Kontakt

Universität Heidelberg
Juristische Fakultät
Friedrich-Ebert-Anlage 6-10
69117 Heidelberg

Fakten

NC im WS 2016/2017:

1,8

Studenten an der Fakultät: 1.512
Hauptamtliche Professoren: 23
Honorarprofessoren: 12
Wiss. Mitarbeiter: 89

Quelle: Mitteilung der Fakultät (05/2015)

Kurzcheck

  • Älteste Universität und Juristenfakultät Deutschlands
  • Namhafte Professoren, hohes Renommee
  • Gute Schwerpunktnoten, vergleichsweise über dem Bundesdurchschnitt
  • Anspruchsvolles 1. Staatsexamen in Baden-Württemberg

Universitätsprüfung

Studienjahr 2014/15:
Teilnehmer: 306
Notendurchschnitt: 9,94 pt. 

Quelle: Bericht des DJFT 2016

Schwerpunktbereiche

 1.  Rechtsgeschichte und historische Rechtsvergleichung
 2.  Kriminalwissenschaften
 3.  Deutsches und europäisches Verwaltungsrecht         
 4.  Arbeits- und Sozialrecht
 5a.  Steuerrecht
 5b.  Unternehmensrecht
 6.  Wirtschaftsrecht und Europarecht
 7.  Zivilverfahrensrecht
 8a.  Internationales Privat- und Verfahrensrecht
 8b.  Völkerrecht
 9.  Medizin- und Gesundheitsrecht
 10.  Europäisches und internationales Kapitalmarkt- und Finanzdienstleistungsrecht

Stand: Januar 2016
 

Staatliche Pflichtfachprüfung

Die Note in der staatlichen Pflichtfachprüfung in Baden-Württemberg ergibt sich aus folgenden Leistungen:

Art der Leistung Anteil Gesamtnote
6 Klausuren 70%
mündliche Prüfung 30%

Quelle: Ausbildungsstatistik des BfJ 2014 (veröffentlicht 2016)

Erste juristische Prüfung

Die erste juristische Prüfung in Baden-Württemberg wird hin­sichtlich der An­forderungen gerne mit der anspruchs­vollen bayerischen Prüfung verglichen. Auch die Ergebnisse sind ähnlich: In den staatlichen Pflicht­fach­klausuren hat jeder sechste Kandidat ein Prädikat, jeder dritte Kandidat fällt durch.

Universität Heidelberg und juristische Fakultät

 

Die Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg ist die älteste deutsche Universität und gehört mit ihrem Gründungsjahr 1386 gleichzeitig auch zu den ältesten Hochschulen Europas. Sie belegt regelmäßig Spitzenplätze in internationalen Rankings und gilt im In- und Ausland als eine renommierte Bildungsstätte. Als Teil der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder darf sie u.a. deshalb den Titel Elite-Universität führen.

Die baden-württembergische Ruperto Carola, wie sie auch genannt wird, liegt geographisch gesehen in der Kurpfalz bzw. Nordbaden und führt momentan um die 32.000 immatrikulierte Studierende im Register, etwas über 2.760 davon im Bereich der Rechtswissenschaft.

Lage in der Stadt

Eine Besonderheit der Universität Heidelberg ist die räumliche Verteilung. Es gibt keinen klassischen Hauptcampus, wie man es von manch anderen Hochschulen kennt. Vielmehr sind die zwölf Fakultäten über die ganze Stadt verstreut. Die alten Gründungsfakultäten wie Theologie und Philosophie, aber auch jüngere Fachbereiche wie Sinologie, Slawistik und Psychologie finden sich in der Altstadt. Viele technische Studiengänge sowie die Medizin sind hingegen im Neuenheimer Feld angesiedelt, einem jungen Stadtteil, dem aber der kosmopolitische Charme seiner Umgebung fehlt.

Das Seminar der juristischen Fakultät liegt ebenfalls in der Altstadt. Dort sitzt das Prüfungsamt und haben viele Lehrstühle ihre Büros. Auch gibt es zwei kleinere Hörsäle, einige Gruppenräume für AGs und als Herzstück die Bibliothek.

