LTO.de - Legal Tribune Online - Aktuelles aus Recht und Justiz
 

Vorwürfe gegen Dieter Wedel - #metoo in Deutschland: Die Ver­mark­tung von Empörung

von Prof. Dr. Monika Frommel

05.01.2018

Mit dem Fall Wedel ist #metoo in Deutschland angekommen. Rüpelhaftigkeit wird mit Kriminalität gleichgesetzt, die Unschuldsvermutung in ihr Gegenteil verkehrt, kommentiert Monika Frommel. Die Leidtragenden seien echte, schwer geschädigte Opfer.

Nun ist die #metoo – Kampagne in Deutschland angekommen. Schauspielerinnen werfen dem Regisseur Dieter Wedel gewalttätige und sexuelle Übergriffe vor, die er in den 1990-er Jahren begangen haben soll. Der Fall Wedel wird unverkennbar in die Vorlagen aus Hollywood eingepasst; von einem Bademantel, einem Vorsprechen im Hotel und von körperlicher Gewalt ist die Rede. Niemand trennt mehr zwischen Rüpelhaftigkeit, verbalen Übergriffen, Macho-Gehabe und eindeutig krimineller brachialer und sexualisierter Gewalt.

Die angeblich existierende "soziale Struktur sexueller Gewalt durch sozial und ökonomisch mächtige Männer" macht das auch nicht nötig. Sie wird durch Wiederholung als existent konstruiert. Zwar waren Schauspielerinnen, die in einem kleinen Zeitfenster eine Rolle haben müssen, wenn sie nicht versauern wollen, vor mehr als 70 Jahren in einer misslichen Lage, da damals tatsächlich der patriarchale Schulterschluss funktionierte und selbst eindeutige Formen der sexuellen Gewalt bagatellisiert wurden.

Aber diese Zeiten sind vorbei. Zwar sind Schauspielerinnen immer noch unter Druck. Aber seit den 70-er Jahren werden Gewalt gegen Frauen und Sexismus bekämpft. Bedauerlich, dass viele Schauspieler erst jetzt entdecken, dass nur Solidarität weiter hilft.

Eine viktimere Gesellschaft

Bedenklich ist aber die Strategie, Moralkampagnen mittels strafrechtlicher Forderungen zu führen. Das Strafrecht ist bereits mehrfach und bis zur Unkenntlichkeit geändert worden. Auch Themen wie Machtmissbrauch sind geläufig und rechtlich zu fassen.

Aber zivilisierte Formen der Gegenwehr setzen voraus, dass sich alle an die Spielregeln halten. Klar ist, dass es kriminelles und inakzeptables Verhalten gibt. Auch, dass es nicht nur die jungen Männer der Unterschichten sind, die vergewaltigen.

Dennoch ist die immer wieder wiederholte Annahme, Opfer würden aus Angst und Scham schweigen, veraltet. Sie bereits ist etwa 50 Jahre alt und grob geschätzt seit etwa 20 Jahren nicht mehr realistisch. Das Blatt hat sich gewendet. Wir leben in einer viktimeren Gesellschaft, also in einer Kultur, in der alle, die eine passende Geschichte erzählen können, mit dem Opfersein geradezu kokettieren können und über die Opferrolle Solidarität einfordern.

Die Leidtragenden sind die echten, schwer geschädigten Opfer

Die Gefahr liegt auf der Hand. Die Leidtragenden dieser Inflation sind die echten und schwer geschädigten Opfer. Sie unterscheidet nämlich nicht mehr zwischen beweisbaren und erfundenen Geschichten. Sie akzeptiert auch nicht, dass man Beweisprobleme nicht durch medienwirksame Strategien der Skandalisierung überspielen sollte.

Es wird mittlerweile selbst von seriösen Medien akzeptiert, mediale Pranger zu bedienen. Ist der Beschuldigte unsympathisch, etwa in dem Sinne, dass er in der Vergangenheit ostentativ ein Macho- und Angeber- Gehabe an den Tag gelegt hat, kann sich nun jeder rächen. Viele Zeitgenossen können in Interviews ihre Geschichten erzählen, die ungefiltert veröffentlicht und in den sozialen Netzwerken weiter geleitet werden. Der Grund ist banal: Ein Name kursiert gerade und die Technik der Personalisierung und Skandalisierung funktioniert.

Dass dabei rechtsstaatliche Grundsätze wie die Unschuldsvermutung nicht nur jede Bedeutung verlieren, sondern geradezu in ihr Gegenteil, zur "Schuldvermutung" verkehrt werden, das ist leider evident.

Ermittelt wird sowieso nicht mehr

Früher, in patriarchal geprägten Kulturen, schützte ihre soziale und ökonomische Macht die Täter. Mittlerweile gilt bereits als "übergriffig", wer Macht hat und sich zumindest gelegentlich provokativ verhält. Ihm traut man nun auch gleich eine Vergewaltigung zu, und die Öffentlichkeit gesteht den selbsternannten Opfern zu, über derartige Vorfälle zu plaudern, auch wenn sie sicher keinen Wahrheitsbeweis antreten können.

Im Fall Wedel ist die erzählte Vergewaltigungsgeschichte zudem mehr als zwanzig Jahren alt. Sie wäre also ohnehin verjährt. Da aber wegen der Verjährung keine Ermittlungen mehr möglich sind, riskieren diejenigen, welche sie in Umlauf bringen und in den Medien ungeprüft kolportieren, wenig. Schließlich kann ja mittlerweile auch die Unwahrheit nicht mehr erwiesen werden.

Die Autorin Prof. Dr. Monika Frommel war Direktorin des Instituts für Sanktionsrecht und Kriminologie an der Universität Kiel. Einer ihrer Arbeitsschwerpunkte ist die Kriminologie aus feministischer Perspektive, besonders das Sexualstrafrecht und seine Reformen.

Zitiervorschlag

Monika Frommel, Vorwürfe gegen Dieter Wedel - #metoo in Deutschland: Die Vermarktung von Empörung . In: Legal Tribune Online, 05.01.2018 , https://www.lto.de/persistent/a_id/26329/ (abgerufen am: 17.09.2019 )

Infos zum Zitiervorschlag
Kommentare
  • 05.01.2018 11:36, M

    Ein ehrlicher Artikel!

  • 05.01.2018 12:15, Jens

    "Im Fall Wedel ist die erzählte Vergewaltigungsgeschichte zudem mehr als zwanzig Jahren alt. Sie wäre also ohnehin verjährt. Da aber wegen der Verjährung keine Ermittlungen mehr möglich sind, riskieren diejenigen, welche sie in Umlauf bringen und in den Medien ungeprüft kolportieren, wenig. Schließlich kann ja mittlerweile auch die Unwahrheit nicht mehr erwiesen werden"

    Presserechtlich völliger Unfug. Wenn die Behauptungen nicht stimmen, kann das den Ändernden zivilrechtlich knackig um die Ohren fliegen.

    • 05.01.2018 12:27, Monika Frommel

      na ja, kann sich Wedel das leisten. Hat er das Durchhaltevermögen und die Leidensfähigkeit von Kachelmann? Der saß in U-Haft und hatte schon deswegen Grund sich zu wehren. Dieter Wedel weiß, dass jede neue Schlagzeile für ihn schlecht ist, da je im Grunde seine Rüpelhaftigkeit medial breit getrampelt wird.

    • 05.01.2018 13:50, Jens

      Danke für die Antwort. Aber einer schnell mit fünfstelligem Streitwert ausgestatteten Unterlassungsklage und einer hohen Schadensersatzforderung ausgesetzt sein zu können, halte ich nicht für "wenig riskieren".

      Zu meinem Ausgangsbeitrag: "Äußernden", nicht "Ändernden"

    • 05.01.2018 17:14, a2b2

      Ich stimme dem Artikel weitgehend zu und finde es hilfreich, dass so etwas auch mal von einer Frau geschrieben wird. Ganz so "positiv" würde ich die Situation, dass die Scham vor Anzeigen abgenommen hat, allerdings nicht sehen. Personen, bei denen dies im privaten oder beruflichen Umfeld geschieht, sind da m.E. immer noch sehr zurückhalten. Auf der Gegenseite ist aber tatsächlich eine unkontrollierbare Netzbewegung mit enormer Wirkung entstanden. Darunter sind vermutlich nicht nur viele Personen, die ihre Ereignisse extrem übertreiben - wie in dem Artikel auch dargestellt-, sondern auch "Trittbrettfahrer", die einfach entsprechende Behauptungen aufstellen.

