Antwort auf als ungerecht empfundene Klausur: "Ich möchte mich hiermit bei Ihnen bedanken, dass Sie mich so sehr in den Arsch gefickt haben"

Vermeintlich oder tatsächlich unfaire Aufgabenstellungen in der Klausur sind immer wieder ein Ärgernis. Anstelle einer Bearbeitung hat eine Studentin aus Potsdam nun ein "Dankesschreiben" verfasst, in dem sie ihrem Frust mit deutlichen Worten Ausdruck verleiht. Der Professor fühlt sich in seinen Rechten verletzt - und hat nach einem Bericht der Märkischen Allgemeinen Strafanzeige erstattet.

 

Klausuren im Schuldrecht sind kein Vergnügen. Alles etwas wischi-waschi, viele Wertungsfragen, Analogiemöglichkeiten, Verweisungen, am Ende noch ein Bearbeitervermerk, demzufolge man sämtliche in Frage kommenden Ansprüche prüfen soll. Das kann einem an sich schon die Laune verhageln. Eine Studentin aus Potsdam fühlte sich aber vor allem durch den Sachverhalt übervorteilt: Das rechtliche Hauptproblem sei in der Vorlesung nur am Rande behandelt und für die Klausur sogar ausgeschlossen worden.

Und weil man sich als künftige Juristin gleichermaßen streitbar und höflich zeigen muss, verweigerte die Studentin zwar die Bearbeitung, sprach dem Professor und dessen Kollegen aber dennoch ihre Dankbarkeit aus. Das klingt dann nach einem Bericht der Märkischen Allgemeinen so: "Ich möchte mich hiermit bei Ihnen bedanken, dass Sie mich so sehr in den Arsch gefickt haben."

"Falls wir uns in einem Puff wiedersehen, wissen Sie warum"

Und damit nicht genug. Denn obwohl sie angesichts der Schwierigkeiten bei der Klausurbearbeitung Zweifel an einer juristischen Tätigkeit beschlichen, wollte die Studentin ihren akademischen Ziehvater dennoch wissen lassen, dass er für ihre künftige Karriere prägend sei.

Schließlich treibe er sie in die Prostitution, weil sie sonst nichts anderes könne und sich ein Studium nicht mehr leisten könne, da Anfang September ihr Anspruch auf BAföG wegfalle. Die weitsichtige Verfasserin wollte auch nicht ausschließen, dass sich ihre Pfade in der Zukunft noch einmal kreuzen würden: "Falls wir uns dann in irgendeinem Puff wiedersehen, wissen Sie warum."

Ein bisschen wie Brüderle, nur eben ganz anders

Der von so viel Verbindlichkeit offenbar überforderte Professor reagierte ungehalten, sieht sich gar als Opfer einer sexuellen Beleidigung und zieht Parallelen zum Fall von Rainer Brüderle. Wenn auch mit umgekehrten Geschlechterrollen. Und Machtverhältnissen. Und Lebensalter. Und eigentlich auch allem anderen. Trotzdem: Derartige Äußerungen seien gegenüber Frauen gänzlich inakzeptabel, und müssten es also auch gegenüber Männern sein. Mit der Prüfung dieser Rechtsansicht ist inzwischen die Staatsanwaltschaft Potsdam befasst, bei der Strafanzeige eingegangen ist.

Die inhaltlichen Vorwürfe weisen der angegriffene Professor und sein Kollege übrigens zurück. Die Probleme der Klausur seien durchaus während des Semesters behandelt, entsprechende Lösungen sogar ins Internet gestellt worden. Wenn die Studentin die Klausur dennoch als ungerecht empfunden habe, hätte sie den Weg einer Remonstration wählen können. Immerhin: Der Professor hat laut MAZ erklärt, er würde eine persönliche Entschuldigung akzeptieren, und dann auch seinen Strafantrag zurückziehen.

