Vorwürfe gegen Dieter Wedel - #metoo in Deutschland: Die Ver­mark­tung von Empörung

von Prof. Dr. Monika Frommel

05.01.2018

Mit dem Fall Wedel ist #metoo in Deutschland angekommen. Rüpelhaftigkeit wird mit Kriminalität gleichgesetzt, die Unschuldsvermutung in ihr Gegenteil verkehrt, kommentiert Monika Frommel. Die Leidtragenden seien echte, schwer geschädigte Opfer.

Nun ist die #metoo – Kampagne in Deutschland angekommen. Schauspielerinnen werfen dem Regisseur Dieter Wedel gewalttätige und sexuelle Übergriffe vor, die er in den 1990-er Jahren begangen haben soll. Der Fall Wedel wird unverkennbar in die Vorlagen aus Hollywood eingepasst; von einem Bademantel, einem Vorsprechen im Hotel und von körperlicher Gewalt ist die Rede. Niemand trennt mehr zwischen Rüpelhaftigkeit, verbalen Übergriffen, Macho-Gehabe und eindeutig krimineller brachialer und sexualisierter Gewalt.

Die angeblich existierende "soziale Struktur sexueller Gewalt durch sozial und ökonomisch mächtige Männer" macht das auch nicht nötig. Sie wird durch Wiederholung als existent konstruiert. Zwar waren Schauspielerinnen, die in einem kleinen Zeitfenster eine Rolle haben müssen, wenn sie nicht versauern wollen, vor mehr als 70 Jahren in einer misslichen Lage, da damals tatsächlich der patriarchale Schulterschluss funktionierte und selbst eindeutige Formen der sexuellen Gewalt bagatellisiert wurden.

Aber diese Zeiten sind vorbei. Zwar sind Schauspielerinnen immer noch unter Druck. Aber seit den 70-er Jahren werden Gewalt gegen Frauen und Sexismus bekämpft. Bedauerlich, dass viele Schauspieler erst jetzt entdecken, dass nur Solidarität weiter hilft.

Eine viktimere Gesellschaft

Bedenklich ist aber die Strategie, Moralkampagnen mittels strafrechtlicher Forderungen zu führen. Das Strafrecht ist bereits mehrfach und bis zur Unkenntlichkeit geändert worden. Auch Themen wie Machtmissbrauch sind geläufig und rechtlich zu fassen.

Aber zivilisierte Formen der Gegenwehr setzen voraus, dass sich alle an die Spielregeln halten. Klar ist, dass es kriminelles und inakzeptables Verhalten gibt. Auch, dass es nicht nur die jungen Männer der Unterschichten sind, die vergewaltigen.

Dennoch ist die immer wieder wiederholte Annahme, Opfer würden aus Angst und Scham schweigen, veraltet. Sie bereits ist etwa 50 Jahre alt und grob geschätzt seit etwa 20 Jahren nicht mehr realistisch. Das Blatt hat sich gewendet. Wir leben in einer viktimeren Gesellschaft, also in einer Kultur, in der alle, die eine passende Geschichte erzählen können, mit dem Opfersein geradezu kokettieren können und über die Opferrolle Solidarität einfordern.

Die Leidtragenden sind die echten, schwer geschädigten Opfer

Die Gefahr liegt auf der Hand. Die Leidtragenden dieser Inflation sind die echten und schwer geschädigten Opfer. Sie unterscheidet nämlich nicht mehr zwischen beweisbaren und erfundenen Geschichten. Sie akzeptiert auch nicht, dass man Beweisprobleme nicht durch medienwirksame Strategien der Skandalisierung überspielen sollte.

Es wird mittlerweile selbst von seriösen Medien akzeptiert, mediale Pranger zu bedienen. Ist der Beschuldigte unsympathisch, etwa in dem Sinne, dass er in der Vergangenheit ostentativ ein Macho- und Angeber- Gehabe an den Tag gelegt hat, kann sich nun jeder rächen. Viele Zeitgenossen können in Interviews ihre Geschichten erzählen, die ungefiltert veröffentlicht und in den sozialen Netzwerken weiter geleitet werden. Der Grund ist banal: Ein Name kursiert gerade und die Technik der Personalisierung und Skandalisierung funktioniert.

Dass dabei rechtsstaatliche Grundsätze wie die Unschuldsvermutung nicht nur jede Bedeutung verlieren, sondern geradezu in ihr Gegenteil, zur "Schuldvermutung" verkehrt werden, das ist leider evident.

