Konferenz der BRAK: Anwalt­schaft böse unter Druck

Gastbeitrag von Martin W. Huff

18.04.2018

"Böse Themen zur Zukunft der Anwaltschaft"- unter diesem Motto stand die diesjährige Anwaltskonferenz der BRAK. Legal Tech und Nachwuchssorgen waren die herausragenden Themen. Martin W. Huff über einen Berufsstand unter Druck.

Wie "böse" ist es um die deutsche Anwaltschaft bestellt? Fakt ist: Legal Tech, Nachwuchssorgen und Finanzierungsfragen machen dem Berufsstand zu schaffen. Auf einer Konferenz in Berlin diskutierten Anwälte ein breites Themenspektrum. Es reichte von der Frage,  ob moderne Technik künftig das Gesetz über außergerichtliche Rechtsdienstleistungen (RDG) abschafft bis wie die Zukunftschancen von Kanzleien sind und wie sich ihre Finanzierung regeln lässt. Zwar wurden viele Entwicklungen dargestellt, Patentrezepte aber kaum angeboten.

Die deutsche Anwaltschaft, die zur Zeit alleine durch den neu geschaffenen Syndikusrechtsanwalt wächst, hat Zukunftssorgen. Insbesondere kleinere und mittlere Kanzleien, die nicht in Ballungsräumen angesiedelt sind, sehen ihre Zukunft nicht "rosarot". Sowohl was die Suche und das Finden geeigneter junger Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte betrifft als auch bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen mit Rechtsanwaltsfachangestellten. Hinzu kommen die Entwicklungen der modernen Technik, die gerade viele standardisierte Mandate in der Breite von den Kanzleien abziehen wird und immer mehr auf mit den Anbietern technischer Serviceleistungen zusammenarbeitende Sozietäten verlagert.

Die Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) hatte sechs Referenten darum gebeten, in Kurzreferaten ihre Thesen zur Zukunft der Anwaltschaft vorzustellen. Diese wurden dann zum Teil sehr kontrovers unter den über 100 Teilnehmern der Konferenz diskutiert. Dabei waren die Schlaglichter sehr unterschiedlich, am Ende stand jedoch die Gewissheit, dass für die Anwälte die Lage außerhalb der großen Städte und der großen Kanzleien nicht einfach ist und sich immer mehr zeigt, dass der Anwaltsberuf in einem stärkeren Wandel begriffen ist, als er es selber gemeinhin meint.

Legal Tech-Anwendungen auf dem Vormarsch

Der Auftakt der Konferenz behandelte die Frage, ob Roboter über kurz oder lang das RDG überflüssig machen. Marco Klock, Gründer des Unternehmens rightmart Software GmbH in Bremen, meinte zwar, dass sein Unternehmen durch Zusammenarbeit mit einer Kanzlei das RDG einhalte, dieses aber letztlich überflüssig sei und dem Mandanten heute keinerlei Schutz mehr gewähre. Durch moderne Technik könnten Überprüfungen von Massenbescheiden in besserer Qualität durchgeführt werden als mit Hilfe eines Anwalts.

Klock skizzierte eine Zukunft, in der auf anwaltliche Hilfe nicht nur bei den standardisierten Verfahren verzichtet werden kann: Legal-Tech Anwendungen könnten eines Tages insbesondere im Verbraucherrecht Subsumtionen vornehmen, wie sie heute noch der Anwalt macht. In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass die Dienstleistung des Anwalts technikaffiner definiert werden müsse, eventuell auch unter Änderung des RDG. Gestritten wurde darüber, ob der Mandant wirklich in Massenverfahren noch die persönliche Beratung durch den Anwalt wünsche oder ob er es auch akzeptiere, wenn solche Beratungen auf elektronischem Wege – durchaus von der Kanzlei angeboten - abgewickelt würden.

Die Einführung derartiger Legal Tech-Anwendungen knüpfte zwangsläufig auch an die kontrovers diskutierte Frage an, ob Anwaltskanzleien durch entsprechende Beteiligungen von Dritten finanziert werden dürfen. Diese heilige Kuh des anwaltlichen Berufsrechts wurde von Rechtsanwalt Rüdiger Ludwig aus Hamburg, der auch Mitglied im Vorstand der Rechtsanwaltskammer Hamburg ist, sehr infrage gestellt. Ludwig vertrat die Auffassung, dass es in der heutigen Zeit möglich sein müsse, Gelder für die Kanzlei nicht nur über die Fremdfinanzierung durch Banken, sondern auch über den Einstieg von berufsfremden Gesellschaftern zu ermöglichen. Dies dürfe allerdings nicht dazu führen, dass die inhaltliche Arbeit von den Dritten bestimmt werde. Dem wurde natürlich heftig widersprochen. Aber es wurde auch deutlich, dass gerade durch die Notwendigkeit der Investitionen in die Zukunft von Kanzleien hier ein Wandel stattfinden müsse.

