Druckversion
Samstag, 6.06.2026, 16:18 Uhr


Legal Tribune Online
Schriftgröße: abc | abc | abc
https://www.lto.de//recht/nachrichten/n/gesetzgebung-eckpunktepapier-zwangsprostitution-menschenhandel-cdu-csu
Fenster schließen
Artikel drucken
11647

Eckpunkte zur Reform des Prostitutionsgesetzes : Union will Zwangsprostitution und Menschenhandel bekämpfen

09.04.2014

CDU/CSU und SPD haben im Koalitionsvertrag einen besseren Schutz von Frauen vor Menschenhandel und Zwangsprostitution vereinbart. Am Dienstag hat nun die Union ihre Vorstellungen und Reformvorschläge in einem Eckpunktepapier zusammengefasst. Bordelle sollen künftig eine ordnungsbehördliche Erlaubnis brauchen, Prostituierte einer Meldepflicht unterliegen. Die Polizei soll mehr Rechte bekommen.

Anzeige

Nach dem Willen der Unionsfraktion im Bundestag soll die Prostitution in Deutschland strengeren Regeln unterworfen werden. Diese umstrittene angestrebte Reform des Prostitutionsgesetzes diene vor allem dem Schutz von Frauen vor unwürdiger Behandlung, Zwangsprostitution und Menschenhandel.

Insgesamt 12 Reformvorschläge hat die Union zu diesem Zweck in einem Eckpunktepapier zusammengetragen und nun in Berlin vorgestellt. Man müsse den Kreislauf von "Weisungsrecht, Einschüchterung, Opferschweigen und Straflosigkeit" der Täter durchbrechen, erklärte der CSU-Innenexperte Hans-Peter Uhl am Dienstag gegenüber der Süddeutschen Zeitung.

So sollen zum Beispiel Bordelle und andere Orte der Prostitution künftig eine behördliche Erlaubnis benötigen. Bordellbetreiber sollen sich zudem auf ihre Zuverlässigkeit prüfen lassen. So sollen Straftäter ausgeschlossen werden.

Auch Auflagen zum Betrieb und zur Ausstattung will die Union künftig möglich machen, Polizei und Ordnungsbehörden sollen Bordelle verdachtsunabhängig kontrollieren dürfen.

Altersuntergrenze und Flatrate-Verbot

Die Einführung einer allgemeinen Meldepflicht für Prostituierte soll es leichter machen, legale Prostitution von illegaler Zwangsprostitution zu unterscheiden. Generell wollen CDU und CSU ein Mindestalter von 21 Jahren für Prostituierte einführen. Das halten die Christdemokraten für notwendig, um der "stetigen Nachfrage nach immer jüngeren Frauen" entgegenzuwirken.

Ersatzlos streichen will die Union das in § 3 Prostitutionsgesetz verankerte Weisungsrecht. Prostituierte müssten über Art und Umfang ihrer Sexualkontakte auch dann selbst entscheiden können, wenn sie sich in einem Angestelltenverhältnis befinden.

In diesem Zusammenhang sollen auch "menschenunwürdige Geschäftsmodelle" im Rotlichtmilieu verboten werden: "Flatrate-Angebote, Gang Bang- und Rape Gang Bang-Veranstaltungen degradieren Prostituierte und sind mit der Menschenwürde unvereinbar", heißt es in dem Eckpunktepapier.

Härtere Strafen, auch für Freier

Auch straf- und strafprozessrechtlich soll der Zwangsprostitution künftig besser begegnet werden können. Dazu fordert die Union die Einführung der Strafbarkeit von Freiern, die wissentlich mit Zwangsprostituierten verkehren.

