MH017-Opfer auf dem Titelbild - Rechte verletzt?: Tote im SPIEGEL-BILD

von Markus Kompa

01.08.2014

Das aktuelle Cover des Nachrichtenmagazins Der Spiegel steht in der Kritik. Das Blatt titelte mit der Aufforderung "Stoppt Putin jetzt!", hinterlegt mit Fotos von getöteten Passagieren des Flugs MH017. Die Bilder hatte sich die Redaktion offenbar aus dem Internet besorgt. Damit spannt das Magazin die Verstorbenen in eine politische Kampagne ein und verstößt gegen Presse- und Urheberrecht, sagt Markus Kompa.

 

Das Verbreiten und Zur-Schau-Stellen von Abbildungen, auf denen Gesichter zu erkennen sind, bedarf nach deutschem Recht der Einwilligung der Betroffenen, so bestimmt es § 22 des Gesetzes betreffend das Urheberrecht an Werken der bildenden Künste und der Photographie (KunstUrhG). Nach deren Tod sind für zehn Jahre die Angehörigen zuständig.

Eine solche Einwilligung ist in bestimmten Ausnahmefällen entbehrlich, etwa dann, wenn die Presse über ein zeitgeschichtliches Ereignis berichtet und das Interesse der Öffentlichkeit hieran höher wiegt als die Persönlichkeitsrechte der Betroffenen, vgl. § 23 KunstUrhG. Es muss dann immer im Einzelfall geprüft werden, ob das unter anderem aus dem Grundrecht auf Menschenwürde hergeleitete Persönlichkeitsrecht schwerer wiegt als die ebenfalls als Grundrecht geschützte Pressefreiheit.

Berichtsinteresse der Öffentlichkeit?

Auf dem besagten Titel des Spiegel wurde jedoch nicht über den Vorfall berichtet, sondern lediglich gegen Putin agitiert. Der Absturz selbst wird auf dem Cover nicht einmal direkt thematisiert. Mit der Frage, inwiefern Putin dafür verantwortlich sein könnte, setzt sich der Spiegel jedenfalls auf dem Titel nicht auseinander, mag dies im Heft auch geschehen. Die meisten Rezipienten werden nur das Titelbild wahrnehmen. Auch im Internet kann man nur das Cover sehen, der eigentliche Artikel bleibt hinter einer Paywall versteckt. Daher spricht vieles dafür, dass ein solches Titelbild auch für sich alleine presserechtlich bestehen muss.

Die Frage kann offen bleiben, denn ein gewichtiges Berichtsinteresse an der konkreten Identität der 298 Insassen, das deren Persönlichkeitsrechte überwiegen könnte, gibt es ohnehin nicht. So sieht denn auch der von den großen Verlagen freiwillig respektierte Pressekodex des Deutsche Presserats in Richtlinie 8.2 eigens den besonderen Schutz der Identität von Opfern vor: "Für das Verständnis eines Unfallgeschehens, Unglücks- bzw. Tathergangs ist das Wissen um die Identität des Opfers in der Regel unerheblich. Name und Foto eines Opfers können veröffentlicht werden, wenn das Opfer bzw. Angehörige oder sonstige befugte Personen zugestimmt haben, oder wenn es sich bei dem Opfer um eine Person des öffentlichen Lebens handelt." Nach Richtlinie 11.3 findet die Berichterstattung über Unglücksfälle und Katastrophen ihre Grenze im Respekt vor dem Leid von Opfern und den Gefühlen von Angehörigen: "Die vom Unglück Betroffenen dürfen grundsätzlich durch die Darstellung nicht ein zweites Mal zu Opfern werden."

