Hengeler / Freshfields / Linklaters: Grünes Licht für Zer­schla­gung von Innogy

13.03.2018

Eon und RWE teilen das Ökostrom- und Netz-Unternehmen Innogy unter sich auf. Hengeler Mueller, Freshfields und Linklaters sind Rechtsberater dieses Milliardendeals, die Anwaltsteams wurden von renommierten Corporate-Anwälten geleitet.

Innogy ist die Ökostrom- und Netzbetreiber-Tochter von RWE. Das Unternehmen soll zerschlagen und zwischen Eon und RWE aufgeteilt werden.

Konkret sieht die Vereinbarung vor, dass Eon zunächst den RWE-Anteil von rund 77 Prozent an Innogy komplett übernimmt und im Gegenzug RWE mit 16,7 Prozent am eigenen Unternehmen beteiligt. Anschließend sollen die Unternehmensaktivitäten so getauscht werden, dass Eon das komplette Netz- und Vertriebsgeschäft von Innogy erhält. Zudem sieht die Vereinbarung eine Zahlung von RWE an Eon in Höhe von 1,5 Milliarden Euro vor. Den Innogy-Minderheitsaktionären macht Eon ein Übernahmeangebot im Gesamtwert von 40 Euro je Aktie.

Die Rechtsberater der milliardenschweren Transaktion sind Hengeler Mueller für Innogy und Freshfields Bruckhaus Deringer für RWE. Auch ein großes RWE-Inhouse-Team begleitete den Deal. Linklaters war für Eon tätig. Das Hengeler-Team wurde von Dr. Andreas Austmann geleitet, Dr. Andreas Fabritius und Dr. Tobias Larisch hatten die Federführung bei Freshfields inne. Dr. Ralph Wollburg und Staffan Illert leiteten das Linklaters-Team. Die Juristen zählen zu den renommiertesten Corporate-Anwälten des Landes, was den Stellenwert des Innogy-Deals für die Energiekonzerne unterstreicht.

Eon und RWE sehen viele Vorteile

Die Aufsichtsräte von Eon und RWE hatten die Pläne für eine Aufteilung des Energiegeschäfts zwischen den beiden Konzernen am Sonntag bzw. Montagabend gebilligt. Am Dienstagvormittag erläuterten dann die beiden Konzernchefs Johannes Teyssen und Rolf Martin Schmitz ihre Pläne für die Neuordnung ihrer Geschäfte. Beide sehen weitreichende Vorteile des Deals.

Der Innogy-Vorstand wusste nach Angaben seines Vorsitzenden Uwe Tigges seit Samstagabend von den Zerschlagungsplänen. Zu diesem Zeitpunkt sei die Führung informiert worden. Wenige Stunden später machten Eon und RWE am frühen Sonntagmorgen dann über eine Börsenmitteilung ihre Grundsatzvereinbarung öffentlich. 

Eon wird künftig nur noch Energienetze und das Geschäft mit den Kunden betreiben. Die neue Eon könne so "besser zum Klimaschutz beitragen, etwa durch den schnelleren Ausbau von Infrastruktur für E-Mobilität oder die Ausweitung intelligenter Stromnetze in Europa", sagte Teyssen.

RWE, die bisher nur konventionelle Kraftwerke betreibt, übernimmt die gesamten erneuerbaren Energien von Eon und Innogy. Dadurch wird RWE nach eigenen Angaben RWE zur Nummer drei in Europa im Geschäft mit erneuerbaren Energien insgesamt und zur Nummer zwei bei der Windkraft. Die Kombination aus konventioneller Stromerzeugung und erneuerbaren Energien in Verbindung mit der vorhandenen Finanzkraft mache "RWE zu einem starken Partner der Energiewende über Deutschland hinaus", sagte Schmitz.

Eon rechnet nach der Übernahme mit dem Abbau von bis zu 5.000 Arbeitsplätzen. Das seien weniger als sieben Prozent der insgesamt deutlich über 70.000 Stellen bei der dann erweiterten Eon. Gleichzeitig könnten im kommenden Jahrzehnt Tausende neue Arbeitsplätze geschaffen werden, heißt es in einer Eon-Mitteilung. Eon erwartet zudem jährliche Synergieeffekte von 600 bis 800 Millionen Euro, die ab 2022 realisiert werden sollen.

Die Kommunen - mit gut 20 Prozent der Anteile wichtige Aktionäre bei RWE - stellten sich hinter die geplante Aufteilung. Sie sei "sowohl strategisch als auch finanzwirtschaftlich positiv zu bewerten", teilte ihr Verband mit. Es sei gut, dass mit Eon ein deutsches Unternehmen neuer Partner der RWE und indirekt der Kommunen werde.