Ermittelt wird sowieso nicht mehr

Früher, in patriarchal geprägten Kulturen, schützte ihre soziale und ökonomische Macht die Täter. Mittlerweile gilt bereits als "übergriffig", wer Macht hat und sich zumindest gelegentlich provokativ verhält. Ihm traut man nun auch gleich eine Vergewaltigung zu, und die Öffentlichkeit gesteht den selbsternannten Opfern zu, über derartige Vorfälle zu plaudern, auch wenn sie sicher keinen Wahrheitsbeweis antreten können.

Im Fall Wedel ist die erzählte Vergewaltigungsgeschichte zudem mehr als zwanzig Jahren alt. Sie wäre also ohnehin verjährt. Da aber wegen der Verjährung keine Ermittlungen mehr möglich sind, riskieren diejenigen, welche sie in Umlauf bringen und in den Medien ungeprüft kolportieren, wenig. Schließlich kann ja mittlerweile auch die Unwahrheit nicht mehr erwiesen werden.

Die Autorin Prof. Dr. Monika Frommel war Direktorin des Instituts für Sanktionsrecht und Kriminologie an der Universität Kiel. Einer ihrer Arbeitsschwerpunkte ist die Kriminologie aus feministischer Perspektive, besonders das Sexualstrafrecht und seine Reformen.

Zitiervorschlag

Monika Frommel, Vorwürfe gegen Dieter Wedel - #metoo in Deutschland: Die Vermarktung von Empörung . In: Legal Tribune Online, 05.01.2018 , https://www.lto.de/persistent/a_id/26329/ (abgerufen am: 23.01.2018 )

Infos zum Zitiervorschlag
Kommentare
  • 05.01.2018 11:36, M

    Ein ehrlicher Artikel!

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  • 05.01.2018 12:15, Jens

    "Im Fall Wedel ist die erzählte Vergewaltigungsgeschichte zudem mehr als zwanzig Jahren alt. Sie wäre also ohnehin verjährt. Da aber wegen der Verjährung keine Ermittlungen mehr möglich sind, riskieren diejenigen, welche sie in Umlauf bringen und in den Medien ungeprüft kolportieren, wenig. Schließlich kann ja mittlerweile auch die Unwahrheit nicht mehr erwiesen werden"

    Presserechtlich völliger Unfug. Wenn die Behauptungen nicht stimmen, kann das den Ändernden zivilrechtlich knackig um die Ohren fliegen.

    Auf diesen Kommentar antworten
    • 05.01.2018 12:27, Monika Frommel

      na ja, kann sich Wedel das leisten. Hat er das Durchhaltevermögen und die Leidensfähigkeit von Kachelmann? Der saß in U-Haft und hatte schon deswegen Grund sich zu wehren. Dieter Wedel weiß, dass jede neue Schlagzeile für ihn schlecht ist, da je im Grunde seine Rüpelhaftigkeit medial breit getrampelt wird.

    • 05.01.2018 13:50, Jens

      Danke für die Antwort. Aber einer schnell mit fünfstelligem Streitwert ausgestatteten Unterlassungsklage und einer hohen Schadensersatzforderung ausgesetzt sein zu können, halte ich nicht für "wenig riskieren".

      Zu meinem Ausgangsbeitrag: "Äußernden", nicht "Ändernden"

    • 05.01.2018 17:14, a2b2

      Ich stimme dem Artikel weitgehend zu und finde es hilfreich, dass so etwas auch mal von einer Frau geschrieben wird. Ganz so "positiv" würde ich die Situation, dass die Scham vor Anzeigen abgenommen hat, allerdings nicht sehen. Personen, bei denen dies im privaten oder beruflichen Umfeld geschieht, sind da m.E. immer noch sehr zurückhalten. Auf der Gegenseite ist aber tatsächlich eine unkontrollierbare Netzbewegung mit enormer Wirkung entstanden. Darunter sind vermutlich nicht nur viele Personen, die ihre Ereignisse extrem übertreiben - wie in dem Artikel auch dargestellt-, sondern auch "Trittbrettfahrer", die einfach entsprechende Behauptungen aufstellen.

      Entsprechende (presse)rechtliche Ansprüche helfen im Bereich Facebook, Twitter -speziell bei Fake-Namen - nur in der Theorie, aber praktisch nicht weiter. Und deren Reichweite und -leider- auch Einfluss geht inzwischen über die größeren Presseerezeugnisse hinaus, gegen deren Herausgeber man noch vergleichsweise einfach vorgehen kann (Zeit, Durchhaltevermögen und finanzielle Mittel vorausgesetzt). Ich sehe auch die Gefahr, dass Krethi und Plethi damit Existenzen vernichten können, ohne dass es zu strafrechtlichen Veruteilungen kommt. Das finde ich durchaus besorgniserregend.