Identität der Opfer irrelevant

Politisch spielt es keine Rolle, wer konkret an Bord von Flug MH017 gewesen ist. Auch die Täter werden dies mangels Kenntnis nicht in ihre Motive einbezogen haben. Während die durchaus bekannten AIDS-Experten unter den Passagieren vielleicht noch als Personen des öffentlichen Lebens gewertet werden könnten, ist dies für die getöteten Kinder ausgeschlossen. Auch für diese greift eine eigene Vorschrift im Pressekodex: Richtlinie 8.3 sieht vor, dass Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr grundsätzlich nicht identifiziert werden sollen.

Diese Richtlinien des Deutschen Presserats sind zwar kein unmittelbar anwendbares Recht, entsprechen aber im Großen und Ganzen den Wertungen der Gerichte.

Die Spiegel-Redaktion rechtfertigte die provokante Aufmachung gegenüber dem medienkritischen Bildblog wie folgt:

“Wir halten die Optik für angemessen, denn es handelt sich um Opfer der ruchlosen Machtpolitik des russischen Präsidenten Putin. Dies rechtfertigt nicht nur eine so starke, emotionale Optik, es macht sie geradezu notwendig – und zwar im Interesse der Opfer und ihrer Angehörigen.”

Unabhängig davon, ob man dem inhaltlich folgen mag, so rechtfertigt diese "Geschäftsführung ohne Auftrag" keinen eigenmächtigen Eingriff in Persönlichkeitsrechte. Die Opfer haben niemandem etwas getan und müssen sich auch von keiner Seite politisch vereinnahmen lassen.

Nicht alles, was online ist, ist vogelfrei

Entgegen einer weit verbreiteten Fehlvorstellung bleiben Bilder auch dann urheber- und persönlichkeitsrechtlich geschützt, wenn sie jemand ins Internet stellt. Bleibt also die Frage, ob eine hinreichende Einwilligung vorliegt. Die Einwilligung in die Veröffentlichung eines konkreten Bildnisses muss nicht gegenüber dem Endnutzer erklärt werden; ausreichend ist eine Erklärung gegenüber Fotografen oder Bildagenturen etc., die entsprechende Bilder gegenüber Dritten lizensieren. Eine solche Einwilligung muss nicht ausdrücklich erklärt werden und kann aus den Umständen folgen, bei bezahlten Models wird sie etwa vermutet, § 22 Satz 2 KunstUrhG.

Eine Einwilligung könnte durch Anbieter von Social Media vermittelt worden sein. So sehen etwa die allgemeinen Geschäftsbedingungen von Facebook vor, dass die Nutzer den Betreiber ermächtigen, einem Unternehmen bzw. einer sonstigen Organisation die Erlaubnis zu erteilen, Namen und/oder Profilbild zusammen mit den Inhalten oder Informationen der Nutzer zu veröffentlichen. Weiterhin will Facebook nur dem kalifornischen Recht und auch nur der dortigen Jurisdiktion unterliegen. Für den Datenschutz allerdings, der eine Ausprägung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts darstellt, hat das Berliner Kammergericht entschieden, dass auch gegenüber Facebook hierzulande deutsches Recht von deutschen Gerichten anzuwenden ist.

Urheberrecht vorrangig - und verletzt

Über die Reichweite einer Einwilligung nach § 22 KunstUrhG wird vor Gerichten häufig gestritten. Sie muss im Zeitpunkt der Einwilligung im Großen und Ganzen absehbar sein. Während sich eine kommerzielle Nutzung auf Facebook durchaus im Rahmen der dortigen Gepflogenheiten bewegen dürfte, werden die wenigsten blind einwilligen, sich in eine beliebige politische Kampagne einspannen zu lassen. Problematisch ist ferner die gesetzlich nicht geregelte Zuständigkeit bei der Einwilligung von Minderjährigen im Persönlichkeitsrecht.

Die Fotografen bzw. deren Lizenznehmer genießen Urheber- bzw. ausschließliche Nutzungsrechte. Nach gegenwärtiger deutscher Rechtslage geht das Urheberrecht dem Presserecht vor. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat zwar angedeutet, dass in Fällen von überragendem Berichtsinteresse auch das Urheberrecht überwunden werden kann, aber im vorliegenden Fall spricht nichts dafür.

