Umfrage unter (Jura-)Studenten: Hoher Druck, harte Prüfungen, schlechtes Klima

29.000 Studenten hat das Bildungsministerium im Wintersemester 2012/13 zu ihrer Studiensituation befragt. Besonders die Juristen haben recht eindeutige Antworten gefunden – aber nicht immer positive. Danach ist Jura mehr als jedes andere Fach von Konkurrenzdenken geprägt, gleichzeitig herrschen dort die größten Prüfungsängste und die schlechtesten Beziehungen zu den Lehrenden.

 

Die Angaben beruhen auf einer schriftlichen Befragung von 29.000 Studierenden an 14 Universitäten und 11 Fachhochschulen im Auftrag des Bildungsministeriums. Die Umfrage fand im Rahmen des Studierendensurveys statt, der seit den frühen 80-er Jahren im Abstand von jeweils zwei bis drei Jahren durchgeführt wird und somit die umfangreichste Dauerbeobachtung zur Entwicklung der Studiensituation an deutschen Hochschulen darstellt.

Die Rücklaufquote unter den Befragten war allerdings bescheiden; im Ergebnis wurden nur 4.884 Fragebögen (verwertbar) ausgefüllt, von denen gerade einmal 220 auf die Rechtswissenschaften entfallen. Vorsicht ist im Umgang mit den Ergebnissen also geboten – auch, wenn sie manches gängige Klischee zu bestätigen scheinen.

Hier ausgewählte Tabellen der Studie ansehen

Konservative Ziele und die Angst vor dem Scheitern

Und das tun sie. So stand für fast drei Viertel der Jurastudenten von Anfang an fest, dass sie einmal studieren würden, wobei sie auf gute Noten und ein zügiges Studientempo Wert legen. Mit Blick auf ihren späteren Beruf bewerten die jungen Juristen die Kriterien "gute Aufstiegsmöglichkeiten", "hohes Einkommen" und "sicherer Arbeitsplatz" jeweils am höchsten (letzteres gleichauf mit den Medizinern). Demgegenüber sind ihnen neue Aufgaben, das Erforschen von Unbekanntem und das Verwirklichen eigener Ideen weniger wichtig als den Studenten der anderen untersuchten Fachrichtungen.

Das raue Klima der Arbeitswelt kriegen die Juristen allerdings bereits lange vor ihrem Berufseintritt zu spüren. So geben 80 Prozent an, dass hohe Leistungsansprüche für ihr Fach charakteristisch seien – ein beachtlicher Wert, den nur die Mediziner (um ein Prozent) übertreffen. Zum Vergleich: In den Kultur- oder Sozialwissenschaften sagt dies nicht einmal jeder Dritte. Dennoch sind Jurastudenten faul: Nur ein kleiner Anteil gibt an, sehr viel und intensiv für das Studium zu lernen; sie unterschreiten zugleich am häufigsten das vorgesehene Pensum an Vorlesungen.

Deshalb, und weil Jurastudenten (zu Recht) besonders hohen Wert auf eine gute Abschlussnote legen, ist Prüfungsangst unter ihnen sehr verbreitet. 91 Prozent geben an, dass ihnen eine gute Examensnote sehr wichtig sei, 37 Prozent, dass sie in erheblicher Weise Angst vor Prüfungen haben; ebenso viele sorgen sich, das Studium gar nicht zu schaffen – jeweils deutlich mehr als in jedem anderen Fach.

Desintegriert, entpersonalisiert, isoliert

Zu der Anspannung mögen auch die Bedingungen an den Fakultäten beitragen: 36 Prozent klagen über überfüllte Hörsäle, nur bei den Wirtschaftswissenschaftlern sind es noch mehr. Umgekehrt sind die Beziehungen zu den Lehrenden erschreckend schlecht: Nur jeder zehnte Jurastudenten ist in dieser Hinsicht zufrieden, ein Drittel fordert insbesondere eine engere Betreuung.

Auch im Übrigen sind die Angaben zum sozialen Klima ernüchternd. Neben dem hohen Konkurrenzdruck und den überfüllten Räumlichkeiten beklagen 40 Prozent der Rechtswissenschaftler Desintegration, 59 Prozent Entpersonalisierung und 53 Prozent Isolation – Rekordwerte in allen drei Bereichen, denen einzig die Wirtschaftswissenschaftler nahe kommen.

Und in noch einem Punkt sind die Juristen Spitzenreiter: Mit größerer Vehemenz als alle anderen Fachrichtungen fordern sie eine Senkung der Prüfungsanforderungen, die bekanntlich vor allem im Staatsexamen beträchtlich sind.

Positive Befunde, speziell für die Juristenschaft, sucht man in der Untersuchung hingegen weitgehend vergebens. Immerhin: Dem Berufsleben blicken die Jungjuristen heute weitaus weniger sorgenvoll entgegen als früher. Während im Wintersemester 2006/07 noch fast 40 Prozent mit Schwierigkeiten beim Berufsstart rechneten, sind es heute bloß noch 14 Prozent der Jurastudenten.

Vielleicht liegt das aber auch nur daran, dass sie froh sind, die Uni hinter sich zu lassen.