Zitiervorschlag

Constantin Baron van Lijnden, Antwort auf als ungerecht empfundene Klausur: "Ich möchte mich hiermit bei Ihnen bedanken, dass Sie mich so sehr in den Arsch gefickt haben". In: Legal Tribune Online, 06.03.2014, http://www.lto.de/persistent/a_id/11234/ (abgerufen am: 25.06.2016)

Infos zum Zitiervorschlag
Kommentare
  • 06.03.2014 12:57, Fragwürdig

    Der Herr Baron scheint vom Schuldrecht nicht die leisteste Ahnung zu haben. Es gibt wohl kaum ein Rechtsgebiet in Deutschland, auf das die Aussage "Alles etwas wischi-waschi" so wenig zutrifft.

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  • 06.03.2014 12:58, Cand. iur.

    Das Verhalten der Kommilitonin ist reichlich lächerlich.

    Selbst wenn ihre Darstellung stimmen sollte, dass das Prüfungsthema vom Prof. explizit in der Vorlesung ausgeschlossen wurde, was ich allerdings unbesehen nicht einfach glaube. Solche Dinge kommen ärgerlicherweise immer wieder vor, deutlich öfter ist es allerdings so, dass die Hörer irgendwelche kryptischen Andeutungen des Prof. fehldeuten oder nach dem Stille-Post-Prinzip irgendwelche Gerüchte ohne Grundlage kursieren.

    Wenn es jedenfalls so gewesen sein sollte, dann wäre das absolut ärgerlich und im Falle des Nichtbestehens ein gutes Argument in einer Remonstration. Wenn allerdings von der Klausur etwas abhängt, dann setze ich mich nicht hin, greine und beleidige den Klausursteller. Ich ärgere mich eine Minute über die Ungerechtigkeit der Welt, dann nehme ich mein Gesetz zur Hand und löse den Fall. Ich habe noch keine Grundkursklausur gesehen, die nicht mit ein wenig Grundlagenverständnis und intensiver Lektüre des Gesetzes vertretbar zu lösen wäre. Auch nicht im ungeliebten, weil unübersichtlichen SchuldR AT.

    Wie will die Dame, die "nur Jura kann" mit so einer weinerlichen und selbstschädlichen Grundhaltung zwei nicht ganz einfache Staatsexamen packen? Vielleicht sollte sie dann wirklich doch lieber über andere Karriereoptionen nachdenken. Muss ja nicht unbedingt der von ihr vorgeschlagene Weg sein.

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    • 06.03.2014 14:38, Norbert Ritz

      solche Früchtchen werden dann später Staatsanwältin...grauenhafte Vorstellung, aber bereits knallharte Realität ...

    • 06.03.2014 19:39, Richter

      In der Sache zustimmunsgwürdig, nicht hingegen im Ton.

      Dr. iur.
      Richter

    • 10.03.2014 11:01, Mike M.

      Das "Früchtchen" wird sicherlich keine Staatsanwältin, denn sie hat anscheinend, wenn ich den Text richtig deute, mit der Klausur die Zwischenprüfung endgültig nicht bestanden.

      Ihre Äußerung ist natürlich sehr beleidigend. Als Professor sollte man das aber aushalten.

  • 06.03.2014 14:11, K

    Die Selbstbezeichnung des - Kommilitonen - als "Cand. iur." ist reichlich lächerlich.

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  • 06.03.2014 14:12, K

    ... auch wenn er in der Sache natürlich recht hat.

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  • 06.03.2014 14:58, roflcopter

    Der besagte Professor hat übrigens meinerzeit ständig wiederkehrend die gleichen drei Kurzfälle aus seinem Skript in den Klausuren gestellt.

    Unmöglichkeit, Gewinnversprechen und noch irgendwas zum Rücktritt.

    Würde mich wenig wundern, wenn dies die Klausur war

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  • 06.03.2014 15:03, Früchten

    Was den für Obst, ist mit Früchtchen gemeint?