Der Autor Markus Kompa ist Rechtsanwalt und berät investigative Journalisten.

Zitiervorschlag

Markus Kompa, MH017-Opfer auf dem Titelbild - Rechte verletzt?: Tote im SPIEGEL-BILD. In: Legal Tribune Online, 01.08.2014, http://www.lto.de/persistent/a_id/12762/ (abgerufen am: 30.09.2016)

Infos zum Zitiervorschlag
Kommentare
  • 01.08.2014 16:10, FF

    http://www.titanic-magazin.de/news/eine-letzte-kritische-analyse-des-aktuellen-spiegel-covers-6648/

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  • 01.08.2014 16:51, Alfred-Herrmann-Fried-Leser

    Großes Lob für den mutigen Kollegen Markus Kompa.
    Der Medien-Mainstream geht ab wie 1914, und der Kollege wagt es trotzdem kritisch zu bleiben.

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    • 20.12.2014 19:06, Kompa-Webste-Besucher kdm

      Herr Kompa macht dies nicht zum ersten und hoffentlich auch nicht zum letzten Mal.
      Die wunderbare, mutige, erste ANSTALT-Offenbarung (Joffe und Konsorten) hatte ich zuerst durch Kompa erfahren.
      NS: Auch seine meisterhaften Zauberkunststücke - inkl. Filmchen - sind nicht zu verachten.

  • 01.08.2014 21:39, Gerd

    Ja, man hätte die Angehörigen um Erlaubnis fragen müssen (und es besteht doch wohl kein ernsthafter Zweifel daran, dass die Angehörigen der Opfer mit der von Kompa kritisierten "Kampagne" des Spiegel gegen die Veranwortlichen sehr einverstanden sind).

    Der "mutige Kollege Kompa" instrumentalisiert hier aber bloß in schäbiger Form die Persönlichkeitsrechte der Opfer, um den für deren Tod Verantwortlichen die Konfrontation mit deren Anblick zu ersparen.

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    • 01.08.2014 22:56, Horst

      @Gerd: Schäbig ist hier nur Ihr Kommentar, in dem Sie sich anmaßen, im Namen aller Opfer Ihre persönlichen Ansichten in die Welt zu setzen. Aber Sie befinden sich, so scheint es, in guter Gesellschaft mit den SPIEGEL-Journaillen.

  • 01.08.2014 22:54, CobraCommander

    @Vorposter:
    Tatsächlich... und wenn Opfer oder Angehörige etwas dagegenhätten, als Kampagnenmaterial des SPIEGELs in dessen primitiver Kriegspropaganda verheizt zu werden?

    Der Beweis, dass Putin ein größerer Verantwortungsanteil an der MH-Sache trifft als z.B. die momentan öffentlich aktiven Kriegsverbrecher in Gaza, denen wir unsere uneingeschränkte Solidarität versichern, steht immer noch aus.
    Wer kann denn die Unfalltheorie widerlegen? Oder überhaupt den Hergang verifizieren? Bisher kam doch nichts...

    Haften WIR etwa für alles, was mit unseren Waffenexporten passiert?

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    • 20.12.2014 19:12, Kompa-Website-Besucher kdm

      Wenn wirklich "der Russe" oder die Aufständischen in der Ukraine dafür verantwortlich sind, wie das ehemalighe Nachrichtenmagazin keck behauptet, hätten die deutsche Regierung, die deutsche Presse, die EU, die NATO und die USA längst ...

