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Fusion von Asklepios und Rhön: Großak­tionär schei­tert mit Wider­stand gegen Rhön-Über­nahme

08.06.2020

Spielfiguren stehen sich gegenüber

© Андрей Яланский - stock.adobe.com

Der Pharma- und Medizinbedarfanbieter B.Braun ist auf einer Hauptversammlung mit seinem Widerstand gegen die Übernahme von Rhön Klinikum durch den Konkurrenten Asklepios gescheitert. Auch gerichtliche Anträge blieben erfolglos.

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Auf dem außerordentlichen Aktionärstreffen, das Rhön auf Drängen seiner Großaktionäre Asklepios und B.Braun einberufen hatte, lehnten die Anteilseigner Anträge von B.Braun ab. Der Konzern hatte die Abberufung mehrerer Aufsichtsratsmitglieder bei Rhön, darunter Rhön-Gründer Eugen Münch, gefordert. Auch wollte B.Braun die Satzung ändern, so dass Beschlüsse der Hauptversammlung nur noch mit einer Stimmmehrheit von 75 Prozent möglich sein sollten. So hätte B.Braun Entscheidungen blockieren können. Beides fand keine Mehrheit.

Bereits im Vorfeld der außerordentlichen Hauptversammlung hatte das Unternehmen offenbar mehrere gerichtliche Anträge gestellt, unter anderem wollte es Eugen Münch als Versammlungsleiter verhindern. Sowohl das Amtsgericht AG Schweinfurt als auch das Oberlandesgericht Bamberg haben die Anträge abgewiesen.

Übernahme ist 1,2 Milliarden schwer

Der Hamburger Krankenhausbetreiber Asklepios will Rhön Klinikum mit Sitz in Bad Neustadt komplett übernehmen und den Abstand auf Branchenführer Fresenius verkürzen - mit Hilfe von Rhön-Gründer und Teilhaber Eugen Münch. Zusammen halten sie gut 50 Prozent der Rhön-Aktien. Den verbleibenden Aktionären wurde ein Übernahmeangebot für 18 Euro je Anteil gemacht. Der Rhön-Klinikum-Vorstand hält das Asklepios-Angebot, das noch bis Anfang Juli läuft, für angemessen. Es bewertet das Rhön-Klinikum mit 1,2 Milliarden Euro.

Das Bundeskartellamt hat die geplante Übernahme bereits genehmigt, da es abgesehen von der Region Gießen/Marburg kaum räumliche Überschneidungen bei den Kliniken von Rhön und Asklepios gebe.

Asklepios erreichte Abberufung von Aufsichtsratsmitgliedern

Asklepios kritisierte B.Braun bei der Hauptversammlung erneut. "Unser Angebot wurde vom Großaktionär B.Braun Melsungen wiederholt mit taktischen Manövern torpediert", erklärte der Konzern. Die Forderungen "im Stil eines aggressiven Hedgefonds" seien aber zu durchsichtig gewesen. Asklepios setzte sich seinerseits mit einem Antrag auf Abberufung von Aufsichtsratsmitgliedern von Rhön durch, darunter B.Braun-Vorstandsmitglied Annette Beller.

Rhön-Vorstandschef Stephan Holzinger rief die Aktionäre auf, ihren Streit zu beenden. Das laufende Jahr werde für Rhön Klinikum angesichts der Corona-Pandemie nicht einfach, sagte er. "Insoweit darf ich im Namen des Vorstands auch an dieser Stelle noch einmal eindringlich an alle Aktionäre appellieren, einen Weg zu finden, ihre Interessen auszugleichen und die Situation möglichst zu befrieden."

Bei der Transaktion, deren Abschluss für das zweite Quartal erwartet wird, berät Morgan Lewis den Rhön-Gründer Münch und die Investmentgesellschaft HCM. Latham & Watkins berät Rhön, und Linklaters begleitet Asklepios. BNP Paribas finanziert für Asklepios den Aktienerwerb und das Übernahmeangebot und lässt sich dabei rechtlich von Shearman & Sterling betreuen.

dpa/ah/LTO-Redaktion

Beteiligte Kanzleien

She­ar­man & Ster­ling
Mor­gan Le­wis & Bo­cki­us

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Fusion von Asklepios und Rhön: . In: Legal Tribune Online, 08.06.2020 , https://www.lto.de/persistent/a_id/41828 (abgerufen am: 17.12.2025 )

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