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Verdacht auf Prozessbetrug und Unterschlagung: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Mollaths Ex-Frau

28.10.2013

Die Ex-Frau von Gustl Mollath ist ins Visier der Justiz geraten. Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth ermittelt gegen sie wegen des Verdachts auf Prozessbetrug und Unterschlagung. Hintergrund sind offenbar Angaben der Frau im Zusammenhang mit einem Antrag Mollaths auf Prozesskostenhilfe aus dem Jahr 2007.

Der Anwalt von Gustl Mollath, Gerhard Strate, wirft der Ex-Ehefrau vor, im Zusammenhang mit einem Antrag seines Mandanten auf Prozesskostenhilfe im Jahr 2007 die Unwahrheit gesagt zu haben. Ihr Anwalt habe seinerzeit schriftlich erklärt, dass sie aus Mollaths früherem Haus in Nürnberg-Erlenstegen keine Wertsachen oder Unterlagen mitgenommen habe. Daraufhin sei Gustl Mollath die Prozesskostenhilfe verweigert worden.

Er habe sein ganzes Hab und Gut verloren, hatte Mollath während seiner Psychiatrie-Unterbringung stets betont. Der Nürnberger hatte seinerzeit seine damalige Frau in einem Zivilverfahren auf Auskunft und Schadenersatz im Zusammenhang mit dem angeblichen Verschwinden seines Eigentums verklagt. Sein Haus stand vor der Zwangsversteigerung.

Widersprüchliche Interviews als Beweis

In diesem Sommer - so Anwalt Strate in einer Erklärung vom August - habe Mollaths frühere Ehefrau dagegen in zwei Interviews erklärt, sie habe Mollaths persönliche Dinge bei Bekannten untergestellt. Dies beweise, so Strate, dass sie die persönlichen Sachen von Gustl Mollath "rechtswidrig an sich genommen" habe.

Die Ex-Ehefrau von Gustl Mollath sehe den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gelassen entgegen, teilte ihr Anwalt Jochen Horn am Montag der Nachrichtenagentur dpa mit. "Das weitere Verfahren wird meine Mandantin mit aller Gelassenheit abwarten." Näher wolle sich seine Mandantin öffentlich nicht zu den Vorwürfen äußern. Gegenüber der Staatsanwaltschaft werde sie aber Stellung nehmen, sagte Horn.

dpa/mbr/LTO-redaktion

Zitiervorschlag

Verdacht auf Prozessbetrug und Unterschlagung: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Mollaths Ex-Frau . In: Legal Tribune Online, 28.10.2013 , https://www.lto.de/persistent/a_id/9913/ (abgerufen am: 28.10.2020 )

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Kommentare
  • 29.10.2013 10:08, E. Mann

    Gerechtigkeit in einem Land in dem per se Frauen nur Opfer und Männer nur Täter sein können.

  • 29.10.2013 11:24, Kammerjäger

    Mich interessieren die Schwarzgeld-Transfers der Frau Mollath ins naheliegende Ausland und den Zusammenhang insbesondere zu Ihrer "Bank"...

    Wenn die Ausführungen Mollaths zutreffend sind müssen dort (Bank) Köpfe rollen von mir aus scharf rasiert... denn die Durchtriebendsten dieser Republik sitzen offensichtlich auf Bankenstühlen (wenn sie nicht am Schalter stehen und den 93jährigen Omis "Bausparverträge" aufschwatzen... (was natürlich auch bei den Spasskassen gemacht wurde (wird?) hier halt über die LBS) oder die BAYERN VERSICHERUNG Versicherungskammer Bayern... die zwischenzeitlich als Auffanglager von erfolglosen Allianz-Agiatoren dient... und in selben Strickmustern ihre Kunde "bedient" (Call-Center mit angelernten Fleisch-Wurst-Fach-Verkäuferinnen...)

    Servicewüste Deutschland,
    es mangelt an Sach- & Fachkompetenz an allen Ecken, über das Bildungsniveau will man erst gar nicht nachsinnieren müssen... (sinnlos)

    Grüße
    Kammerjäger