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Kein hinreichender Tatverdacht: Ermitt­lungs­ver­fahren gegen Kai Diek­mann ein­ge­s­tellt

02.08.2017

Die Staatsanwaltschaft Potsdam hat die Ermittlungen gegen den ehemaligen Bild-Chef Kai Diekmann eingestellt. Der Vorwurf, er habe eine Mitarbeiterin sexuell belästigt, lasse sich nicht beweisen.

Das Ermittlungsverfahren gegen den früheren Herausgeber der Bild-Zeitung Kai Diekmann (53) ist eingestellt worden. Wie die Staatsanwaltschaft Potsdam am Mittwoch mitteilte, ermittelt sie mangels hinreichenden Tatverdachts nicht weiter wegen des Vorwurfs von Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung. "Nach dem Ergebnis der Ermittlungen lässt sich kein Sachverhalt feststellen, der Grundlage einer Anklageerhebung sein könnte", erklärte die Staatsanwaltschaft.

Diekmanns Rechtsanwalt Otmar Kury teilte mit: "Wir hatten stets vollstes Vertrauen in die Ermittlungen der Behörden und sehen uns darin durch die Einstellung 1. Klasse bestätigt." Auch die Anwälte der Zeugin begrüßten die Entscheidung: "Sie erspart der Zeugin eine Hauptverhandlung und stellt zugleich fest, dass die vom Beschuldigten und der Zeugin geschilderten Sachverhalte gleich wahrscheinlich sind." Zuvor hatten die Magazine Stern und Focus über das Ende der Ermittlungen berichtet.

Die Staatsanwaltschaft hatte Anfang Januar eine Anzeige und ein entsprechendes Ermittlungsverfahren gegen Diekmann bestätigt. Zuvor hatte das Nachrichtenmagazin Der Spiegel berichtet, eine Mitarbeiterin des Springer-Verlags habe Diekmann vorgeworfen, sie nach einer Klausurtagung in Potsdam im vergangenen Sommer belästigt zu haben. Diekmann hatte das bestritten. Der Journalist war zu dem Zeitpunkt noch Herausgeber der Bild-Gruppe. Er hat das Medienunternehmen Ende Januar verlassen.

Aussage steht gegen Aussage

Die Staatsanwaltschaft begründete ihre jetzige Entscheidung so: "Hinsichtlich der Feststellung der tatsächlichen Geschehnisse im Sommer 2016 stehen sich im Ergebnis allein die Einlassung des Beschuldigten und die Bekundungen der Zeugin diametral gegenüber, wobei die Einlassung des Beschuldigten nicht weniger wahrscheinlich ist als die Angaben der Zeugin es sind." Objektive Beweismittel, die die Darstellung des Beschuldigten widerlegen oder die Angaben der Zeugin belegen könnten, seien nicht vorhanden. "Angesichts dieser Beweissituation ist ein hinreichender Tatverdacht nicht zu begründen."

Springer-Sprecherin Edda Fels hatte im Januar erklärt, das Unternehmen habe die Vorwürfe der Mitarbeiterin gegen Diekmann mit Hilfe externer Rechtsexperten untersucht und kein strafbares Verhalten von seiner Seite festgestellt. "Die Staatsanwaltschaft Potsdam hat mit ihrer heute bekannt gegebenen Entscheidung das Ergebnis unserer eigenen internen Untersuchung vom vergangenen Jahr bestätigt", kommentierte Fels die Entscheidung am Mittwoch. "Wir sind sehr froh, dass der Fall hiermit nun abgeschlossen ist."

dpa

Zitiervorschlag

Kein hinreichender Tatverdacht: Ermittlungsverfahren gegen Kai Diekmann eingestellt . In: Legal Tribune Online, 02.08.2017 , https://www.lto.de/persistent/a_id/23767/ (abgerufen am: 05.07.2020 )

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Kommentare
  • 02.08.2017 20:45, Nun ja

    Immerhin belästigt er Millionen Leser täglich mit seinen Druckerzeugnissen. Aber dafür wird man ja leider nicht bestraft.

    • 02.08.2017 21:14, Dark Master

      Dann ist die Türkei für dich ein passender Wohnort.

    • 02.08.2017 21:55, @Dark Master

      Wenn wir uns eines von der Demokratischen Republik Türkei abschauen könnten, dann den Umgang mit den schlimmsten Medien-Hirnis. Friede, Liss und Kai würden dort sicherlich nicht frei rumlaufen, und ihre Grütze weiter drucken...

    • 03.08.2017 00:47, Heinrich V.

      Na jetzt geht's aber wieder los hier. Die AfD-Kleingeister echauffieren sich wieder über die Lügenpresse und deren Vertreter. Dieses ewige Geiseier dieser degenerierten AfD-Ossis geht mit langsam auf die Nerven. Doe jämmerlichsten Kreaturen, die mir jemals begegnet sind. Das muss mann sich mal auf der Zunge zergehen lassen: diese kleinen widerlichen AfD-Anhänger wünschen sich zustände wie in der Türkei herbei. Also wollen sie einen Führer wie Erdogan, der Journalisten ins Gefängnis steckt, wenn sie nicht das schreiben was ihm passt? Sind sie schizophren? Sind sie Ostdeutscher? Habe sie etwas gelernt? Diese AfDler haben ganz fürchterliche minderwertigkeitskomplexe. Denen gehts nicht um ihre Kultur oder um Pressefreiheit oder um Sicherheit im eigenen Land. Denen gehts ausschließlich darum, Konkurrenten loszuwerden. Die haben Angst davor, dass ein Araber oder Afrikaner kommt und denen ihre Frau ausspannt. Die haben Angst davor, dass einer der vielen gut ausgebildeten Zugezogenen ihnen den Arbeitsplatz wegnimmt. Ein wenig Selbstvertrauen würde ihnen ganz gut tun. Fürchterlich finde ich das.
      Schöne Grüße aus sylt.