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  • 06.03.2014 16:17, Norbert Ritz

    hehe, wusste ich doch, dass da eine "Vorbeileserin" Aufstossen bekommt ...;-)...weil sie vllt die Realitäten verdrängt...?... hier jedenfalls noch einmal zur Erinnerung, was unser Früchtchen abgelassen hatte: "Ich möchte mich hiermit bei Ihnen bedanken, dass Sie mich so sehr in den Arsch gefickt haben" ... kippte da gerade der Ton ...;-)

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  • 06.03.2014 17:07, Sabine Mayer

    Endlich jemand, der sich vor Titeln nicht beugt. Solche Juristen brauchen wir mehr als genug!

    Sabine Mayer

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  • 06.03.2014 17:10, Alfred Neumann

    Dem kann ich nur zustimmen ! Mut zur Klappe auf, statt Mund halten !

    Alfred Neumann

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  • 06.03.2014 19:16, Wiss. Mit.

    Ich kenne ähnliche Fälle, in denen Kandidaten statt einer Lösung lieber eine Schimpftirade verfasst haben. Diese Exemplare sammeln wir bei uns am Lehrstuhl und amüsieren uns darüber. Auf die Idee, deshalb eine Strafanzeige zu stellen, sind wir noch nie gekommen... Dafür aber auch nicht in die Zeitung.

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  • 06.03.2014 22:52, Norbert Ritz

    "SOLCHE" JuristInnen braucht Deutschland sicher NICHT!
    Leider sind es schon viel zu viele...

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  • 07.03.2014 10:43, warlord

    Nicht schlecht, dass Frau Studentin Karrierechancen im "horizontalen Gewerbe" sieht. Zumindest ihr Vokabular scheint hierfür ausreichend entwickelt zu sein. An der Uni haben solche Sprüche jedoch nichts zu suchen. Das zeugt von schlechter Kinderstube. Die Anzeige ist richtig. Ein Prof. kann sich sowas von einer frechen Göre nicht gefallen lassen.

    Es ist ja wohl nicht die einzige Klausur , die im Semster angeboten wurde, oder? Wir hatten zumindest immer drei, eine musste für den Schein bestanden werden. Ob dann 4 oder 14 Punkte auf dem Schein stehen, spielt im Examen ohnehin keine Rolle mehr. Da werden dann die Karten neu gemischt.

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  • 07.03.2014 11:07, Noah

    Mich würde ja vielmehr interessieren was nun in der Klausur abgefragt wurde. Klausuren im 3. bzw. 4. Semester sind im allgemeinen eher nicht so schwer, dass man sie mit halbwegs anständiger Vorbereitung nicht bestehen könnte.

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  • 07.03.2014 11:48, C.D

    Also ich frage mich hier auch, was das Problem ist. Die Dame hatte wohl nicht verstanden, dass sie nicht mehr an der Schule, sondern an der Uni ist. Im Studium kann man sich nicht mehr freuen, wenn eine Stunde ausgefallen ist oder in der Vorlesung etwas nicht behandelt wurde. Am Ende des Semesters hat man den (gesamten) Stoff zu können! Das Studium ist nunmal von Selbstständigkeit geprägt.

    Natürlich mag es ungerecht erscheinen, wenn etwas in der Vorlesung nicht behandelt wurde. Aber das liegt nunmal nicht im Gefahrenbereich des Dozenten - auch wenn es ihn nicht auszeichnet.

    Dass der Ton inakzeptabel ist, muss nicht erwähnt werden. Den Vergleich mit Brüderle hier einfach so abzutun, finde ich unzutreffend: Dass die Geschlechterrollen hier vertauscht sind, muss doch egal sein. Und Machtverhältnisse bestanden im Brüderle-Journalistin-Verhältnis nicht. Und wenn überhaupt, dann finde ich diesen Fall hier deutlich schlimmer.

