. März 2001 - 9 U 190/00, NZV 2001, 346 einem Radfahrer, der an einer Trennkante zwischen Rad- und Gehweg stürzte, zu Recht, dass der Sturz nur passiert konnte, wenn Lenker und Pedale unerlaubt in den Luftweg über dem Gehweg hineinragten. Gehwege sind nun mal nicht zur Mitbenutzung durch Radfahrer zugelassen, selbst wenn die Reifen auf dem Radweg bleiben. Die Fundstelle des Urteils hatte ich übrigens in meinem Kommentar angegeben. Behaupten statt Lesen und Argumentieren geht garnicht.

    3. Falsch: „Es ist (auch bei "nur" 72cm Breite) stets der RECHTE Teil des Radweges zu benutzen. (Rechtsfahrgebot! StVO §2).“.
    Wahr: diese Aussage ist nur noch lächerlich, weil selbst mit einem 70 cm breiten Lenker ein Radfahrer je nach Windverhältnissen eine bis zu 150 cm breite Schneise für sich benötigt. Er fährt ein einspuriges Fahrzeug. Und nicht jeder ist Kunstradfahrer.

    4. Falsch: „Ein Ausweichen auf die Fahrbahn ist bei vorhandenem Fahrradweg natürlich nicht erlaubt. Denn dadurch gefährden Sie nicht nur sich selbst, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer!!!“
    Richtig: auf Hauptverkehrsstraßen werden Radfahrer im Längsverkehr üblicherweise von nachfolgenden Auto- und Lkw-Fahrern überholt, wenn der Gegenverkehr es zulässt. Dabei treten bei Beachtung von § 5 StVO keine Gefährdungen ein. Kommt es zu Gefährdungen oder Unfällen, liegt in vielen Fällen Vorsatz oder zumindest grobe Rücksichtslosigkeit des Überholenden vor (oft strafbar gem. § 315c Abs. 1 Nr. 2 Buchst. b StGB). Dagegen werden regelmäßig Radfahrer auf Radwegfurten von rechtsabbiegenden Lkw in den Asphalt gewalzt und die Gerichte gehen zu Recht davon aus, dass die Lkw-Fahrer diese Unfälle nur mit hohem Aufwand vermeiden können.
    Ferner dürfen Radfahrer vorhandene Radwege immer verlassen, wenn sie sie benutzen können (und dies nicht daran liegt, daß sie nicht Radfahren können oder sturzbetrunken sind).

    • 08.03.2016 13:09, Münsterland-Radler

      Sagen Sie mal, sind Sie wirklich so blöd oder tun sie nur so?!

      Bitte hören Sie auf, weiterhin derartige Fehlinformationen zu verbreiten! Deren gibt es bereits zu genüge im Netz, was auch der Grund dafür ist, dass ich u. a. hier kommentiert habe.

      Ich wiederhole es noch mal extra für Sie, vielleicht verstehen Sie es dann endlich:

      1. Grundsätzlich dient die Radwegbenutzungspflicht der Sicherheit der Radfahrer. Sie ergibt sich durch das Rechtsfahrgebot und wird durch die blauen Verkehrszeichen mit dem Fahrrad-Symbol verdeutlicht (VZ. 237/240/241).
      Eine Ausnahme der Benutzungspflicht bedarf der Begründung. Dafür benötige ich auch kein Urteil, denn das versteht sich von selbst. Oder wollen Sie etwa ernsthaft behaupten, die Gefährdung auf der Kfz-Fahrbahn sei für Radfahrer der "Normalfall"?! Ich bitte Sie, das ist doch nun wirklich lächerlich.
      Leider ist diese m. E. lächerliche Meinung schon sehr weit verbreitet. Aber wir wissen wohl beide gut genug, dass Radwege und ihre Benutzungspflicht der Sicherheit der Radfahrer dienen (hoffe ich jedenfalls - wenn nicht, fahren Sie einfach mal selbst Fahrrad, dann werden Sie feststellen, dass das auf der Kfz-Spur i. d. R. nicht möglich ist und man auch nicht schneller vorankommt, weil man dafür verwarnt wird und Zeit für die Gespräche mit den Polizisten zusätzlich (!) einplanen muss).
      Es gibt Gerüchte, dass die allgemeine Radwegbenutzungspflicht bereits aufgehoben wäre, aber das stimmt natürlich nicht und wäre auch für Radfahrer viel zu gefährlich gewesen. (Die Pflicht lässt sich im §2 StVO nachlesen!)
      Leider stelle ich immer noch fest, dass ohne das blaue Schild viele Radfahrer verbotswidrig die Fahrbahn benutzen und auch, wenn ich klingle und "Hier ist ein Radweg!!!" rufe, ihr Verhalten nicht ändern und weiterhin sich selbst und andere auf der Fahrbahn gefährden. Hier muss dringend etwas getan und dagegen vorgegangen werden!

