Kontakt

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Juristische und Wirtschafts­wissenschaftliche Fakultät
06099 Halle (Saale)

Fakten

NC im WS 2016/2017: zulass.frei
Studenten an der Fakultät: 1.532
Hauptamtliche Professoren: 17
Honorarprofessoren: 14
Wiss. Mitarbeiter: 60

Quelle: Website der Fakultät (11/2016)

Kurzcheck

  • Kleinere Fakultät mit 1.200 Studenten
  • Durchschnittlich gute Schwerpunktnoten
  • Studenten müssen sich mit ihrem Fachwissen für ein gemeinnütziges Projekt engagieren ("Service Learning")

Universitätsprüfung

Studienjahr 2014/15:
Teilnehmer: 108
Notendurchschnitt: 9,88 pt. 

Quelle: Bericht des DJFT 2016

Schwerpunktbereiche

 1. Forensische Praxis
 2. Arbeits-, Sozial- und Verbraucherrecht
 3. Deutsches und Europäisches Wirtschaftsrecht
 4. Kriminalwissenschaften
 5. Staat und Verwaltung
 6. Internationales, Transnationales und Europäisches Recht 

Stand: Januar 2016

Staatliche Pflichtfachprüfung

Die Note in der staatlichen Pflichtfachprüfung in Sachsen-Anhalt ergibt sich aus folgenden Leistungen:

Art der Leistung Anteil Gesamtnote
6 Klausuren 60%
mündliche Prüfung 30%
Vortrag 10%

Quelle: Ausbildungsstatistik des BfJ 2014 (veröffentlicht 2016)

Erste juristische Prüfung

In Sachsen-Anhalt erreicht im staat­lichen Teil der Prüfung nur etwa jeder zehnte Prüfungs­teilnehmer ein "voll­befriedigend" oder mehr. Die Durchfall­quote lag in den vergangenen Jahren bei teilweise deutlich über 30%. Seit 2010 werden die Ergebnisse besser.

Universität Halle-Wittenberg und juristische Fakultät

 

Die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg ist die älteste Hochschule Sachsen Anhalts und eine der ältesten in Deutschland. Sie blickt auf eine reiche Tradition zurück, zeitweise galt sie bzw. ihre Vorläufer als bedeutendste Universität Deutschlands und auch die juristische Fakultät gehörte zur nationalen Elite. Heute sind rund 20.000 Studenten an der Universität immatrikuliert, davon rund 1.200 für Jura. Sie gilt mit 260 Studienangeboten als Volluniversität.

Die Universität Halle-Wittenberg ging aus den beiden Universitäten Wittenberg und Halle hervor. Die Wittenberger Hochschule wurde bereits 1502 gegründet. Martin Luther lehrte dort ab 1508, später galt die Universität als Hüterin der Reformation. Die Uni im rund 80 Kilometer entfernten Halle wurde 1694 gegründet und war Zentrum der Aufklärung und des Pietismus. Nachdem die Uni Wittenberg 1814 von Napoleon geschlossen worden war, wurde sie 1817 mit dem Nachbarn unter dem Namen "Friedrich-Universität Halle-Wittenberg" zusammengelegt . Ab 1933 trug die Hochschule den Namen "Martin-Luther-Universität".

Nach der Wende wurde die während der deutschen Teilung sozialistisch geprägte juristische Fakultät geschlossen und 1993 im Geiste der traditionellen deutschen Rechtswissenschaft wiedereröffnet. Seit 2006 bilden Jura und Wirtschaftswissenschaften eine gemeinsame Fakultät.

Studienbedingungen

Die Universität Halle-Wittenberg wirbt mit Zulassungsfreiheit, problemlosem Zugang zu allen Studienveranstaltungen und einem guten Betreuungsverhältnis. So will sie sich von Massen-Unis abheben. Eben diese Faktoren und den guten Kontakt der Kommilitonen untereinander bewerten ehemalige Jura-Studierende besonders positiv. Fast 90% von ihnen würden sich laut einer Erhebung der Uni wieder für ein Studium in Halle entscheiden. Im letzten CHE-Ranking schnitt die Uni Halle bei fast allen untersuchten Studienbedingungen in der Spitzengruppe ab.

Erstsemester erhalten eine Studieneinführung in Kleingruppen. Zur Vorbereitung auf die erste juristische Prüfung bietet die Universtität ein einjähriges Repetitorium inklusive Klausurenkurs an.

Ein Schwerpunkt des Jura-Studiums in Halle (Saale) liegt auf der Nähe zur Praxis. Lehrbeauftragte aus Kanzleien, Unternehmen und Verwaltung bieten dazu Seminare an. Auf Moot Courts legt die Fakultät besonderen Wert. Außerdem sollen Studierende aller Fakultäten im Rahmen des "Service Learning" in Halle ihr theoretisches Wissen für ein gemeinnütziges Projekt in die Praxis umsetzen. So beraten Jura-Studenten Asylbewerber und erklären ihnen das deutsche Rechtssystem.

Neben den juristischen Inhalten lernen die Jura-Studierenden in Halle sich fachgerecht in einer Fremdsprachen auszudrücken und müssen an Seminaren aus dem Bereich Schlüsselqualifikation teilnehmen. Zur Auswahl stehen zum Beispiel Verhandlungsmanagement, Gesprächsführung, Rhetorik, Mediation oder Vernehmungslehre.