      Entsprechende (presse)rechtliche Ansprüche helfen im Bereich Facebook, Twitter -speziell bei Fake-Namen - nur in der Theorie, aber praktisch nicht weiter. Und deren Reichweite und -leider- auch Einfluss geht inzwischen über die größeren Presseerezeugnisse hinaus, gegen deren Herausgeber man noch vergleichsweise einfach vorgehen kann (Zeit, Durchhaltevermögen und finanzielle Mittel vorausgesetzt). Ich sehe auch die Gefahr, dass Krethi und Plethi damit Existenzen vernichten können, ohne dass es zu strafrechtlichen Veruteilungen kommt. Das finde ich durchaus besorgniserregend.

      Allerdings lässt sich m.E. nach insoweit eine gewisste Parallele zur Boykott-Rechtsprechung ziehen. Auch wenn dort nicht das -menschliche- APR betroffen ist, ist es auch dort in gewissem Rahmen erlaubt, gegenüber Unternehmen zum Boykott aufzurufen. Speziell in Fällen, in denen zwar gravierendes Fehlverhalten relativ wahrscheinlich erfolgt ist, plausibel dargelegt werden, aber nicht (mehr) strafrechtlich verurteilt werden kann, finde ich die Möglichkeit, dass aufgrund des Drucks der Öffentlichkeit jemand künftig nicht mehr gebucht wird, nicht zwingend problematisch - speziell im Entertainment-Sektor, in dem letztlich alles darauf abzielt, Zuschauer/Leser zu erreichen und bereits das Erreichen eines gewissen Alters oder das Aussehen legitime Gründe für einen "Besetzungswechsel" darstellen (Art. 5 GG-künstlerische Freiheit). Trotzdem muss auch in diesem Rahmen beachtet werden, dass auch in diesem Rahmen die äußerungsrechtlichen (straf-und zivilrechtlichen) Vorgaben eingehalten werden.

    • 07.01.2018 12:29, BK

      Wenn die Unwahrheit nicht mehr bewiesen werden kann, gibt es aber auch keine zivilrechtlichen Ansprüche.

    • 11.01.2018 19:45, Horst98

      "Im Fall Wedel ist die erzählte Vergewaltigungsgeschichte zudem mehr als zwanzig Jahren alt. Sie wäre also ohnehin verjährt."

      Letzteres stimmt nicht. Jany Tempel soll im Jahr 1996 im Alter von 27 Jahren Opfer einer Straftat nach para 177 StGB geworden sein. Wer para 78b StGB anwendet - zum Zeitpunkt der Novelle im Jahr 2015 war noch keine Verjährung eingetreten - erkennt, dass die Verjährung erst mit Vollendung des 30. Lebensjahres von Frau Tempel zu laufen begann. Die StA München wird in die Ermittlungen eintreten; sie hat es bestimmt auch schon getan.
      Man sollte schon genau prüfen, bevor man sich öffentlich dergestalt äußert. Der Presse kann man das durchgehen lassen - einer Juristin nicht.

  • 05.01.2018 12:34, RA

    Wie war das noch mit übler Nachrede gem. § 286 StGB und dem Risiko der Nichterweislichkeit? Wenn der Betroffene einen entsprechenden Strafantrag stellt, muss dann eben - inzident - doch ermittelt werden, ob sich eine damalige Vergewaltigung nachweisen lässt. Bei öffentlichen Sachverhalten ist auch nicht davon auszugehen, dass auf die Privatklage verwiesen wird.

    • 05.01.2018 14:49, Monika Frommel

      Nicht § 266, sondern Verleumdung! Aber ein Medienmensch kann sich nicht alles leisten (wegen der negativen Schlagzeilen), was sich ein Jurist im stillen Kämmerlein so denkt.

    • 05.01.2018 17:55, AS

      Mir scheint auch, dass Wedel es mit einer Strafanzeige nur schlimmer machen würde. Er sollte besser abwarten, bis die nächste Sau durchs Dorf getrieben wird und keiner mehr von seinem „Fall“ spricht.
      Dies lehrt der „Fall“ Michel Friedman, der auch wieder im Fernsehen auftritt, ohne dass sich noch jemand an seinen früheren Fehltritten stört.

    • 06.01.2018 15:12, AT

      Mit einer Strafanzeige ginge er "all in". Würde das Verfahren eingestellt, fügte ihm das weiteren Schaden zu. Erst Recht gilt das, wenn die Ermittlungen ergäben, dass die Vorwürfe stimmen. Dann täte er allerdings auch gut daran, sie einzugestehen und Buße zu tun. Sollten die Vorwürfe dagegen nicht stimmen, könnte eine Verurteilung seinen Ruf wiederherstellen. Vgl. Wulff (in den Augen der Öffentlichkeit rehabilitiert) oder Kachelmann (nahezu rehabilitiert).

  • 05.01.2018 13:00, Louis K.

    Ich hoffe doch nur das das ganze "In dubio contra reum" getue nicht auch wie in den USA auf die Gerichte überschwappt.

    • 05.01.2018 14:50, Monika Frommel

      Die "nein heißt nein"-Kampagne und das neue Recht in § 177 ABs. 1 StGB (2016) ist schon ein erster Schritt in diese Richtung.

  • 05.01.2018 13:35, Lüge ist Wahrheit

    Na, gucke einer schau - eine Kriminologie aus feministischer Perspektive!

    Was es alles gibt!
    Gibt es da auch 8000 Eurones pro Zahleinheit von den ehrlich erpressten, ähhh, ausgepressten oder uasgekochten, ausgelutschten Kartoffeln?

    Was rot-grünes Gendergift eben so ausmacht!
    Aushebelung von Recht und Moral, Zerstörung der Familie, Züchtung von Kampflesben und selbstmordgefährdeten Schließmuskelschwächlingen und dann, dann das Bedauern das man dem bösen Patriarchen nach mehr als 20 Jahren mit einer scheinbar inszenierte Scheinstraftat(?) nicht mehr in den Knast bringen kann?

    Ein gewisser 94-jähriger Buchhalter lässt grüßen, nur nicht aufgeben das wird schon noch, Recht muss ja jeden Tag in der Multikultigeselschaft neu ausgehandelt werden....

    Spätestens 2025, ein Buchhändler aus Würsele - he's your hero.

    Gender wird die neue Staatsreligion im neuen Vereinigten Eu-Bonzenland, einfach bunt und divers, so belibig und vollkommen Alternativ- und Rechtlos.
    Was wünscht sich Feminista mehr?

    Naja, ein kleiner Wermutstropfen, Recht wird dann mit den Löchern, egal welcher Art, ausgefochten (guuuter Witz) das gilt aber nur solange die Burka nicht verrutsch oder der Pascha anwesend ist. Man verliert als Frau ja sooo schnell Bett, Herd und Kopf!

    Huch da rollt er...

    • 05.01.2018 13:57, r.nuwieder

      Alles klar ... morgen aber bitte wieder die Medikamente nehmen.

  • 05.01.2018 18:27, Ass iur

    Die Verbreitung nichterweislicher ehrenrühriger Tatsachen erfüllt den Tatbestand der üblen Nachrede nach Paragraph 186 StGB. Der nicht (mehr) nachweisbare Vorwurf von Sexualstraftaten i.S.d. #metoo Kampagne dürfte häufig zumindest einen Anfangsverdacht einer üblen Nachrede begründen. In der Praxis werden die Staatsanwaltschaften allerdingsrivatklageweg verweisen. ABER: Seit 1. Januar 2018 gilt das (verfassungsrechtlich zweifelhafte) Netzwerkdurchsetzungsgesetz. Und das NetzwerkDG erfasst auch Paragraph 186 StGB. Sind dann bei entsprechenden Meldungen Twitter, Facebook & Co. verpflichtet, bestimmte #metoo Behauptungen zu löschen? #metoo = "Hassrede"?

    • 05.01.2018 20:00, AS

      Das wäre dann vielleicht ein Fall für die „Regulierte Selbstregulierung“ nach dem NetzDG. Klingt absurd, ist es wohl auch.