      2. Natürlich darf der Luftraum des Gehweges mitbenutzt werden. Wenn beispielsweise ein 50cm breiter Radweg im Winter (zusammen mit dem Gehweg) geräumt wird, dann sind ja die linken 25cm immer noch mit Schnee bedeckt. Genau in diesem Fall wurde ich von der Polizei angehalten, gefragt warum ich den Radweg (dort kein blaues Schild, ich glaubte damals selbst an die Lüge der angeblich aufgehobenen Benutzungspflicht) nicht benutze und aufgefordert, ihn zu benutzen. Der Lenker des Fahrrades ist zwischen 70cm und 80cm breit. Wenn der Radweg jetzt also abzüglich Schnee noch 25cm breit ist, dann müssen 45cm Luftraum des Gehweges (mit)benutzt werden, weil das ja nicht anders geht und Aufforderungen von Polizisten nach §36 StVO nachzukommen ist. Da eine grundsätzlich andere Situation als sonst üblich auf jener Straße nicht vorlag, gehe ich aufgrund der Anordnung davon aus, dass es erlaubt ist, den Luftraum des Gehweges mitzubenutzen - schließlich "fährt" man da ja auch nicht drauf, und es ist nur eine Konstruktion, die sich irgendwelche Fußgänger-Lobby-Vereine ausgedacht haben. In der StVO ist der Begriff des "Luftraum"s jedenfalls nicht zu finden.

      3. Das Rechtsfahrgebot können Sie im 2. Absatz des §2 der StVO nachlesen. Lächerlich ist dieses keineswegs, es ist gesetzlich festgeschrieben (die Fundstelle steht im ersten Satz dieses Absatzes, das ist der diesem Satz vorhergehende). Vielmehr machen Sie selbst sich wohl lächerlich.
      Es ist so weit rechts wie möglich zu fahren, und auch das habe ich während einer Polizeikontrolle verdeutlicht bekommen: "Und immer schön weit rechts fahren!" (die eigentliche Kontrolle war die erste, in die ich als Radfahrer geriet und wegen fehlenden Lichtes - die 10€ Verwarngeld habe ich zu Recht bezahlt und draus gelernt, bedarf also keiner weiteren Diskussion). Das dient nämlich der Sicherheit des Verkehrs.
      Ist kein Radweg vorhanden, dann müssen Radfahrer (so wie alle anderen auch) am rechten Rand der Fahrbahn fahren, d. h., DIREKT links neben der Regenrinne bzw. den Gullydeckeln! Ansonsten liegt ein Verstoß gegen das Rechtsfahrgebot vor.
      Auf Radwegen muss man (natürlich auch dann, wenn sie sehr schmal sind) natürlich die rechte Seite des Weges benutzen, d. h., die Reifen sollten sich beim Fahren auf der rechtesten Pflasterreihe des Radweges befinden. Denn nur so bleibt genügend Platz für den Gegenverkehr auf dem Fahrradweg. Und den kenne ich auch bei "nur" 70cm Breite als vorgeschrieben, z. B. an der Überwasserkirche in Münster (zwischen Frauenstraße und Domplatz). Aber ich selbst gehe davon aus, dass Radverkehr auf Radwegen grundsätzlich in beide Richtungen zugelassen ist (nach §2 StVO), solange er nicht explizit verboten wird, wobei es dazu auch andere Meinungen gibt, die man eben so gut begründen kann.
      Aber wichtig ist letztendlich nicht, in welche Richtung ein Radweg benutzt wird, sondern dass Radfahrer der für sie gefährlichen Fahrbahn fernbleiben. Um es zu verdeutlichen: Die so genannte "Fahrbahn", das sind die Spuren für Pkw, Lkw, Motorräder und dergleichen. Was die Pferdekutschen betrifft, so können diese aufgrund ihrer Breite nicht anders, und dass diese auf der "Fahrbahn" fahren müssen, finde ich auch nicht optimal.
      Wenn Sie meinen, die Bedingungen nicht erfüllen zu können, sind Sie für das Radfahren im Straßenverkehr nicht geeignet und müssen darauf verzichten (und stattdessen zu Fuß gehen oder ein Kfz nutzen).