Zitiervorschlag

Constantin Baron van Lijnden, Umfrage unter (Jura-)Studenten: Hoher Druck, harte Prüfungen, schlechtes Klima. In: Legal Tribune Online, 11.11.2014, http://www.lto.de/persistent/a_id/13767/ (abgerufen am: 23.09.2016)

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Kommentare
  • 11.11.2014 15:24, AndW

    Ein witziger Artikel und eine na nicht ganz so spannende Fallstudie. Als ich ehemals zu den Studierenden gehörte, wurde von Beginn an gesagt: Studieren, heißt sich selbst bemühen. Die bemängelte fehlende Führung und Enge zu den Lehrenden, ist wahrscheinlich ehr zuträglich als diese negativ zu belasten und FAUL ist man keineswegs, wenn Vorlesungen einfach nicht besucht werden. In Vorlesungen wird grundsätzlich fast ausschließlich die Meinung des lesenden Porfs dargestellt und wenn diese Darstellung einfach mal nicht zum Lernstil des Studierenden passt, dann muss man daran auch nicht teilnehmen. Auch der sog. Vorlesungsschlaf soll ja der gesündeste sein. Grundsätzlich sollte man die jeweils angebotenen Übungen und Seminare nutzen, um am Ball zu bleiben. Darüber hinaus empfiehlt sich ein Eigenstudium im Lesesaal oder aber noch besser, eine eigene Lerngruppe, die sich selbst puschen kann. Damit wäre auch dem Punkt der Isolation Einhalt geboten. Ich für meinen Teil habe auch immer die Gelegenheit genutzt auch fachübergreifend zu agieren, so dass es zu einer Isolierung nicht kommen konnte. Die Isolationsproblematik ist sicherlich auch dem Umstand der wohnlichen Unterbringung geschuldet. Selbstverständlich ist die Ruhe in einem eigenen Appartement etwas schönes, aber die Vielfalt und Abwechselung, aber auch die Gruppendynamik in einem gemeinschaftlichen Wohnen in einem Wohnheim ist stets positiv zu bewerten.
    Zu den Prüfungsanforderungen, naja ist schon etwas her, aber hier gilt das gleiche Prinzip wie bei der Fahrschule. Als erfolgreicher Absolvent des Staatsexamens wurden Sie mit den Grundzügen vertraut gemacht und können die Maschine bedienen, aber die Sicherheit und Vesiertheit kommt erst mit der Praxis. Vor allem hier muss die Theorie sitzen, dafür hat man nur noch selten Zeit, wenn es um Fragen der Sachverhaltsermittlung und der Ergebnisse für den Mandanten geht. Diesen interssieren keine Theorien, sondern nur der Erfolg seiner Interessen.

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    • 14.11.2014 10:41, SkyB

      Demnach ist es also völlig ok, wenn sich die Lehrenden weiterhin so gut wie gar nicht um ihre Studenten kümmern, sondern in Vorlesungen lieber von ihrem Schwerpunkt faseln, wovon der Student nichts hat und wenn immer mehr zur psychosozialen Beratungdstelle vorm Examen gehen, da es ja auf alles eine Lösung gibt, doch in erster Linie beim Student?
      Es geht nicht darum, dass der Student die Probleme des Jurastudiums, die von der Uni verursacht werden, für sich umgehen soll, sondern dass die Uni endlich mal was dagegen tun könnte, indem sie die Profs mehr an die Leine nimmt und indem man sich mal überlegt, ob es nicht sinnvoll wäre, die Studenten mehr zu betreuen, anstatt immer wieder zu wiederholen, dass man als Student alles selbst zu erledigen hat. Dafür braucht man keine Universität, sondern nur eine Bibliothek.
      Warum im ersten Staatsexamen dann noch kein Kommentar oder ähnliches erlaubt ist, ist mir ebenso ein Rätsel. Grade wenn doch die Streitigkeiten später keine große Rolle mehr spielen kann man Sie auch einfach nachschlagen, anstatt sie alle penibel durchlernen zu müssen. Das dient nicht dem Verständnis, sondern sagt nur darüber aus wie gut man sich etwas merken kann.
      Aber all das sollen dann die kommerziellen Repetitorien richten. Allein deren Existenz ist ein Mahnmal für das Versagen der Universitäten, ihre Jurastudenten ordentlich vorzubereiten und gut durchs Studium zu bringen. Einige wenige können das ganze zwar für sich umschiffen, wie der Verfasser vor mir beschreibt, doch die meisten nunmal nicht. Lösungen für einige wenige sind aber leider keine Hilfe, wenn es darum geht, ein kaputtes System zu sanieren.

  • 11.11.2014 17:35, UnerkanntGeisteskranker

    Also ich kann nur von mir sprechen, ich hab nicht mit Jura angefangen um "die beste Zeit meines Lebens" zu haben oder "voll supi" viele Freunde zu finden. Für mich ist der Ort Universität wie ein Arbeitsplatz, an den ich mich v.a. begebe, weil ich etwas lernen möchte - für mich, weniger für ein Arbeitsentgelt, das mag da noch der größte Unterschied sein. Ich hab auch ganz bewusst keinen Jura-Freundeskreis, man muss ja auch mal abschalten können, ohne wenn man gerade nichts zu ratschen hat gleich wieder aufs Thema Jura zu kommen, wie das sonst ja meist läuft.

    Das heißt nicht, dass ich Jura ohne Leidenschaft studiere, ganz im Gegenteil. Ich liebe die akademischen Freiheiten dieses noch nicht bolognaisierten Studiums ganz genauso, wie die thematische Breite und inhaltliche Tiefe - natürlich kann man "einfach nur" aufs Staatsexamen lernen, Skripts und Rep bemühen. Man kann aber auch richtiger Rechtswissenschaftler sein, im Grunde ist Jura die universelle "Lebenswissenschaft"; es gibt nun einmal keinen Lebensbereich, der nicht juristisch touchiert wird.

