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Marktstudie von Falkensteg: Insol­venz­ent­wick­lung zeigt Licht und Schatten

23.11.2021

Eine Tachonadel am unteren Anschlag

(c) Björn Wylezich | stock.adobe.com

Die Zahl der Insolvenzanmeldungen bleibt auch im dritten Quartal auf niedrigem Niveau, mittelständische Zulieferer im Automobilsektor sind allerdings stark gebeutelt. Falkensteg erwartet herausfordernde Monate für den Retailsektor.

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Die blanken Zahlen sind zunächst ansprechend: Laut dem aktuellen Insolvenz-Report von Falkensteg mussten im Verlauf des dritten Quartals 2021 gerade einmal 14 Unternehmen mit einem Jahresumsatz jenseits von 20 Millionen Euro den Gang zum Amtsgericht antreten, um einen Insolvenzantrag zu stellen. Im entsprechenden Zeitraum des Vorjahres ereilte dieses Schicksal 33 Unternehmen. Der positive Trend, der sich im ersten und zweiten Quartal des Jahres abgezeichnet hatte, setzte sich fort.

Für den Einzelhandel und auch die Vertreter des Dienstleistungssektors seien die Sommermonate gut verlaufen, diagnostiziert Studienautor Johannes von Neumann-Cosel.

Ein gänzlich anderes Stimmungsbild bietet sich im produzierenden Gewerbe. Mit Bolta-Werke (Insolvenzverwalter: Volker Böhm, Schultze & Braun), der Heinze-Gruppe (Dr. Bero-Alexander Lau, White & Case / Stephan Höltershinken, Höltershinken & Kollegen), A-Kaiser (Dr. Michael Jaffé, Jaffé) und Emil Bucher (Michael Pluta, Pluta) mussten gleich vier mittelständische Schwergewichte den Gang in die Insolvenz antreten. Gemeinsames Merkmal des Quartetts: Es handelt sich um Vertreter des Automobilsektors mit einem Jahresumsatz von jeweils mehr als 100 Millionen Euro.

Dunkle Wolken über den Automobilzulieferern

Es ist insbesondere der Chipmangel, der dazu führt, dass Automobilhersteller ihre Produktionspläne kappen und nachgelagert auch weniger Teile bei ihren Zulieferern abrufen. Steigende Kosten für Rohstoffe und Energie erweisen sich als zusätzlicher Belastungsfaktor. Die Konditionen der Verträge mit den Autokonzernen sind in aller Regel auf mehrere Jahre angelegt, der Spielraum für Nachverhandlungen ist gering.

Von Neumann-Cosel erwartet keine Welle, aber einen weiteren Anstieg der Insolvenzen in dieser Branche und weist darauf hin, dass die Wirtschaftspolitik der künftigen Regierung maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung nehmen werde.

Beim Blick nach vorn ist es die Retailbranche, die in der Studie besonders angeleuchtet wird. Lockerungen mit Blick auf die Corona-Maßnahmen haben das Geschäft in den letzten Monaten stabilisiert. Jetzt steht das wichtige Weihnachtsgeschäft vor der Tür. Falkensteg skizziert unter Verweis auf Lieferengpässe bei Elektronikwaren, steigende Inzidenzwerte und eine drohende Kaufzurückhaltung bei den Konsumenten ein steigendes Insolvenzrisiko. Die finanzielle Substanz vieler Händler sei aufgebraucht, das Auslaufen staatlicher Unterstützung könne eine Pleitewelle auslösen, so von Neumann-Cosel.

Die Insolvenzanmeldung bedeutet jedoch nicht zwangsläufig das Aus für das jeweilige Unternehmen. Insolvenzverwalter versuchen regelmäßig, zumindest Teilbereiche zu retten. So können sich Betriebe neu aufstellen – und Arbeitsplätze bleiben erhalten.

sts/LTO-Redaktion

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Fal­ken­s­teg

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Marktstudie von Falkensteg: . In: Legal Tribune Online, 23.11.2021 , https://www.lto.de/persistent/a_id/46728 (abgerufen am: 06.02.2026 )

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