  • 05.01.2018 21:05, Rosemarie

    Warum lese ich in Ihrem Artikel eine pauschale Verurteilung der Opfer? Wer bestimmt denn, wer ein "echtes" Opfer ist? Sie? Warum haben die Frauen so lange geschwiegen? Aus Scham... Warum melden sie sich jetzt? Als Reaktion auf Wedels Statement - und das ist jetzt absehbar unrichtig? Hätten die Frauen ein Interesse daran gehabt, Wedel zu schaden, hätten sie sich schon vorher gemeldet. Ich empfinde Ihren Artikel als Ohrfeige für Opfer von Machtmissbrauch. In Deutschland melden sich schon jetzt kaum welche zu dem Thema, von vornherein wurde propagiert: "Wer so lange geschwiegen hat, dem wurde eh nicht Unrecht getan." Das ist fatal und Sie schlagen genau in diese Kerbe. Vielleicht wissen Sie aber auch nicht, was es bedeutet, Missbrauch zu erleiden und das über Jahrzehnte zu verschweigen, weil man sich schämt.

    • 05.01.2018 22:10, AS

      Wenn Sie in dem Artikel eine pauschale Verurteilung der Opfer sehen, dann vielleicht weil Sie die eben sehen wollen?
      Wer sich in die Medienöffentlichkeit begibt, muss sich auch einer kritischen Auseinandersetzung stellen. Die Betroffenen hätten ja auch andere Wege wählen können, um ihr Anliegen vorzubringen. Das Naheliegendste wäre die Polizei. So kommt man aber natürlich nicht in die Zeitung...

    • 06.01.2018 08:20, JS

      Die Ausführungen von Prof. Frommel sind mehr als befremdlich:
      1) Frau Prof. Frommel behauptet gleich in der Einleitung, im Kontext der Vorwürfe gegen Dieter Wedel werde "Rüpelhaftigkeit ... mit Kriminalität gleichgesetzt". Auf S. 23, rechte Spalte unten im Zeit-Magazin heißt es, Wedel habe einer der Frauen "den Hals zugedrückt". Menschen, denen der "Hals zugedrückt" wird, schweben in Lebensgefahr und haben Todesangst. Hier von "Rüpelhaftigkeit" zu sprechen ist nicht nur juristisch falsch, sondern auch bösartig.
      2) Die "Unschuldsvermutung" gilt allein im Strafprozess für das erkennende Gericht. Schon für die Staatsanwaltschaft gilt sie nicht in diesem Maße, erst recht nicht für die Zeugen, die alles Erlebte von sich geben sollen, auch und gerade wenn sie es nicht beweisen können. Selbst für das Gericht gilt überdies - ebenso wie im Zivilprozess - der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Das Gericht kann also auch in dem Fall, in dem Aussage gegen Aussage steht, gegen den Angeklagten entscheiden. Im "Gericht der öffentlichen Meinung" steht es erst recht der Allgemeinheit frei, die Äußerungen der potentiellen Opfer und des potentiellen Täters frei zu würdigen und dem einen oder dem anderen zu glauben. Frau Prof. Frommel glaubt Herrn Wedel, ich glaube den Frauen.
      3) Selbstverständlich sind auch jetzt, nach 20 Jahren, noch Ermittlungen möglich: Zum einen, wie schon richtig geschrieben wurde, im Rahmen eines Verleumdungsprozesses, den Herr Wedel ja schon angekündigt hat, zum anderen durch jedermann, auch durch Journalistinnen, wie hier ebenfalls schon geschehen.
      4) Woher weiß Frau Prof. Frommel, dass die potentiellen Opfer keinen Wahrheitsbeweis mehr antreten können? Vielleicht gibt es doch weitere Zeugen, die sich melden? Es gibt bereits eine Reihe von Personen aus dem Umfeld der potentiellen Opfer und des Herrn Wedel, die sich zu Wort gemeldet und die Schilderungen der potentiellen Opfer gestützt haben. Herr Dieter Wedel ist selbst ein eitler, nicht allzu schlauer "Plauderer" und es ist gut möglich, dass er sich noch weiter verplappert. Seine stereotypen, von teuren Strafverteidigern entworfenen Standard-Verteidigungsfloskeln ("alles war einvernehmlich, aber ich entschuldige mich vorsorglich bei meiner Oma und allen Menschen, denen ich im Laufe meines Lebens unbeabsichtigt auf die Füße getreten haben könnte") und die vorauseilenden Verteidigungsschriften mandatshungriger Rechtsanwälte und Strafrechts-Professorinnen bringen nicht nur die Öffentlichkeit, sondern auch Juristen-Kollegen und -Kolleginnen nur noch weiter gegen Herrn Wedel auf.

    • 06.01.2018 09:00, Theo

      @JS.
      "Wedel habe einer der Frauen 'den Hals zugedrückt'. Menschen, denen der "Hals zugedrückt" wird"

      Und das weiß man von wem? - Genau, von den tatsächlich oder vermeintlichen Opfern. Es ist und bleibt zunächst nur eine Behauptung, die Sie selbst als Tatsache hinnehmen - aber bisher keinerlei Beweise geliefert wurden!

      "Frau Prof. Frommel glaubt Herrn Wedel, ich glaube den Frauen."
      Nein, glaubt Sie nicht. Sie kritisiert nur den Umgang in solchen Fällen. Und "glauben" können Sie in der Kirche, hier geht es alleine um Tatsachen. Und auch bei "Aussage gegen Aussage" müssen weitere Indizien dazu kommen, die eine Täterschaft für wahrscheinlich halten. Ansonsten ist und bleibt es, was es ist: Eine bloße Behauptung des "Opfers".

      "Selbstverständlich sind auch jetzt, nach 20 Jahren, noch Ermittlungen möglich[...]unter anderen durch jedermann, auch durch Journalistinnen, wie hier ebenfalls schon geschehen. "
      Wir haben echt keine andere Probleme in der Welt, als alte Geschichten nachzujagen, die keiner mehr beweisen kann. Sie sind vermutlich wie nicht wenige einfach Sensationsgeil.
      Und seit wann haben die Journalisten und Jedermann die gleichen Befugnisse wie die StA?

      "Woher weiß Frau Prof. Frommel, dass die potentiellen Opfer keinen Wahrheitsbeweis mehr antreten können? "
      Weil die vermeintlichen Opfer es nicht getan haben. Und wie will man eine Vergewaltigung oder sexuelle Nötigung beweisen - das ist heute schon extrem schwierig. Und wenn es 20 Jahre zurück liegt? Bisschen schwierig mit den medizinischen Gutachten, Erinnerungen, etc.

      "Es gibt bereits eine Reihe von Personen aus dem Umfeld der potentiellen Opfer..."
      Oh ja, extrem glaubwürdig, wenn sowas öffentlich ausgetragen wird. Im Strafprozess habe ich nicht selten solche Personen reihenweise Umfallen gesehen, wenn mit der Wahrheitspflicht und ggf. mit einer Vereidigung gedroht wurde. Ins Gefängnis mochte dann doch keiner für eine Lüge gehen. Aber in der Öffentlichkeit haben die quasi ja nichts zu befürchten.

