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Nach 22 Jahren Todeszelle: Gebürtige Berlinerin auf Kaution frei

06.09.2013

Eine in den USA wegen Mordes verurteilte gebürtige Berlinerin kommt nach 22 Jahren in der Todeszelle vorerst frei. Gegen eine Kaution von 250.000 US-Dollar (etwa 190.000 Euro) könne Debra Milke (49) bis zur Fortsetzung ihres Berufungsprozesses das Gefängnis verlassen, legte eine Richterin im Bundesstaat Arizona am Donnerstag fest.

"Die Beweise reichen nicht aus und die Wahrscheinlichkeit ist nicht groß genug, dass die Angeklagte die ihr zur Last gelegten Verbrechen begangen hat", begründete Richterin Rosa Mroz am Maricopa County Gericht ihre Entscheidung.

Debra Milkes Mutter kämpft seit Jahren für ihre Tochter - unterstützt von Prominenten wie Uschi Glas, Günther Jauch oder Ex-Bundespräsident Richard von Weizsäcker. Die Mutter werde die Kaution hinterlegen, berichtete die Zeitung Arizona Republic online. Mehrere Unterstützer, die von der Unschuld der gebürtigen Berlinerin überzeugt seien, hätten das Geld aufgebracht. Dem Bericht zufolge haben sie auch ein Haus in der Stadt Phoenix im US-Bundesstaat Arizona organisiert, in dem Milke nach ihrer Freilassung vorerst leben könne.

Das Urteil gegen Milke war stets umstritten, weil es fast ausschließlich auf einem Geständnis basierte, das die 1964 in Berlin geborene Milke nie gegeben haben will. "Ich bin unschuldig", hatte sie beispielsweise in einem Interview mit der Lokalzeitung New Times beteuert. Ein Berufungsgericht in San Francisco hatte das Urteil schließlich im vergangenen März aufgehoben: Es gebe keine direkten Beweise oder Augenzeugen, die Milke mit der Tat in Verbindung gebracht hätten.

dpa/tko/LTO-Redaktion

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Nach 22 Jahren Todeszelle: Gebürtige Berlinerin auf Kaution frei . In: Legal Tribune Online, 06.09.2013 , https://www.lto.de/persistent/a_id/9513/ (abgerufen am: 06.04.2020 )

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