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Nach Pillen und Alkohol: Großkanzlei-Partnerin soll Flugzeug zu Notlandung gezwungen haben

Die Partnerin einer Großkanzlei soll einen Transatlantik-Flug zur Notlandung gezwungen haben. Gemäß der Strafanzeige hat sie im Rauschzustand das Bordpersonal bedroht und versucht, ein Fenster einzuschlagen. Das FBI wurde eingeschaltet.

Die American Airlines Maschine mit der Flugnummer 732 musste um 4:36 frühmorgens unplanmäßig in Philadelphia landen, wie die örtliche Nachrichtenseite Phily Voice berichtet. Sie war zuvor in Charlotte gestartet und eigentlich auf dem Weg nach London.

Grund dafür soll das Verhalten einer Passagierin gewesen sein. Die Partnerin der amerikanischen Großkanzlei Nelson Mullins soll an Bord eine derartige Szene veranstaltet haben, dass die Crew zur frühzeitigen Landung gezwungen war. Gemäß der am gleichen Tag gestellten Strafanzeige sei die Frau bald nach dem Abflug aggressiv geworden, habe Personen in ihrer Umgebung bedroht, ihren Sitz beschädigt und versucht, ihr Fenster mit der Fernbedienung einzuschlagen.

Erinnerungsverlust nach Wein und Schlaftabletten

Als sie sich dann in Richtung des Cockpits bewegt habe, hätte die Crew beschlossen, den Flug umzuleiten und die Frau zu fixieren, was erst durch die Hilfe eines Passagiers möglich gewesen sei, der sie festgehalten habe, während sie mit Plastik-Tape gefesselt wurde. Gemäß ihrer späteren Aussage gegenüber einem FBI-Agenten hatte sie zuvor mindestens drei Gläser Wein getrunken und eine Zaleplon (Schlaftablette) eingenommen. An die Geschehnisse könne sie sich im Wesentlichen nicht erinnern.

Der Vorwurf der Behörden lautet auf Bedrohung des Bordpersonals und Beeinträchtigung des Bordpersonals bei Verrichtung seiner Aufgaben, was mit einer Höchststrafe von bis zu 20 Jahren geahndet werden kann. Laut der Nachrichtenseite Philly befindet sich die Frau derzeit unter einigen Auflagen auf freiem Fuß.

Die Arbeitgeberin der (Ex-)Partnerin hat zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch keine offizielle Stellungnahme herausgegeben. Das Mitarbeiter-Profil der Frau ist dort aber verschwunden. Gegenüber dem ABA Journal erklärte die Kanzlei, dass sie bis zur weiteren Aufklärung des Geschehens suspendiert sei.

cvl/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

Constantin Baron van Lijnden, Nach Pillen und Alkohol: Großkanzlei-Partnerin soll Flugzeug zu Notlandung gezwungen haben . In: Legal Tribune Online, 24.07.2015 , https://www.lto.de/persistent/a_id/16367/ (abgerufen am: 18.10.2019 )

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Kommentare
  • 24.07.2015 14:00, Hartmut

    Wundert mich bei der Kombination überhaupt nicht. Gerade die Schlafmittel aus der Gruppe der Z-Substanzen, Zolpidem und Zaleplon führen bei Überdosierung oder Kombination mit Alkohol zu regelrechten Zombie-Zuständen. Ist mir selbst schon passiert, zum Glück mit weniger drastischen Folgen.

  • 24.07.2015 20:23, Schlacht in den Ardennen

    Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten... kaum ist der Psychologe ausser Reichweite, gibt es einen "fallback"...

  • 01.08.2015 22:24, Larissa

    "mit Plastik-Tape gefesselt"?? Gibt es an Bord für solche Fälle keine professionelleren Mittel?