Zudem sollen die Strafrahmen der Vorschriften der §§ 232 StGB (Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung) und 233 StGB (Menschenhandel zum Zweck der Ausbeutung der Arbeitskraft) deutlich erhöht werden. Da Zuhälterei häufig mit organisiertem Verbrachen einhergehe, soll auch diese in den Katalog des § 100a Abs. 2  Nr. 1 StPO aufgenommen werden. So könnte man bei einem entsprechenden Verdacht eine  Telekommunikationsüberwachung anordnen.

mbr/LTO-Redaktion

  • Drucken
  • Senden
  • Zitieren
Zitiervorschlag

Eckpunkte zur Reform des Prostitutionsgesetzes : . In: Legal Tribune Online, 09.04.2014 , https://www.lto.de/persistent/a_id/11647 (abgerufen am: 06.06.2026 )

Infos zum Zitiervorschlag
  • Mehr zum Thema
    • Strafrecht
    • Polizei- und Ordnungsrecht
    • Öffentliches Recht
    • Menschenhandel
    • Parteien
    • Politik
    • Prostitution
Das Bild zeigt eine große Menge an Menschen, die mit Regenbogenflaggen fröhlich durch Dresden ziehen, um ihre Vielfalt zu feiern. 04.06.2026
Versammlungen

Sächsisches OVG zu CSD Dresden:

Wann Feiern auch Demon­s­trieren ist

Der CSD Dresden kann nun doch mit Straßenfest stattfinden. Das Sächsische OVG stellt neben der Demo auch das mehrtägige Fest unter den Schutz der Versammlungsfreiheit – anders als zuvor das VG Dresden.

Artikel lesen
Zusammenschnitt aus einem Porträt von Bundeskanzler Friedrich Merz und dem LTO-Kommentarautor Max Kolter 29.05.2026
Beleidigung

Beleidigung von Kanzler Merz als "Lackaffe":

Wieder macht der Rechts­staat eine sch­lechte Figur

Staatsanwaltschaft und Amtsgericht Heilbronn halten "Lackaffe" für eine strafbare Politikerbeleidigung. Zwar wurde das Verfahren nun gegen Geldauflage eingestellt, doch liegt die Justiz wie im "Schwachkopf"-Fall daneben. Und nicht nur sie.

Artikel lesen
Ein Mann steht im Gerichtssaal, während im Hintergrund das Wappen Niedersachsens sichtbar ist. 27.05.2026
Justiz

"Justizskandal" in Niedersachsen?:

Unter­su­chungs­aus­schuss zu "Maul­wurf"-Staats­an­walt

Warum konnte ein Staatsanwalt, der Ermittlungen an die Drogenmafia verriet, über Jahre weiterarbeiten? Das soll ein Untersuchungsausschuss klären - und welche Rolle Justizministerin Wahlmann dabei spielte.

Artikel lesen
Vier Personen diskutieren konzentriert, offenbar im Zusammenhang mit der Einigung über zusätzliche Richter im Rechtsstaatspakt. 27.05.2026
Justiz

Durchbruch bei "Rechtsstaatspakt":

Länder vor Eini­gung über 240 Mil­lionen Euro für 2.000 neue Richter

Nach LTO-Informationen steht der Bund-Länder-Pakt für den Rechtsstaat nach einigem Streit nun doch kurz vor dem Abschluss. Darauf haben sich die Länderspitzen bei einem Treffen in Berlin verständigt – mit konkreten Zahlen und einem neuen Kompromiss.

Artikel lesen
Bauarbeiter isolieren eine Hausfassade 27.05.2026
Städtebau

Bundesregierung bringt BauGB-Novelle auf den Weg:

Zu wenig Woh­nungen, des­halb soll sch­neller gebaut werden

Nach dem "Bau-Turbo" sollen mit dem Gesetz zur Modernisierung des Städtebau- und Raumordnungsrechts umfassende Änderungen am Baugesetzbuch kommen. Hauptanliegen von Ministerin Verena Hubertz: mehr Wohnungsbau.

Artikel lesen
Polizisten prüfen das Nagelstudio, mögliche Zwangsarbeit wird untersucht. Kunden könnten sich ebenfalls strafbar machen. 27.05.2026
Menschenhandel

Zwangsarbeit im Nagelstudio oder auf dem Bau:

Auch Kunden können sich strafbar machen

Die Bundesregierung will Menschenhandel und Ausbeutung stärker verfolgen. Der Gesetzentwurf sieht vor, dass sich auch auch Kunden strafbar machen können, wenn sie Zwangsarbeit in Anspruch nehmen.

Artikel lesen
lto karriere logo

Deine Karriere beginnt hier.