    • 03.02.2018 01:20, Dr. Hildegard

      Rosemarie,vielen Dank für Ihre Stellungnahme,Sie sprechen mir aus der Seele. Erstmals nach nunmehr 50Jahren und vier Monaten , fühle ich mich berufen Ihnen hiermit absolut recht zu geben, ja mich zu "outen"-jetzt.Mein persönliches "Horrorerlebnis" jahrzehnttelang konnte-mußte ich damit leben, Familie zwei Kinder, doch es "nagte" immer mal wieder, lange Jahre schien es nahezu vergessen, "ungesühnt" im forensischen Sinne. Der Peiniger kam ungeschoren davon, ich habe ihn "danach" nie mehr wieder gesehen ...September 1967:Gerade mal 20, lebte ich kurzzeitig als "Au pair" bei einem Witwer mit 3 Töchtern (Amerikaner im konsularischen Dienst) in Frankfurt.Der Job, von amerik. Freunden meiner Eltern vermittelt, nach persönlichem Kennenlernen der Familie. Als zuvor examinierte OP-Schwester, wollte ich mich bei einer Airline in Frankfurt als Stewardess bewerben, wollte lieber nicht im Ausland mein Englisch perfektionieren, sondern in der Nähe meiner Eltern (40km) wohnen.Eines Abends kam ein guter Bekannter des Hausherrn zu Besuch, wobei sich dieser, ein Deutscher, ca.55, als seriös gab. Er habe einen guten Freund -Vorstandsmitglied einer Airline-diesen rief er sogleich an-verabredete noch am selben Abend mit ihm, um mich vorzustellen. Für damals nicht ungewöhnlich, die Kommunikationswege waren kompliziert.Begriffe eines "Mißbrauchs" im heutigen Sinne waren längst nicht einmal geboren, tabu, nahezu unvorstellbar im privaten Umfeld.Gegen 20.00h, ich zögerte, eine innere Stimme ließ mich zweifeln..,kritzelte schnell noch auf einen Zettel, mit wem ich zu welchem Zweck das Haus verlassen würde- nach meinem Feierabend um 19h.Den Zettel habe ich bis heute aufbewahrt. Man wollte sich in der Bar/Lobby des Hotels Intercontinental (?) treffen. Kurze Autofahrt Hotel, Lobby, Portier, Treppenhaus,eine Tür geöffnet -zu- von innen abgeschlossen-eine Falle! Panik-Weinen-Drohen-Schwitzkasten-Todesangst-Nötigung-Scham, Wut, Verzweiflung, hilflos. AnschließendRückfahrt -ich hatte weder Geld noch Kraft für ein Taxi- wie gelähmt. Zurück zur Familie, kein Wort darüber...Schweigen..Scham, Ohnmachtsgefühle ,Polizei?Anzeige?
      Damals??? Arztbesuch nach 1 Woche wegen starker Beschwerden, Niereninfektion..Ich rechnete mir keinerlei Chancen mit einer Anzeige aus, schwieg also.Nach sechs Wochen weiterhin krank, Nervenzusammenbruch,Heimkehr ins Elternhaus,
      Schweigen über das Geschehene, Mutter verschont mit der schrecklichen Geschichte.
      Scham über meine eigene Naivität, das Ignorieren meiner inneren Stimme!! Zukunftspläne verbaut.Nochmals 7 Jahre Klinikarbeit, danach die Airline,6 Jahre.Dem späteren Ehemann erzählt, was geschehen war, Entsetzen, nach 10 Jahren - Polizei? Verjährt. Trennung in 2000; Depressionen, Therapien -übertrieben? Nein traurige Wahrheit!

  • 06.01.2018 09:14, JG

    Frau Prof. Frommel, wie genau hätten sich denn die Opfer verhalten sollen?
    Aufgrund Ihres Forschungsschwerpunktes würde mich Ihre differenzierte Meinung sehr interessieren. Denn aus Ihrem Artikel schließe ich bis jetzt, Frauen sollten zu Gunsten Opfer schwererer Straftaten nicht von ihren Erlebnissen berichten bevor nicht bewiesen ist, dass ihre Erlebnisse wahr sind.
    Aber das würde ja einen Zirkelschluss darstellen?

    • 06.01.2018 09:44, Monika Frommel

      Wenn jemand gewalttätig wird oder eine sexuelle Handlung überrumpelnd gegen den Willen durchsetzt, dann ist das ein Fall für Gerichte, zivilrechtlich und strafrechtlich. Nur wenn die Beweissicherung sofort geschieht, ist sie belastbar. Hingegen ist eine solche Behauptung nach mehr als zwanzig Jahren - und dann auch noch über BILD nach presserechtlicher Beratung - schlicht grenzwertig: sowohl für BILD und die dann folgen Medienschlacht als auch für die Personen, die sich derartig positionieren.

  • 06.01.2018 10:29, AS

    Ein anderes Beispiel zum Vergleich: Der SPIEGEL berichtete kürzlich von dem Fall aus Berlin, wo das Jugendamt Kinder an Pädophile vermittelte - was m. E. ein echter Skandal ist, der die Öffentlichkeit aber kaum zu interessieren scheint.
    Auch diese Opfer gingen erst jetzt, viele Jahre nach Eintritt der Volljährigkeit, an die Öffentlichkeit. Aber erst, nachdem sie bei den zuständigen Behörden nicht weiterkamen, weil sie immer nur vertröstet wurden.
    Der Unterschied zum Fall Wedel liegt wohl auf der Hand.

  • 06.01.2018 10:38, JS

    @ Theo
    "Sie sind vermutlich wie nicht wenige einfach sensationsgeil."
    Im Gegenteil, ich habe ein berufliches Interesse, und zwar seit ueber 30 Jahren.

    "... und auch bei "Aussage gegen Aussage" müssen weitere Indizien dazu kommen, die eine Täterschaft für wahrscheinlich halten."

    Dies ist falsch, in diesem Fall werden lediglich besonders strenge Anforderungen an die Beweiswuerdigung gestellt. Im uebrigen hat Herr Wedel sich selbst belastet, indem er von sich gab, Frauen, die bei ihm eine Rolle wollten, muessten besonders "lieb" sein. Die Rechtsprechung zu Arbeitszeugnissen ist Ihnen sicherlich bekannt.

    "Wir haben echt keine andere Probleme in der Welt, als alte Geschichten nachzujagen, die keiner mehr beweisen kann."

    Ganz im Gegenteil: Der Gesetzgeber hat bewusst die Verjaehrungsfristen fuer Sexualstraftaten verlaengert, insbesondere zum Schutz Minderjaehriger, Ehepartner und sonstiger Familienmitglieder und von abhaengigen Personen.

    • 06.01.2018 11:24, AS

      Aber wir sind uns doch einig, dass in diesem Fall die Verjährung eingetreten ist, oder?
      Was also wäre Herrn Wedel nun zu raten? Ich bin zwar grundsätzlich auch ein mandatshungriger Rechtsanwalt (allerdings nicht im Straf- oder Presserecht). Gleichwohl würde ich Herrn Wedel wohl eher nicht raten, mit Mitte 70 noch einen Verleumdungsprozess anzustrengen.

  • 06.01.2018 12:50, JS

    @AS
    Wenn sich der Verdacht eines versuchten Tötungsdeliktes (die Frau behauptet, sie habe sich nur mit Mühe entziehen können) erhärten sollte, könnten einzelne Taten auch strafrechtlich nicht verjährt sein. Sollte Herr Wedel die Frauen der Lüge bezichtigen, könnten neue Verjährungsfristen laufen.
    Ich würde Herrn Wedel raten, sich rechtzeitig in einem schönen Land zur Ruhe zu setzen.

    • 11.01.2018 18:46, Wally Töhrig

      Und was raten Sie den Frauen/„Opfern“?

  • 06.01.2018 15:42, AS

    Versuchte Tötung? Das scheint mir doch arg dick aufgetragen. Allerdings gibt es ja durchaus übereifrige Staatsanwälte, siehe etwa im Fall Kachelmann.
    Das mit dem schönen Land ist sicher eine gute Idee.

  • 06.01.2018 19:41, Philipp Fürgut

    klar gibt es Frauen,die tatsächlich Opfer geworden sind,von einer Vergewaltigung.Aber viele auch wollen einfach uns Männer unter Generalverdacht stellen.Und springen einfach mit den anderen Frauen wegen Gruppenzwang,auf den Zug auf.Ich selber wurde von meiner Mutter leidenschaftlich blutig etc geschlagen.Weder Polizei noch Jugendamt glaubte mir. Dann 14 Jahre später wohnte ich,in einem anderen Bundesland.Dort konnte ich mit vergeblichen Beweißen z.b Rechtsanwalt,in eine art Zeugenschutzprogramm gehen.Trotzdem fehlt mir meine Stadt.Hier fühl ich mich nicht wohl.Gleichzeitig hatte ich,auch noch nie eine Freundin bis,zum Vollendeten 30sten Lebensjahr.Weil,die FRauen lieber nur spielen wollten bzw mich verarschen statt,eine feste Beziehung.Nun bin ich soweit das,ich Hemmungen habe,Frauen in Deutschland anzusprechen.Dann wollte ich auch endlich geliebt werden und auch Intimität erfahren was,ich in Deutschland nur,im Puff bekommen konnte was,nicht angenehm war.Dann konnte ich entweder nach Ungarn,Rumänien,Polen,China oder Thailand gehen.Ich entschied mich fürs letztere da,ich Palmen Strand und Meer liebe und weil es billig ist.Lebe da jedes Jahr,für mehrere Monate.Klar,das ich Geld bezahlen muss.Aber seien wir doch ehrlich.Hier in Deutschland muss,man Frauen auch Geld geben.Entweder zum Essen einladen bzw häufige Geschenke kaufen,Kino bezahlen,Unterhalt,etc.Unterm Strich eine thai ist billiger und ist nicht Männerfeindlich,frustriert und verallgemeinert Männer nicht.Kommentare,will ich keine lesen da,hier viele Leute sie,wo ich bei Facebook war sprichwörtlich den Mittelfinger zeigen.Und als Opfer möchte ich nicht mit einem Mittelfinger begrüßt werden.

