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Kronzeugenbefragung, Aussetzungsanträge, Schuldzuweisungen: Wire­card-Pro­zess - Was bisher geschah

von Stefan Schmidbauer

20.01.2023

Bild aus dem Gerichtssaal im Wirecard-Prozess

Der frühere Wirecard-Manager und Kronzeuge Oliver Bellenhaus (4.v.l) und der Ex-Wirecard-Chef Markus Braun (5.v.l) im Gerichtssaal der JVA Stadelheim. | Bild: picture alliance/dpa | Lukas Barth

Schauplatz JVA Stadelheim: Mit jedem Verhandlungstag liefert der Wirecard-Prozess in München neues Material für Schlagzeilen. Eine (umgekehrte) Chronologie der Ereignisse seit dem Start am 8. Dezember 2022.

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02/03/23: “Man hat sich ab 2013 massiv Gelder gegönnt.”

Das Duell zwischen Markus Braun und dem Kronzeugen der Anklage geht weiter. Banktransaktionen sollen Brauns Unschuld belegen. 

Markus Braun präsentierte am Donnerstag eine Liste von Überweisungen, mit denen der frühere Wirecard-CEO seine Unschuld belegen will. Die Gelder sind Braun zufolge vor allem an “einige wenige Veruntreuungsgesellschaften” geflossen. Aus der Transaktionsübersicht soll hervorgehen, dass der mitangeklagte Kronzeuge Oliver Bellenhaus Firmengelder in großem Stil abgezweigt haben soll. 

Nach Aussage des ehedem in Dubai für Wirecard tätigen Bellenhaus hat sich Braun aktiv an der Erfindung von Scheingeschäften in Milliardenhöhe beteiligt. Braun hatte dieser Darstellung im Prozess widersprochen.

Richter zweifelt an Plausibilität der Erklärung

Der Vorsitzende Richter Markus Födisch sagte eine Überprüfung zu, ließ jedoch Skepsis durchblicken. Er fragte Braun mehrfach, warum die Täter den Umweg über Scheinbuchungen hätten nehmen sollen, wenn sie auch mühelos Geld aus echten Geschäften hätten abzweigen können: “Warum soll sich das jemand antun, wenn es auch viel leichter geht?” Mit Brauns anschließenden Erklärungen war der Richter nicht zufrieden: “Verstehen Sie, was ich sage, oder verstehen Sie nicht einmal, was ich meine?”
 
Födisch konfrontierte Braun zudem mit Zeugenaussagen ehemaliger Mitarbeiter, derzufolge es große Lücken zwischen dem tatsächlichen Wirecard-Geschäft und den von Braun geforderten ehrgeizigen Umsatz-und Gewinnzielen des 2020 kollabierten Dax-Konzerns gab. Braun bestritt das. “An diese Aussage kann ich mich definitiv nicht erinnern”, sagte der seit bald drei Jahren in Untersuchungshaft sitzende Manager. 

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  • Seite 1:

    02/03/23: “Man hat sich ab 2013 massiv Gelder gegönnt.”

  • Seite 2:

    16/02/23: Braun glaubt an Exis­tenz des Dritt­part­n­er­ge­schäfts

  • Seite 3:

    13/02/23: Braun weist alle Ankla­ge­punkte zurück

  • Seite 4:

    09/02/23: Kron­zeuge als "Lügner" atta­ckiert

  • Seite 5:

    08/02/23: Ver­tei­diger von Markus Braun legt Fra­gen­ka­talog vor

  • Seite 6:

    25/01/23: Pro­zess wird nicht aus­ge­setzt

  • Seite 7:

    19/01/23: Kron­zeuge legt Bezüge offen

  • Seite 8:

    18/01/23: Zweiter Aus­set­zung­s­an­trag

  • Seite 9:

    12/01/23: Aus­sage von Markus Braun ver­schiebt sich

  • Seite 10:

    11/01/23: Kron­zeuge spricht von Chaos bei Wire­card

  • Seite 11:

    05/01/23: Befra­gung von Markus Braun auf fünf Tage ange­setzt

  • Seite 12:

    19/12/22: Kron­zeuge belastet Markus Braun

  • Seite 13:

    12/12/22: Braun-Ver­tei­diger for­dert Aus­set­zung

  • Seite 14:

    08/12/22: Prozessauftakt

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Zitiervorschlag

Kronzeugenbefragung, Aussetzungsanträge, Schuldzuweisungen: . In: Legal Tribune Online, 20.01.2023 , https://www.lto.de/persistent/a_id/50837 (abgerufen am: 12.06.2026 )

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