Registrieren und nie wieder einen Top-Job verpassen

logo lto karriere
Jetzt registrieren bei LTO Karriere

Finde den Job, den Du verdienst 100% kostenlos registrieren und Vorteile nutzen

  • LTO Job Matching: Finde den Job & Arbeitgeber, der zu Dir passt.
  • Jobs per Mail: Verpasse keine neuen Job-Angebote mehr.
  • Easy Apply: Die einfache und schnelle Bewerbung zu Deinem neuen Job.
Das Passwort muss mindestens 8 Zeichen lang sein und mindestens einen Großbuchstaben, einen Kleinbuchstaben, eine Zahl und ein Sonderzeichen enthalten (z.B. #?!@$%^&*-).
Pflichtfeld *

Nur noch ein Klick!

Wir haben Dir eine E-Mail gesendet. Bitte klicke auf den Bestätigungslink in dieser E-Mail, um Deine Anmeldung abzuschließen.

Weitere Infos & Updates einfach und kostenlos direkt ins Postfach.

LTO Karriere Newsletter

Das monatliche Update mit aktuellen Stellenangeboten & Karriere-Tipps.

LTO Daily

Jeden Abend um 18 Uhr die wichtigsten News vom Tag.

LTO Presseschau

Jeden Morgen um 7:30 Uhr die aktuelle Berichterstattung über Recht und Justiz.

Pflichtfeld *

Fertig!

Um die kostenlosen Nachrichten zu beziehen, wechsle bitte nochmal in Dein Postfach und bestätige Deine Anmeldung mit dem Bestätigungslink.

Du willst Dein Bewerberprofil direkt anlegen?

Los geht´s!
ads lto paragraph
lto karriere logo
ads career people

Bereit für Karriere? Spannende Karriere-Chancen für Volljuristen.

Direkt zu passenden Stellen
logo lto karriere
TopJOBS
Logo von Osborne Clarke GmbH & Co. KG
Rechts­an­walt (w/m/d) En­er­gie­wirt­schafts­recht

Osborne Clarke GmbH & Co. KG, Ber­lin

Logo von Flick Gocke Schaumburg
Steu­er­be­ra­ter (m/w/d) Fa­mi­li­en­un­ter­neh­men

Flick Gocke Schaumburg, Frank­furt/M. und 1 wei­te­re

Logo von Osborne Clarke GmbH & Co. KG
Rechts­an­walt mit Be­ruf­s­er­fah­rung (w/m/d) Ven­tu­re Ca­pi­tal (VC) /...

Osborne Clarke GmbH & Co. KG, Köln und 1 wei­te­re

Logo von Becker Büttner Held
Wis­sen­schaft­li­cher Mit­ar­bei­ter (m/w/d) im Be­reich Re­gu­lie­rungs­recht

Becker Büttner Held, Ber­lin

Logo von Becker Büttner Held
Wis­sen­schaft­li­cher Mit­ar­bei­ter (m/w/d) im Be­reich Öf­f­ent­li­ches Recht und...

Becker Büttner Held, Ber­lin

Logo von Wolters Kluwer
Rechts­an­walts­fach­an­ge­s­tell­te im Soft­wa­re-Sup­port (m/w/d)

Wolters Kluwer, Hürth

Logo von Bryan Cave Leighton Paisner
Rechts­an­walt (m/w/d) Cor­po­ra­te/M&A

Bryan Cave Leighton Paisner, Frank­furt am Main

Logo von GvW Graf von Westphalen
Se­nior As­so­cia­te (m/w/d) Ver­ga­be- und öf­f­ent­li­ches Wirt­schafts­recht

GvW Graf von Westphalen, Mün­chen

Mehr Stellenanzeigen
logo lto events
Das Reverse-Charge-Verfahren im Seeverkehr

20.06.2026

Logo von Deutscher Anwaltverein
Karrierepfade zwischen Rechtsabteilung und Kanzlei - Online-Seminar

08.06.2026

Logo von Deutscher Anwaltverein
Deutscher Anwaltstag 2026

08.06.2026, Freiburg im Breisgau

Entgelttransparenzrichtlinie

09.06.2026

DuD 2026

15.06.2026, Berlin

Mehr Events
Copyright © Wolters Kluwer Deutschland GmbH