Spanisches Gericht bestätigt Kündigung: Ver­käu­ferin ent­lassen, weil sie über Weih­nachts­mann auf­klärte

10.01.2018

Eine Verkäuferin in einem spanischen Kaufhaus hat ihren Job verloren, weil sie einem Kind offenbarte, dass nicht etwa der Weihnachtsmann, sondern ihre Eltern die Geschenke besorgten. Das Kind soll "bestürzt reagiert" haben.

Eine Mitarbeiterin einer Kaufhauskette hat in Spanien die Tochter von Kunden über den Weihnachtsmann aufgeklärt und deshalb ihren Job verloren. Die Kündigung sei in diesem Fall zulässig gewesen, entschied das Gericht der Kanaren in Santa Cruz de Tenerife in dem nun veröffentlichten Urteil. Die Klage der Frau gegen die bereits vor gut zwei Jahren erfolgte Kündigung wurde zurückgewiesen.

Der Zwischenfall, der zur Entlassung führte, hatte sich kurz vor Heiligabend 2015 ereignet: Die Verkäuferin der Schmuck- und Uhren-Abteilung forderte das siebenjährige Kind dazu auf, mit dem Vater in eine andere Abteilung des Kaufhauses "El Corte Inglés" zu gehen, damit die Mutter in Ruhe ein Weihnachtsgeschenk kaufen könne.

Auf die Enthüllung, dass die Eltern die Weihnachtsgeschenke kaufen, habe das Kind "bestürzt reagiert", heißt es in der Urteilsschrift. Auch die Eltern seien fassungslos gewesen. Ein Abteilungsleiter habe sich für die Verkäuferin entschuldigen müssen. Eine Rolle spielte für das spanische Gericht auch, dass die Verkäuferin vor diesem Zwischenfall bereits mehrfach negativ aufgefallen sei, weil sie sich etwa rebellisch verhalten habe.

dpa/mam/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

Spanisches Gericht bestätigt Kündigung: Verkäuferin entlassen, weil sie über Weihnachtsmann aufklärte . In: Legal Tribune Online, 10.01.2018 , https://www.lto.de/persistent/a_id/26383/ (abgerufen am: 17.07.2018 )

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Kommentare
  • 10.01.2018 11:44, AB

    Sieben ist ja wohl ein bisschen zu alt, um noch an den Weihnachtsmann zu glauben. Woher soll denn die Verkäuferin wissen, dass das arme Kind derart von seinen Eltern belogen wird?

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    • 10.01.2018 12:24, Leon

      Nun ja, in der Meldung steht ja:

      "Auch die Eltern seien fassungslos gewesen."

    • 10.01.2018 14:48, AB

      Das ist wahr. Wenn aber die ganze Familie glaubt, dass der Weihnachtsmann für die Geschenke zuständig ist, ist wohl davon auszugehen, dass das Kind noch nie welche bekommen hat und bisher wohl angenommen hat, nicht brav genug gewesen zu sein. Insofern sollte der Schock der Aufklärung durch Erleichterung gemildert werden. :)

  • 10.01.2018 14:05, Aha

    Viel schlimmer finde ich, dass ich durch LTO erfahren muss, dass es den Weihnachtsmann nicht geben soll...

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    • 10.01.2018 14:51, AB

      Ob jetzt wohl ein Redakteur dafür entlassen wird?

  • 11.01.2018 16:52, EinSemesterJura

    Da stimmt etwas nicht. In Spanien gibt es keine Weihnachtsgeschenke vom Weihnachtsmann. Die Geschenke werden am 6. Januar von den Heiligen Drei Königen gebracht.

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    • 12.01.2018 03:54, Leo

      Und im Deutschbuch in Spanien steht wahrscheinlich, dass in Deutschland nur das Christkind kommt. Aber es gibt hier auch viele Kinder, denen vom Weihnachtsmann erzählt wird. Kultur ist heterogen, insbesondere wenn man regionale Unterschiede berücksichtigt. Und Santa Cruz ist nun mal auf Teneriffa und damit weiter weg vom Spanischen Festland als es große Teile von Deutschland sind. Da wird nicht überall alles gleich sein.

  • 17.01.2018 13:17, RF

    Dass jetzt schon Gerichte der neuen Bestürzungs- und Empörungskultur folgen ist empörend :-)

    Im Ernst: Mann sollte dieser unseliger Kultur von Triggerwarnungen, geschützen Räumen und heiler Welt, nicht nur für Kinder sondern auch noch für Studierende bis zur Rente eingefordert wird, klare juristische Grenzen entgegensetzen.

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