Die meisten Vorlesungen finden aber in der Neuen Uni am Universitätsplatz, also im Herzen der Altstadt, statt. Ergänzt werden Seminar und Neue Uni vom Institut für ausländisches und internationales Wirtschafts- und Privatrecht, dem für deutsches und europäisches Gesellschafts- und Wirtschaftsrecht sowie dem für geschichtliche Rechtswissenschaft. Diese ebenfalls in der Altstadt belegenen Einrichtungen bieten neben spezialisiertem Buchbestand und Arbeitsplätzen auch regelmäßige Sonderveranstaltungen institutsnaher Rechtsthemen an. Als weltweit bekannte Forschungsstätte für Völkerrecht offeriert Heidelberg auch das im Neuenheimer Feld gelegene Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht.

Studiengänge

Neben dem klassischen, auf neun Semester angelegten Studium hin zum Staatsexamen bietet die Universität auch Öffentliches Recht als B.A.-Begleitfach sowie zwei Aufbaustudiengänge (LL.M.) im Bereich des Internationalen Rechts und der Unternehmensrestrukturierung an.

Angebote für Erstsemester

Für Erstsemester organisiert die Fachschaft in der ersten Vorlesungswoche ein Begrüßungsprogramm aus sozialen und erläuternden Elementen, die die Informationsveranstaltungen des Prüfungsamtes und der Dozenten ergänzt.

Examensvorbereitung

Die Ruperto Carola bietet seit einigen Jahren das nichtkommerzielle Examensvorbereitungsprogramm HeidelPräp! an, das durch eine Reihe von Veranstaltungen, Einzelanalysen und Probeklausuren eine erfolgreiche Vorbereitung ohne Rekurs auf den Repetitor ermöglicht. Seit kurzem ist ferner die restaurierte Villa Manesse als privilegierte Lerneinrichtung für eine gewisse Zahl von Examenskandidaten freigegeben worden.

Fremdsprachenangebot und Auslandsbezug

Auch die internationale Ausrichtung der Universität erschöpft sich nicht in der Anziehungskraft auf die vielen Bildungsausländer, ausländischen Gastdozenten oder Austauschstudierenden. Es gibt gute Kontakte zu zahlreichen Universitäten im Ausland, wie etwa den USA (Georgetown, San Diego), England (Cambride, King’s College London), Polen (Krakau), Chile (Santiago) oder Ungarn (Budapest). Auch kann an einem der großen internationalen Moot Courts teilgenommen werden.

Bibliothek

Für die Hausarbeiten und das sonstige Studieren eignet sich neben den juristischen Einrichtungen auch die weltberühmte Universitätsbibliothek, die nicht nur über einen respektablen Bestand an juristischer Fachliteratur verfügt, sondern auch viele moderne, helle Einzel- und Gruppenarbeitsräume umfasst. Über das Universitätsnetzwerk steht Studierenden dabei von überall der Zugang auf die Recherchedatenbanken Beck-Online und juris offen.

Trotz der großen Zahl an hochkarätigen Dozenten und der deutschlandweit niedrigsten Aufnahmequote für Jura-Erstsemester bleibt das Studium eine Massenveranstaltung. In den Hauptfächern hat man kaum Kontakt zu seinen Professoren, sofern man ihn nicht aktiv sucht.

Studentische Initiativen

Als Volluniversität sind die Möglichkeiten zum Engagement in studentischen Initiativen so vielfältig wie die Studentenschaft.

Die Palette reicht von Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International bis hin zu studentischen Unternehmensberatungen wie Galileo Consult. Wer ein gewisses Interesse verspürt, sollte sich überlegen, welche Art von Organisation ihm Spaß machen würde. In Heidelberg ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass er Gleichgesinnte und somit ein passendes Forum finden wird.

Für Jurastudierende gibt es einige spezielle Organisationen.

Zunächst sind  die klassischen Gruppierungen wie ELSA und die Fachschaft vertreten, die sich primär um die soziale Vernetzung innerhalb der Juristen kümmern und hin und wieder Events organisieren. Auch bietet die Studentische Zeitschrift für Rechtswissenschaft (StudZR) als preisgekrönte und älteste deutsche Rechtspublikation aus Laienhand fundierte wissenschaftliche und für das Studium wertvolle Beiträge. Eine Mitarbeit schult auf viele Weisen.

Besonders für Heidelberg ist aber die studentische Rechtsberatung, Pro Bono Heidelberg e.V., die ebenfalls mehrfach ausgezeichnet wurde und nunmehr mit rund 100 Aktiven die größte Law Clinic Deutschlands darstellt. Studierende haben hier die Möglichkeit, der Gesellschaft zu helfen und sich durch Arbeit am Fall frühzeitig einen Vorteil in ihrer Ausbildung zu verschaffen.