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  • 07.03.2014 15:42, KD

    Diese Dame hat sich ihre gesamte Zukunft an der Uni kaputt gemacht. Welcher Prof wird sie nun noch unvoreingenommen bewerten? Bei will kann sie ihre Abschlussarbeit verfassen? Mir ist etwas ähnliches im 2. Semester in Grundrechte passiert: Gerade die vom Prof in der Vorlesung ausgeschlossenen Grundrechte kamen dran. Also habe ich im Stillen den Prof verdammt, mir ein paar Schutzbereiche und Definitionen aus den Fingern gesaugt und die Klausur bestanden. Letztes Semester begegnete ich dem Prof wieder, als ich meine Seminararbeit bei ihm schrieb. Er war hilfsbereit und nett und ich überlege, bei ihm zu promovieren. Hätte ich damals eine ähnliche Tirade losgelassen, wäre mir diese Chance heute verwehrt.

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  • 07.03.2014 23:32, Bernd

    Das habe ich mir bei lesen auch gedacht :)

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  • 08.03.2014 12:16, Fritz

    Schuldrecht ist eines der leichteren Fächer. Jede Klausur kann mit dem Gesetz ausreichend gelöst werden. Nur weil angeblich die Probleme ausgeschlossen wurden, bedeutet das nicht, dass man dieses Problem lösen können muss, vorallem als Studentin im höheren Semester. Das sind die Studenten, die nur auf auswendiglernen setzen und dann herumheulen, wenn mal Gehirn gefragt ist und das Lesen des Gesetzestextes. Solche Studenten gehen dann nach der Uni zu einem der zwei großen Anbieter und hauen sich 1000 Theorien in den Kopf und versuchen Examensfälle nach dem Auswendiggelernten zu lösen, haben aber von der Gesetzessystematik keine Ahnung. Leider sind es dann meistens diese Kandidaten, die im Examen entsprechende Noten für den Staatsdienst bekommen. So hat man zwar auf dem Papier die Besten, aber von dem eigentlichen Wissen und Handwerkszeug haben diese Studenten weniger drauf, als ein Student mit weniger guten Noten, der aber gelernt hat ein Problem eigenständig zu lösen und nicht die Musterlösung auswendig zu können. Und solche Früchtchen rennen dann als Richter oder Staatsanwalt herum und meinen, sie hätten brutale Ahnung!
    Dass diese Person noch ihre sexuellen Vorlieben preisgibt....(in den A... gef....)....hmmm...würde mich auch sexuell belästigt fühlen.....unterstes Niveau....Und diese Person wird es im Staatsexamen ganz ganz ganz schwer haben....da spreche ich aus Erfahrung.....ich habe von den Klausurproblemen in meinem Staatsexamen noch nie etwas gehört.....

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  • 08.03.2014 12:20, Fritz

    Mir ist so etwas mal in meinem Schwerpunkt Arbeitsrecht passiert. Da wurden auch Themen ausgeschlossen....und in der Klausur kamen genau diese Themen drann. Der Prof. hat dies mit mangelnder Anwesenheit in den letzten zwei Vorlesungen begründet und dass es sich nicht um verbindliche Aussagen handeln würde. Ich bin in dieser Klausur durchgefallen.....aber es war mir eine Lehre.....1) ich bin bei diesem Prof. in jede Vorlesung 2) Traue Niemandem und habe seitdem den kompletten Stoff gelernt !!!
    Thats life!

