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Satire: Markenrechtsstreit erreicht die Politik: NPD verklagt AfD über Farbmarke braun

Buntes Treiben im Farbmarkenrecht: Nach der Sparkasse und Nivea muss sich nun auch noch die AfD gegen eine Konkurrentenklage verteidigen. Die NPD macht darin ihre älteren Rechte an der Farbmarke braun geltend.

Mit ihrer zunächst beim Reichsgericht eingereichten Klage moniert die NPD die Vereinnahmung der Farbmarke braun durch die Alternative für Deutschland (AfD). Man habe das Marktverhalten des Konkurrenten schon seit seiner Gründung kritisch bewertet, dessen bisherige Ausrichtung aber mit viel gutem Willen noch irgendwo zwischen beige, ocker und chamois verortet. Damit sei spätestens seit dem Austritt Bernd Luckes Schluss.

"Was Frau Petry da veranstaltet, das ist schon nicht mehr Mahagoni oder Terracotta oder Nougat, sondern so richtig tief… na, Sie wissen schon. Und das ist nun mal unser Look, verdammte Kacke!" kommentierte ein offensichtlich aufgebrachter NPD-Sprecher die Klage gegenüber LTO. Als "Traditionshaus Est. 1964" habe man sich einen treuen und loyalen Kundenstamm erarbeitet, der mit der Farbmarke braun auch gewisse Lifestyleerwartungen verknüpfe.

"Das braune Lebensgefühl muss man authentisch verkörpern"

"Hinter unserem Label stehen schließlich Jahrzehnte an Fremdenhass, Arbeitslosigkeit und sexueller Frustration", heißt es in der Klageschrift. Man sehe zwar ein, dass die AfD unter Petrys Führung diese Werte ebenfalls überzeugt und authentisch lebe, aber man selbst sei nun mal zuerst da gewesen. "Was ist denn das für ein Demokratieverständnis, in dem einfach andere Parteien eine leicht aufgeweichte Fassung unseres Wahlprogramms kopieren können?", fragte der Parteisprecher empört. "Stellen Sie sich mal vor, die SPD würde das bei der CDU machen!"

Im Übrigen habe die NPD bereits alle erforderlichen Beweise eingeholt, um ihr Vorbringen gerichtsfest zu machen. Verkehrsbefragungen hätten ergeben, dass die Farbmarke noch immer sehr viel stärker mit der eigenen Partei als mit der Konkurrenz assoziiert werde. "Da können Sie jeden fragen, vom Rostocker Stammhaushausmeister bis zum Chemnitzer Kneipier", zeigte der Sprecher sich überzeugt, "wenn die braun denken, dann denken die NPD".

AfD will company image mit Xavier Naidoo aufbauen

Auf Seiten der AfD zeigte man sich über die Offensive gelassen. "Da hat wohl der eine oder andere Angst um seinen Rednerplatz im Vorprogramm des örtlichen Schlagerstadels", spöttelte ein Vertreter der Partei im epaulierten Matrosenhemd. Auf dieses Niveau wolle man sich aber gar nicht herablassen, schließlich habe man immerhin mal einen Professor als Parteivorstand gehabt, wohingegen die abgehalfterte Konkurrenz sich bekanntlich eher der mallorquinen Spätabendunterhaltung verpflichtet fühle. So was strahle aus.

Zur Pflege ihres corporate image schwebten der AfD dementsprechend auch eher hochwertige künstlerische Kooperationen vor – mit Xavier Naidoo zum Beispiel. "Das ist jemand, den wir uns gut als Parteibotschafter vorstellen könnten, weil er die Dinge genau so wenig wie wir schwarz-weiß sieht. Sondern eben braun."

Zitiervorschlag

Constantin Baron van Lijnden, Satire: Markenrechtsstreit erreicht die Politik: NPD verklagt AfD über Farbmarke braun . In: Legal Tribune Online, 11.07.2015 , https://www.lto.de/persistent/a_id/16193/ (abgerufen am: 21.10.2020 )

Infos zum Zitiervorschlag
Kommentare
  • 11.07.2015 14:07, hanz

    Ein Satireversuch aus dem Kindergarten.

  • 11.07.2015 14:54, zweifler

    Leute, BITTE: Wenn Ihr hier unbedingt Satire machen wollt, dann holt Euch dafür einen Gastautor vom Postillon oder Titanic. Jemanden, der was davon versteht. Was Ihr hier fabriziert ist nicht witzig. Es ist steif, bemüht und saftlos. Macht doch mal eine Leserumfrage nach dem Motto "Ist das lustig? Ja / Nein".

  • 11.07.2015 15:18, Umfrageteilnehmer

    Als erster offizieller Teilnehmer der vorgeschlagenen Umfrage, würde ich zu folgender Antwort tendieren: Sehr lustig, weiter so.

    Vielen Dank dafür!

  • 11.07.2015 17:54, gut so

    Sicher, Titanic ist das beste, was Deutschland an Satire zu bieten hat, aber ich finde das hier auch nicht schlecht. Zum Schmunzeln eben.

    Und: bitte nicht abschrecken lassen von den humorlosen Menschen, die neulich anmahnten, man müsse "Satire" im Titel kennzeichnen. Ich finde das nach wie vor überflüssig. Es erspart das eigene kritische Denken (zumal spätestens in der ersten Zeile beim "Reichsgericht alles klar sein müsste) und verhindert so, dass man die Satire selbst als solche entdecken kann.

  • 11.07.2015 20:53, Frank Poschau

    SS, SA, - nein- nur Braun

    Es ist mein Leid, meine Not,
    Fäkal, Fäulnis, SS, SA,
    mich missbraucht für Tod,
    Schlechtes für mich da.

    Meine Eltern, Rot und Grün,
    hätten mich nie zeugen sollen,
    Fäkal, Fäulnis fürs blühn,
    SS, SA, ewig mein grollen.

    Brauner Apfel auf dem Müll,
    Gedanken noch so braun,
    Parteien verstrickt im Tüll,
    die Eigenen, - wegschaun.

    Braune den Sieg besangen,
    Schwarzen glaubt Ihr mehr,
    viel Braun in Schwarz gegangen,
    Kapital das neue Heer.

    Ich nehme mir das Leben,
    meine Eltern zur Sterilisation,
    Rote, Grüne, nichts gegeben,
    reden im gleichen Ton.

    Schokolade ist dann Gelb,
    monogam unter 3 Prozent,
    Lug und Trug dieser Welt,
    in ihr Verderben rennt.

    Mischen wir alles neu,
    neue Farben entstehen,
    dem Neuen auf ewig treu,
    dem Alten erlegen.

    Volksdichter
    Frank Poschau
    www.frank-poschau.jimdo.com

  • 12.07.2015 22:19, Kapu

    Herrlich. Bitte mehr davon. Besonders lustig sind die empörten Kommentare von AfD-Fans, die sind quasi die Krönung des Ganzen.

  • 14.07.2015 17:34, Goujat

    Jedermann hat die Möglichkeit, das Mittel der Satire zu diskreditieren, indem er seiner wenig originellen Fantasie und seinen billigen Denkschablonen freien Lauf lässt. Und jedermann hat die Möglichkeit, die Demokratie zu diskreditieren, indem er seine jeweiligen Feinde als primitive, dumme, lächerliche und unwerte "Minusmenschen" darstellt. Von diesen beiden Möglichkeiten hat Ihr Autor Constantin Baron van Lijnden hier reichlich Gebrauch gemacht. Würde ich so ticken wie der Herr Baron, würde ich jetzt eine "Satire" über den geistigen und sittlichen Niedergang des Adels schreiben.