Anreise und Transport

Heidelberg ist als weltweit bekannte Touristenattraktion verkehrstechnisch sehr gut angebunden. Es fahren täglich viele Fernbusse an und ab. Auch  ICs und manche ICEs halten hier. Mit allen sonstigen ICEs kommt man entweder in Mannheim oder Stuttgart an, um dann eine Regionalbahn in die kurpfälzische Großstadt zu nehmen. Auch die Autobahnen A5 und A6 führen zur Metropole. Als naheliegende Flughäfen bieten sich die in Frankfurt und Stuttgart an. Der Nahverkehr ist in der Stadt und Umgebung sehr gut ausgebaut. Es verkehren täglich, auch sonntags, Straßenbahnen, Busse und Züge, die die einzelnen Stadtteile miteinander verbinden. Nachts fahren am Wochenende auch sogenannte „Moonliner“-Busse die müden Partygäste nach Hause.

Der VRN (Verkehrsbund Rhein-Neckar) bietet für Studierende ein sich jährlich leicht verteuerndes Semesterticket an. Momentan liegt es bei etwas über 140 Euro. Man kann damit in Teilen von fünf Bundesländern (Saarland, RLP, BaWü, Hessen und Bayern) rund um die Uhr den ÖPNV in Anspruch nehmen. Fährt man nicht regelmäßig Fahrrad, was sich dank der guten Infrastruktur und der flachen Gegend aber anbietet,  oder wohnt und lebt man nicht in unmittelbarer Nähe zur Universität, rechnet sich der Erwerb des Dauerfahrscheins aber sehr schnell. Auch der Universitätsausweis fungiert werktags ab 19 Uhr und am Wochenende als Ticket innerhalb Heidelbergs. Die tatsächliche Überprüfung durch den Dienstleister in und um Heidelberg erfolgt nur äußerst selten. 

Leben in Heidelberg

 

Heidelberg ist eine, wenn nicht die, klassische Studentenstadt mit großem Freizeitangebot. Sie bietet neben zahlreichen akademischen Veranstaltungen auch Konzerte, Vorträge, Festivals und vieles mehr. Es gibt mehrere Nachtclubs und scheinbar zahllose Kneipen, die ein weites Publikum mit unterschiedlichsten Neigungen ansprechen. Auch sind Frankfurt und Mannheim mit ihrem ausgedehnten Angebot an Diskos, internationalen Top Acts und Sportveranstaltungen in unter einer Stunde bzw. in wenigen Minuten per Zug und Auto erreichbar. Neckarwiese und Odenwald laden zudem zu Aktivitäten im Freien ein, wo immer etwas geboten wird. Auch die malerische Altstadt, das berühmte Schloss und der Philosophenweg mit Ausblick über die ganze Stadt bleiben trotz ihrer Stellung als Touristensammelzentren auch nach Jahren noch reizvoll. Es fehlt seit kurzer Zeit aber ein gutes Kino mit aktuellen Mainstreamfilmen. Dafür muss man momentan noch nach Mannheim oder Karlsruhe fahren.

Auch Sport kann sowohl im Rahmen des universitären Angebots als auch bei den zahllosen Vereinen und Fitnessstudios in allerlei Form und Intensität betrieben werden.
Die Einwohnerzahl beträgt etwas über 153.000, wobei in der Metropolregion Rhein-Neckar etwa 4,3 Mio. Menschen beheimatet sind. Die Zahl der Wohnhaften steigt jährlich ebenso wie die Mietpreise. Heidelberg hat einen der höchsten Mietspiegel Deutschlands. Man sollte daher mit nicht unbeträchtlichen Mietkosten rechnen. Eine für Studierende gute Alternative ist aber der Gang zum Studentenwerk, um sich dort für eines der Wohnheime zu bewerben, die oft schon 4er-WGs mit einer Nettomiete ab 200 Euro anbieten. Insbesondere in der Altstadt wird man aber Probleme haben, eine geräumige und adequate Wohnung zu studentenfreundlichen Preisen zu finden. Ein Ausweichen in einen etwas weniger pittoresken Stadtteil bietet sich aufgrund der Ersparnis sowie der guten Infrastruktur an.