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"Katastrophale Auswirkungen": Allianz für Mei­nungs­f­rei­heit kri­ti­siert NetzDG

11.04.2017

Zensur (Symbol)

© vladimirfloyd - Fotolia.com

Das NetzDG soll Abhilfe gegen Fake News und Hassreden im Netz schaffen. Das könnte jedoch "katastrophale Auswirkungen" für die Meinungsfreiheit haben, warnt eine Allianz aus Verbänden, Bürgerrechtlern und Rechtsexperten.

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Ein breites Bündnis von Verbänden, Experten und Vereinen hat am Dienstag in einer gemeinsamen Erklärung vor den negativen Auswirkungen des vergangene Woche verabschiedeten Regierungsentwurfs des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes (NetzDG) für die Meinungsfreiheit in Deutschland gewarnt.

Vergangene Woche hatte die Bundesregierung das Gesetz auf den Weg gebracht. Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) will damit Plattformbetreiber und soziale Netzwerke bei der Löschung von strafbaren Inhalten stärker in die Pflicht nehmen.

Die Unterzeichner der Deklaration fordern eine politische Gesamtstrategie gegen Hassrede und absichtliche Falschmeldungen im Netz. Das geplante Gesetz genüge aber nicht diesem Anspruch und stelle im Gegenteil "die Grundsätze der Meinungsfreiheit in Frage", schreibt Reporter ohne Grenzen. Der Digitalverband Bitkom betont, dass die Androhung hoher Bußgelder und die gleichzeitig sehr kurzen Reaktionsfristen die Plattformbetreiber im Zweifel dazu treibe, sich auch für die Löschung nicht strafbarer Inhalte zu entscheiden.

Plattformbetreibern drohen hohe Bußgelder

Von Zwangslöschungen könnten nach Ansicht der Unterzeichner auch Beiträge von Bürgerrechtlern oder etablierten Medien betroffen sein. Vor allem in Fällen, bei denen die Rechtswidrigkeit nicht, nicht schnell oder nicht sicher festgestellt werden könne, "sollte kein Motto 'Im Zweifel löschen/sperren' bestehen", heißt es in der Deklaration. Ein solches Vorgehen hätte "katastrophale Folgen für die Meinungsfreiheit".

Das Netzwerkdurchsetzungsgesetz sieht vor, dass Plattformbetreibern wie etwa Facebook Löschfristen zur Entfernung strafbarer Inhalte auferlegt werden. Bei Verstößen drohen Bußgelder in Millionenhöhe. Das Gesetz soll vom Bundestag noch vor dem Sommer verabschiedet werden. Zu den Unterzeichnern gehören neben Reporter ohne Grenzen und dem Bitkom der Deutsche Journalisten-Verband, Verbände wie BIU, eco, BVDW und BITMi, die Internet Society, der Chaos Computer Club, Wikimedia Deutschland sowie zahlreiche Rechtswissenschaftler.

dpa/acr/LTO-Redaktion

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"Katastrophale Auswirkungen": . In: Legal Tribune Online, 11.04.2017 , https://www.lto.de/persistent/a_id/22639 (abgerufen am: 12.12.2025 )

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