      Aber es kommt nix. Außer unbewiesene Hetze à la Spiegel.
      Und was sagt uns das?
      (man kann sich's denken)

  • 02.08.2014 01:45, griepswoolder

    Ich finde man sollte den Spiegel nicht vorrangig wegen der Veröffentlichung DIESER Photos kritisieren. Kritisieren sollte man ihn und andere westliche Medien, das es keine Bilder der Toten Zivilisten in der Ostukraine waren ! Eine Veröffentlichung (unverpixelt !) solcher Bilder wäre dringend erforderlich, Auch wenn es möglicherweise auch gegen den Pressekodex wäre !

    Ansonsten gehe ich davon aus, das die Wahrheit über die Verantwortlichen früher oder später ans Licht kommen wird, auch wenn der Westen noch so sehr versucht, die Schuld unserer neuen »Waffenbrüder« zu vertuschen und verschleiern.

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  • 02.08.2014 13:54, Anita

    Ich finde Ihren Artikel sehr gut. Natürlich darf der Spiegel seine Haltung zu Putin auf dem Cover schreiben, nur die Bilder der Opfer hätte er weg lasen müssen. (Oder die Einwilligung einholen, was ich nicht beurteilen kann, ob es gemacht wurde oder nicht). Ich habe auch den Spiegelblog gelesen. Und deren Schlussfolgerungen mag ich gar nicht. Jeder der Kritik an dem Spiegel übt, ist "pro-russisch". Ich kenne die Angehörigen nicht. Aber ich weiß aus anderen Fällen, auch bei sehr grausamen Taten, das sich die Meinungen oft spalten. Da sind Menschen, die möchten Gerechtigkeit, manche (dafür habe ich auch Verständnis) Rache und es gibt welche, die möchten vergeben. Letzteres wirkt auf uns vielleicht befremdlich, aber das gibt es. (Fall Mirko oder auch in den USA wo Angehörige von Opfern auch bei schrecklichen Gewalttaten gegen die Todesstrafe sind).

    Sollte der Spiegel wirklich nicht das Einverständnis haben, empfände ich eine solche Darstellung gegenüber den Angehörigen als extrem grausam. Ich erwarte von allen Medien, das sie den Opfern eine Stimme, eine Plattform geben um zu sagen, um ihre Gefühle Ausdruck zu verleihen. Und nicht irgendetwas überstülpen.

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    • 04.08.2014 09:47, Angelo M.

      Extrem grausam ist der Tod für die Opfer und die Angehörigen und nicht die Veröffentlichung in einer Zeitschrift.

  • 03.08.2014 10:14, Kritischer_Denker

    So. Der Spiegel fordert also, Putin als angenommenen Waffenlieferanten fuer die prorussischen Separatisten in Verantwortung zu nehmen, ohne erst mal irgendwelche handfesten Beweise abzuwarten?

    Ohne eine Bewertung der Lage (die dank viele "Beweise" seitens der Geheimdienste ja immer noch sehr verworren ist), in Sachen Ukraine sind alle beteligten Seiten sicher nicht unschuldig. Vorallem, da das angenommene Waffensystem auch regulär an die ukrainischen Streitkräfte geliefert wurde.

    Warum zieht niemand ähnliche Schlüsse für den Nahen Osten? Hr. Obahma als Friedensnobelpreisträger (!) liefert den Israelis Munition, Waffen und Ausbildung für selbige (siehe auch Artikel über die Öffnung des US-Waffendepots in Israel für die israeliasche Armee), um damit im Ghaza-Streifen "Terroristen" (oder auch Zivilisten, wie mans nimmt) - die sich auch teilweise in UN-Gebäuden befinden, umzubringen. Nach Spiegel-Logik wäre es also auch an der Zeit, "STOPPT OBAHMA JETZT!" zu titeln, Sanktionen gegen Angehörige des US-Regimes auszurufen und dafür zu sorgen, daß die Banken mit US-Beteiligung nicht mehr an Kapital kommen?

    Seltsamerweise kommt nichts derartiges. WIrd hier mit zweierlei Maß gemessen?