Zu wenig Frauen, zu wenig Nachwuchs

Sorge bereitet der Anwaltschaft auch der Nachwuchs. Rechtsanwalt und Notar Eghard Teichmann aus dem niedersächsischen Achim bedauerte zwei Entwicklungen sehr: Es sei überhaupt schwierig, Anwälte für eine Tätigkeit "auf dem Land" zu gewinnen. Wenn diese aber kämen, dann nur im Angestelltenverhältnis und nicht als wirtschaftlich verantwortliche Unternehmer. Dabei stellte er klar, dass die Verdienstchancen in spezialisierten kleineren Kanzleien auf dem Land zum Teil besser sein, als in den Ballungsgebieten. Aber: Alle wollten in die Städte und die Chance einer Tätigkeit auf dem Land nicht nutzen. Teichmann kritisierte die Tendenz, Amtsgerichte aus rein wirtschaftlichen Überlegungen zu schließen. Dadurch werde die Anwaltstätigkeit außerhalb einer Stadt mit dem Sitz eines Landgerichts unattraktiv.

Auf einen weiteren Missstand wies die Akademische Oberrätin Ulrike Schultz von der Fernuniversität in Hagen hin: Noch immer gebe es zu wenige Frauen als Partnerinnen in Anwaltskanzleien. In den größeren Kanzleien seien nur gut 10 Prozent Frauen als Vollpartner registriert. Und das, obwohl mittlerweile nahezu 50 Prozent Frauen das zweite juristische Staatsexamen abschlössen. Gründe für diese Situation wurden im Rahmen einer hitzigen Diskussion einige genannt: Für Frauen sei eine Tätigkeit als Syndikusrechtsanwältin oder in der Justiz letztlich attraktiver, so dass sie nach einigen Jahren der Tätigkeit in einer Kanzlei diese wieder verließen. Das wiederum könnte auch damit zusammenhängen, dass in Kanzleien immer noch Fragen von Elternzeit und Teilzeit nicht ausreichend sinnvoll geregelt seien. Dieses Konkurrenzverhältnis zwischen den Berufen werde sich auch nicht so schnell auflösen, meinten Diskutanten.

Und auch was den Nachwuchs im Büro des Anwalts anbelangt, ist die Situation alles andere als zufriedenstellend: Rechtsanwaltsfachangestellte seien vielerorts weiterhin Mangelware: Junge Menschen würden eher attraktivere Tätigkeiten in der Justiz und in Unternehmen als Ausbildungsberuf bevorzugen und in die Ballungsräume abwandern, stellte Rechtsanwalt Dr. Christoph Müllers, Mitglied im Ausschuss Berufsbildung der BRAK, fest. Er kritisierte, dass man sich offenbar nicht ausreichend überlege, welches Tätigkeitsprofil mit welchen Aufgaben für Rechtsanwaltsfachangestellte attraktiv sei. Hier müsse sich die Anwaltschaft insgesamt, aber auch gerade die regionalen Rechtsanwaltskammern noch deutlich stärker um Nachwuchs bemühen. Hierzu bedürfe es offenbar weiterer Anreize. So überlege das Justizministerium in Nordrhein-Westfalen gerade, Auszubildende für den mittleren Dienst schon als Anwärter wieder in das Beamtenverhältnis zu übernehmen.

Deutlich wurde an dem Nachmittag in Berlin, dass es viele Baustellen der Anwaltschaft gibt, dass jede Kanzlei sich Gedanken um ihren Standort machen muss und die Anwaltschaft selber noch vor einem radikaleren Wechsel steht, als sie selber heute oftmals noch meint.

Der Autor Martin W. Huff ist Geschäftsführer der Rechtsanwaltskammer Köln und Rechtsanwalt in der Kanzlei LLR in Köln.