      4. So weit ich weiß, hat es noch NIE (!!!) einen Unfall eines Radfahrers aufgrund eines rechtsabbiegenden Lkw gegeben. Leider kommt dieses Stammtischargument immer wieder und viele Zeitungsjournalisten erfinden solche Unfälle, um die Winter- und Sommerlöcher zu füllen. Zu diesem "Argument" brauche ich wohl nicht mehr wirklich was zu sagen, weil doch eigentlich jedem klar ist, dass es ausgemachter Blödsinn ist.
      Beim Überholtwerden auf der Fahrbahn hingegen werden regelmäßig die vorgeschriebenen Abstände von den Kfz-Lenkern unterschritten. Es sollen sogar Radfahrer alleine aufgrunddessen auf die Dächer von Autos gehauen, gegen die Scheiben geklopft oder Seitenspiegel abgerissen haben, während sie überholt wurden. Das ist mutwillige Sachbeschädigung, vor der die Kfz-Führer geschützt werden müssen. Aber auch die Radfahrer müssen vor den Gefahren, die von Kfz auf der Fahrbahn ausgehen, geschützt werden.
      Das Radfahren auf der Fahrbahn ist grundsätzlich gefährlich, weshalb Radfahrer gute und sichere Radwege benötigen. Deshalb muss eine Aufhebung der Benutzungspflicht auch begründet werden, weil die Aufhebung die Ausnahme darstellt - NICHT die Benutzungspflicht, wie von vielen fälschlich angenommen wird.

      5. Das Radfahren auf der Fahrbahn kann explizit erlaubt werden, wie in Köln geschehen, und zwar durch Verkehrsschilder mit dem Text "Benutzungspflicht aufgehoben - Radfahren auf der Fahrbahn erlaubt". Das geht natürlich nur an einigen wenigen Stellen, denn grundsätzlich geht die Sicherheit der Radfahrer vor der Flüssigkeit des Verkehrs, weshalb die Pflicht zur Radwegnutzung grundsätzlich beibehalten werden muss, auch wenn Radfahrer dann manchmal langsamer machen müssen.