      Allerdings lässt sich m.E. nach insoweit eine gewisste Parallele zur Boykott-Rechtsprechung ziehen. Auch wenn dort nicht das -menschliche- APR betroffen ist, ist es auch dort in gewissem Rahmen erlaubt, gegenüber Unternehmen zum Boykott aufzurufen. Speziell in Fällen, in denen zwar gravierendes Fehlverhalten relativ wahrscheinlich erfolgt ist, plausibel dargelegt werden, aber nicht (mehr) strafrechtlich verurteilt werden kann, finde ich die Möglichkeit, dass aufgrund des Drucks der Öffentlichkeit jemand künftig nicht mehr gebucht wird, nicht zwingend problematisch - speziell im Entertainment-Sektor, in dem letztlich alles darauf abzielt, Zuschauer/Leser zu erreichen und bereits das Erreichen eines gewissen Alters oder das Aussehen legitime Gründe für einen "Besetzungswechsel" darstellen (Art. 5 GG-künstlerische Freiheit). Trotzdem muss auch in diesem Rahmen beachtet werden, dass auch in diesem Rahmen die äußerungsrechtlichen (straf-und zivilrechtlichen) Vorgaben eingehalten werden.

    • 07.01.2018 12:29, BK

      Wenn die Unwahrheit nicht mehr bewiesen werden kann, gibt es aber auch keine zivilrechtlichen Ansprüche.

    • 11.01.2018 19:45, Horst98

      "Im Fall Wedel ist die erzählte Vergewaltigungsgeschichte zudem mehr als zwanzig Jahren alt. Sie wäre also ohnehin verjährt."

      Letzteres stimmt nicht. Jany Tempel soll im Jahr 1996 im Alter von 27 Jahren Opfer einer Straftat nach para 177 StGB geworden sein. Wer para 78b StGB anwendet - zum Zeitpunkt der Novelle im Jahr 2015 war noch keine Verjährung eingetreten - erkennt, dass die Verjährung erst mit Vollendung des 30. Lebensjahres von Frau Tempel zu laufen begann. Die StA München wird in die Ermittlungen eintreten; sie hat es bestimmt auch schon getan.
      Man sollte schon genau prüfen, bevor man sich öffentlich dergestalt äußert. Der Presse kann man das durchgehen lassen - einer Juristin nicht.

  • 05.01.2018 12:34, RA

    Wie war das noch mit übler Nachrede gem. § 286 StGB und dem Risiko der Nichterweislichkeit? Wenn der Betroffene einen entsprechenden Strafantrag stellt, muss dann eben - inzident - doch ermittelt werden, ob sich eine damalige Vergewaltigung nachweisen lässt. Bei öffentlichen Sachverhalten ist auch nicht davon auszugehen, dass auf die Privatklage verwiesen wird.

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    • 05.01.2018 14:49, Monika Frommel

      Nicht § 266, sondern Verleumdung! Aber ein Medienmensch kann sich nicht alles leisten (wegen der negativen Schlagzeilen), was sich ein Jurist im stillen Kämmerlein so denkt.

    • 05.01.2018 17:55, AS

      Mir scheint auch, dass Wedel es mit einer Strafanzeige nur schlimmer machen würde. Er sollte besser abwarten, bis die nächste Sau durchs Dorf getrieben wird und keiner mehr von seinem „Fall“ spricht.
      Dies lehrt der „Fall“ Michel Friedman, der auch wieder im Fernsehen auftritt, ohne dass sich noch jemand an seinen früheren Fehltritten stört.

    • 06.01.2018 15:12, AT

      Mit einer Strafanzeige ginge er "all in". Würde das Verfahren eingestellt, fügte ihm das weiteren Schaden zu. Erst Recht gilt das, wenn die Ermittlungen ergäben, dass die Vorwürfe stimmen. Dann täte er allerdings auch gut daran, sie einzugestehen und Buße zu tun. Sollten die Vorwürfe dagegen nicht stimmen, könnte eine Verurteilung seinen Ruf wiederherstellen. Vgl. Wulff (in den Augen der Öffentlichkeit rehabilitiert) oder Kachelmann (nahezu rehabilitiert).

  • 05.01.2018 13:00, Louis K.