Zitiervorschlag

Martin W. Huff, Konferenz der BRAK: Anwaltschaft böse unter Druck . In: Legal Tribune Online, 18.04.2018 , https://www.lto.de/persistent/a_id/28135/ (abgerufen am: 21.09.2018 )

Infos zum Zitiervorschlag
Kommentare
  • 18.04.2018 16:41, Ein zum Antikörper gewordener Rechtsanwalt

    "Böse" ist jedenfalls die Nutzungspflicht des "besonderen elektronischen Anwaltspostfachs (beA)".
    Wenn aber bereits dieser Nutzungszwang und die damit verbundene einseitige, ja diktatorische Abschneidung freiheitlicher und marktwirtschaftllicher bzw. wettbewerbslicher und vor allen Dingen unternehmerisch (überlebens-) notwendiger Varianten an Kommunikationswegen als verwerflich eingestuft werden darf, so liegt es auf der Hand, dass sicherlich auch zahlreiche andere "Entwicklungen" und insbesondere die dafür verantwortlichen Institutionen "bösartiger" Natur sind.
    Zum Schaden aller verbliebenen vernünftigen und seriösen Berufsträger.
    Da wird doch sehr stark eine Vermutung geweckt, wie es teilweise oder gar überhaupt im Deutschland der 1930er Jahre zugegangen sein mag.
    Dem ist natürlich massiv entgegenzutreten - mit vielen Antikörpern.

    Packen wir es an - wehren wir dem "Bösen" !
    Und das erfolgreich !!!

    Auf diesen Kommentar antworten
    • 18.04.2018 17:15, GrafLukas

      Böse ist nur, dass das beA nicht funktioniert. Ärgerlich, dass es außerdem schlecht designed ist. Dass wir in Deutschland aber im Jahr 2018 mal eine sinnvolle Möglichkeit bekommen, das Fax zu ersetzen, kann ich beim besten Willen nicht böse finden.

    • 18.04.2018 17:23, M

      @"GrafLukas":
      Vollkommen abwegig, werter "Graf...".

    • 19.04.2018 10:23, Christian Schebitz

      Die Tatsache, dass 25 Jahre nach Beginn der intensiven Nutzung des Internets noch immer RAe der Meinung sind, sie könnten sich vor einer viel sicheren und digitalen Versendung von Dokumenten verwehren, ist traurig. Aber RAe mit solchen Sichtweisen schaffen sich schneller ab, als sie denken.

    • 23.04.2018 19:38, if defined

      Die Tatsache, dass 25 Jahre nach Beginn der intensiven Nutzung des Internets noch immer RAe der Meinung sind, sie könnten digital sicher Dokumente versenden, ist traurig

  • 18.04.2018 18:47, M.D.

    Es regelt sich alles von selbst. Wenn die Technik Anwälte überflüssig macht, dann verschwinden sie halt. Schuster war mal ein beliebter Beruf und den gibt es auch nicht mehr. So ist das eben, wenn man das Falsche studiert. In vielen anderen Fächern ist man nach vier Jahren fertig, hat eine 1 als Endnote und hervorragende Berufsaussichten. Demgegenüber dauert die Ausbildung zum Juristen doppelt so lang und die Berufsaussichten sind vollkommen unsicher. Für ein Drittel ist der Abschluss überhaupt nichts wert.

    Dass Abiturienten zunehmend merken, dass das Jurastudium aufgrund der zu erwartenden Durchschnittsnote eine Fehlentscheidung ist, darf ihnen nicht vorwerfen. Es verwundert vielmehr, dass überhaupt noch jemand Jura studiert.

    Wo sonst werden 4 von 5 Absolventen von ihren Kollegen als Versager angesehen und bekommen mit dem Examen auch frei Haus eine Depression und einen Minderwertigkeitskomplex verpasst? Da muss man schon ziemlich dämlich sein, um sich darauf einzulassen. Anwesende selbstverständlich ausgenommen.

    Auf diesen Kommentar antworten
    • 18.04.2018 22:53, bergischer Löwe

      Sie glauben tatsächlich es gäbe keine Schuhmacher mehr; sie glauben ausgebildete Juristen hätten unsichere Berufsaussichten und für ein Drittel sei der Abschluss überhaupt nichts wert - das ist weltfremd.

    • 19.04.2018 10:26, Christian Schebitz

      Ich kann diese Sichtweise - als Nichtanwalt - nur unterstreichen. Eine Reform des total veralteten Curriculums wäre schon vor vielen Jahren notwendig gewesen... Es werden da Juristen ausgebildet für eine Zeit die vor vielen Jahren bereits endete.