    Vielleicht ist letztlich auch dies unser "Problem". Andere Studiengänge haben einen vergleichsweise kleinen Ausschnitt ihres übergeordneten Fachbereiches, wo sich auch viele Leute mit sehr ähnlichen Interessen zusammenfinden werden - sowohl das Fachinteresse wie auch sonstige persönliche Interessen, die zu dieser Fächerwahl gefunden haben. Sprich, die Studenten in anderen Studiengängen sind - das ist auch meine subjektive Beobachtung - menschlich sehr viel homogener. Und mit "Gleichgesinnten" bandelt man halt ganz platt gesagt einfacher an. Bei Jura ist menschlich die gesamte Bandbreite vertreten und inzwischen auch jedes Milieu, die Zeiten des elitären Jura sind längst vorbei.

    Und auch das möchte ich nicht missen. Das macht nicht nur das Studium interessanter, ich zumindest werde ich immer wieder positiv überrascht und komme in Kontakt mit Menschen und Lebenseinstellungen, die mir ansonsten fremd geblieben wären - es wird mit Sicherheit auch die Juristerei in der späteren beruflichen Praxis bereichern. Persönliche Hintergründe beeinflußen nun einmal auch den größten Profi und diese starke Heterogenität der Jurastudenten, die sicherlich auch wenig "Wir-Gefühl" aufkommen lassen mag, kann auch da nur ein Zugewinn sein.

    Ich jedenfalls liebe mein Studium - und auch deswegen, gerade deswegen, bin ich froh, dass ich einen "jurafernen" Freundeskreis habe und auch nicht durch stupide Anwesenheitspflichten in ein Schema gezwungen werde, sondern meinen Interessen, Neigungen und Fragen auch noch ein Stück weit selbstständig nachgehen kann, ohne auf die "Examensrelevanz" achten zu müssen (keine Bange, die Uniklausuren sind bisher fast alle gut gelaufen, bis auf die erste die ich sogleich "vergeigt" - aber auch sehr aus diesem Scheitern gelernt - habe).

    Jura ist eben.. "anders". Und Conclusio: das ist gut so.

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  • 12.11.2014 17:16, Lionel Hutz

    Das Jura-Studium ist was das Prüfungswesen anghet das bizarrste, was man sich vorstellen kann: In 4+ Jahren Studium ein paar Scheine, die zu bestehen absolut machbar ist (bzw. die dann auch als Zwischenprüfung gelten, so erforderlich), dann am Schluss eine Hammerprüfung mit astronomischer Durchfallquote. Auch sind die Übungsklausuren kein guter Maßstab für die zu erwartende Examensleistung, da die Korrekturmaßstäbe der im Akkord arbeitenden "Assistenten" teilweise deutlich von denen der echten Prüfer abweichen und in sich inkonsitent sind - ich habe spaßeshalber mal für die selbe alte Examensklausur, die im Uni- und Rep-Klausurenkurs mit einem halben Jahr Abstand gestellt wurde die identische Lösung abzugeben. Die wurde einmal mit 3 und einmal mit 9 Punkten bewertet, ich denke das sagt alles.

    Ich fand es auch früher schon unglaublich, welche volkswirtschaftliche Verschwendung es ist, Leute 6 Jahre studieren zu lassen, die dann mit drei Durchgefallern im 1. Staatsexamen vor einem Scherbenhaufen stehen. So wenig ich von der Bologna-Reform halte, aber in Jura gehört auch ein System her, das es erlaubt, die weniger hierfür talentierten frühzeitig auf einen anderen Karrierepfad zu führen.

    Der Bachelor ist teilweise der komplett andersherum laufende Wahnsinn mit wöchentlichen Leistungskontrollen. In den USA werden Unis dabei wenigstens danach bewertet, wieviel Prozent jedes Jahrgangs erfolgreich abschließen, hier hat man das Gefühl, je mehr rausgeprüft werden, desto besser für die Uni. Das Jurastudium ist nach wie vor die extreme Gegenposition, paar Jahre ziemlich eigenverantwortlich wurschteln, Prüfung, Ende. Die alten Diplomstudiengänge waren eigentlich ein guter Kompromiss.

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  • 12.11.2014 19:52, Tom

    Das Problem ist nicht die Härte, sondern die Willkür der Examina. Den Prüfern fehlt es oft nicht nur an jeder Fairness, sondern auch an Grundwissen zum Prüfungsgegenstand; wobei jeder seine Meinung für das einzig Wahre hält. In der mündlichen Prüfung des zweiten Examens sagte der Vorsitzende zu mir: "sie haben hier zwar einen hervorragenden Eindruck gemacht, aber wegen Ihrer Klausurnoten können wir Ihnen nicht mehr Punkte geben." Er war übrigens BGH Richter; also jemand, von dem man mehr Kompetenz erwarten hönnte. Jeder kennt solche Geschichten und es kursieren Horrorgeschichten zum von denen die Meisten wahr sind.
    Das ist der Grund, weshalb Jura zurecht so gefürchtet ist.

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    • 14.11.2014 16:41, Leguleius

      Worin genau soll nun der Kompetenzmangel des Vorsitzenden zu sehen sein? Dass er sich gehindert sah, das Ergebnis von 8 oder 10 fünfstündigen Klausuren wegen eines guten Vormittages umzudrehen? Das zweite Examen besteht in der Regel zu 60 % aus den Klausuren, daran kann auch ein Bundesrichter nichts ändern.
      Wie das wiederum mit der zuvor angeprangerten Willkür und den vorgeblichen Defiziten der Prüfer hinsichtlich des Grundwissens zusammenhängen soll, erschließt sich ebenfalls nicht.