    Ich hoffe doch nur das das ganze "In dubio contra reum" getue nicht auch wie in den USA auf die Gerichte überschwappt.

    Auf diesen Kommentar antworten
    • 05.01.2018 14:50, Monika Frommel

      Die "nein heißt nein"-Kampagne und das neue Recht in § 177 ABs. 1 StGB (2016) ist schon ein erster Schritt in diese Richtung.

  • 05.01.2018 18:27, Ass iur

    Die Verbreitung nichterweislicher ehrenrühriger Tatsachen erfüllt den Tatbestand der üblen Nachrede nach Paragraph 186 StGB. Der nicht (mehr) nachweisbare Vorwurf von Sexualstraftaten i.S.d. #metoo Kampagne dürfte häufig zumindest einen Anfangsverdacht einer üblen Nachrede begründen. In der Praxis werden die Staatsanwaltschaften allerdingsrivatklageweg verweisen. ABER: Seit 1. Januar 2018 gilt das (verfassungsrechtlich zweifelhafte) Netzwerkdurchsetzungsgesetz. Und das NetzwerkDG erfasst auch Paragraph 186 StGB. Sind dann bei entsprechenden Meldungen Twitter, Facebook & Co. verpflichtet, bestimmte #metoo Behauptungen zu löschen? #metoo = "Hassrede"?

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    • 05.01.2018 20:00, AS

      Das wäre dann vielleicht ein Fall für die „Regulierte Selbstregulierung“ nach dem NetzDG. Klingt absurd, ist es wohl auch.

  • 05.01.2018 21:05, Rosemarie

    Warum lese ich in Ihrem Artikel eine pauschale Verurteilung der Opfer? Wer bestimmt denn, wer ein "echtes" Opfer ist? Sie? Warum haben die Frauen so lange geschwiegen? Aus Scham... Warum melden sie sich jetzt? Als Reaktion auf Wedels Statement - und das ist jetzt absehbar unrichtig? Hätten die Frauen ein Interesse daran gehabt, Wedel zu schaden, hätten sie sich schon vorher gemeldet. Ich empfinde Ihren Artikel als Ohrfeige für Opfer von Machtmissbrauch. In Deutschland melden sich schon jetzt kaum welche zu dem Thema, von vornherein wurde propagiert: "Wer so lange geschwiegen hat, dem wurde eh nicht Unrecht getan." Das ist fatal und Sie schlagen genau in diese Kerbe. Vielleicht wissen Sie aber auch nicht, was es bedeutet, Missbrauch zu erleiden und das über Jahrzehnte zu verschweigen, weil man sich schämt.

    Auf diesen Kommentar antworten
    • 05.01.2018 22:10, AS

      Wenn Sie in dem Artikel eine pauschale Verurteilung der Opfer sehen, dann vielleicht weil Sie die eben sehen wollen?
      Wer sich in die Medienöffentlichkeit begibt, muss sich auch einer kritischen Auseinandersetzung stellen. Die Betroffenen hätten ja auch andere Wege wählen können, um ihr Anliegen vorzubringen. Das Naheliegendste wäre die Polizei. So kommt man aber natürlich nicht in die Zeitung...

