Falsches Begrüßungsgetränk: Flug­gast ver­klagt Air­line

23.10.2017

Das wollte der offenbar anspruchsvolle Fluggast einer kanadischen Billig-Airline nicht hinnehmen: Sekt statt Champagner servierte man ihm zur Begrüßung. Nun verklagt er die Fluggesellschaft, die mit dem edlen Tropfen geworben hatte.

 

Versprochen ist versprochen: Ein Fluggast hat eine kanadische Airline verklagt, weil sie ihm statt des in einer Werbung versprochenen Champagners nur Sekt ausgeschenkt hat. Die Billigfluggesellschaft Sunwing mit Sitz in Toronto hatte damit geworben, auf ihren Flügen "Champagner-Service" anzubieten.

Als Fluggast Daniel Macduff auf einem Urlaubsflug nach Kuba im Februar jedoch nur Sekt bekam, wollte er dieses Unrecht nicht einfach hinnehmen und klagte, wie die kanadische Zeitung National Post berichtet. Dem Blatt zufolge fordert er Schadensersatz, außerdem will er die Preisdifferenz zwischen Sekt und dem teureren Champagner ausgezahlt bekommen.

Champagner darf nur dann als solcher bezeichnet werden, wenn er in der Champagne-Region in Frankreich und auch nur aus bestimmten Rebsorten hergestellt wird.

Sunwing wies die Klage als kleinlich zurück. Rechtliche Schritte im Zusammenhang mit der Werbung seien "leichtsinnig und ohne Grundlage", teilte die Fluggesellschaft der National Post zufolge mit. Auf seiner Website wirbt das Unternehmen inzwischen allerdings mit einem "Glas Sekt zur Begrüßung". Macduffs Anwalt zufolge meldeten sich rund 1.600 Betroffene, die sich der Klage möglicherweise anschließen wollen.

dpa/mam/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

Falsches Begrüßungsgetränk: Fluggast verklagt Airline. In: Legal Tribune Online, 23.10.2017, https://www.lto.de/persistent/a_id/25169/ (abgerufen am: 25.11.2017)

Infos zum Zitiervorschlag
Kommentare
  • 23.10.2017 15:28, Herr Schaumwein

    Yes! Eine Champagner-Sammelklage. Dass ich das noch erleben darf. Go get 'em!
    Als nächstes bitte überprüfen, ob das Cordon Bleu auch wirklich seinen Namen zu Recht trug. Ansonsten, gleich noch eine druff.

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    • 23.10.2017 16:08, Christoph Wendt

      Ich musste herzlich lachen

  • 23.10.2017 23:10, Ermic

    die Klage ist nicht nur absurd, sondern konstruiert. Im Englischen gibt es nur theoretisch eine Unterscheidung zwischen Champagner und Sekt. Sparkling Wine sagt aber einfach kein Mensch. Alles ist einfach "champaign", auch der Sekt vom Aldi. Und das weiss zumindest auch jeder Muttersprachler. Die angelsächsische Privatklagewut kennt wirklich keine Grenzen...

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    • 24.10.2017 00:14, BS

      Die Airline hat Ihren Sitz in Toronto. In diesen Regionen Kanadas wird französisch gesprochen.

      Und der Franzose nimmt das doch sehr ernst.

    • 24.10.2017 10:52, Joe

      Leider nein, Toronto liegt in Ontario. Diese Provinz Kanadas ist zwar in Teilen zweisprachig, jedoch nur in den Grenzregionen zur, von Toronto immerhin noch über 100 Km entfernten, Provinz Québec. Toronto selbst ist definitiv ausschließlich englischprachig. ;-)

    • 24.10.2017 10:53, Miquelito

      Aus persönlicher Anschauung darf ich mitteilen, dass in Toronto (Provinz Ontario) fast ausschließlich Englisch gesprochen wird. Anders in der Provinz Quebec.

      MfG

    • 26.10.2017 00:27, Manuel

      Falsch. Nur weil man, wie Sie meinen im Englischen meint eine Herkunftsbezeichnung im alltagsgebrauch auf alle möglichen Schaumweine ausweiten zu müssen, heißt das noch lange nicht, dass jetzt plötzlich Schaumwein aus der Champagne und Schaumwein von irgendwo anders her das gleiche sind. Champagne ist eine geschützte Herkunftsbezeichnung, wer mit der Champagne wirbt, muss das auch anbieten. Merken Sie sich das! Das hat nichts mit Kleinlichkeit zu tun. Wenn sie einen BMW kaufen und stattdessen einen Opel bekommen würden sie sich auch ärgern. Nur weil beides Autos sind wird aus einem Opel noch lange kein BMW. Vielleicht verstehen sie es jetzt. Denn mit Wein und Herkunfstsbezeichungen scheinen Sie ja nichts am Hut zu haben.

    • 12.11.2017 23:44, Ermic

      "Champagne ist eine geschützte Herkunftsbezeichnung, wer mit der Champagne wirbt, muss das auch anbieten."

      Nach EU-Recht, nicht nach kanadischem Recht. Und es bleibt dabei, im Englischen ist "champaign" die generische Bezeichnung für jeglichen Schaumwein. Ist einfach so.

      Es gilt bei Fällen aus anderen Ländern zudem auch die fremde Rechtsordnung zu beachten, schon die fehlende Relevanz der geschützten Herkunftsbezeichnung führt in diesem Falle in die komplett falsche Richtung. "Merken Sie sich das".

  • 26.10.2017 20:07, Alice

    Selten so gelacht. Auch über die Kommentare hier. In erster Linie hat er wohl einen Flug nach Kuba gekauft und die Leistung hat er wohl erhalten, oder haben sie ihn in Guantanamo rausgeworfen? Das solche banalen Klagen überhaupt stattgegeben werden ist traurig. Die Gerichte sollten sich mit wichtigeren Dingen beschäftigen.

    Auf diesen Kommentar antworten
    • 29.10.2017 15:32, esfehltdiegründlicheReform

      > oder haben sie ihn in Guantanamo rausgeworfen?

      Erst hier habe ich herzlich gelacht!

  • 27.10.2017 06:17, Oliver

    Bei einer Billigfluglinie Champagner zu erwarten ist m.E. schon zu vermessen! Der Klagewahn in Nordamerika nimmt schon absurde Züge an.

    Auf diesen Kommentar antworten
  • 30.10.2017 15:36, RWFF

    Hier geht völlig unter, daß Champagner in einem viel aufwendigeren Verfahren hergestellt wird, als Sekt.
    Und warum sollte nicht jemand klagen, wenn die Nebenleistung aus einem Vertrag ihm nicht schmeckt?

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    • 22.11.2017 10:08, Lionel Hutz

      Nein, Champagner muss zwar in einem aufwändigeren Verfahren hergestellt werden (Flaschengärung - Stichwort "Methode Champenois" oder für Nichtchampagner "Methode Traditionelle"). Sekt kann aber ebenfalls so hergestellt werden und besserer Sekt wird das auch.

      Daneben nochmal die Anmerkung, dass die Bezeichnung "Champagne" außerhalb der EU nicht geschützt ist und ich in den USA schon zahlreiche exzellente einheimische Produkte getrunken habe, die munter als "Champagne" gelabelt waren, obwohl sie aus Kalifornien stammten.

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