      Ihr kurzer frustrationsmotivierter Beitrag könnte daher ein Indiz für Ihre (zu) schlechten Klausurergebnisse sein: Es sind unterschiedliche Fähigkeiten, einerseits mündlich überzeugen und andererseits einen strukturierten Text in kurzer Zeit verfassen zu können. Da beides für die meisten juristischen Berufe wichtig ist, besteht das Examen aus Klausuren und mündlicher Prüfung.

      Und wenn jeder, der seine Wunschnote nicht erreicht hat, dafür die Prüfer verantwortlich macht und das natürlich ganz stichhaltig und plausibel erklären kann, verwundert es nicht, dass jeder tausend Horrorgeschichten kennt, die angeblich Willkür, Systemversagen, Arroganz, Inkompetenz etc. bezeugen. An unrealistischer Selbsteinschätzung kann es schließlich nie liegen ...

    • 14.11.2014 17:12, FF

      leguleius: "Es sind unterschiedliche Fähigkeiten, einerseits mündlich überzeugen und andererseits einen strukturierten Text in kurzer Zeit verfassen zu können." Genau, erstere Fähigkeit wird in den (deutlich wichtigeren) Klausuren abgefragt, zweitere in der mündlichen Prüfung. Beide sind klar zu trennen. Wenn sich nun doch erstere auf letztere durchschlägt, ist das ein völlig ungerechtfertigter Synkretismus. Wieso sollte mit der gleichen Argumentation nicht gesagt werden: Sie waren mündlich so gut, ihre schrichtlichen Noten können nicht stimmen, wir werden sie anheben? Nur, weil chronologisch schriftlich auf mündlich folgt?

      Ihr kurzer, arroganzmotivierter Beitrag überzeugt nun wirklich auch nicht!

    • 14.11.2014 17:28, Leguleius

      ... weil (mindestens) 8 fünfstündige Klausuren, die von mehreren Leuten konzipiert und geprüft wurden, bevor sie rausgegangen sind, und dann von 16 verschiedenen Prüfern anonym korrigiert werden, aussagekräftiger sind als drei Prüfer, die für jeden Kandidaten jeweils 12 Minuten haben!?

    • 15.11.2014 10:12, Peter

      @legoleius: schon mal daran gedacht, dass die von ihrem Vorredner beschriebene Erfahrung in erster Linie eine Überschreitung des Beurteilungsspielraums darstellt? Die in ihrem Beitrag zu Ausdruck kommende, unerträgliche Überheblichkeit wird nur von ihrer Inkompetenz übertroffen. Und auf die Gefahr hin, auf nicht gestellte Fragen zu antworten: Ich habe mit größter Wahrscheinlichkeit bessere Examina als sie.

    • 15.11.2014 13:58, Leguleius

      Ich verstehe Ihre (beider) Anfeindungen nach wie vor nicht.

      Man kann gut und gerne das geltende Prüfungsrecht kritisieren und konstruktive Gegenvorschläge machen (andere Gewichtung, weniger Klausuren, längere mündliche Prüfung etc.), aber es ist doch völlig absurd, einem Bundesrichter und Prüfungsvorsitzenden Willkür und Inkompetenz vorzuwerfen, weil er sich an das geltende Prüfungsrecht (Gewichtung 60 % Klausuren - 40 % mündlich) hält.

      In welcher Hinsicht Sie mir nun Inkompetenz vorwerfen, erschließt sich mir ebenfalls nicht. Ich hoffe aber, dass Sie mit Ihren hervorragenden Examina (nach denen sicher niemand gefragt hätte) nicht auch von Willkürerfahrungen geplagt werden; vielleicht fühlen Sie sich ja von inkompetenten Prüfern zu gut beurteilt.

      Und wer weiß, ob ich überhaupt examiniert bin ...

    • 16.11.2014 11:47, Hans A

      Hier reden offenbar Leute aneinander vorbei, nachdem sie folgende Passage unterschiedlich interpretiert haben: "wegen Ihrer Klausurnoten können wir Ihnen nicht mehr Punkte geben".

      Wenn man unterstellt, dass der Prüfer sich korrekt verhalten hat, muss sich das auf die Gesamtpunktzahl beziehen.

      Wenn man unterstellt, dass der Beitrag von Tom nicht völlig sinnlos war, muss es sich auf die Punktzahl der mündlichen Note beziehen.

      Letzteres scheint mir die normale Interpretation zu sein, wonach man sich immer noch fragen kann (und sollte), ob Tom die Situation korrekt wiedergibt. Erstere Interpretation scheint mir eher ein Hinweis auf ideologische Scheuklappen zu sein.

    • 17.11.2014 15:31, FF

      Hans A., ja, danke, nach Leguleius letzten Beitrag sehe ich das Missverständnis auch. Und ich stimme zu, Toms Einlassung machen wirklich nur in dann Sinn, wenn der Prüfer sich auf die mündliche Note bezog und diese aufgrund der schriftlichen Note "deckelte". Sonst hätte er tatsächlich nichts getan außer die Prüfungsordnung wiederzugeben...

    • 18.11.2014 16:40, Henrik

      Vielleicht sind Sie einfach nicht "wertvoll" genug. In meiner mündlichen Prüfung bekamen die Quotenfrauen und eine Doppelplusmenschin durch Mondnoten einen ganzen Notensprung über den schriftlichen Ergebnissen während die beiden Männer auf ihren schriftlichen Ausgangsnoten verblieben.