    • 06.01.2018 08:20, JS

      Die Ausführungen von Prof. Frommel sind mehr als befremdlich:
      1) Frau Prof. Frommel behauptet gleich in der Einleitung, im Kontext der Vorwürfe gegen Dieter Wedel werde "Rüpelhaftigkeit ... mit Kriminalität gleichgesetzt". Auf S. 23, rechte Spalte unten im Zeit-Magazin heißt es, Wedel habe einer der Frauen "den Hals zugedrückt". Menschen, denen der "Hals zugedrückt" wird, schweben in Lebensgefahr und haben Todesangst. Hier von "Rüpelhaftigkeit" zu sprechen ist nicht nur juristisch falsch, sondern auch bösartig.
      2) Die "Unschuldsvermutung" gilt allein im Strafprozess für das erkennende Gericht. Schon für die Staatsanwaltschaft gilt sie nicht in diesem Maße, erst recht nicht für die Zeugen, die alles Erlebte von sich geben sollen, auch und gerade wenn sie es nicht beweisen können. Selbst für das Gericht gilt überdies - ebenso wie im Zivilprozess - der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Das Gericht kann also auch in dem Fall, in dem Aussage gegen Aussage steht, gegen den Angeklagten entscheiden. Im "Gericht der öffentlichen Meinung" steht es erst recht der Allgemeinheit frei, die Äußerungen der potentiellen Opfer und des potentiellen Täters frei zu würdigen und dem einen oder dem anderen zu glauben. Frau Prof. Frommel glaubt Herrn Wedel, ich glaube den Frauen.
      3) Selbstverständlich sind auch jetzt, nach 20 Jahren, noch Ermittlungen möglich: Zum einen, wie schon richtig geschrieben wurde, im Rahmen eines Verleumdungsprozesses, den Herr Wedel ja schon angekündigt hat, zum anderen durch jedermann, auch durch Journalistinnen, wie hier ebenfalls schon geschehen.
      4) Woher weiß Frau Prof. Frommel, dass die potentiellen Opfer keinen Wahrheitsbeweis mehr antreten können? Vielleicht gibt es doch weitere Zeugen, die sich melden? Es gibt bereits eine Reihe von Personen aus dem Umfeld der potentiellen Opfer und des Herrn Wedel, die sich zu Wort gemeldet und die Schilderungen der potentiellen Opfer gestützt haben. Herr Dieter Wedel ist selbst ein eitler, nicht allzu schlauer "Plauderer" und es ist gut möglich, dass er sich noch weiter verplappert. Seine stereotypen, von teuren Strafverteidigern entworfenen Standard-Verteidigungsfloskeln ("alles war einvernehmlich, aber ich entschuldige mich vorsorglich bei meiner Oma und allen Menschen, denen ich im Laufe meines Lebens unbeabsichtigt auf die Füße getreten haben könnte") und die vorauseilenden Verteidigungsschriften mandatshungriger Rechtsanwälte und Strafrechts-Professorinnen bringen nicht nur die Öffentlichkeit, sondern auch Juristen-Kollegen und -Kolleginnen nur noch weiter gegen Herrn Wedel auf.

    • 06.01.2018 09:00, Theo

      @JS.
      "Wedel habe einer der Frauen 'den Hals zugedrückt'. Menschen, denen der "Hals zugedrückt" wird"

      Und das weiß man von wem? - Genau, von den tatsächlich oder vermeintlichen Opfern. Es ist und bleibt zunächst nur eine Behauptung, die Sie selbst als Tatsache hinnehmen - aber bisher keinerlei Beweise geliefert wurden!

      "Frau Prof. Frommel glaubt Herrn Wedel, ich glaube den Frauen."
      Nein, glaubt Sie nicht. Sie kritisiert nur den Umgang in solchen Fällen. Und "glauben" können Sie in der Kirche, hier geht es alleine um Tatsachen. Und auch bei "Aussage gegen Aussage" müssen weitere Indizien dazu kommen, die eine Täterschaft für wahrscheinlich halten. Ansonsten ist und bleibt es, was es ist: Eine bloße Behauptung des "Opfers".

      "Selbstverständlich sind auch jetzt, nach 20 Jahren, noch Ermittlungen möglich[...]unter anderen durch jedermann, auch durch Journalistinnen, wie hier ebenfalls schon geschehen. "
      Wir haben echt keine andere Probleme in der Welt, als alte Geschichten nachzujagen, die keiner mehr beweisen kann. Sie sind vermutlich wie nicht wenige einfach Sensationsgeil.
      Und seit wann haben die Journalisten und Jedermann die gleichen Befugnisse wie die StA?

      "Woher weiß Frau Prof. Frommel, dass die potentiellen Opfer keinen Wahrheitsbeweis mehr antreten können? "
      Weil die vermeintlichen Opfer es nicht getan haben. Und wie will man eine Vergewaltigung oder sexuelle Nötigung beweisen - das ist heute schon extrem schwierig. Und wenn es 20 Jahre zurück liegt? Bisschen schwierig mit den medizinischen Gutachten, Erinnerungen, etc.

      "Es gibt bereits eine Reihe von Personen aus dem Umfeld der potentiellen Opfer..."
      Oh ja, extrem glaubwürdig, wenn sowas öffentlich ausgetragen wird. Im Strafprozess habe ich nicht selten solche Personen reihenweise Umfallen gesehen, wenn mit der Wahrheitspflicht und ggf. mit einer Vereidigung gedroht wurde. Ins Gefängnis mochte dann doch keiner für eine Lüge gehen. Aber in der Öffentlichkeit haben die quasi ja nichts zu befürchten.