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  • 08.03.2014 14:18, Norbert Ritz

    Fritz schreibt: Leider sind es dann meistens diese Kandidaten, die im Examen entsprechende Noten für den Staatsdienst bekommen. Und solche Früchtchen rennen dann als Richter oder Staatsanwalt herum und meinen, sie hätten brutale Ahnung! ... Danke ! So sehe ich es - leider - auch ...;-)

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  • 08.03.2014 15:18, Ludwig

    Beide Beteiligten, also sowohl die Jura-Studentin, wie auch der Jura-Professor, scheinen auf einem hohen Ross zu sitzen, und sich dem jeweiligen Gegenüber überlegen zu fühlen.
    Zwar gehört zum heutigen westlichen Lebensstil eine Portion Egoismus und Eitelkeit und Aroganz und Überheblichkeit und Menschenverachtung und Rücksichtslosigkeit.
    Aber Juristen sollten eigentlich gebildet und klug genug sein, zu wissen, daß man besser miteinander auskommt, wenn man seine Mitmenschen respektiert, und sich von Nächstenliebe und Mitgefühl und Mitmenschlichkeit und Liebe und Verständnis leiten lässt, wenn man seinen Mitmenschen auf gleicher Augenhöhe begegnet, und wenn man sich in die Lage des jeweiligen anderen versetzt.
    "Was Du nicht willst, was man Dir tut, das füg auch keinem anderen zu" lehrte man uns in der Grundschule, aber die meisten Mitschüler vergaßen dies spätestens auf dem Gymnasium.
    Solche Vergesslichkeit mag "cool" und vielleicht auch "souverän" wirken, aber nicht weise.

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  • 09.03.2014 13:47, gendergirl

    Hoffentlich ermittelt die Staatsanwaltschaft, wie schon der Prof. richtig anmerkte, ist solch ein Verhalten der Studentin, wäre es von einem Studenten gegenüber einer Professorin erfolgt, nicht akzeptabel sowie gleich Grund genug um Sexismus zu propagieren und damit einen "medialen Aufschrei" weiter zu fördern....wo ist denn nun die Gleichberechtigung?

    ps: m.E. irrelevant was Thema der Klausur war

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  • 10.03.2014 14:20, Torsten

    Der Ton ist nicht akzeptabel. Eine Frau möchte von keinem Mann derart angegangen werden. Dann darf auch ein Mann hoffen, dass eine Frau dies nicht tut.

    Ein Protest gegen die Klausur mag berechtigt sein, was an dieser Stelle kaum jemand überprüfen kann. Jedoch lässt die Wortwahl der Dame künftig auf wohl schwer zu verdauende Berufungs- oder Revisionsbegründungen schließen.

    Ein Sachverhalt mag nicht liegen. Auch will ich nicht abstreiten, dass Klausuren hin und wieder thematisch einzuordnen sind, wo bislang nur Leere herrschte. Jedoch ist hier nicht der richtige Weg die Tirade, sondern der Zornesansporn dem Professor nun zu zeigen, dass ein Thema auch mit mangelnder Vorarbeit angefasst werden kann.

    Fraglich ist, ob das Schreiben der Dame nicht bereits die Remonstration darstellt, es jedoch an sachlicher und sozialer Kompetenz hinsichtlich der Gegendarstellung mangelt.


    Norbert Ritz,

    eine Staatsanwältin dürfte die Dame wohl eher nicht werden, da dafür gewöhnlich ein Doppel-VB erforderlich hat, welches momentan aber kaum erreichbar scheint. ;)

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    • 12.03.2014 10:08, silux

      @Torsten:
      Ganz sicher handelt es sich bei dem... nennen wir es Schreiben... nicht um eine Remonstration. Das setzt eine bewertete Prüfungsleistung voraus, die einer Neubewertung zugänglich ist. Eine Klausur, die erst gar nicht bearbeitet wurde, ist aber auch mit viel Wohlwollen nichts anderes als eine Leistungsverweigerung. Da bleibt kein (Neu-)Beurteilungsspielraum.

      Der verbleibende Weg wäre jetzt, nach Erhalt der Exmatrikulation, der übers VG.

  • 12.03.2014 09:24, Nivolimbo

    Solche Zeilen einer unreifen Jusstudentin erzeugen solch eine ANzahl an Kommentaren. Bei viel relevanteren Artikeln bleibt es stumm.