  • 14.11.2014 11:41, Elena Glossoti

    Warum scheiben Sie nicht im Kommentar z.B. Manipualtion und Datentechnische Diebstähle und Veränderung von Urkunden, Daten bis zur Unkenntlichlkeit, wobei, man sich mit den Daten und Atributen und Geld Dritter akkreditiert und es auch mit Banken, Versicherungen, Instituten und Institutionen verbraucht, wie in meinem Fall es dadurch vertreibt und vermittelt bis man mit dem Geld, mit den Geistigen und Sonstigen Anlagen und Angaben Dritter weiter und davon kommt ? Warum scheiben Sie nicht hin von der Familien und von Staat, dadurch geförderte Berufs-, Studiums-, Ausbildungszahlungen? Als Eigenmarketing und Berufskapital?

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    • 15.11.2014 17:17, nondumconceptus

      Ich würde mal sagen der Kommentar trifft voll ins Schwarze. Die Konzeption des Jurastudiums und das Prüfungssystem sind absoluter Irrwitz. Das System trägt die, die besonders konform "funktionstüchtig" sind und perpetuiert sich so selbst. Das Dritte Reich ist meiner Meinung nach ohne die Spezifika des deutschen Juristenausbildungssystems so nicht denkbar. Wenn Sie vorhaben sich Ihr Leben so richtig zu vermiesen, begeben Sie sich in diesen Sumpf und studieren Jura. Ich kann nur jeden halbwegs normalen Menschen dringlichst davor warnen! Ich behaupte: in keinem Fach ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie (eher) früher oder/ (als) später aus beruflichen Gründen unglücklich werden so groß. 10% der Leute sind vielleicht tatsächlich dafür geeignet und auch von diesen macht sich ein gehöriger Anteil noch selbst was vor. Sie haben Ihr Leben und Ihre Studienwahl noch vor sich ? Finger weg von Jura! Seien Sie eindringlichst gewarnt!!

  • 14.11.2014 19:23, Sacha Gruber

    Als ich mit dem Jurastudium anfing, gab es eine Art Vorstellungsrunde in kleinem Kreis. Ich dachte mir schon damals: "ich will meinen Nachbarn gar nicht kennenlernen". Aber wenn ich etwas festgestellt habe, dann daß Juristen Menschen sind, die kein Blatt vor den Mund nehmen. Der Umgang ist sehr ruppig. Ironischerweise bin auch ich in meinem Umgang schon immer ruppig gewesen, so daß mir das durchaus entgegenkommt. Ja, ich bin schon ein bißchen streitsüchtig. Aber bei mir sind das Phasen und bei denen ist das ein Dauerzustand. Was den Inhalt angeht, so ist mein größtes Problem mit dem Studiengang die Tatsache, daß es hier nicht die Natur als Instanz gibt, welche die Gesetze macht. Ein Ingenieur, der eine Aussage über eine Maschine macht, die sich im Experiment nicht bestätigen läßt, hat sehr schnell seine Glaubwürdigkeit verloren. Ein Rechtswissenschaftler, der eine Aussage tätigt, die nicht von allen geteilt wird, ist der große Held und kann sich darauf stützen, nun eine Mindermeinung zu vertreten.

    Was ich persönlich überhaupt nicht leiden kann sind Menschen, die eingeschnappt sind. Und egal was man den Mitstudenten an den Kopf wirft, keiner ist danach beleidigt.

    Inhaltlich ist es pervers schwer und viel.

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  • 15.11.2014 13:57, Ex-Jura-Student

    Es gibt große regionale Unterschiede (insbesondere von Bundesland zu Bundesland, manchmal aber auch von Uni zu Uni).
    Geltungsdrang, Stolz, Eitelkeit, Überheblichkeit, Arroganz, Rechthaberei, Triumphalismus, Hierarchie- und Elitedenken, Sozialdarwinismus, sowie Mangel an Empathie, sind bei Lehrenden und Lernenden leider weit verbreitet.
    Trotzdem findet, wer sucht, auch viele nette Mitstudierende und viele nette Professoren, und insbesondere die Assistenten und wissenschaftlichen Mitarbeiter sind oft sehr herzliche und sehr angenehme und sehr hilfsbereite Menschen.

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  • 15.11.2014 16:43, Irrelevant

    Diejenigen die jammern und meckern über die "ach so schweren Prüfungen" sind doch meistens die Leute, welche knapp bestehen oder gar durchfallen ... es gibt genug arbeitslose Juristen oder solche die sich mit einer 1 Mann Kanzlei notgedrungen selbstständig gemacht haben, ein Absenken der Prüfungsanforderungen hätte m.M.n. nur eine noch größere "Schwemme" zur Folge. Um eine Klausur zu bestehen braucht es 4 von 18 Punkten, das ist (bis auf ganz wenige Ausnahmen) durchaus machbar, erst im oberen Punktesegment wird's eng ...
    Und ja, ich hab das Studium hinter mir seit ca. 5 Jahren .... 2 Staatsexamen und nen "ganz passablen Job" im Öffentlichen Dienst :) ... das einzig wirklich Sinnvolle wäre in meinen Augen, früher härtere Prüfungen (Zwischenprüfung z.B.), damit es nicht so viele erst nach 5 Jahren trifft ...

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  • 15.11.2014 18:52, nondumconceptus

    Es gibt denke ich viel, was man über das Jurastudium schreiben könnte. Ich meine es ist mit kaum einem anderen Studiengang vergleichbar und in der deutschen Hochschullandschaft und erst recht international so ziemlich einmalig. Einmalig soll hier aber nicht im positiven Sinne konnotiert sein.