Im Juridicum stehen beinahe 300 Arbeitsplätze für das Selbststudium zur Verfügung. Es ist täglich bis 5 Uhr nachts geöffnet. Von dort haben Studenten Zugriff auf die großen juristischen Datenbanken und die E-Learning Plattform Stud.IP. Auf dem gesamten Campus ist kostenloses WLAN verfügbar.

Lage in der Stadt

Die Uni Halle verteilt sich größtenteils auf drei Campusse. Die Naturwissenschaften sind am Weinberg-Campus im Nordwesten der Stadt angesiedelt. In der Nördlichen Innenstadt befinden sich die Sozial- und Geisteswissenschaften auf dem 2013 neu eröffneten Steintor-Campus. Am zentral gelegenen Universitätsplatz, der als einer der schönsten Campusse in Deutschland gilt, studieren unter anderem die Juristen. Die Hörsäle befinden sich in aufwendig sanierten historischen und in in ansprechend gestalteten Neubauten. So wurde das gläserne Juridicum, die Bibliothek der juristischen Fakultät, mit dem Landesarchitekturpreis ausgezeichnet.
 

 

Kosten

Studiengebühren sind in Halle nicht fällig. Stand 2013/14 beträgt der Semesterbeitrag 85,50 €. Darin enthalten sind 18 Euro für ein Freizeit-Semesterticket, dass nur am Abend und am Wochenende freie Fahrt in öffentlichen Verkehrsmitteln gewährt. Für 80 bis 120 Euro pro Semester – je nach gewünschtem Geltungsbereich - können die Studierenden es zu einem ganztägig gültigen Ticket aufwerten lassen.

Weiterführende Studiengänge

Die Uni bietet drei weiterführende Studiengänge an:

  • Master-Studiengang „Wirtschaftsrecht“ mit Abschluss Master of Business Law and Economic Law (LL.M. oec.)
  • Master-Studiengang „Medizin-Ethik-Recht“ mit Abschluss Master of Medicine, Ethics and Law (M. mel.)
  • Magisterstudium Rechtswissenschaft für Absolventen eines ausländischen rechtswissenschaftlichen Studiums mit Abschluss Legum Magister bzw. Legum Magistra (LL.M.).

Studentische Initiativen

Die European Law Students' Association (ELSA) hat einen Ableger in Halle. Sie ist eine internationale Organisation von Jurastudenten, Rechtsreferendaren und jungen Juristen.

Fakultätsübergreifend tauschen Studierende im Debattierclub „Klartext“ Argumente aus. Mit „Campus Contact“ hat die Uni Halle-Wittenberg eine studentische Unternehmensberatung.

Die „Studenten für Halle“ kümmern sich um kulturelle Angebote, ausländische Studierende und wollen ingesamt das Studentenleben in der Stadt attraktiver machen.

Leben in Halle (Saale)

 

Halle ist mit 230.000 Einwohnern die größte Stadt Sachsen-Anhalts und sein kulturelles Zentrum. Sie bildet mit dem rund 40 Kilometer entfernten Leipzig einen Ballungsraum mit über einer Million Einwohner. Seit 1990 verlor die Stadt mehr als 80.000 Einwohner, inzwischen hat sich die Bevölkerungsentwicklung stabilisiert.

Wohnen in Halle (Saale)

Halle bietet Studenten günstige Unterkunft. Die Mieten auf dem privaten Wohnungsmarkt sind verhältnismäßig niedrig. In Neustadt, einem Plattenbau-Viertel, bieten Genossenschaften kleine Apartments schon für rund 200 Euro inkl. Nebenkosten an. WG-Zimmer sind dort im Durchschnitt für 239 Euro zu haben. In der Innenstadt, nahe zur Universität und zum Nachtleben, beginnen die Mieten bei 4,50 Euro pro Quadratmeter. Wer Altbau-Atmosphäre bevorzugt, findet in Stadtteilen wie dem Paulusviertel oder Giebichsteinviertel Wohnungen ab 6 Euro pro Quadratmeter.

In den Wohnheimen des Studentenwerks liegen die Mieten für möblierte Zimmer mit Internetanschluss bei durchschnittlich 180 Euro pro Monat.

Studentenleben, Kultur und Freizeit

Halle ist eine Studentenstadt. Abends treffen sich die Studierenden in einer der zahlreichen Kneipen, Cafés, Bars oder Discos. Wem das Film-Angebot im Multiplex zu sehr Mainstream ist, findet Alternativen in Programmkinos.

Studentenpartys, Konzerte, Theater oder Poetry Slams finden regelmäßig in den beiden Studentenclubs "Turm" und "Bauernclub" statt. Gleich neben dem Universitätsplatz-Campus liegen großflächigen Parkanlagen mit den Saale-Inseln - ein Naherholungsgebiet mitten in der Stadt. Bei gutem Wetter wird ein guter Teil des Studentenlebens dorthin verlagert.

Die Stadt verfügt über ein Opernhaus, ein Varieté und sechs Theater. Zwei davon – das Neue Theater und das Puppentheater - befinden sich in unmittelbarer Nachbarschaft zur juristischen Fakultät in der „Kulturinsel“. Jährlich erinnern die Händelfestspiele an einen der größten Söhne der Stadt. Zu entdecken gibt es außerdem 20 Museen.

Die Saale und der Hufeisensee im Osten der Stadt bieten Möglichkeiten zu Wassersport wie Rudern, Kanu- und Wasserskifahren. Die Stadt verfügt über Schwimmbäder, eine Eissporthalle und ein Stadion, in dem der Fußball-Drittligist Hallescher FC seine Heimspiele austrägt.