      6. Leider meinen auch manche Behörden, das Entfernen eines Schildes (und vielleicht noch ein Verwaltungsakt dazu) würde wirksam die Benutzungspflicht aufheben. Und leider steht in der StVO, dass in Tempo-30-Zonen keine "benutzungspflichtigen Radwege" sein sollen, was doppelt gemoppelt ist, weil ein Radweg (mittels Rechtsfahrgebot) IMMER eine Nutzungspflicht für Radfahrer beinhaltet.
      Die Folge davon ist, dass die Radwege insbesondere in Tempo-30-Zonen sehr schlecht oder sogar gar nicht gepflegt werden, weil sie aufgrund der Behördenmeinung ja "nicht benutzt werden" müssten. Die mit einem Blauschild gekennzeichneten Radwege sind stets in einem besseren Zustand und deutlich gepflegter als diejenigen, denen das Schild fehlt. Das gilt auch für fahrbahnbegleitende Radwege in Tempo-30-Zonen, bei denen das blaue Schild erst kurz vor dem Ende der Tempo-30-Zone steht.
      Darum fordere ich als (Viel-)Radfahrer, dass die Anordnung der "Blauschilder" (237/240/241, s. o.) innerhalb von Tempo-30-Zonen wieder zugelassen wird. Nur wenn die Pflicht verdeutlicht wird, werden unsere Radwege wieder gut genug gepflegt.

  • 25.02.2016 22:15, DrFB

    Der letzte Absatz von gestern Muß lauten:

    Ferner dürfen Radfahrer vorhandene Radwege immer verlassen, wenn sie sie NICHT benutzen können (und dies nicht daran liegt, daß sie nicht Radfahren können oder sturzbetrunken sind).

    • 08.03.2016 13:24, Münsterland-Radler

      Natürlich, aber selbstverständlich nicht in Richtung Fahrbahn!
      Denn das wäre viel zu gefährlich!
      Es ist dann auf den Gehweg auszuweichen. (Wer das als nicht zumutbar empfindet, muss seine Fahrt auf dem Fahrradweg fortsetzen.)

  • 08.03.2016 22:39, DrFB

    @Münsterland-Radler

    "viele Zeitungsjournalisten erfinden solche Unfälle"
    Wie heftig muß ein Kopf auf den Asphalt aufschlagen, um danach so einen unbelehrbaren Unsinn abzusondern? So eine dumme Journalisten-Beschimpfung hätte ich eher auf Pegidisten- und Reichsbürger-Foren erwartet als bei lto.de Im übrigen sind oft Pressemiiteilungen der Polizei Grundlage der Artikel. Denen kann man doch glauben. Oder erfinden die Polizisten die Unfälle auch nur, um sich wichtig darzustellen?

    Was machen Sie eigentlich, wenn es nur einen Radweg gibt und der auf der in Fahrrichtung linken Seite verläuft? Undrehen und in Gegenrichtung weiterfahren?

    Wozu brauchen Sie überhaupt Radwege? Innerorts gibt es doch fast immer Gehwege, die man prima befahren kann. Und außerorts meist Straßengräben oder ein Feld oder einen Wald neben der Fahrbahn.

    Und wie haben Sie den Spamschutz geknackt?

    Antworten Sie bitte nicht. Verschwenden Sie keine weiteren Bits. Glauben Sie einfach weiter, daß die Erde eine Scheibe sei und fahren Sie bloß nicht zu dicht an den Rand!

    • 21.03.2016 02:36, Münsterland-Radler

      Nun, von der Polizei BIN ich ja belehrt worden, dass ein Vorhandensein der Rechtsabbiege-Unfälle Unsinn ist. Darum weiß ich es ja jetzt besser.
      (Bin ich jetzt "unbelehrbar", weil ich damals nicht auf dem Radweg fahren wollte (so die Polizei) oder weil ich inzwischen gelernt habe und die Meldungen der Lügenpresse nicht mehr glaube (so Sie)???)

      Und darum ist es mir auch wichtig, dies kundzutun. Denn auch viele andere Radfahrer verfallen, wie ich damals, den Meldungen im Internet und in den Zeitungen und glauben sie.

      Eine Pressemeldung der Polizei über einen der angeblich ach so häufigen "Rechtsabbiege-Unfälle" mit Radfahrerbeteiligung ist mir jedenfalls nicht bekannt.