    Rückblickend kann ich dem Studieninteressierten nur an die Hand geben sich 1-3 Semester eingehend prüfend mit dem Fach selbst, aber auch mit dem Subkosmos der dahinter steht - also dem "Jurasystem" - zu befassen, bevor eine endgültige Entscheidung für das Fach fällt. Sie müssen sich darüber im Klaren sein, dass Sie das vor der Studienwahl angemessen nicht leisten können, weil Sie die Tragweite und Bedeutung Ihrer Entscheidung erst ermessen können, wenn Sie wirklich drinstecken. Bleiben Sie auf jeden Fall mental flexibel, um den rechtzeitigen Ausstieg hinzubekommen. Ich würde sagen bis zum Ende des 4 Semesters ist ein Fachwechsel noch uneingeschränkt zu empfehlen, wenn begründete und nachhaltige Zweifel an der Studienwahl auftreten. Wenn Sie versuchen einfach nur durchzuhalten wird die Gefahr groß, dass die Qual am Ende so unermesslich wird, dass die 2 "verlorenen" Jahre im Vergleich dazu ein Witz sind.

    Sie müssen sich darüber im Klaren sein, dass das Ausbildungskonzept darauf basiert Sie intellektuell, physisch und psychisch an Ihre Grenzen zu bringen. Die Anforderungen, die an Sie gestellt werden sind nicht erfüllbar. Der Druck, der gezielt erzeugt wird ist maximal. Es gilt entgegen einem bekannten Rechtsgrundsatz: impossibilium est obligatio. Sie müssen sich darüber im Klaren sein, dass Sie in erster Linie auf sich allein gestellt sind. Sie müssen sich darüber im Klaren sein, dass es innerhalb des Systems keinen Raum für menschliche Schwächen gibt. Vorgaben, Anweisungen etc. sind strikt einzuhalten und ziehen bei Verstoß die entsprechenden Folgen strigent nach sich. Diskussionen über Noten, Abgabetermine, Prüfungsinhalte etc. wie mir aus anderen Studienfächern bekannt, gibt es nicht. Allenfalls können Sie den Rechtsweg beschreiten. Sie müssen sich darüber im Klaren sein, dass all das, was Sie während des Studiums an Prüfungen und Arbeiten abliefern, nur ein seichter Vorgeschmack auf das ist, was zum Schluss kommt. Die Examensprüfung. Diese hat mit all den Prüfungen während des Studiums nur bedingt zu tun. Wenn Sie also glauben, gut auf das Examen vorbereitet zu sein, wenn Sie während Ihrer Studienzeit alle Klausuren (je nach Prüfungsordnung zwischen 28 und 34 Prüfungen) und ca. Hausarbeiten (je nach Prüfungsordnung ca. 8 Stück) ordentlich bearbeitet und bestanden haben, dann irren Sie und diese Fehlvorstellung wird für Sie zum Alptraum werden. Sie müssen sich darüber im Klaren sein, dass Sie - anders als die meisten anderen Studenten - für DIE Prüfung nicht den Stoff eines Semsters aus einem Fach parat haben müssen, sondern den gesamten Stoff der Prüfungsgegenständeverordnung. Sie müssen sich auch darüber im Klaren sein, dass niemanden interessieren wird, was Sie während dem Studium an Leistungen erbracht haben. Allein Ihre Examesergebnisse sind entscheidend! Sie müssen sich darüber im Klaren sein, dass die Art der Prüfung auf reiner Transferleistung beruht. Das heißt allein das Wissen ist als selbstverständlich vorausgesetzt. Sie werden nicht mit Aufgaben konfrontiert sein, dieSie "lernen" können, sondern Sie müssen ausschließlich mit Hilfe Ihres Wissens selbst Lösungen erarbeiten. Geprüft wird die Erstellung von Rechtsgutachten ad hoc, logisch stringent, sauber im Aufbau und vorbildlich formuliert in 3 bzw. 5 Stunden Bearbeitungszeit. Sie müssen sich darüber im Klaren sein, dass Sie richtig was leisten müssen, um für Ihre Arbeit 9 von den 18 möglichen Punkten zu bekommen. Dann gehören Sie nämlich zu den besten 10 %. Sie müssen sich darüber im Klaren sein, dass Sie, wenn sie Ihrer Aufgabe als Jurastudent so nachkommen wollen, wie es erforderlich ist, keine Freiräume für nebenberufliche Aktivitäten haben. Sie brauchen Ihre ganze Energie und Konzentration für die Juristerei. Sie müssen sich darüber im Klaren sein, dass Sie deshalb entsprechende finanzielle Ressourcen und Rückhalt benötigen. Sie müssen sich darüber im Klaren sein, dass es beim Jurastudium nicht einfach nur um das Absolvieren eines Curriculums geht mit dem Ziel einen Studienabschluss zu bekommen, sondern dass die Aufgabe darin besteht, über Jahre hinweg ein dichtes Netz an Verknüpfungen in Ihrem Gehirn zu erschaffen, das Ihnen erlaubt die Lebenssachverhalte mittels der dazugehörenden Methodik zutreffenden Lösungen zuzuführen. Dies wird nie aufhören. Sie werden niemals mit dem "Jurastudium fertig sein". Glauben Sie nicht, Sie hätten Semester"ferien". Sie müssen im Laufe Ihres Studiums idR 8 Hausarbeiten verfassen und mindestens 3 Monate Praktikum ableisten. Seien Sie sich darüber im Klaren, dass wenn Sie all das auf sich genommen haben und das Examen bestanden haben, Sie gerade mal den Grundstein gelegt haben. Es folgen dann weitere zwei Jahre praktischer Ausbildung, die aber - man ahne es - mit einer theoretischen Examensprüfung (tlw. bis zu 11 5-stündige Klausuren) endet. Seien Sie sich darüber im Klaren, dass Sie dann, wenn Sie also nun endlich nach alledem Volljurist sind, auf einen Arbeitsmarkt treten, der völlig überfüllt ist. Machen Sie sich klar, dass ein nicht marginales Risiko dafür besteht, dass sich nach all der Mühe und trotz Erfolgs herausstellt, dass sich Ihre Investition gar nie rentieren wird, weder finanziell noch ideell. Machen Sie sich klar, dass Sie Gewissheit über Ihre Ausgangslage erst zu einem Zeitpunkt in Ihrem Leben haben, an dem Sie schon nicht mehr ganz jung sind. Seien Sie sich darüber im Klaren, dass Sie sich auf einen langen und steinigen Weg begeben und über lange Strecken ohne Essen und Trinken auskommen müssen und am Ende möglicherweise nackt vor dem Nichts stehen.