    • 07.01.2018 14:41, JS

      @ AS
      Thailand waere gut fuer Herrn Wedel, es soll dort hervorragende und preiswerte Betreuungsprogramme fuer deutsche Rentner geben; die Geduld der Tailaenderinnen ist legendaer. Es gibt eine Zusammenarbeit betreffend Kindesmissbrauch, aber in die Kategorie faellt Herr Wedel ja offenbar nicht.

  • 07.01.2018 12:46, AT

    § 823 Abs 2 BGB i.V.m. § 186 StGB?

  • 07.01.2018 16:23, PB

    Ich bin enorm positiv überrascht über die überwiegende Sachlichkeit in dieser Kommentarspalte, zu dieser emotional geführten Debatte. Hier überwiegen nicht die Aufschreie, sondern die Argumente - so soll das sein! So, genau so könnte man auch über Für und Wider von Strafrechtsreformen diskutieren.
    In diesem Sinne gilt es, Prof. Frommel für ihren Beitrag zu danken - ganz unabhängig ob man ihre Meinung und Einschätzungen teilt. Für die Debatte aber sollte jeder dankbar sein!
    In diesem Sinne: Danke.

  • 08.01.2018 12:44, Sylvia Kaufhold

    Vielen Dank für diesen Artikel, der mehr Objektivität und Realismus in die Debatte bringt! Auch jenseits des Strafrechts sehr anregend finde ich den Begriff der "viktimen Gesellschaft". Diese Tendenz hat auch mit dem überhöhten Anspruchsdenken zu tun, das die deutsche und europäische Politik durch ständige Ausweitung von subjektiven (Menschen-)Rechten und dem "Zugang zum Recht" auch im Zivilrecht und öffentlichen Recht immer weiter anheizt. Diese „Individualisierung des Rechts“ verlagert politische Verantwortung und Ziele in das Rechtssystem und die Gerichte. Das überfordert unsere Gesellschaften nicht nur, sondern führt zu immer mehr Narzissmus und Verantwortungslosigkeit – und erreicht damit am Ende das Gegenteil dessen, was sie eigentlich anstrebt: den Verlust von Eigenverantwortung und Freiheit.

    • 10.01.2018 07:47, @topic

      Sehr schön auf den Punkt gebracht, herzlichen Dank!

  • 09.01.2018 20:45, Monika Frommel

    Danke, Sylvia.
    Ich denke, dass die Diagnose, wir leben in einer der viktimeren Gesellschaft, sehr relevant ist; denn es erklärt in der Tat den Narzismus und die Neigung zu übertriebenem Eigensinn. Ich hätte es toll gefunden, wenn die Schauspielerinnen die Globes im Bademantel und ohne high heels entgegen genommen hätten. So war es absurd: gegen Sexismus im verruchten schwarzen, hochgeschlitzten Spitzenkleid zu opponieren. Ein entspanntes Verhältnis der Geschlechter jetzt voraus, dass Mann und Frau und alle ** sich mit Humor begegnen.

  • 10.01.2018 11:25, Sylvia Kaufhold

    Auch in Frankreich wacht man langsam auf. Sehr wohltuender Beitrag von Catherine Deneuve: http://www.faz.net/aktuell/metoo-catherine-deneuve-befuerchtet-totalitaere-gesellschaft-15383954.html

  • 10.01.2018 22:39, Reiner czecholewski

    Habe selten so viele offenherzige und durchsichtige Kleider wie bei den GOLDEN GLOBES gesehen,welche natürlich nur als Protest gegen Sexismus in schwarz getragen wurden

  • 12.01.2018 10:28, Na supi

    Echt jetzt? Jetzt kommen wieder die "sie hat sich sexy angezogen, deswegen darf sie nichts zu bzw. gegen Sexismus sagen" Argumente. Und als nächstes kommt "wäre der Rock nicht so kurz gewesen, wäre sie nicht betatscht worden".

    Eine Frau darf anziehen was sie will, auch bei einer Sexismusdebatte.

    • 24.01.2018 13:38, irgendeinNick

      "Eine Frau darf anziehen was sie will, auch bei einer Sexismusdebatte."

      Hier hat niemand etwas anderes behauptet. Das ist wiedermal so ein moralinsauerer Strohmann.

      Es wurde lediglich in Frage gestellt, ob Aussagen zum Thema Sexismus nicht belastbarer, kongruenter und überzeugender sind, wenn sie von einem Menschen in "normalem" Outfit getätigt werden.

      Ich jedenfalls finde es sehr befremdlich, wenn eine Frau die eigene Sexualität bis unter die Schädeldecke betont (enge, transparente Kleidung, viel Haut, Nagellack, Schminke, PushUp-BHs, HighHeels) und sich dann mit tadelndem Gestus zum Thema Sexismus äußert.

      Denn die Frage ist doch naheliegend: Wenn sie Sexismus als ein generelles Problem ansieht, warum fängt sich dann nicht bei sich selbst an?

  • 15.01.2018 19:49, Neue Puritaner

    Dieser ziemlich lange Artikel könnte Sie in dem Zusammenhang vielleicht interessieren


    https://www.the-american-interest.com/2017/12/06/the-warlock-hunt/

    besonders der Gesamtschluß der Autorin, daß wir am Ende dieser hysterischen me-too-Sache letztlich wieder da landen, wo man 68 mal losgegangen ist - nämlich bei Sittenwächtern, die darauf achten, daß auch niemand auch nur irgendwas ansatzweise Unzüchtiges macht und Männer und Frauen in mehr oder weniger getrennten Welten leben - fand ich sehr interessant. Man könnte in diesem Sinne die Verfechter dieser me-too-Kampagne die neuen Puritaner nennen.

  • 19.01.2018 10:28, Sylvia Kaufhold

    Guter und kurzer Beitrag von Prof. Rudolf Gerhardt in der aktuellen ZRP über die Unterschiede zwischen Flirt, Anmache und Sexismus, der es so zusammenfasst:

    "Schluss mit der Anmache, Schluss mit dem Missbrauch der Erotik, aber: Rettet den Flirt, rettet die Flirt-Kultur, vor jedem anti-erotischem Fundamentalismus." Dem kann ich mich nur anschließen!

  • 23.01.2018 12:49, Monika Frommel

    Tja - aus der Debatte ist eine perfide Strategie geworden. Offenbar nutzt ein anwaltlicher Nebenklagevertreter die Verlängerung der Verjährungsfrist des Jahres 2015 und konstruiert eine Anzeige, der ein Ermittlungsverfahren folgt. Frau Rückert von der ZEIT kann dann heroisch verkünden, dass sie ja für alles eintritt: Feminismus, #metoo, Unschuldsvermutung und Rückwirkungsverbot...Sie hat es aber so gestaltet, dass daraus eine undurchdringliche und nicht justiziabel Verleumdung wird.

    • 23.01.2018 13:54, AT

      Aber wieso nicht justiziabel? Bei übler Nachrede liegt (als Ausnahme von in dubio pro reo) die Beweislast für die Richtigkeit der Aussage bei dem/der Sich-Äußernden (Fischer, 61. Aufl., $ 186 StGB Rn 11).

    • 23.01.2018 13:59, Horst98

      Frau Frommel, lenken Sie bitte nicht davon ab, dass Sie das Thema Verjährung in Ihrem Artikel außer Acht gelassen haben.

  • 23.01.2018 23:32, JS

    Aufgrund der Anwendbarkeit von Paragraph 78b StGB, auf die Horst98 als Erster aufmerksam gemacht hat, bekommt Herr Wedel ja nun seinen ersehnten "day in court". Wir wuenschen ihm gute Genesung!

  • 10.03.2018 23:43, madinolalina

    05.01.2018 21:05, Rosemarie

    "Warum lese ich in Ihrem Artikel eine pauschale Verurteilung der Opfer? Wer bestimmt denn, wer ein "echtes" Opfer ist? Sie? Warum haben die Frauen so lange geschwiegen? Aus Scham... Warum melden sie sich jetzt?"