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    • 04.08.2014 13:16, Jeeves

      Wer so klar denkt und schreibt wie Sie (und ich und viele andere) ist doch bei diesen rechten Holzköpfen oder "Pressesprechern der NATO und USA" sofort ein pöser pöser "Putinversteher", also ein von "denen im Osten" bezahlter Provokateur.
      Tja. Das sind wohl die Früchte der deutschen Politik von Adolf bis Adenauer: Ein gescheites Wort, schon ist man Kommunist.

  • 03.08.2014 15:45, XY

    Die inhaltliche Richtung des Artikels (Putin ist schuld; Verschwörungstheorien etc.) ist für die Frage der Abbildung der Opfer auf dem letztlich Titelblatt völlig unerheblich-da braucht man hier auch nicht zu spekulieren.

    Solange nicht eines der Opfer besonders "wichtig" war und auf dieses speziell Bezug genommen wird, bestand schlicht kein öffentliches Interesse, Personen abzubilden, die nicht in der Öffentlichkeit standen. Und die Argumentation des Spiegel ist mehr als armselig: Instrumentalisierung "unbekannter" Verstorbener, um über daraus resultierende Emotionalisierung auf einfachem Wege möglichst viel Aufsehen zu erregen.

    Da es sich bei den abgebildeten Personen (vermutlich) ausschließlich um Niederländer oder andere Nicht-Deutsche handelt, dürfte die Gefahr, auf Unterlassung in Anspruch genommen zu werden, für den Spiegel bei ca. 0 % liegen.

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  • 03.08.2014 22:23, Tom Rohwer

    Ich bin sicher, daß der SPIEGEL-Verlag jeder Klage und jeder Beschwerde beim Deutschen Presserat höchst gelassen entgegensieht.

    Die "Argumentation" von Markus Kampa ist an den Haaren herbeigezogen.

    "Auf dem besagten Titel des Spiegel wurde jedoch nicht über den Vorfall berichtet, sondern lediglich gegen Putin agitiert." - Das ist die persönliche Meinung von Kampa, die ihm unbenommen sei. In Wirklichkeit allerdings benennt der SPIEGEL schlicht den Zusammenhang - von Russland und vor allem von Putin geförderte Terroristen haben bei ihren Kampfhandlungen ein Zivilflugzeug abgeschossen und damit fast 300 Menschen getötet, die mit der Auseinandersetzung nichts zu tun hatten. Der zeitgeschichtliche Zusammenhang ist evident - und man muß schon ein arger Putin-Versteher sein, um ihn zu leugnen.

    Und selbstverständlich ist der Absturz auf dem Titel thematisiert - auch um das zu übersehen, muß man schon ein ziemliches Brett vor dem Kopf haben.

    "Die Frage kann offen bleiben, denn ein gewichtiges Berichtsinteresse an der konkreten Identität der 298 Insassen, das deren Persönlichkeitsrechte überwiegen könnte, gibt es ohnehin nicht."

    Selbstverständlich gibt es ein solches Interesse - es gibt ein elementares Interesse, daß Opfer von Krieg und Terror nicht namenlos bleiben, sondern Namen und Gesicht erhalten.

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    • 04.08.2014 09:18, Ingo Beuer

      "In Wirklichkeit allerdings benennt der SPIEGEL schlicht den Zusammenhang - von Russland und vor allem von Putin geförderte Terroristen haben bei ihren Kampfhandlungen ein Zivilflugzeug abgeschossen und damit fast 300 Menschen getötet, die mit der Auseinandersetzung nichts zu tun hatten."

      Interessante Meinung - gibt es denn schon Beweise der Niederländer bzw. Australier oder der OSZE oder wird hier bloß wieder im Pipi-Langstrumpf-Modus herumfantasiert während die Hosen vol sind da ja "der Russe" vor der Türe steht?

      "Der zeitgeschichtliche Zusammenhang ist evident - und man muß schon ein arger Putin-Versteher sein, um ihn zu leugnen."