    Wer also nicht weiß, warum er Jura studiert, der lasse es. Wer Jura studieren will, weil man "damit so viel machen kann", der lasse es. Wer Jura studieren will, weil man "damit viel Geld verdienen kann", der lasse es. Wer Jura studieren will, weil er Barbara Salesch oder Boston Legal gut findet, der lasse es. Wer Jura studieren will, weil er in Deutsch gut war, der lasse es. Wer Jura studieren will, weil der gewünschte Studienplatz nicht zu bekommen war, der lasse bitte auch die Finger vom Jurastudium. Wer Jura studieren will und keine Familie mit Geld im Rücken hat, der lasse es. Wer Jura studieren will, weil ihm oder ihr Gerechtigkeit wichtig ist, der lasse es. Wer konstruktiven Kontakt zu anderen Menschen braucht, der lasse das Jurastudium sein. Wer viel Freizeit haben will, der lasse das Jurastudium sein.

    Allen anderen Verrückten, die jetzt noch immer glauben, dass sie Jura studieren sollten, diene Obenstehendes als eindringliche Warnung! Sie werden in den dunklen Stunden, die Ihnen zweifelsohne bevorstehen, an mich denken.

    nondum_conceptus

    PS: die eine oder andere zugegebene Drastifizierung dient der wohlmeinenden Abschreckung potentieller, orientierungsloser Opfer

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    • 17.11.2014 11:55, Tribun

      Das trifft es "leider" zu 100%.

    • 27.01.2015 09:02, Peter

      Seien Sie sich darüber im Klaren dass es Leute gibt die viel zu sagen haben und er es besser hätte lassen sollen. Wahnsinn wenn ich so ein Quatsch lese.

      In vielen Studien ist es notwendig sich voll mit der Materie zu identifizieren. Ihr Juristen und angehende Juristen habt sicher ein schweres Studium. Aber sich damit so in den Himmel zu hieven weil man meint man mache alles richtig ist für mich total asozial.

      Eines habt Ihr wohl komplett vergessen oder noch nie gekonnt. Und das ist frei zu denken. Wegen mir könnt ihr euch alle gern in die Fesseln des Jurastudiums werfen aber tut nicht so als wenn ihr die Kings wärt. Ihr seit ein Haufen 1er Schüler die Angst haben etwas falsch zu machen und sich in den Schutz des Mantels der wärmenden Justitia legen.

    • 21.10.2015 21:16, alimine

      Danke für diesen Kommentar. Ich habe ihn vor Beginn meines Studiums gelesen und ihn für dramatisierende Schwarzmalerei gehalten. Während meines einjährigen Studiums habe ich ihn wiederholt neu gelesen und jetzt, um die Erfahrung eines Studienabbruchs reicher, kann ich bestätigen, dass Ihr Kommentar ins Schwarze trifft.

  • 15.11.2014 22:44, cand-iur-aus-trier

    Juristen und Jurastudenten sind nicht immer die angenehmsten Zeitgenossen.
    Wenn in einer juristischen Fakultät jemand einen Mitstudenten oder eine Mitstudentin nicht leiden kann, werden nicht selten irgendwelche Verdächtigungen oder Gerüchte gestreut, etwa zum Beispiel eine Kommilitonin seiihrem Freund angeblich nicht treu, und habe hinter dessen
    Rücken unangemessene Beziehungen zu irgendwelchen vermeintlich verachtenswertens oder geringgeschätzten Personen, oder ein Kommilitone sei angeblich homo- oder bisexuell.
    Solche intriganten Gerüchtemachereien gibt es zwar auch unter Studenten anderer Fachbereiche, aber unter Jurastudenten und BWLern wird so manchmal tatsächlich das Ansehen und der Respekt eines Mitmenschen zerstört, während unter Medizinern, Psychologen, Pädagogen, Biologen, Soziologen, Sportstudenten, Kunststudenten, Musikstudenten usw. solche Gerüchte eher ein gleichgültiges Schulterzucken auslösen würden, und nicht dazu führen würden, daß eine Mitstudentin oder ein Mitstudent zukünftig weniher respektiert und weniger geachtet wird.
    Wenn man Juristen fragt ob sie liberal sind antworten zwar fast alle mit "Ja.", aber im tatsächlichen täglichen Verhalten sind viele Juristen eher weniger liberal sondern oft eher konservativ und spießig.

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  • 17.11.2014 11:14, Christian

    Ich denke man sollte hier nicht so viel durcheinanderwürfeln.

    1. Das eine ist das "Subjektive" was z.B. Umgang untereinander betrifft usw. . Hier hat die Fakultät sicher Einfluss, aber ein Arsch bleibt ein Arsch und die gibt es sicher überall. Das sollte man nicht bewerten. Dieses"ich kenne" einen der ist gnz sympathisch UND Jurist und ich kenne nur Idioten und die flirten alle mit den Profs blablabla. Wohin soll da führen, in welche Richtung eine Diskusion lenken? Zu nichts.