  • 18.04.2018 19:11, bak

    Werter GrafLukas,
    Schon mal was von Mandatsgeheimnis gehört? Offensichtlich kennen Sie sich mit der digitalen Technik nicht besonders gut aus und sind wie über 80%der Anwälte reine User von PCs und Software. Zur Information über Sicherheitslücken beA: Dt Anwaltsverein-beA Streamhttps://youtu.be/IZkPvqBgQ4w. grämen Sie sich nicht, wenn Sie auch nach dem Vortrag die digitale Technik nicht verstehen! Freuen Sie sich vielmehr darüber, dass Sie Post und Fax bedienen können, ohne sich mit Viren,Trojaner, zB WonnaCry in 2017 -uä.kämpfen zu müssen. Viel Spaß mit dem „löchrigen beA“- im Zweifel auch mit den daraus resultieren den Haftungs-Prozessen!

    Auf diesen Kommentar antworten
    • 18.04.2018 22:55, bergischer Löwe

      ... mein c64 ist sicher!

    • 23.04.2018 14:42, GrafLukas

      Ich weiß, dass es da Sicherheitslücken gibt. Ich will trotzdem eine funktionierende e-Kommunikation. Absolute Sicherheit gibt es nicht, Post und Fax sind auch nicht sicher (s. z.B. https://www.ldi.nrw.de/mainmenu_Datenschutz/submenu_Technik/Inhalt/Kommunikation/Inhalt/070402_Datensicherheit_beim_Telefaxverkehr/Datensicherheit_beim_Telefaxverkehr1.pdf).

      Ich will einfach nicht mehr von 18 Uhr bis Mitternacht neben dem Faxgerät stehen müssen. Dazu braucht es einer funktionierenden Schnittstelle, die haftungsrechtlich als sicher gilt. Ich kann mir keinen Haftungsfall vorstellen, der damit zusammenhängt, dass ich eine berufsrechtlich vorgeschriebene Schnittstelle genutzt habe.

    • 23.04.2018 15:02, Nichtadlig

      Ich gebe Graf Lukas recht. Es ist Wahnsinn, dass die meisten Anwälte Aktenberge horten, anstatt alles zu digitalisieren. Es gibt ja auch wirtschaftlich gesehen Anreize sich die neuen Techniken zu nutze zu machen (siehe Spracherkennung etc.)
      Im Übrigen wird der Gesetzgeber kaum mehr an Sicherheit den Anwälten abverlangen, als technisch möglich ist. Insofern ist damit auch der Haftungsvorwurf aus dem Weg geräumt.
      In Sachen Haftung sollten sich die Programmierer von LegalTech mal Gedanken machen. Oder einen RA befragen ;)
      Klar ist das aktuelle BeA Mist und voller Sicherheitslücken. Dass es überhaupt dazu kam, ist aber auch der Skepsis der Rechtsanwälte (in dem Fall denen in der BRAK) zu verdanken. Wenn man sich ein wenig für die “Schöne neue Welt“ interessiert hätte, wäre dieser Pfusch schon viel früher aufgefallen.
      Und diejenigen, die meinen, dass sie derzeit sicher kommunizieren und Daten von A nach B verbringen ,sollten sich einfach ne halbe Stunde mit jmd unterhalten, der Ahnung hat von dem technischen Hintergrund. Er/Sie wird schnell erkennen: sicher ist in der Tat nur noch der c64 des Kollegen.
      Anstatt die Heuklappen stehen zu lassen, müssen wir uns damit anfreunden uns auch in diese Materie einzuarbeiten.

  • 18.04.2018 19:20, Dompf

    Bemerkenswert: Eine Branche, der es gleichzeitig an Arbeit und an Nachwuchs fehlt.

    Auf diesen Kommentar antworten
    • 18.04.2018 22:56, bergischer Löwe

      .. und genau deshalb ist der Artikel Jogurt.

  • 18.04.2018 19:55, Marie

    Dann soll sich Legal Tech aber auch um Lieschen Müller kümmern , die sich während ihrer Scheidung am Telefon ausheulen will......

    Auf diesen Kommentar antworten
    • 18.04.2018 22:57, bergischer Löwe

      Prost.

  • 19.04.2018 09:05, RA Datenschutz

    Kurz zusammengefasst, die Anwaltsschaft muss halt attraktiv sein. Dass das noch nicht angekommen ist, zeigen Sätze, wie "wenn diese aber kämen, dann nur im Angestelltenverhältnis und nicht als wirtschaftlich verantwortliche Unternehmer."
    Bei der Anspruchshaltung muss man sich auch nicht wundern, dass man keinen Nachwuchs findet. Wieso sollte sich ein Berufseinsteiger das wirtschaftliche Risiko aufbürden, wenn er vergleichbare Verdienste als Angestellter haben kann?
    Die Zeiten in denen die frischen Juristen keine andere Möglichkeit als die anwaltliche Selbstständigkeit hatten sind halt erstmal vorbei.