    Was heißt hier pauschale Verurteilung der Opfer? 1.Wenn ich an die Kachelmann-Affäre denke,weiß man ja,wer wirklich das Opfer war.Die Frauen sehen sich immer in der Opferrolle,weil sie eben Frauen sind und glauben sie können sich alles erlauben und jeden Anzeigen der nur falsch geschaut hat oder zum falschen Zeitpunkt ihrer menstruativen Stimmungschwankungen anwesend war.Das das mal nicht nach hinten los geht.Für üble Nachrede und Rufschädigung würde ich den Gesetzestext anpassen,nämlich so,das der Straftatbestand der üblen Nachrede gleichgesetzt wird mit der Vergewaltigung und dem Strafmaß.Die Frauen wollen doch Gleichberechtigung.Da haben sie ihre Gleichberechtigung.Bääähmmm!!!
    "Wer bestimmt denn,wer ein "echtes" Opfer ist?Sie?
    2.Wer bestimmt denn,wer ein"echter"Täter ist?Sie?Es gilt immernoch "unschuldig ist der,dessen Schuld nicht bewiesen ist".Das kann man ja von diesem " faschistoiden Inquisitionsverein #Metoo nicht behaupten,wo auf jeden Mann mit dem Finger zeigt. Die #Metoo-Bewegung sollte aufpassen,dass das Blatt sich nicht wendet und am Ende alle mit den Finger auf sie zeigen und rufen"da,die Faschisten".In Zeiten der Political Correctness kann das schnell passieren.
    "Warum haben die Frauen so lange geschwiegen?Aus Scham".
    Frauen sind berrechnend,wenn es um Materielle Dinge wie Geld,Besitz oder Luxus geht.Immer da wo es etwas zu holen gibt.Sieht man ja daran,dass ein Playboy-Bunny jemand heiratet der ihr Opa sein könnte.Ich sag nur Österreichischer Baulöwe und Playboy-Bunny.Sie hat diesen mit Sicherheit nicht geheiratet weil sie so altruistisch eingestellt ist.Einfach nur widerlich,diese Geldgier.
    Warum melden sich sich jetzt?
    4.Weil jemand eine Plattform geschaffen hat,wo Frauen die sich nicht verstanden fühlen,deren Liebe nicht erwidert wurde oder weil sie einfach nicht das bekommen haben was sie wollten, ihren Hass,Rachsucht und deren Verlogenheit eine Stimme geben können.

  • 13.03.2018 13:49, Hermann Drube

    Sehr geehrte Frau Prof. Dr. Frommel, danke für Ihre Kommentar. Es ist erschreckend wie selbst in Fachzeitschriften, „Fachleute“ (so auch in den vorliegenden Kommentaren) sich nicht mehr bemühen zwischen Recht und Gerechtigkeit zu unterscheiden. Die populistischen Medien und Politiker leben und profitieren davon. Selbst Gerichte interpretieren nicht mehr unsere Rechtsordnung, setzen setzen moralische Wegweiser (Bundessozialgericht). Die Finanzverwaltung setzt sich zunehmend durch, ohne Rücksicht auf unser Rechtssystem (Prof.Söffing vor 35 Jahre „das Bundesfinanzministerium weis nicht wie Verfassung geschrieben wird“) Man bestraft 95 % der Steuerpflichtigen weil 5 % kriminell sind, oder wie ich es einem Staatssekretär mal vorgeworfen habe, sie teilen die Bundesbürger in einen Teil der zu betreuen ist und einen Teil der unter Aufsicht der Staatsanwaltschaft gehört. Das ich die Entwicklung beobachte, ergibt sich aus einer 45jährigen Berufstätigkeit. Danke, kämpfen Sie weiter.

  • 27.04.2018 22:31, Renate B.

    Heute ist Freitag, der 27.April 2018, immer wieder mal besuche ich dieses Forum ,dessen Einrichtung zumindest korrekt und sinnvoll erscheint,schaue mir die neueren und übrigen Kommentare wieder an und konstatiere: Es ist still geworden um die zu Beginn so zahlreich und engagiert veröffentlichten Beiträge.. "Untergetaucht" erscheint Herr Wedel, man hört und sieht öffentlich kaum mehr von ihm..keine Presse, weder Anklage noch Öffentlichkeit, als hätte es die ganze Aufregung nie gegeben. Totschweigen mit Hilfe der Medien,
    "Nachrichtensperre" dank Prominenz? Aussitzen, abstreiten ,abtauchen-Zeit macht vergessen-bewährte Strategien. Heute wurde Herr Cosby -endlich- abgeurteilt. Ein Zeichen der Hoffnung im Namen aller "echten",d.h. auch forensisch verfizierten Fälle seiner Mißbrauchsopfer. Ihm nützte sein verlogenes, feiges Verhalten nicht mehr, immerhin .Es bleibt sehr spannend hierzulande mit all den ähnlichen Fällen, zuletzt auch noch "der weiße Ring" -unvorstellbar! Herr Wedel fiel mir persönlich erstmals sehr unangenehm auf, als die Serie "König von St.Pauli " gedreht wurde.Seither kennt man seinen Namen, es hat ihn richtig "berühmt" gemacht-auf Kosten unserer Würde..Sein Tabubruch und die widerwärtige Show einer Akteurin, der es sehr schwer gefallen war (laut Interview) sich auf gewisse Szenen-auf wohl auch sanften "Befehl" Wedels einzulassen, sind mir bis heute in Erinnerung-daher wollte ich mir den obszönen Streifen garnicht erst ansehen, man fühlte sich beschämt ob einer "unter der Prämisse Kunst" gezeigten -mit Verlaub- damals noch -jedes Tabu überschreitenden Szenen. Womöglich vielen Frauen erschien dies nahezu unerträglich, öffentliche Proteste? Keine(r) traute sich wohl.Für mich damals bereits ein tiefer Einblick in die "Psychologie" eines Herrn Wedel...Allein der Augenausdruck, selbst wenn man diesen Menschen, nur von Bildern,jedoch nicht wirklich kennt.Charmant mitunter wohl auch, je nach Sachlage eben. Man darf gespannt sein,ob und wie sich der Fall weiterentwickelt...

  • 21.11.2018 18:10, Andrea

    Also im Fall Dieter Wedel hat sich die Beweislager weiter verdichtet! Es gibt so viele Beweise gegen den:

    1. FAZ:

    http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/staatsanwaltschaft-muenchen-ermittlungen-gegen-dieter-wedel-laufen-15412974.html

    2. Spiegel:

    http://www.spiegel.de/kultur/tv/dieter-wedel-arztbericht-erhaertet-vorwuerfe-gegen-regisseur-a-1190136.html

    3. Sueddeutsche:

    https://www.sueddeutsche.de/medien/fall-dieter-wedel-saarlaendischer-rundfunk-kritisiert-fruehere-senderverantwortliche-1.3941734

    4. zeit.de:

    https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2018-01/dieter-wedel-staatsanwaltschaft-ermittlungen

    5. RTL:

    https://rtlnext.rtl.de/cms/dieter-wedel-belegt-dieser-arztbericht-die-missbrauchsvorwuerfe-4140791.html?c=ddbe

    6. DWDL:

    https://www.dwdl.de/nachrichten/65255/wedelvorwrfe_waren_dem_sr_schon_in_den_80ern_bekannt/

    Dass heißt: gegen Dieter Wedel liegen folgende Beweise vor:

    1. dieser Arztbericht ueber die Vergewaltigung
    2. dieser senderinterne Ermittlungsberichht
    3. dieses Attest zu diesen Halswirbelsäulenverletzungen
    4. dieser weitere Krankenhausbericht betreffend diesen Nervenzusammenbruch

    An Zeugen haben wir:

    1. die Opfer
    2. Kollegen von den Opfern
    3. diese Taskforce vom Sender

    Tja... das sieht sehr uebel aus fuer Dieter Wedel. Und was noch schlimmer ist: der Sender wusste schon seit den 1980ger Jahren bescheid und hat NICHTS unternommen damals!

  • 21.11.2018 18:19, Andrea

    Und dass hier:

    https://www.lto.de/recht/hintergruende/h/dieter-wedel-metoo-kriminalisierung-unschuldsvermutung-auf-kosten-der-opfer/?tx_comments_pi1%5Bpage%5D=2&cHash=321aba90b612572cb7417584a6202ab4

    "Im Fall Wedel ist die erzählte Vergewaltigungsgeschichte zudem mehr als zwanzig Jahren alt. Sie wäre also ohnehin verjährt. "

    stimmt laut Staatsanwaltschaft so NICHT!! Im Gegenteil:

    http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/staatsanwaltschaft-muenchen-ermittlungen-gegen-dieter-wedel-laufen-15412974.html

    "Die Staatsanwaltschaft München I hat Ermittlungen gegen den Regisseur Dieter Wedel bestätigt. Eine Sprecherin sagte am Dienstag auf Anfrage, die Ermittlungen liefen wegen des Anfangsverdachts einer nicht verjährten Sexualstraftat. Der Behörde sei es aber „sehr wichtig“, darauf hinzuweisen, dass das Ergebnis der Ermittlungen noch völlig offen sei."