  • 06.01.2018 09:14, JG

    Frau Prof. Frommel, wie genau hätten sich denn die Opfer verhalten sollen?
    Aufgrund Ihres Forschungsschwerpunktes würde mich Ihre differenzierte Meinung sehr interessieren. Denn aus Ihrem Artikel schließe ich bis jetzt, Frauen sollten zu Gunsten Opfer schwererer Straftaten nicht von ihren Erlebnissen berichten bevor nicht bewiesen ist, dass ihre Erlebnisse wahr sind.
    Aber das würde ja einen Zirkelschluss darstellen?

    Auf diesen Kommentar antworten
    • 06.01.2018 09:44, Monika Frommel

      Wenn jemand gewalttätig wird oder eine sexuelle Handlung überrumpelnd gegen den Willen durchsetzt, dann ist das ein Fall für Gerichte, zivilrechtlich und strafrechtlich. Nur wenn die Beweissicherung sofort geschieht, ist sie belastbar. Hingegen ist eine solche Behauptung nach mehr als zwanzig Jahren - und dann auch noch über BILD nach presserechtlicher Beratung - schlicht grenzwertig: sowohl für BILD und die dann folgen Medienschlacht als auch für die Personen, die sich derartig positionieren.

  • 06.01.2018 10:29, AS

    Ein anderes Beispiel zum Vergleich: Der SPIEGEL berichtete kürzlich von dem Fall aus Berlin, wo das Jugendamt Kinder an Pädophile vermittelte - was m. E. ein echter Skandal ist, der die Öffentlichkeit aber kaum zu interessieren scheint.
    Auch diese Opfer gingen erst jetzt, viele Jahre nach Eintritt der Volljährigkeit, an die Öffentlichkeit. Aber erst, nachdem sie bei den zuständigen Behörden nicht weiterkamen, weil sie immer nur vertröstet wurden.
    Der Unterschied zum Fall Wedel liegt wohl auf der Hand.

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  • 06.01.2018 10:38, JS

    @ Theo
    "Sie sind vermutlich wie nicht wenige einfach sensationsgeil."
    Im Gegenteil, ich habe ein berufliches Interesse, und zwar seit ueber 30 Jahren.

    "... und auch bei "Aussage gegen Aussage" müssen weitere Indizien dazu kommen, die eine Täterschaft für wahrscheinlich halten."

    Dies ist falsch, in diesem Fall werden lediglich besonders strenge Anforderungen an die Beweiswuerdigung gestellt. Im uebrigen hat Herr Wedel sich selbst belastet, indem er von sich gab, Frauen, die bei ihm eine Rolle wollten, muessten besonders "lieb" sein. Die Rechtsprechung zu Arbeitszeugnissen ist Ihnen sicherlich bekannt.

    "Wir haben echt keine andere Probleme in der Welt, als alte Geschichten nachzujagen, die keiner mehr beweisen kann."

    Ganz im Gegenteil: Der Gesetzgeber hat bewusst die Verjaehrungsfristen fuer Sexualstraftaten verlaengert, insbesondere zum Schutz Minderjaehriger, Ehepartner und sonstiger Familienmitglieder und von abhaengigen Personen.

    Auf diesen Kommentar antworten
    • 06.01.2018 11:24, AS

      Aber wir sind uns doch einig, dass in diesem Fall die Verjährung eingetreten ist, oder?
      Was also wäre Herrn Wedel nun zu raten? Ich bin zwar grundsätzlich auch ein mandatshungriger Rechtsanwalt (allerdings nicht im Straf- oder Presserecht). Gleichwohl würde ich Herrn Wedel wohl eher nicht raten, mit Mitte 70 noch einen Verleumdungsprozess anzustrengen.

  • 06.01.2018 12:50, JS

    @AS
    Wenn sich der Verdacht eines versuchten Tötungsdeliktes (die Frau behauptet, sie habe sich nur mit Mühe entziehen können) erhärten sollte, könnten einzelne Taten auch strafrechtlich nicht verjährt sein. Sollte Herr Wedel die Frauen der Lüge bezichtigen, könnten neue Verjährungsfristen laufen.
    Ich würde Herrn Wedel raten, sich rechtzeitig in einem schönen Land zur Ruhe zu setzen.

    Auf diesen Kommentar antworten
    • 11.01.2018 18:46, Wally Töhrig

      Und was raten Sie den Frauen/„Opfern“?

  • 06.01.2018 15:42, AS

    Versuchte Tötung? Das scheint mir doch arg dick aufgetragen. Allerdings gibt es ja durchaus übereifrige Staatsanwälte, siehe etwa im Fall Kachelmann.
    Das mit dem schönen Land ist sicher eine gute Idee.