    Auf diesen Kommentar antworten
    • 20.04.2018 10:58, Nichtadlig

      Danke für den Kommentar. Mir wurde ganz übel, als ich das gelesen habe. Ich habe soeben mein 2. Staatsexamen in Bayern in der Tasche und würde sehr gern als RA arbeiten und bin auch sehr aufgeschlossen gegenüber neuen technischen Möglichkeiten. Nur leider gibt es im Landkreis BGL kaum Anwälte, die einen anstellen. Jetzt soll ich mich mit den paar Kröten aufm Konto gleich selbständig machen.... eh klar. Ich kann es kaum erwarten meinen Businessplan zu schreiben und darin meine herausragenden Fähigkeiten darzustellen. Die Banken werden mir die Kredite nur so hinterher schmeißen!

    • 07.05.2018 12:36, GrafZahl

      Ein Anwalt, der sich nicht nach dem Examen selbständig macht, ggf halt als Partner zumindest, und nur angestellt arbeiten will bzw arbeitet, habe ich als vom ersten Monat nach dem Examen an vor fast 1,5 Dekaden selbständige Anwältin nie als echten Anwalt betrachtet und ernst genommen. Zu dem Beruf gehört eben die unternehmerische eigenverantwortliche Selbständigkeit nun einmal.

  • 19.04.2018 14:16, ULLRICH DOBKE

    Lieber Kollege Huff und liebe LTO-Redaktion, es ist echt ätzend was für Gastkommentare und für ein Unsinn auf Eurer Seite so manchmal auftaucht! Soll das ein Bericht sein incl. einer sachlichen Auseinandersetzung, vielleicht sogar Kritik? Wie kommt der Kollege Huff mal immer wieder zu der Ehre, gibt es Beziehungen?

    Auf diesen Kommentar antworten
    • 19.04.2018 20:13, Gunther Marko

      Oh wie wahr, verehrter Herr Kollege Dobke.
      Besten Dank !

  • 19.04.2018 14:19, ULLRICH DOBKE

    Jott o jott, wie einseitig! Das will ich wenigstens los werden.
    Jeder kann sich so seine eigenen Gedanken dazu machen.
    Lobenswert ist an dem Artikel m.E. nichts. Eigentlich könnte man die Kommentarfunktion beenden und/oder den Artikel einfach wieder löschen.

    Auf diesen Kommentar antworten
  • 19.04.2018 16:11, Stuttgarter Paragraphenreiter

    Der Anwaltsberuf ist nicht mehr wirklich attraktiv.

    Völlig unzureichende Vergütungen, völlig überzogene Haftungsrechtsprechung, zu viel fachfremde Konkurrenz und eine in sich selber so zerstrittene Anwaltschaft, dass eine sinnvolle, schlagkräftige Interessenvertretung in eigener Sache kaum möglich ist.
    Zugunsten von Groß- und Größtkanzleien hat man "den Markt geöffnet". Und dabei leider übersehen, dass man nicht in Marktkategorien denken sollte, wenn man tatsächlich ein Organ der Rechtspflege sein will / muss.
    Die Anwaltschaft hat eine Zwitterstellung eingenommen, viel zu willfährig, mit der sie nunmehr zwischen allen Stühlen sitzt: Organ der Rechtspflege, wenn es um Gängelei und Haftung geht, und Kaufleute, wenn es um Eigenverantwortung und Investition geht.

    Hach ja. Noch in den 80ern hat man sich ein Schuild vor die Tür gehängt "Hier Rechtsanwalt", und 5 Jahre später war man saniert. Heute pflegt man exotische Nischengebiete oder unterhält beste Beziehungen zu einem Bankvorstand, damit man problemlose, aber lukrative Duldungsklagen im Urkundsverfahren machen darf. Sonst ist es hart geworden. Die Kosten eilen davon, die Einnahmen stagnieren auf nicht all zu lukrativem Niveau, die Gängelei nimmt überhand, und das Ansehen sinkt.
    Wer will da noch gerne Anwalt sein?

    Auf diesen Kommentar antworten
  • 20.04.2018 11:12, Intoleranz gegenüber+Intoleranz

    Frage: Haben jemals "Beharrer" die Welt verändert?