      Mit freundlichen Grüßen

      RA Heinrich V

  • 03.08.2017 07:42, M.D.

    Der Fall ist interessant, weil es in der Sache um die Unschuldsvermutung geht.

    Tagtäglich werden in Deutschland Fälle von Beleidigung angeklagt und verurteilt, bei denen Aussage gegen Aussage steht. Das Zauberwort lautet "richterliche Beweiswürdigung". Das Gericht glaubt dem Opfer, fertig.

    Es überrascht die Angeklagten dann regelmäßig, wenn sie trotz Aussage gegen Aussage ein halbes Monatsgehalt und mehr zzgl. Verfahrenskosten zahlen sollen.

  • 03.08.2017 09:16, Ballmann

    @Heinrich V.

    http://www.duden.de/sprachwissen/sprachratgeber/gross-oder-kleinschreibung-von--em-sie-sie--em-

    Das sollte ein "RA" eigentlich wissen.

    • 03.08.2017 10:58, Heinrich V.

      Ich bin ihnen sehr dankbar für diesen Hinweis. Trotz mehrmaligen Korrekturlesens meines Kommentars ist mir dieser Fehler nicht aufgefallen.

      Im übrigen finde ich es äußerst anmaßend, dass ein Prolet, der sich "ballermann" nennt, die Frechheit Besitz, einen Prädikatsjuristen zu korrigieren. Diese Kommentare hier schreibe ich ok aller schnelle in meinen pausen während ich meine Notdurft verrichte. Momentan bin ich auf Sylt. Auch wenn sich der ein oder anderer Fehler eingeschlichen hat, sind sie doch in der Lage meinen Kommentar zu verstehen. Oder irre ich mich? So ist das eben, wenn man nicht in der Lage ist inhaltlich entgegenzuhalten dann stürzt man sich eben auf sie Flüchtigkeitsfehler. Eine Taktik, die von vielen Kommentierenden hier praktiziert wird. Das finde ich jämmerlich. Ich warte auf einen Kommentar ihrerseits, der sich inhaltlich mit meinen Anmerkungen auseinandersetzt. Bis dahin verbleibe ich mit einem herablassenden Lächeln.

      Schöne Grüße aus Sylt.

      Mit freundlichen Grüßen

      RA Heinrich V

    • 03.08.2017 11:09, Ballmann

      Das ist halt das low-effort Getrolle, das man als gerechte Strafe dafür bekommt, wenn man einen nicht mal registrierungspflichtigen Kommentarbereich unter jedem Artikel vorhält.

      Der LTO kann man nur raten, diese Jauchegrube endlich mal trocken zu legen.

    • 03.08.2017 12:19, Heinrich V.

      Mit so einer Antwort habe ich gerechnet. Und jetzt scheren sie sich zum Teufel. Sie Hochstapler. Sir sind kein Jurist.

      Mit herablassenden Grüßen

      RA Heinrich V

    • 03.08.2017 16:15, KantianerHegel

      Ich stimme Ballermann, der mit Sicherheit Grüße "von" Mallorca versendet, in der Gestalt zu, als dass LTO einen qualifizierten Log-In einführen sollte.

    • 04.08.2017 09:27, @Ballmann

      Sie wollen der Jauchegrube raten, die Jauchegrube trockenzulegen? Gewagter Schachzug.

      Die Qualität der Kommentare hier unterscheidet sich von der Qualität der Artikel nur wenig bis gar nicht.

  • 03.08.2017 17:22, Fremdschämer

    Im Kommentarbereich bei LTO finden sich oft überdurchschnittlich qualifizierte Hinweise. Ein Log-in würde sicher den ein oder anderen Experten davon abhalten, seine spontanen Gedanken zu teilen. Hier und heute findet sich leider nichts Gescheites. Für Juristen, die sich nicht korrigieren lassen wollen, weil sie vorgeben ein Prädikatsexamen erreicht zu haben, die nicht erkennen, dass Ballermann ein Strandabschnitt und Ballmann ein leidender Richter ist, und sich zu Grüßen herablassen müssen, kann man sich nur fremdschämen.

    • 03.08.2017 20:30, Moment mal

      Man darf nur nicht jeden hier ernst nehmen. Heinrich hat ne Meise, keine Frage. Qualitativ ist er aber z. B. Dark Master, Dobbke, RaMarko und vielen anderen hier... Deutlich voraus. Ach und vergessen Sie nicht Penisgenozid und Klaus.

      Könnte man mal ein Treffen auf die Beine stellen, um diesen geballten Wahnsinn mal in Realität erleben zu können? Am besten in der Nähe eines Bezirkskrankenhauses und eines entacheidubgsfreusigen Betreuungsgerichts. Da würde es ne Menge Beschlüsse hageln :-)