    Auf diesen Kommentar antworten
  • 06.01.2018 19:41, Philipp Fürgut

    klar gibt es Frauen,die tatsächlich Opfer geworden sind,von einer Vergewaltigung.Aber viele auch wollen einfach uns Männer unter Generalverdacht stellen.Und springen einfach mit den anderen Frauen wegen Gruppenzwang,auf den Zug auf.Ich selber wurde von meiner Mutter leidenschaftlich blutig etc geschlagen.Weder Polizei noch Jugendamt glaubte mir. Dann 14 Jahre später wohnte ich,in einem anderen Bundesland.Dort konnte ich mit vergeblichen Beweißen z.b Rechtsanwalt,in eine art Zeugenschutzprogramm gehen.Trotzdem fehlt mir meine Stadt.Hier fühl ich mich nicht wohl.Gleichzeitig hatte ich,auch noch nie eine Freundin bis,zum Vollendeten 30sten Lebensjahr.Weil,die FRauen lieber nur spielen wollten bzw mich verarschen statt,eine feste Beziehung.Nun bin ich soweit das,ich Hemmungen habe,Frauen in Deutschland anzusprechen.Dann wollte ich auch endlich geliebt werden und auch Intimität erfahren was,ich in Deutschland nur,im Puff bekommen konnte was,nicht angenehm war.Dann konnte ich entweder nach Ungarn,Rumänien,Polen,China oder Thailand gehen.Ich entschied mich fürs letztere da,ich Palmen Strand und Meer liebe und weil es billig ist.Lebe da jedes Jahr,für mehrere Monate.Klar,das ich Geld bezahlen muss.Aber seien wir doch ehrlich.Hier in Deutschland muss,man Frauen auch Geld geben.Entweder zum Essen einladen bzw häufige Geschenke kaufen,Kino bezahlen,Unterhalt,etc.Unterm Strich eine thai ist billiger und ist nicht Männerfeindlich,frustriert und verallgemeinert Männer nicht.Kommentare,will ich keine lesen da,hier viele Leute sie,wo ich bei Facebook war sprichwörtlich den Mittelfinger zeigen.Und als Opfer möchte ich nicht mit einem Mittelfinger begrüßt werden.

    Auf diesen Kommentar antworten
    • 07.01.2018 14:41, JS

      @ AS
      Thailand waere gut fuer Herrn Wedel, es soll dort hervorragende und preiswerte Betreuungsprogramme fuer deutsche Rentner geben; die Geduld der Tailaenderinnen ist legendaer. Es gibt eine Zusammenarbeit betreffend Kindesmissbrauch, aber in die Kategorie faellt Herr Wedel ja offenbar nicht.

  • 07.01.2018 12:46, AT

    § 823 Abs 2 BGB i.V.m. § 186 StGB?

    Auf diesen Kommentar antworten
  • 07.01.2018 16:23, PB

    Ich bin enorm positiv überrascht über die überwiegende Sachlichkeit in dieser Kommentarspalte, zu dieser emotional geführten Debatte. Hier überwiegen nicht die Aufschreie, sondern die Argumente - so soll das sein! So, genau so könnte man auch über Für und Wider von Strafrechtsreformen diskutieren.
    In diesem Sinne gilt es, Prof. Frommel für ihren Beitrag zu danken - ganz unabhängig ob man ihre Meinung und Einschätzungen teilt. Für die Debatte aber sollte jeder dankbar sein!
    In diesem Sinne: Danke.

    Auf diesen Kommentar antworten
  • 08.01.2018 12:44, Sylvia Kaufhold

    Vielen Dank für diesen Artikel, der mehr Objektivität und Realismus in die Debatte bringt! Auch jenseits des Strafrechts sehr anregend finde ich den Begriff der "viktimen Gesellschaft". Diese Tendenz hat auch mit dem überhöhten Anspruchsdenken zu tun, das die deutsche und europäische Politik durch ständige Ausweitung von subjektiven (Menschen-)Rechten und dem "Zugang zum Recht" auch im Zivilrecht und öffentlichen Recht immer weiter anheizt. Diese „Individualisierung des Rechts“ verlagert politische Verantwortung und Ziele in das Rechtssystem und die Gerichte. Das überfordert unsere Gesellschaften nicht nur, sondern führt zu immer mehr Narzissmus und Verantwortungslosigkeit – und erreicht damit am Ende das Gegenteil dessen, was sie eigentlich anstrebt: den Verlust von Eigenverantwortung und Freiheit.

    Auf diesen Kommentar antworten
    • 10.01.2018 07:47, @topic

      Sehr schön auf den Punkt gebracht, herzlichen Dank!