    Auf diesen Kommentar antworten
    • 21.04.2018 17:26, Schlaubi

      Das kommt ganz darauf an...

    • 23.04.2018 00:47, Stuttgarter Paragraphenreiter

      Werter "Intoleranz gegenüber+Intoleranz", was ist denn von Ihrer Frage zu halten? Einfach mal ins Blaue geschossen? Welche Veränderung ist es denn, die Ihrer Meinung nach die Welt (scilicet: zum Besseren) verändert? Und wer stellt sich Ihrer Meinung nach dieser denn entgegen? Wo liegt in Ihren Augen denn das ach so böse Beharren?

    • 23.04.2018 20:06, if defined

      Auf Neudeutsch gesagt: Bin lieber preserver als defiler...

  • 24.04.2018 00:19, egal

    Wenn Junganwälte lieber angestellt arbeiten wollen, sollten sich die bestehenden kleineren und mittleren Kanzleien mal lieber fragen, warum die Rahmenbedingungen hierfür so sind. Ob es am Geld, an der Freizeit, an Familienplanung oder an anderen Dingen liegen könnte. Niemand hat zudem heute Lust, erstmal 10 Jahre ausgebeutet zu werden, um dann Partner zu werden, gerade vor dem Hintergrund, dass die Verdienstmöglichkeiten nicht garantiert sind und im Zweifel öffentliche Verwaltung und Justiz als Alternative bereit stehen. Ebenso dürfte das Partnermodell zu hinterfragen sein. Bei den Ärzten sieht man es ja genauso, da wollen immer mehr lieber angestellt sein anstatt sich auf Jahre zu verschulden und dann mit 50 schuldenfrei zu sein.

    Was den Reno-Mangel betrifft: Auch selbst verschuldet. Viele Renos verdienen lächerlich wenig im Vergleich zur Verantwortung und notwendigen Kompetenz. Außerdem werden viele Renos nur zur besseren Bürokraft ausgebildet. Fortbildungen gibt es selten und wenn, dann eher geizig. Wenn man dau bereits heutzutage als Erzieher bereits mehr verdient und ein weniger stressigen Beruf hat, der vielleicht noch Jobsicherheit und Familienplanung bietet, dürfte für viele die Entscheidung klar sein.

    Auf diesen Kommentar antworten
    • 24.04.2018 08:36, ULLRICH DOBKE

      Genau eh, richtig eh ! Die Elite gehört in die öffentliche Verwaltung und in die Justiz. Da ist es warm und gemütlich, zug- und druckfrei. Es geht da zwanglos zu. Es muß nur das passende Examen her und ergänzend das oder überhaupt ein Parteibuch. Unternehmer ist eben nicht was für alle!
      Mann - wo kommen Sie her und wo wollen Sie hin? Fragen Sie mal die Menschen in der Landwirtschaft, die müssen sich an die Natur anpassen und nicht umgekehrt! Lasen Sie sich doch lebenslang vom Staat alimentieren, aber verzichten Sie dann auch bitte auf Teilnahme am Arbeitsmarkt. Dann sind Sie nicht arbeitslos, leben bescheiden alimentiert und können sich selbst verwirklichen. Vielleicht finden Sie Gleichdenkende(n) und gründen sogar eine Familie ...

  • 24.04.2018 08:48, ULLRICH DOBKE

    Ich werde immer vergesslicher ...
    Beste Alternative ist Ausbildung erst gar nicht beenden. Als Schüler in die Jugendorganisationen von Parteien, wie z.B. die SPD, vielleicht noch Abitur, Studium aber trotz parteigefördertem Stipendium abbrechen (keine Lust reicht) und denn Abgeordneter oder auch hohes Parteiamt. Nebeneinkünfte aus parteinahen Organisationen bzw. aus Aufsichtsratsvergütungen des immer weiter privatisierten öffentlichen Bereichs sind quasi garantiert.
    Weiter so Deutschland - GLÜCK AUF

    Auf diesen Kommentar antworten
    • 24.04.2018 08:58, Anna

      Vllt wären Sie so gnädig und zu schildern, ob Sie gleich nach dem Examen selbständig waren, zu welcher Zeit das war, welchen finanziellen Hintergrund sie hatten u ob Sie dabei schon Kinder hatten. Falls Sie überhaupt selbständig sind. Eine Antwort hierauf würde ein ernst nehmen Ihrer Arroganz erheblich erleichtern.

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