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USA: Urteil im Fall Diren D.: 70 Jahre Haft für Todesschützen

13.02.2015

Für seine tödlichen Schüsse auf den Hamburger Austauschschüler Diren D. im US-Staat Montana ist der Täter zu 70 Jahren Haft verurteilt worden. Die ersten 20 Jahre kann der wegen vorsätzlicher Tötung verurteilte Markus K. keinen Antrag auf Bewährung stellen, entschied ein Gericht am Donnerstag in Missoula.

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Die Verteidigung kündigte an, gegen das Urteil Rechtsmittel einzulegen. Die Familie des Opfers strebt einen zusätzlichen Zivilprozess um Schadensersatz an, wie ihr dafür engagierter Rechtsvertreter David Paoli der Deutschen Presse-Agentur sagte. Die Klage sei bereits eingereicht.

Markus K. stand in seiner orangefarbenen Häftlingsuniform neben seinen Verteidigern und bat kurz vor dem Urteil um Verzeihung für seine Tat. "Ich habe getan, was ich für nötig hielt, um meine Familie und mich selbst zu schützen", sagte er, ehe er abgeführt wurde.  

"Große Bedrohung für die Öffentlichkeit"

Richter Ed McLean widersprach in der Urteilungsbegründung dieser Darstellung: "Sie haben nicht ihr Zuhause beschützt, Sie waren auf der Jagd", sagte er. "Ihre Angst entschuldigt nicht das Leid, dass Sie verursacht haben." Der heute 30 Jahre alte Täter stelle eine zu große Bedrohung für die Öffentlichkeit dar. "Sie sind wütend auf die Welt, und das ist offensichtlich an ihrem Verhalten, an der Sprache, die Sie verwenden", sagte McLean. "Wir müssen eine Gesellschaft schaffen, in der Menschen wie Sie nicht überreagieren."

Markus K. hatte Diren im April 2014 erschossen, nachdem dieser nachts in seine Garage eingedrungen war. Die Geschworenen in dem Prozess meinten, er habe den Jungen in eine Falle gelockt und kaltblütig hingerichtet. Hintergrund seien vorangegangene Einbrüche ins Haus der Familie gewesen. Die Verteidigung plädierte dagegen auf Notwehr. Einen Antrag auf ein neues Verfahren lehnte McLean am Donnerstag ab. Über eine Revision muss aber ein höheres Gericht entscheiden.

Die Partnerin des Täters hatte an das Gericht appelliert: "Markus mag Fehler gemacht haben, aber er ist kein gewalttätiger Mensch." Er sei ein Mann weniger Worte, der aber ein großes Herz habe und sich um seine Familie sorge. "Wir sind gute Leute, gute Eltern", sagte sie. Die Mutter von Markus K. bat den Richter, dem 19 Monate alten Sohn der beiden nicht seinen Vater wegzunehmen.

"Urteil nach US-Maßstäben angemessen"

Der Rechtsvertreter von Direns Familie, Bernhard Docke, begrüßte das Strafmaß. "Entscheidend ist, dass das Verbrechen nicht ungesühnt bleibt", sagte er dem Sender Radio Bremen. Nach US-Maßstäben sei das Urteil angemessen. Der Täter habe keine echte Reue gezeigt. Der angekündigten Revision misst Docke wenig Chancen auf Erfolg ein.

Auch die Gasteltern des erschossenen Teenagers äußerten sich in emotionalen Bemerkungen vor Gericht. "Der Mord an Diren hat (unsere Leben) in einen Wirbelsturm aus Schock, Leid und Trauer verwandelt", sagte Direns Gastvater. "Es hat all die Freude aus unserer Familie gesaugt. Jeder Tag zermürbt uns."

Direns Vater reagierte zurückhaltend. "Ich bin nicht glücklich", sagte Celal D. der Deutschen Presse-Agentur. "Er lebt. Er geht ins Gefängnis, aber er lebt. Mein Sohn ist tot", sagte er mit Blick auf den Täter. Doch natürlich sei er froh, dass Prozess jetzt überstanden sei. "Wir müssen nach Hause gehen und weitermachen." In Hamburg reagierte Direns Familie mit Erleichterung. "Meine Mama hat geweint", sagte Direns Schwester Basak. Die Familie sei von dem Strafmaß überrascht. "Ich hoffe, dass meine Familie jetzt zur Ruhe kommt", ergänzte die 23-Jährige. "Für meine Mama ist wichtig, dass der Täter im Gefängnis sitzt."

dpa/mbr/LTO-Redaktion

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USA: Urteil im Fall Diren D.: . In: Legal Tribune Online, 13.02.2015 , https://www.lto.de/persistent/a_id/14682 (abgerufen am: 15.10.2026 )

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