  • 09.01.2018 20:45, Monika Frommel

    Danke, Sylvia.
    Ich denke, dass die Diagnose, wir leben in einer der viktimeren Gesellschaft, sehr relevant ist; denn es erklärt in der Tat den Narzismus und die Neigung zu übertriebenem Eigensinn. Ich hätte es toll gefunden, wenn die Schauspielerinnen die Globes im Bademantel und ohne high heels entgegen genommen hätten. So war es absurd: gegen Sexismus im verruchten schwarzen, hochgeschlitzten Spitzenkleid zu opponieren. Ein entspanntes Verhältnis der Geschlechter jetzt voraus, dass Mann und Frau und alle ** sich mit Humor begegnen.

    Auf diesen Kommentar antworten
  • 10.01.2018 11:25, Sylvia Kaufhold

    Auch in Frankreich wacht man langsam auf. Sehr wohltuender Beitrag von Catherine Deneuve: http://www.faz.net/aktuell/metoo-catherine-deneuve-befuerchtet-totalitaere-gesellschaft-15383954.html

    Auf diesen Kommentar antworten
  • 10.01.2018 22:39, Reiner czecholewski

    Habe selten so viele offenherzige und durchsichtige Kleider wie bei den GOLDEN GLOBES gesehen,welche natürlich nur als Protest gegen Sexismus in schwarz getragen wurden

    Auf diesen Kommentar antworten
  • 12.01.2018 10:28, Na supi

    Echt jetzt? Jetzt kommen wieder die "sie hat sich sexy angezogen, deswegen darf sie nichts zu bzw. gegen Sexismus sagen" Argumente. Und als nächstes kommt "wäre der Rock nicht so kurz gewesen, wäre sie nicht betatscht worden".

    Eine Frau darf anziehen was sie will, auch bei einer Sexismusdebatte.

    Auf diesen Kommentar antworten
  • 15.01.2018 19:49, Neue Puritaner

    Dieser ziemlich lange Artikel könnte Sie in dem Zusammenhang vielleicht interessieren


    https://www.the-american-interest.com/2017/12/06/the-warlock-hunt/

    besonders der Gesamtschluß der Autorin, daß wir am Ende dieser hysterischen me-too-Sache letztlich wieder da landen, wo man 68 mal losgegangen ist - nämlich bei Sittenwächtern, die darauf achten, daß auch niemand auch nur irgendwas ansatzweise Unzüchtiges macht und Männer und Frauen in mehr oder weniger getrennten Welten leben - fand ich sehr interessant. Man könnte in diesem Sinne die Verfechter dieser me-too-Kampagne die neuen Puritaner nennen.

    Auf diesen Kommentar antworten
  • 19.01.2018 10:28, Sylvia Kaufhold

    Guter und kurzer Beitrag von Prof. Rudolf Gerhardt in der aktuellen ZRP über die Unterschiede zwischen Flirt, Anmache und Sexismus, der es so zusammenfasst:

    "Schluss mit der Anmache, Schluss mit dem Missbrauch der Erotik, aber: Rettet den Flirt, rettet die Flirt-Kultur, vor jedem anti-erotischem Fundamentalismus." Dem kann ich mich nur anschließen!

    Auf diesen Kommentar antworten
  • 23.01.2018 12:49, Monika Frommel

    Tja - aus der Debatte ist eine perfide Strategie geworden. Offenbar nutzt ein anwaltlicher Nebenklagevertreter die Verlängerung der Verjährungsfrist des Jahres 2015 und konstruiert eine Anzeige, der ein Ermittlungsverfahren folgt. Frau Rückert von der ZEIT kann dann heroisch verkünden, dass sie ja für alles eintritt: Feminismus, #metoo, Unschuldsvermutung und Rückwirkungsverbot...Sie hat es aber so gestaltet, dass daraus eine undurchdringliche und nicht justiziabel Verleumdung wird.

    Auf diesen Kommentar antworten
    • 23.01.2018 13:54, AT

      Aber wieso nicht justiziabel? Bei übler Nachrede liegt (als Ausnahme von in dubio pro reo) die Beweislast für die Richtigkeit der Aussage bei dem/der Sich-Äußernden (Fischer, 61. Aufl., $ 186 StGB Rn 11).

    • 23.01.2018 13:59, Horst98

      Frau Frommel, lenken Sie bitte nicht davon ab, dass Sie das Thema Verjährung in Ihrem Artikel außer Acht gelassen haben.

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