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  • 12.03.2014 22:00, Michael Käferle RA/StB

    Hoffentlich lesen keine Nichtjuristen die LTO . Hier werden alle Vorurteile , die über unseren Berufsstand kursieren bestätigt. Überwiegend knochentrockene , ernsthafte(!) , steife (Stock...trau mich nicht mehr zu schreiben, sonst gibt´s noch ne Strafanzeige) Kommentare, mein Gott. Die Sammlung des Lehrstuhls würd ich gerne lesen, ist sicher sehr unterhaltsam. Und die Studentin, die das unter ihrem Namen schreibt, die hat auf alle Fälle Mumm, gleich, ob man es gutheißt. Solche Juristen braucht das Land, lieber mal im Ton vergreifen, als ständig eine Schleimspur auf dem Weg von R1 zu R2 hinter sich zu lassen. Mann, werdet doch mal etwas lockerer, das gilt selbst für Professoren und erst Recht für die "cand.jur" hihi

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    • 13.03.2014 10:04, silux

      Ach, Herr Käferle, ich glaube eigentlich nicht, dass es des hier gezeigten Sturms im Wasserglas bedarf, um bei dem geneigten Laien Vorurteile zu schüren, zu be- oder widerlegen. Das schöne an einem Vorurteil ist, dass es auch ganz ohne Nachweise funktioniert - die Kehrseite ist, dass es für die Argumentation (auch Ihre) nicht recht taugt ;).

      Ich stimme Ihnen gerne und rundheraus zu, dass wir zu viele, zu stromlinienförmige Karrieristen haben. Das ist nicht schön, überhaupt nicht. Nur ziehen Sie m.E. die falschen Schlüsse:
      Sie adeln das Verhalten der Kollegin, wenn Sie es als "vom Land gebraucht" bezeichnen. Mehr Lockerheit, mehr Direktheit und ein gerüttet Maß an Selbstironie braucht es bestimmt. Aber hier hat jemand, sehendes Auges der drohenden Zwangsexmatrikulation, in seiner Zwischenprüfung geweigert, die Klausur überhaupt zu bearbeiten. Das war impulsiv, vollkommen hirnrissig, und vermutlich führt es dazu, dass die Kollegin niemals zu der Juristin wird, die Sie sich erhoffen. Zumindest die Chance auf ein Examen hat sie nämlich - stilecht, zugegeben - zu Grabe getragen. Nein, dass war kein Akt von Zivilcourage, dass war Schmollen. Und, die Anmerkung erlauben Sie mir, von einem Mediator hätte ich erwartet, dass er diesen Unterschied erkennt (und bedauert).

      Nein, mir scheint eher, dass die Wahrheit mal wieder irgendwo in der Mitte liegt. Das Auflehnen gegen die (gefühlte) Obrigkeit mag erfrischend sein. Da wo es selbstzerstörerisch ist, ist es aber m.E. nichts, was wir wirklich "bräuchten".

    • 13.03.2014 11:01, Michael Kaeferle+RA/StB

      Herr/Frau Silux, "vom Land gebraucht" wo hab ich das geschrieben, was hat es zu bedeuten? Die junge Frau hat außerdem nur behauptet, sie müsse aus finanz. Gründen das Studium beenden.
      Und ihre Erwartungen an einen Mediator, so ist es eben mit ihnen: sie werden idR nicht erfüllt. Als Mediator beobachte und frage ich, ich beurteile, bewerte und interpretiere nicht fremdes Verhalten, sondern ich muss es verstehen. Dabei spielt es keine Rolle, was ich davon halte. Keine Ahnung, was in dem Moment in der Studentin vorging, kann ja nicht mit ihr sprechen. Nur das mit dem Mumm, das nehme ich zurück, ich weiß eben nicht was in dem Moment ihr Auslöser war.

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Veranstaltungstipps

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