      Mit Ihrem Kommentar versuchen Sie, zu verhindern, dass ich ernst genommen werde - vermutlich, weil sie versuchen, Ihre Ansicht mit allen Mitteln durchzudrücken.
      Aber dass sie nicht Recht haben, wissen Sie sehr wohl. Hören Sie also bitte auf damit!!!

      Wenn es nur auf der linken Seite einen Radweg gibt, muss man ihn natürlich in Fahrtrichtung links benutzen. Das Rechtsfahrgebot ist dennoch erfüllt, denn weiter rechts zu fahren wäre aufgrund der Fahrbahnnutzung zu gefährlich. Damit fährt man auch auf einem linksseitigen Radweg so weit rechts wie (gefahrlos) möglich, und das Rechtsfahrgebot ist daher eingehalten.
      Viele Radfahrer fahren dennoch auf der Kfz-Spur, wo sie sich selbst und andere gefährden. Meine Versuche, das zu verhindern, zeigten zwar erste Erfolge, sind aber insgesamt leider noch mäßig.

      Wenn es keinen Rad- oder wenigstens Gehweg gibt, muss man natürlich auf der "Straße" fahren, das ist klar. Das sollte aber nicht der Regelfall sein, sondern eine Ausnahme- und Notlösung.
      Auch außerorts sind meistens Radwege vorhanden, aber manche Radfahrer wollen sie unbedingt übersehen.

      Sie wissen wahrscheinlich genau so gut wie ich, dass das Radfahren auf der Fahrbahn gefährlich und nur auf den Radwegen sicher ist.
      Warum versuchen Sie dann, eine abweichende Meinung zu forcieren? Es gibt KEINE EINZIGE Studie, die beweisen würde, dass Radfahren auf den Spuren, wo die Autos fahren, sicher wäre (es gibt Leute wie z. B. Bernd Sluka, die das behaupten, aber letztlich geht sogar aus seiner Tabelle hervor, dass Radwege sicherer sind als die hochgelobte und angeblich allgemeine Fahrbahn).

      Mit "Gehwegen" meinen Sie evtl. "gemeinsame Geh- und Radwege"? M. M. n. nicht die beste Lösung für den Radverkehr, aber immer noch besser als nichts.
      Freigegebene Gehwege haben das Problem der Schrittgeschwindigkeit als zHg.
      Und dass man das Radfahren auf Gehwegen nicht allgemein erlaubt, liegt ja nun nicht an mir - ich fände das ganz gut, aber noch ist es verboten.

      Gruß aus Münster

  • 13.06.2016 12:22, Chris

    Wow, der Münsterland-Radler hat aber mächtig einen am Helm!
    Soviel Geschwurbel und dann noch die Lügenpresse... Wahnsinn.

    Setz mal Deinen Aluhut wieder auf! Und immer schön weit rechts fahren! :-D Haha! Sehr geil.

  • 24.06.2016 13:24, Münsterländer

    Wer einmal in Münster bewegt hat, versteht den "Münsterland-Radler" sehr wohl; dort ist die Radwegpflicht noch "heilig"; neue Straßen (z.B. an der ehemaligen Eishalle) werden selbstverständlich sofort mit Hochboardradwegen geplant und verbläut und selbst der brandgefährliche "Radweg" an der Wolbecker Straße wird mit, ich nenne es mal seltsamen Begründungen, vom LG Münster bestätigt. (Sinngemäß: Erfahrene Radfahrer kennen die Gefahr und könne sich entsprechend verhalten).

    Ich selber fahre zu 99,x % in vorsätzlich lebensgefährlicher Selbstgefährdung auf der Fahrbahn (wohne ja nicht in Münster); verhalte mich entsprechend der StVO (was z.B. Vorfahrt, Ampeln usw angeht) und habe wirklich NULL Probleme (die Autofahrer mit mir übrigens auch nicht).

    Auf den leider unvermeidbaren 0,x% Radweganteil erlebe ich dann recht häufig Beinahe-Abbiegeunfälle (einmal übrigens als Autofahrer!!!).