    2. Das Studium an sich wird sicher irgendwann mal reformiert werden (müssen). Wie jedes Studium und jeder Beruf muss man sich auch als Jurist sicherlich der sich immer verändernden Welt anpassen. So wie Handwerksausbildungen sich den neuen Maschienen und Geräten anpassen und genau wie andere Studiengänge sich auch verändern. Das Problem ist wohl, dass die die es in erster Linie verändern können selbst klassisch mit 1 und 2 Examen usw. geschafft haben und diese wollen gern diese Besonderheit erhalten. Ist ja auch eine Imagesache, ein Jurastudium hat eben ein anderes Image als ein Sozialpädagogikstudium.

    3. Das Staatsexamen ist schwer und für die die es schaffen eine richtig gute Sache. Da kann man eben wirklich stolz drauf sein. Ich denke sowas gibt dan auch einen kleinen Schub der sicher in dem Beruf ganz gut zu gebrauchen ist.

    4. Das Studium war bei mir nicht "zu einfach" denke ich. 50% sind bis zum Schwerpunktstudium auf der Strecke geblieben. Ich denke das ist schon eine nicht allzu niedrige Quote. Das dann im Examen nochmal so ca. 45% durchfallen zeigt dann für mich, dass irgendwo anders etwas falsch läuft. Das denken die anderen 55% jedoch nicht und die Korrektoren/innen usw. ebenfalls nicht.

    5. Fakt ist, dass ca. 1/3 der Studenten das Examen nicht schaffen, diese jedoch ca. 5 Jahre lang studieren. Diese Menschen sind nach 5 Jahren nicht komplett ungebildet. Auf dem Papier sind sie es aber. Das ist einfach nicht richtig. Dazu ist es einfach nicht wirtschaftlich.

    6. Mein Vorschlag wäre:
    Nach den "Großen Scheinen" und mit der Zulassung zum Schwerpunktstudium ODER mit Abschlusses des Schwerpunktstudiums und damit der gesamten Universitären Laufbaun muss es einen Berufsqualifizierenden Abschluss geben, der es erlaubt z.B. vergleichbar eines Rechtsanwaltsfachangestellten zu arbeiten oder ggf. in Firmen unterzukommen. Das würde auch dem angeblichen Überangebot an Anwälten zugute kommen denke ich, denn statt sich ggf. 2 Jahre durchs Ref udn 2te Examen zu quälen um dann an den 4 Punkten zu scheitern würde so mancher sich vllt. seinen Bürojob suchen und würde in diesem aufgehen können. Dazu würde es die Angst nehmen auf 0 zu fallen. Es würde Auswüchse wie "Gekaufte Examen" eher vermeiden... .

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  • 03.12.2014 17:47, Salona

    Über Jura kann man vieles sagen, vieles denken und noch viel mehr schreiben. Aber eines bleibt für alle gleich: Wer sich für das Fach "Rechtswissenschaften" - Jura- entscheidet, der muss für mind. 5 Jahre eine gehörige Portion Disziplin, Selbstbewusstsein - in Form innerer Stärke, nicht zu verwechseln mit unausstehlicher Arroganz - mitbringen und exorbitant viel Fleiß.
    Nur die wenigsten sind zum Beruf des Juristen "berufen" und können zwei Examina mit Bestnoten beschließen. Ein kleiner Teil wird das "Vollbefriedigend" erreichen, was ein klasse Abschluss ist. Der größte Teil aber wird auf dem "Ausreichend" landen.

    Das bedeutet, das Examen ist bestanden! Allein das, ist ein tolles Ziel. Aber wer damit die große und gut bezahlte Karriere starten möchte wird bald ernüchternd feststellen, dass die Personalabteilung sich letztlich doch für die besser benoteten Kadidaten entscheidet. Am Anfang steht immer noch das Papier, so dass die Noten der erste Eindruck sind.

    Examina sagen allerdings nichts darüber aus, wie ich als Jurist im Arbeitsleben qualitativ einzuordnen bin. Nach vielen Jahren in einer renomierten Kanzlei darf ich sagen, ich habe die Großen und Klugen oft vorbei ziehen sehen. Wem die soft-skills fehlen, also die soziale Kompetenz, für den gibt es heute nicht einmal mehr das berühmt berüchtigte fensterlose Kellerbüro. Es zählt mehr als eine Note! Allerdings nur, wenn man auch bis zum Gespäch kommt. Andernfalls bleibt nur, hocharbeiten. Eine Abzweigung mehr nehmen. Oder wie überall
    im Leben, die richtige Person kennen, die einem den Start erleichtert.

    Die Viererkandidaten sind keine per-se schechteren Juristen, sie haben in acht Klausuren (oder mehr) und dem Stress vielleicht nicht das in 5-7 Jahren erlernte Wissen auf den Punkt zeigen können aber sie haben gezeigt, dass sie es können.
    Das System ist fragwüdig, eindeutig zu subjektiv. Es müsste objektiviert werden aber wie? Es steckt viel Entwicklungsbedarf darin und ich hoffe, es trauen sich die Richtigen bald an die Veränderung heran.

    Jura ist kein Studium zum gelobt werden, es ist ein Studium, um an sich zu wachsen, Niederlagen zu ertragen, bewältigen lernen und sich durchzukämpfen, meist gegen sich selbst.

    Im Jurastudium lernt man vieles, insbesondere seine Grenzen kennen.

    Salona

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