      Oh ja - als einziges Argument ein ad hominem. Habe den Eindruck, GHestalten wie sie lassen sich ain ihrer irrigen MeInung auch von Tatsachen nicht beeindrucken - PISA lässt halt gruessen ...

      "Und selbstverständlich ist der Absturz auf dem Titel thematisiert - auch um das zu übersehen, muß man schon ein ziemliches Brett vor dem Kopf haben."

      Ich habe es nicht für möglich gehalten, aber es wird tatsächlich immer dümmer ... da fällt mir nur Mark Twain zu ein: 'Never argue with an idiot. They will only bring you down to their level and beat you with experience.

      "Selbstverständlich gibt es ein solches Interesse - es gibt ein elementares Interesse, daß Opfer von Krieg und Terror nicht namenlos bleiben, sondern Namen und Gesicht erhalten. "

      Obwohl ich es für sinnlos halte, könnte es unterhaltsam wrden: Welche Bedeutung hat der Name eines Kindes für den Konflikt? Erhellen sie uns doch mal und lassen uns teilhaben an ihrer offenkundigen Erleuchtung.

      btw - vermissen sie nicht die Namen und Bilder der zivilen Opfer sowohl des Maidan, von Odessa und aus Lugansk und Donetsk? Ach nee - ich vergass - sind ja bloß "Terroristen".

      Zusammgefasst ist ihr Beitrag so strunzdumm, dass er nicht einmal mehr in Milch schwimmt ...

    • 04.08.2014 21:05, Astra

      Ich nehme an Sie, Tom Rohwer, würden selbst gerne mit ihrem Gesicht auf einem Titelblatt stehen, um das Unglück in der Welt anzuprangern. Ich hoffe so ein Unglücksfall bleibt ihnen erspart. Aber im Fall der Fälle, wollen sie wirklich, ihr Gesicht auf dem Cover einer weit verbreiteten Zeitschrift?

      Es geht in dem Beitrag des Kollegen Kompa nicht darum, wer den Abschuss zu verantworten hat. Auch nicht um irgendwelche politischen und moralischen Verantwortungen. Sondern schlicht um die Frage, ob es zulässig ist, mit Bildern der Opfer Aufmerksamkeit zu schinden und auf diese Weise die Auflage zu fördern.

      Und das ist - mit Verlaub - "Leichenfledderei". Den Artikel hätte der Spiegel - inhaltlich ohne Einschränkungen - bringen können, ohne Bilder der Opfer auf dem Titel zu bringen. Ein aussagekräftiges Titelfoto hätte man übrigens auch anders gestalten können, ohne Fotos von den Opfer zu zeigen. Dazu gehört nur ein wenig Kreativität. Die hat den Redakteuren anscheinend gefehlt.

  • 04.08.2014 09:01, www.nachdenkseiten.de

    www.nachdenkseiten.de verlinkt auf diesen Artikel mit folgendem Linktext:
    Legal Tribune Online

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  • 04.08.2014 09:31, salvo

    vielen Dank für die Analyse. Erschütternd ist nicht nur, dass Medien keine Skrupeln haben, den Tod von Menschen für ihren schäbigen Kampagnenjournalismus zu instrumentalisieren, um das kollektive Bewusstsein emotional mit Bildern zu besetzen, die es für interessierte politische Entscheidungen empfänglich machen sollen. Nun, dass Journalisten sich denen andienen, die sie ihrem formalen Anspruch nach kontrollieren wollen, ist so alt wie der Beruf selbst. Die Unabhängigkeit des Journalisten ist eine Illusion wie das Prinzip einer freien Presse, von der schon Paul Sethe schrieb, dass sie die Freiheit der Reichen darstelle, ihre Meinung zu verbreiten. Erschütternd ist aber auch, dass es immer noch Stimmen gibt - vorausgesetz sie stammen selbst nicht aus der Journaille selbst -, die solchen Zustand auch noch gutheißen.