    "Hintergrund des Verfahrens ist demnach die Berichterstattung des Magazins der Wochenzeitung „Die Zeit“ zu Jahresbeginn. In dem Bericht hatten zwei Frauen namentlich und eine dritte Frau anonym Wedel sexuelle Übergriffe vorgeworfen."

    "Die Sprecherin der Staatsanwaltschaft verwies darauf, dass bei Sexualstraftaten seit einer Strafrechtsverschärfung die Verjährungsfrist bis zur Vollendung des 30. Lebensjahres des Opfers ruht. Da eine der von der „Zeit“ namentlich benannten Frauen erst 1999 ihren 30. Geburtstag hatte, wäre die Verjährungsfrist von 20 Jahren in ihrem Fall noch nicht abgelaufen. Die Sprecherin wollte zunächst keine weiteren Angaben zur möglichen Dauer des Verfahrens machen und auch vorerst keine Einzelheiten benennen, ob bereits Vernehmungen vorgenommen wurden."

    Und dass nicht ermittelt wuerde, stimmt so auch nicht, wenn man die ganzen erfundenen Vergewaltigungsgeschichten - die angeblich von Fluechtlingen begangen wurden - so liest! Es wird sehr wohl ermittelt!!

    Hier mal ein aktuelles Beispiel vom 21. November 2018:

    https://www.shz.de/regionales/hamburg/14-jaehrige-erfand-vergewaltigung-durch-afghanischen-fluechtling-id21723862.html?nojs=true

    "Die Ermittlungen gegen den Mann wurden eingestellt. Er soll wegen Anfeindungen aus seinem Umfeld abgetaucht sein."

    "Hamburg | Im August dieses Jahres soll ein afghanischer Flüchtling in der Hamburger Innenstadt eine 14-Jährige vergewaltigt haben. CDU-Politiker forderten damals härtere Strafen und schnellere Abschiebungen zum Schutz der Bevölkerung. Der Aufschrei in den Boulevardmedien war groß."

    "Schon sechs Tage nach der angeblichen Tat kamen allerdings erste Zweifel auf: Der Haftbefehl gegen den 30-Jährigen Afghanen wurde aufgehoben, weil sich laut Oberstaatsanwalt Carsten Rinio „die bisherigen Angaben der Hauptbelastungszeugin in wichtigen Punkten nicht mit den inzwischen ausgewerteten Beweismitteln vereinbaren“ ließen."

    "Ermittlungen eingestellt"

    "Wie das Hamburger Abendblatt berichtet, wurden die Ermittlungen gegen den Beschuldigten nun komplett eingestellt. Laut Rinio gebe es „massive Zweifel“ an der Glaubwürdigkeit der 14-Jährigen – mit anderen Worten: Sie hatte die Tat wohl erfunden. Gegen die 14-Jährige werde aber nicht ermittelt, weil der Afghane das Verfahren laut seines Anwaltes mit einer Anzeige nicht erneut aufrollen wolle."

    "Der 30-Jährige hatte laut Abendblatt nach der Tat mit massiven Repressalien aus seinem Umfeld zu kämpfen. In seinem Flüchtlingsheim habe man ihn als Kinderschänder beschimpft und auch die Familie habe mit ihm gebrochen. Der Mann musste sich seitdem weiter als Obdachloser auf der Straße durchschlagen. Er soll untergetaucht sein."

    oder hier:

    https://www.stimme.de/heilbronn/hn/Frau-droht-Strafe-wegen-vorgetaeuschter-Vergewaltigung;art31502,4067690

    "Heilbronn Eine Frau hatte einen sexuellen Übergriff am Heilbronner Hauptbahnhof erfunden und die Geschichte dazu konstruiert. Die Ermittler hatten früh Zweifel an den Angaben des vermeintlichen Opfers, entschieden sich aber dennoch zu einem Zeugenaufruf. "

    "Der aktuelle Fall um einen frei erfundenen sexuellen Übergriff am Heilbronner Hauptbahnhof zeigt, wie schwierig es auch für die Ermittler der Kriminalpolizei sein kann, die Glaubhaftigkeit einer Person zu überprüfen – und welche Folgen ein Zeugenaufruf haben kann, wenn unklar ist, ob sich eine Tat wirklich ereignet hat oder nicht.

    Die 20-jährige Frau hatte den Ermittlern gegenüber zwei „arabische“ Männer als mutmaßliche Täter beschrieben. Prompt verbreiteten rechtsextreme Onlineportale die Nachricht, weil sie ihre Weltanschauung bestätigt sahen. Aber auch einige andere Medien, große und als seriös geltende, titelten Überschriften wie „Fahndung! Frau in Heilbronn von zwei Männern vergewaltigt“ oder „Schrecklich! Unbekannte zerren Frau in Auto und missbrauchen sie“.

    "Ermittler wurden belogen"

    "Im ursprünglichen Zeugenaufruf von Polizei und Staatsanwaltschaft zum erfundenen Geschehen wird häufig der Konjunktiv und das Wort „mutmaßlich“ verwendet. Die Ermittler hatten früh Zweifel. Dennoch kann der Aufruf so gelesen werden, dass eine solche Tat stattgefunden hat. So lautet die Überschrift der Pressemitteilung: „Hinweise nach Sexualstraftat gesucht“. Man sei verpflichtet, bei einem solchen Anfangsverdacht tätig zu werden, sagt ein Sprecher der Staatsanwaltschaft – unabhängig vom Ergebnis der Ermittlungen."

    "Zudem war nach Angaben der Polizei Anzeige gegen Unbekannt erstattet worden. Wie sich im weiteren Verlauf herausstellte, widersprachen Zeugenaussagen den Schilderungen der Frau. Der von ihr genannten Aufenthaltsort zum angeblichen Tatzeitraum stammte nicht mit den Aussagen von Zeugen überein, die die Frau im genannten Zeitraum am Bahnhof sahen. Die Frau musste schließlich einräumen, alles erfunden und die Ermittler belogen zu haben."

    "Strafmaß für das Vortäuschen einer Straftat"

    "Die Verkürzung in Überschriften wird immer wieder zum Problem im Zusammenhang mit dem Vorwurf von Übergriffen. 2016 gab es einen ähnlichen Fall in Flein. Damals berichtete auch unsere Zeitung von einer „Vergewaltigung in Flein“. Dieses Mal blieb die Heilbronner Stimme vage und schrieb, dass eine Frau ausgesagt habe, Opfer eines sexuellen Übergriffs geworden zu sein. Die Frau in Flein hatte persönliche Probleme als Motiv angegeben; das Motiv der Frau, die jetzt den Vorfall am Hauptbahnhof erfand, nennt die Polizei bewusst nicht, zum Schutz der Frau."

    "Das Strafmaß für das Vortäuschen einer Straftat liegt zwischen einer Geldstrafe bis hin zu einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren. Eine Statistik, wie viel Prozent aller sexuellen Übergriffe frei erfunden sind, gibt es nach Angaben des Bundeskriminalamtes nicht."

    "Wunsch nach Aufmerksamkeit oder Erklärungsnot"

    "Oftmals geht es den vermeintlichen Opfern um den Wunsch nach Aufmerksamkeit oder Erklärungsnot gegenüber Eltern oder Partner. Da dies unter psychischen Problemen einzuordnen ist, bleiben die Strafen nach Einschätzung von Ermittlern in der Praxis gering. Ermittler kritisieren das, denn der Aufwand sei in solchen Fällen oft immens."

    "Die größte Abschreckung wäre es ihrer Ansicht nach, den Polizeieinsatz in Rechnung zu stellen und dies bei sozial Schwachen auch über einen Titel beim Amtsgericht einzuklagen. Strafbemessungen seien aber immer sehr individuell „und nicht zu pauschalisieren“, sagt dazu der Sprecher der Heilbronner Staatsanwaltschaft."

    So viel mal zur Wahrheit!!

