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US-Anwältin "photoshopt" sich neben Promis: Berufsverbot wegen irreführender Werbung

23.09.2014

Eine Rechtsanwältin in Los Angeles suggeriert auf ihrer Webseite, ihr Mandantenstamm setze sich hauptsächlich aus Berühmtheiten zusammen. Ob Barack Obama oder George Clooney: Svitlana Sungary zeigte sich auf diversen Bildern strahlend neben Größen der Filmszene, Politikern und Musikern. Nur echt ist keines der Bilder. Ein kreativer Werbetrick mit negativen Folgen.

Svitlana Sungary steht lächelnd neben Promigrößen wie George Clooney, Morgan Freeman oder Leonardo Di Capiro. Selbst Barack Obama scheint die Anwältin persönlich zu kennen. Beim Anblick der Fotos, die die Juristin aus Los Angeles auf ihrer Kanzleihomepage präsentiert, drängt sich der Eindruck auf, Sungary verkehre beruflich stets in elitären Kreisen. 

Auch wer genau hinschaut, erkennt kaum, was es mit den Promifotos tatsächlich auf sich hat. Denn keines davon ist echt. Es handelt sich um eine bunte Ansammlung recht aufwendig hergestellter Fotomontagen. Mit dem Bluff beschäftigte sich nun ein US-Gericht in Kalifornien. Wegen irreführender Werbung verhängte es ein für sechs Monate geltendes Berufsverbot gegen die tricksende Anwältin, wie das Portal elite daily berichtet.

Die Fotos hätten nach der kürzlich ergangenen Entscheidung des Gerichts eigentlich längst von der Kanzleihomepage verschwinden müssen. Doch nach wie vor sind die "Werke" frei zugänglich. Die Juristin weigert sich offenbar stur, die Bilder zu entfernen. Auch vor Gericht habe sie ein ungewöhnliches Verhalten gezeigt. So habe sie sich durchgehend verteidigt, indem sie von sich selbst in der dritten Person sprach. Außerdem habe sie mit dem Richter ausführlich über den Film "Black Swan" diskutieren wollen, heißt es.

una/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

US-Anwältin "photoshopt" sich neben Promis: Berufsverbot wegen irreführender Werbung . In: Legal Tribune Online, 23.09.2014 , https://www.lto.de/persistent/a_id/13285/ (abgerufen am: 11.08.2020 )

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Kommentare
  • 25.09.2014 15:06, Balia

    Amüsant ist, dass sie mehrfach verschiedene Prominente in immer wieder dieselben Bilder hineinkopiert hat (z.B. die beiden vorletzten von unten).

    Und wenn ich mir das Bild von George Clooney ansehen, dann kommt mir die Bezeichnung "recht aufwendig herstellte Fotomontagen" vielleicht doch ein wenig euphemistisch gewählt vor...

    Und in der dritten Person von sich selbst sprechen... ich glaube, das übernehme ich mal für die nächste Verhandlung.