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Im Wettstreit um die Top-Absolventen: Re­cruit­ing klappt auch mit kleinem Budget

von Christiane Legler und Susanne Kleiner

08.07.2015

Entwickeln Sie Strahlkraft im Netz

Junge Menschen tummeln sich im Netz. Deshalb nutzen zielgruppenorientierte Kanzleien Online-Kanäle, um Inhalte, neudeutsch: Content, an den Mann bzw. die Frau zu bringen. Das Netz schafft Reichweite in Windeseile. Denn Social Communities vereinen Gleichgesinnte. Starke Inhalte werden geteilt. Wer online "unterwegs" ist, ködert also im reich gefüllten Teich. Vorausgesetzt, er folgt einer klugen Strategie und kommuniziert professionell.

Netzaffine Kanzleien thematisieren nicht nur juristische Inhalte. Pluspunkte ernten Juristen, die als wohlwollende Partner auftreten. Wer überdies informiert, wie er Youngsters zu Persönlichkeiten entwickelt und Berufseinsteiger weiterbildet, genießt Aufmerksamkeit. Auch ehrenamtliches Engagement besticht. Offenheit und Attraktivität signalisieren zudem jüngste Deals, Erfolge vor Gericht, Aktivitäten in Kommissionen oder Ausschüssen oder O-Töne von Referendaren.

Online-Akteure planen redaktionelle Inhalte frühzeitig, fixieren die Veröffentlichung ihrer Postings im Kalender. Und sie pflegen eine junge Sprache, die zu ihnen und dem Netzjargon passt und gleichzeitig eine angemessene Distanz wahrt. Aussagekräftige Profile auf Xing, LinkedIn, Facebook, Googleplus, Twitter oder in Blogs unterstützen budgetschonend dabei, sich einen breiten Adressatenkreis zu erschließen. Beachtung verdient außerdem, wer in Branchenforen mitdiskutiert.

Stecken Sie sich realistische Ziele

Pflegen Sie Ihre eigene Website. Das ist Ihr Hoheitsgebiet. Kommunizieren Sie auch dort, was Sie für den Nachwuchs tun. "Sprechen" Sie über Ihre Kooperationen und Termine in Universitäten oder auf Messen. Mit Social Media lotsen Sie Besucher auf Ihre Website und umgekehrt. Verlinken Sie geschickt. So erzeugen Sie Reichweite. Wichtig ist: Planen Sie Ihre Kapazitäten sorgfältig oder kaufen Sie sich Unterstützung ein. Sonst besser Finger weg. Auch im Netz gilt: Ungepflegt ist unattraktiv.

Kleine Budgets erfordern Köpfchen. Setzen Sie Ihre Mittel maßvoll ein. Es geht auch ohne Messestände, Recruiting-Experten, Imageanzeigen, Give-Aways oder andere kostenintensive Maßnahmen. Seien Sie kreativ, teilen Sie Wissen und bieten Sie Mehrwert im Netz. Gute Ideen und Querdenken fallen auf fruchtbaren Boden: im persönlichen Kontakt, in den sozialen Netzwerken und auch bei Bloggern und Redakteuren.

Christiane Legler ist seit 2011 Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der Kanzlei Redeker Sellner Dahs. Zuvor hat sie in führender Position in verschiedenen PR-Agenturen für DAX 30-Unternehmen strategische sowie projektbezogene Kommunikationskonzepte verantwortet.

Susanne Kleiner ist freie PR-Beraterin, Texterin, Journalistin und Mediatorin in München und kooperiert mit Rechtsanwälten als Expertin für Litigation-PR. Außerdem berät sie in allen Fragen rund um die Kanzlei-PR und Markenstrategie und entwickelt Image- und Werbetexte für Online- und Printmedien. Als Dozentin und zertifizierte Trainerin vermittelt sie mediale und persönliche Kommunikationskompetenz für Rechtsanwälte.

Zitiervorschlag

Christiane Legler und Susanne Kleiner, Im Wettstreit um die Top-Absolventen: Recruiting klappt auch mit kleinem Budget . In: Legal Tribune Online, 08.07.2015 , https://www.lto.de/persistent/a_id/16122/ (abgerufen am: 13.07.2020 )

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Kommentare
  • 10.07.2015 14:18, Juristin

    Sehr subtil Ihr Foto - der Mann gewinnt.
    Was wollen Sie uns mit dem Foto sagen?
    Dazu fällt mir nur John Scalzis Theorie zu "straight-white-male" als Default-Einstellung auf Level 1 ein - er hat 's mit den flachen Schuhen ganz einfach leichter ;-)