  • 21.11.2018 21:18, Andrea

    Und gerade weil es hier um ECHTE Opfer von Dieter Wedel, Weinstein und anderen solchen geht, kann man sich fuer die Ueberschrift ueber diesem Artikel:

    "Die Ver­mark­tung von Empörung"

    nur fremdschämen. Es geht nicht um Vermarktung von Empörung, sondern hier sprechen ECHTE Opfer von Dieter Wedel und anderen solchen. Uebrigens: auch die Schauspielerin Iris Mareike Steen bei GZSZ ist ebenfalls schon Opfer geworden! Auch dazu gibt es genug Berichte im Netz!

    Und dass was diesen Opfern passiert ist, hat NICHTS mit Rüpelhaftigkeit zu tun, sondern wir sprechen hier ueber sexuelle Belästigung und von Vergewaltigung und diese ganzen Dinge sind bei uns längstens strafbar! Weiterhin ist Vergewaltigung eines der schlimmsten Verbrechen, das man einer Frau antun kann. Siehe dazu:

    StGB § 177

    https://dejure.org/gesetze/StGB/177.html

    StGB § 184i

    https://dejure.org/gesetze/StGB/184i.html

    StGB § 253

    https://dejure.org/gesetze/StGB/253.html

    Und dass bedeutet, wir sprechen hier von einer Freiheitsstrafe in einer Spanne zwischen mindestens 3 Jahren und zehn Jahren!
    Zusätzlich sage ich dazu mal: Frauen sind KEIN Freiwild fuer Männer.

  • 21.11.2018 21:21, Andrea

    Weiterhin berichtet die Stuttgarter Zeitung, dass auch Bruederle (FDP) bereits eine Stern-Reporterin sexuell belästigt hat:

    https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.sexismus-bruederle-soll-stern-reporterin-sexuell-belaestigt-haben.2780e843-73c7-4a2c-85a2-49f92763589c.html

    Er kam damals straflos davon. Wann hört dass endlich auf?? Wann werden die Opfer endlich geschuetzt und diese Taten endlich angeklagt?? Und wann wird im Fall Dieter Wedel Anklage erhoben???

  • 21.11.2018 21:31, Andrea

    Weiterhin hat auch Frankreichs ex-Finanzminister Sapin ebenfalls bereits eine Frau ungebuehrlich begrapscht:

    https://www.dw.com/de/frankreichs-finanzminister-sapin-soll-journalistin-begrapscht-haben/a-19250118

    "Ein Griff an die Unterwäsche einer Journalistin bringt Frankreichs Finanzminister Michel Sapin in Bedrängnis. Der Sozialist räumte ein "unangebrachtes" Verhalten ein - mit Verspätung und auf Druck von außen."

    "Zwei französische Journalistinnen werfen dem 64-Jährigen vor, er habe gegenüber einer Reporterin Anfang 2015 eine anzügliche Bemerkung gemacht und das Gummibündchen ihres Slips " flitschen lassen". Die fragliche Szene spielte sich im Januar 2015 beim Weltwirtschaftsforum im Schweizer Davos ab."

    "Nach Darstellung von Stéphanie Marteau und Aziz Zemouri sah Sapin in Davos eine Journalistin, die sich bückte, um einen Kugelschreiber aufzuheben. "Er kann seine Hand nicht zurückhalten und murmelt: 'Ah, aber was zeigen Sie mir denn da?' (...) und lässt das Gummibündchen des Slips der Journalistin mit tief sitzenden Hosen schnalzen", heißt es in einem kürzlich erschienenen Buch der beiden Frauen."

    "Sapin, ein enger Vertrauter von Staatschef François Hollande, gestand ein, sei Verhalten sei "unangebracht" gewesen und äußerte sein Bedauern, bestritt im Detail aber die zuvor von Journalistinnen verbreitete Version des Vorfalls."

    "Recht freizügig: Frankreichs politische Elite"

    "Nach dem Erscheinen des Buchs im April hatte Sapin noch versucht den Ball flach zu halten und jede öffentliche Reaktion auf die Anschuldigung vermieden. Nachdem aber am Montag ein Skandal um den Vize-Parlamentspräsidenten Denis Baupin publik wurde, der mehrere Politikerinnen sexuell belästigt oder mit anzüglichen SMS behelligt haben soll, sah sich Sapin dann doch zu "Klarstellungen" genötigt."

    "Ich habe einer Journalistin eine Bemerkung über ihre Kleidung gemacht und meine Hand auf ihren Rücken gelegt", erklärte der Finanzminister über die Begegnung 2015. "Es gab in meinem Verhalten keinerlei aggressive oder sexistische Absicht. Aber alleine die Tatsache, dass ich die fragliche Person schockiert habe, zeigt, dass diese Worte und diese Handlung unangebracht waren. Es tat mir leid, und es tut mir immer noch leid." Die Journalistin habe ihn umgehend nach dem Vorfall zur Rede gestellt, erklärte Sapin. "Ich habe natürlich aufrichtig um Entschuldigung gebeten.""

    Man sieht also:
    sowas läuft nicht nur hier bei uns in Deutschland sondern auch in anderen EU-Ländern. Auch dagegen muss vorgegangen werden und die Opfer muessen geschuetzt werden.

  • 21.11.2018 22:06, Andrea

    Weiterhin lese ich beim schweizer Tagesanzeiger, dass auch gegen Gérard Depardieu wegen sexueller Straftaten ermittelt wird:

    https://www.tagesanzeiger.ch/panorama/vermischtes/Vorermittlungen-gegen-Depardieu-wegen-Vergewaltigung/story/28156431

    "Nach Angaben aus Pariser Justizkreisen steht der französische Star wegen sexuellen Straftaten unter Verdacht."

    "Gegen Gérard Depardieu wird nach Angaben aus Justizkreisen wegen Sexualstraftaten ermittelt. Den Angaben vom Donnerstag zufolge geht es um sexuelle Übergriffe und Vergewaltigung. Am Montag sei eine Anzeige gegen den 69-jährigen Schauspieler eingereicht worden. Einem Bericht der Zeitung «Le Parisien» zufolge wirft ihm eine etwa 20-jährige Frau vor, sie im August zweimal sexuell missbraucht zu haben."

    "Bei der Frau handelt es sich demnach um eine Tänzerin und Schauspielerin. Dem Bericht zufolge ereigneten sich die Vorfälle am Rande von Theaterproben am 7. und 13. August in einem Pariser Hotel, in dem Depardieu zu dem Zeitpunkt lebte."

    "Aus Justizkreisen hiess es, inzwischen sei die Pariser Staatsanwaltschaft zuständig für die Ermittlungen. Depardieus Anwalt Hervé Temime erklärte, der Schauspieler weise jeden Vorwurf des «Übergriffs» und der «Vergewaltigung» zurück. Dass der Fall öffentlich geworden sei, «stellt ein riesiges Vorurteil gegen Gérard Depardieu dar», sagte Temime weiter. Er zeigte sich dennoch «überzeugt, dass die Unschuld anerkannt werden wird». Zudem rief er zu Zurückhaltung und Respekt gegenüber der Rechte aller Beteiligten auf."

    "Im vergangenen Oktober begann die #MeToo-Debatte mit dem Fall des Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein, dem mehr als hundert Frauen sexuelle Belästigung oder gar Vergewaltigung vorwerfen. Weltweit wurden daraufhin weitere Männer, zumeist in der Filmbranche, sexuellen Fehlverhaltens beschuldigt."

    "Der Star und der russische Pass"

    "Der 1948 geborene Depardieu ist einer der bekanntesten französischen Schauspieler, er wirkte an mehr als 180 Filmen mit. Seinen Durchbruch hatte er 1974 mit dem Film «Die Ausgebufften». 2013 hatte er in seiner Heimat für Empörung gesorgt, als er aus Protest gegen eine vorgeschlagene Steuerreform Frankreich verliess und die russische Staatsbürgerschaft annahm."
    ______________________________________________________________

    Auch der ist schon zum Täter geworden und auch Rainer Bruederle von der FDP:

    https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.sexismus-bruederle-soll-stern-reporterin-sexuell-belaestigt-haben.2780e843-73c7-4a2c-85a2-49f92763589c.html

    Aber es gibt noch weit mehr Fälle in Deutschland und der EU. Von daher bleibt es dabei, dass die Ueberschrift von diesem Artikel absolut zum fremdschämen ist. Es geht nicht um Vermarktung von Empörung, sondern es geht um den Schutz von ECHTEN Opfern!