Generalbundesanwalt erhebt Anklage gegen zwei Männer: Ver­suchte Grün­dung einer Söldn­er­truppe für Krieg im Jemen

24.03.2022

Auf Geheiß einer Wahrsagerin sollen zwei Männer versucht haben, eine Söldnertruppe für den Bürgerkrieg im Jemen aufzustellen. Jetzt müssen sie sich vor dem Staatsschutzsenat in Stuttgart verantworten. 

Die Bundesanwaltschaft hat vor dem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts (OLG) Stuttgart Anklage gegen zwei Männer erhoben. Ihnen wird vorgeworfen, als Rädelsführer versucht zu haben, eine terroristische Vereinigung zu gründen, wie der Generalbundesanwalt am Donnerstag mitteilte. 

Demnach sollen die beiden Deutschen Arend-Adolf G. und Achim A. Anfang 2021 den Entschluss gefasst haben, eine unter ihrem ausschließlichen Kommando stehende 100 bis 150 Mann starke Söldnertruppe aufzustellen. Diese Einheit hätte sich vor allem aus ehemaligen Angehörigen deutscher Spezialeinheiten zusammensetzen und völkerrechtswidrig in den jemenitischen Bürgerkrieg eingreifen sollen. Laut Anklage war vorgesehen, Teile der von Huthi Rebellen kontrollierten Gebiete in der Republik Jemen zu erobern und militärisch zu sichern. Damit, so die Anklage, wären auch aus Sicht der beiden Männer zwangsläufig kriegerische Tötungshandlungen sowie zivile Verluste verbunden gewesen. Laut Anklage sollten so letztlich Friedensverhandlungen zwischen den Konfliktparteien erzwungen werden.

Laut Bundesanwaltschaft sei diese Vorstellung von den Botschaften einer Wahrsagerin getragen worden, die von den beiden Männern als verbindliche Handlungsanweisung verstanden worden sei. Zugleich hätten G. und A. aber auch finanzielle Ziele verfolgt. Die Angehörigen der Söldnertruppe sollten monatlich bis zu 40.000 Euro erhalten. Mittelfristig sollen die beiden Männer geplant haben, ein privates Militärunternehmen für weltweite Einsätze aufzubauen. 

Zur Finanzierung des Vorhabens soll A. über einen längeren Zeitraum immer wieder versucht haben, mit staatlichen Stellen in Saudi-Arabien in Kontakt zu treten. Dies sei jedoch erfolglos geblieben, da niemand auf die Kontaktversuche reagiert habe. Die beiden Männer hätten sich dennoch nicht von ihrem Vorhaben abbringen lassen und sollen versucht haben, Kämpfer aus ehemaligen und aktiven Angehörigen der Bundeswehr zu rekrutieren. 

Die beiden wurden im Oktober 2021 festgenommen und sitzen seitdem in Untersuchungshaft.

acr/LTO-Redaktion

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Generalbundesanwalt erhebt Anklage gegen zwei Männer: Versuchte Gründung einer Söldnertruppe für Krieg im Jemen . In: Legal Tribune Online, 24.03.2022 , https://www.lto.de/persistent/a_id/47941/ (abgerufen am: 01.10.2022 )

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