Studie zu Wirtschaftskriminalität: Die Aufdeckquote ist hoch

17.06.2014

In etwa jedem vierten deutschen Unternehmen wurde in den vergangenen zwei Jahren mindestens ein größerer Betrugsfall aufgedeckt. Das zeigt eine Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young. Ebenfalls auffällig: Das Thema Cyberkriminalität verbreitet unter den deutschen Firmen weitaus mehr Angst als anderswo.

Nach einer weltweit durchgeführte Studie von Ernst & Young zum Thema  Wirtschaftskriminalität ist Deutschland vorn, wenn es darum geht, Delikte aufzudecken. 26 Prozent der Unternehmen bekämpften demzufolge in den vergangenen zwei Jahren Fälle von Betrug bzw. Korruption erfolgreich.

Dies dürfe jedoch nicht als Zeichen "grassierender Wirtschaftskriminalität" verstanden werden, heißt es von Seiten der Prüfungsgesellschaft. Die Zahlen zeigten eher, dass Unternehmen intensive Anstrengungen unternehmen, Korruption im eigenen Haus zu verhindern.

Ernest & Young hat für die Studie Vorstandsvorsitzende und Top-Manager aus 59 Ländern befragt. Allein 50 aus Deutschland. Und die sehen das Thema Korruption offenbar gelassen: Lediglich sechs Prozent meinen, dass Bestechung in Deutschland ein Problem sei. Damit liege Deutschland deutlich unter dem westeuropäischen Durchschnitt. Fast jeder deutsche Manager (96 Prozent) habe angegeben, dass es in seinem Unternehmen Anti-Korruptionsrichtlinien gebe, 76 Prozent hätten Strafen festgelegt. Allerdings habe nur fast jedes zweite Unternehmen angegeben, diese auch einmal verhängt zu haben.

Neben Korruption beherrscht die wachsene Cyberkriminalität die Studie. Danach betrachten 70 Prozent der deutschen Unternehmen diese als leichte oder sogar erhebliche Bedrohung. Damit sind inländische Firmen deutlich besorgter, als die westeuropäischen Nachbarn. Hier hält nur jedes zweite Unternehmen Cyberkriminalität für eine Gefahr.

una/LTO-Redaktion

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Studie zu Wirtschaftskriminalität: Die Aufdeckquote ist hoch . In: Legal Tribune Online, 17.06.2014 , https://www.lto.de/persistent/a_id/12286/ (abgerufen am: 30.11.2022 )

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