Weil die Richterin heiratet: Ver­hand­lung um neun Monate ver­schoben

24.04.2017

Den Verhandlungstermin in einer Erbstreitigkeit musste eine Düsseldorfer Richterin von Mai 2017 auf Feburar 2018 verschieben. Der Grund: Ihre Hochzeit, die den offenbar engen Terminkalender bei Gericht durcheinander bringt.

Wegen ihrer Hochzeit hat eine Düsseldorfer Richterin den Verhandlungstermin in einem Erbstreitfall um eine beachtliche Zeitspanne nach hinten verschoben - er findet nun neun Monate später als zunächst  geplant statt. Ursprünglich sollte am 09.05.2017 verhandelt werden, der neue Termin ist der 13.02.2018, wie Focus Online berichtet.

Laut Meldung des Magazins begründete das Gericht die lange Verzögerung damit, dass die Richterin erst vor kurzem in die betreffende Kammer gewechselt sei. Sie habe dabei alle Termine ihres Vorgängers übernommen - und diese kollidierten nun teilweise mit dem vierwöchigen Urlaub der Frau, den sie sich für ihre Hochzeit bereits Monate zuvor habe genehmigen lassen. So müssten alle Verhandlungen in diesem Zeitraum komplett verschoben und neu terminiert werden.

Die Prozessbevollmächtigten, die mit dem Magazin sprachen, sind verärgert. Dass die Hochzeit zu einer Vertagung des Termins führt, könne man ja noch verstehen. Es müsse aber einen Weg geben, die Termine schneller neu anzusetzen als erst in neun Monaten.

In dem Erbstreit soll es um eine Lebensversicherung und die Auszahlung von 55.000 Euro gehen. Die Großeltern hätten ihre zwei Enkelinnen verklagt, die den Betrag von ihrem Vater geerbt haben sollen. Weil es bei dem Notar zu einem Formfehler gekommen sein soll, hätten die Großeltern das Geld aber für sich beansprucht. Die Entscheidung darüber, wem das Erbe zusteht, trifft die heiratende Richterin dann voraussichtlich erst im nächsten Jahr.

nas/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

Weil die Richterin heiratet: Verhandlung um neun Monate verschoben . In: Legal Tribune Online, 24.04.2017 , https://www.lto.de/persistent/a_id/22724/ (abgerufen am: 23.10.2021 )

Infos zum Zitiervorschlag