Das Bundeskartellamt wollte das Geschäft und mögliche rechtliche Hürden nicht kommentieren. Vermutlich prüft ohnehin die EU-Kommission den Fall - Brüssel kommt dann zum Zuge, wenn es um sehr große Firmen geht, deren Zusammenschluss grenzüberschreitende Auswirkungen hat.

ah/LTO-Redaktion mit Material von dpa

Beteiligte Personen

Hengeler Mueller für Innogy SE:

Dr. Andreas Austmann, Federführung, Gesellschaftsrecht/M&A, Partner, Düsseldorf

Dr. Matthias Hentzen, M&A/Gesellschaftsrecht, Partner, Düsseldorf

Dr. Hartwin Bungert, Gesellschaftsrecht, Partner, Düsseldorf

Dr. Christoph Stadler, Kartellrecht, Partner, Düsseldorf

Dr. Vera Jungkind, Öffentliches Wirtschaftsrecht, Partnerin, Düsseldorf

Dr. Christian Strothotte, Gesellschaftsrecht/M&A, Associate, Düsseldorf

Dr. Dominik Hess, Gesellschaftsrecht/M&A, Associate, Düsseldorf

Mauritz Rogier, Gesellschaftsrecht, Associate, Düsseldorf

Dr. Adrian Cavin, Gesellschaftsrecht, Associate, Düsseldorf

Dr. Maximilian Schauf, Gesellschaftsrecht/M&A, Associate, Düsseldorf

Dr. Deniz Tschammler, Öffentliches Wirtschaftsrecht, Associate, Düsseldorf

 

RWE Inhouse:

Dr. Ulrich Rust, Leitung, General Counsel

Dr. Claas Westermann, Head of M&A Legal

Dr. Christian Kuhn, Head of Corporate, Capital Market and Civil Law

Dr. Florian Fischer, Head of Competition Law & Energy Law

Thurid Wagner-Henk, Senior Legal Counsel, RWE Power

 

Freshfields Bruckhaus Deringer für RWE:

Dr. Andreas Fabritius, Federführung, Gesellschaftsrecht/M&A, Frankfurt

Dr. Tobias Larisch, Federführung, Gesellschaftsrecht/M&A

Dr. Ulrich Scholz, Wettbewerbsrecht

Dr. Georg Roderburg, Steuerrecht

Rick van Aerssen, Gesellschaftsrecht

Sundeep Kapila, Gesellschaftsrecht

Dr. Nicholas Günther, Gesellschaftsrecht

Julia Sellmann, Gesellschaftsrecht

Mirko Masek, Gesellschaftsrecht

Dr. Mesut Korkmaz, Gesellschaftsrecht

Dr. Jonathan Boeckmann, Gesellschaftsrecht

Dr. Timo Piller, Gesellschaftsrecht

Janaina Kutzner, Gesellschaftsrecht

Juliane Ziebarth, Wettbewerbsrecht

Dr. Konrad Riemer, Wettbewerbsrecht

Dr. Mario Hüther, Finanzrecht

Thomas Richter, Steuerrecht

Dr. Juliane Hilf, Öffentliches Recht

Christine Laciak, Öffentliches Recht

Shawn Cooley, Öffentliches Recht

Katja Schramm, Öffentliches Recht

Dr. Tristan Kalenborn, Öffentliches Recht

Dr. Moritz Becker, Prozessrecht

 

Linklaters für Eon:

Dr. Ralph Wollburg, Federführung, Partner, Corporate/M&A, Düsseldorf

Staffan Illert, Federführung, Partner, Corporate/M&A, Düsseldorf

Dr. Carsten Grave, Partner, Competition/Antitrust, Düsseldorf

Christian Ahlborn, Partner, Competition/Antitrust, London

Thomas Schulz, Partner, Corporate/M&A, Berlin

Dirk Horcher, Partner, Corporate/M&A, München

Dr. Neil Weiand, Partner, Banking, Frankfurt

Dr. Sebastian Benz, Partner, Steuerrecht, Düsseldorf

Dr. Jochen Laufersweiler, Partner, Corporate/M&A, Frankfurt

Claudia Schneider, Managing Associate, Corporate/M&A, Düsseldorf

Dr. Jens Hollinderbäumer, Managing Associate, Corporate/M&A, Düsseldorf

Dr. Eva Hennen, Associate, Corporate/M&A, Düsseldorf

Christoph Barth, Managing Associate, Competition/Antitrust, Düsseldorf

Dr. Julian Böhmer, Managing Associate, Steuerrecht, Düsseldorf

Dr. Urs Lewens, Counsel, Banking, Frankfurt

Dr. Daniel Meyer, Managing Associate, Corporate/M&A, Düsseldorf

Dr. Andreas Zenner, Managing Associate, Corporate/M&A, Düsseldorf

Dr. Alexander Jüngst, Managing Associate, Corporate/M&A, Düsseldorf

Krasen Krastev, Managing Associate, Corporate/M&A, Düsseldorf

Sebastian Klingen, Managing Associate, Corporate/M&A, Düsseldorf

Philipp Hardung, Associate, Corporate/M&A, Düsseldorf

Beteiligte Kanzleien

Zitiervorschlag

Hengeler / Freshfields / Linklaters: Grünes Licht für Zerschlagung von Innogy . In: Legal Tribune Online, 13.03.2018 , https://www.lto.de/persistent/a_id/27489/ (abgerufen am: 18.06.2018 )

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