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  • 04.08.2014 10:28, Mario

    Tja, so ist das mit der Deutschen Sprache. Sie ist ziemlich genau - man muss sie nur richtig verstehen.
    Und was zeigt einem der Blick in einen Spiegel ?
    Das genaue Abbild der Welt - nur verkehrt herum.

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  • 04.08.2014 11:46, Boandlgramer

    SpiegelBild.

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  • 04.08.2014 16:21, Illoinen

    Man sieht wieder, wie Mainstream Medien, Massen von "aufgeklärten" Bürgern zu ihre Zwecke missbrauch können. Es gab in den vergangenen Jahrzehnten ca. 16 abgeschossene Passagierflugzeuge durch den Westen, der letzte Abschuss war eine iranischer Airbus mit ca. 300 zivilen Opfern, abgeschossen von einem hochmodernen Kriegsschiff der USA. Wo wurde im Westen von Schurkenstaat geschrieben bzw. zu Sanktionen gegen die USA in den Medien aufgerufen? Ich finde die skandalöse Berichterstattung des Westens nur noch widerlich. Der Spiegel war schon immer für mich ein "Abklatsch" der Bild, heute möchte ich fast sagen, ähnelt der Spiegel mehr dem Stürmer. Der Unterschied, der Stürmer wurde in einer Diktatur herausgegeben, der Spiegel in einer sog. Demokratie? Das ist für mich noch perfider, unter dem Deckmantel der Demokratie solche Hetze vertreiben zu dürfen.

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  • 04.08.2014 19:43, www.broeckers.com

    www.broeckers.com verlinkt auf diesen Artikel mit folgendem Linktext:
    infamen Ausschlachtung der Opfer

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  • 05.08.2014 04:55, bluearchive.wordpress.com

    bluearchive.wordpress.com verlinkt auf diesen Artikel mit folgendem Linktext:
    Tote im SPIEGEL-BILD

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  • 05.08.2014 09:36, curti

    Die "Rechtfertigung" des SPIEGEL steht geradezu ideal kennzeichnend für den Gossen-Journalismus, dem sich dieses Journal mittlerweile verschrieben hat!

    Es wird "Machtstreben Rußlands" in den Focus gestellt, obwohl es sich dabei eindeutig um ein Verhalten des Westens handelt, u.a. bewiesen durch die Aussage Nulands, 5 Milliarden in den regime-change der Ukraine investiert zu haben. Auch auf dem Maidan haben sich westliche Politiker eifrig die Klinke in die Hand gegeben und mit gezündelt. Dieses hinterhältige Treiben setzt sich fort bis dato.

    Kurzum - die ungefragte und damit unzulässige Verwendung von Fotos der Absturzopfer zu rechtfertigen indem mittels unsubstantiierter Vorwürfe ein Dritter (Rußland) als Schuldner erklärt wird, ist doppelt perfide und unterstreicht deutlich welcher Geist im Hause des SPIEGEL tätig ist!

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  • 05.08.2014 20:30, AltFryRhätien

    Der Glaube, dass es in der BRD so etwas wie Rechtsregeln oder eine ein solches Traumgebilde wirksam kontrollierende Justiz geben würde, ist trotz offensichtlicher Gegenbeweise anscheinend nicht auszurotten. Der Artikel bleibt nicht auf halbem, sondern vor Erreichen der 10%-Marke stecken.

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  • 06.08.2014 12:05, historix108.wordpress.com

    historix108.wordpress.com verlinkt auf diesen Artikel mit folgendem Linktext:
    Markus Kompa im Online Portal ‘Legal Tribune’

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  • 04.07.2015 17:58, M!

    Dieses Titelbild brachte mich bei Erscheinen so auf, dass ich mein langjähriges Abo kündigte. Interessant jetzt mit Abstand ( 7.2015) daüber zu lesen.

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