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Megatrend Blockchain: Wirkt wie das Grund­buch - und wie ein Notar

von Dr. Micha-Manuel Bues, MJur. (Oxford)

29.10.2015

Legal-Tech (Symbolbild)

© ra2 studio - Fotolia.com

Vom "next big thing" haben viele Juristen noch nie gehört. Dabei wirkt die Blockchain wie ein Notar, auch Anwalts-Jobs kann die Technologie. Und Mandanten investieren längst enorme Summen. Zeit, sich damit anzufreunden, meint Micha-Manuel Bues.

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Sich mit Technologie zu beschäftigen, ist in Juristenkreisen nicht gerade beliebt. Während alle Welt von BioTech, EdTech, FinTech oder MedTech spricht, hat das Thema LegalTech (Legal Technology) in vielen Kanzleien noch Exotenstatus. Juristen sind meistens schon froh, wenn PC, Smartphone und Drucker einwandfrei funktionieren. Technik ist für die meisten Anwälte bloßes Hilfsmittel ohne wirkliche Relevanz.

Für viele Juristen wird daher auch das Thema Blockchain Neuland sein. Das Blockchain-Prinzip, das beispielsweise hinter der Kryptowährung Bitcoin steht, sorgt derzeit insbesondere in der Finanzwelt für helle Aufregung. Kommentatoren und Investoren überschlagen sich in Begeisterung und bezeichnen das Prinzip schlichtweg als das "next big thing". Milliardensummen werden investiert.

Nasdaq-CEO Bob Greifeld ist sich der grundlegenden Bedeutung der Blockchain für die Wallstreet sicher und setzt voll auf diese Technologie. Neun Großbanken planen den gemeinsamen Einsatz von Blockchain, bedeutende Unternehmen wie IBM, Samsung und Microsoft investieren ebenfalls hohe Summen.

Für das WEF ein Megatrend

Hiermit nicht genug. Das World Economic Forum (WEF) hat die Blockchain-Technologie in ihrem letzten Bericht als Megatrend geadelt, der die Welt nachhaltig verändern wird. Auch am  Rechtsmarkt wird er nach Meinung der Experten nicht vorbei gehen. Das Grundprinzip ist einfach zu verstehen. Die Einzelheiten sind zwar komplex, zum Verständnis der grundlegenden Funktionsweise aber glücklicherweise nicht erforderlich: Die Blockchain ist, vereinfacht gesagt, eine Datenbank, in der sämtliche jemals vorgenommenen Vorgänge abgespeichert werden.

Stellen Sie sich eine sehr umfangreiche Excel-Tabelle vor. Die einzelnen Informationen - jede beliebige Information kann abgespeichert werden - werden in der Datenbank in Blöcken ("Blocks") hinterlegt. Die Blöcke sind chronologisch angeordnet. Daher auch der Name "Blockchain", Kette von Blöcken. Jeder Block enthält einen sogenannten Hashverweis auf den vorherigen Block und somit gewissermaßen den Fingerabdruck seines Vorgängers. Das  ermöglicht  eine einheitliche Sichtweise auf die Transaktionshistorie.

Die Blockchain wirkt wie ein Notar

Das Besondere an der Blockchain ist, dass sie -  wie das Internet -  dezentral organisiert und für alle Teilnehmenden öffentlich einsehbar ist. Sie befindet sich auf bestimmten Computern (Nodes) des Blockchain-Netzwerkes, die durch ein ausgeklügeltes System die abgespeicherten Daten nachvollziehbar und verifizierbar machen. Wird ein neuer Block erschaffen, wird er über das Netzwerk verteilt und in einem komplexen Verfahren auf seine Richtigkeit hin überprüft.

Bevor ein neuer Block erstellt werden kann, muss er von sogenannten Minern bestätigt werden. Diese müssen dazu eine komplexe Rechenaufgabe lösen. Der Miner, dem dies gelingt, ist befugt, einen neuen Block zu schreiben, in dem alle neuen Transaktionen zusammengefasst werden. Der neue Block wird der Blockchain hinzugefügt. Die Nodes erweitern daraufhin jeder für sich ihre Blockchain mit einer Kopie des neuen Blocks.

Unaufhörlich werden auf diese Weise neue Blöcke angefertigt, über das ganze Netzwerk verteilt und dort überprüft. Hierdurch wird es praktisch unmöglich, Transaktionen zu manipulieren oder Daten zu verfälschen. Die Blockchain wirkt im Ergebnis also wie ein Notar, der jede Transaktion beglaubigt und unmanipulierbar in eine Datenbank einträgt.

Es winken spannende Mandate

Eine Datenbank, in der Daten unmanipulierbar abgelegt und durch ein Kontrollsystem dezentral verifiziert werden können, macht eine zentrale Vertrauensinstanz, beispielsweise eine Bank oder ein   Clearinghaus, überflüssig. Ein Vertrauensverhältnis zwischen den Teilnehmern ist nicht erforderlich.

Für Juristen bedeutet das, ganz praktisch: Es winken viele spannende Mandate, insbesondere aus der Finanzbranche. Neue Unternehmen in diesem Bereich sprießen wie Pilze aus dem Boden und wollen rechtlich beraten,  Investitionen in das Business anwaltlich begleitet werden. Es lohnt sich daher, sich früh mit der Technologie auseinanderzusetzen.

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    Die Blockchain verspricht spannende Mandate…

  • Seite 2:

    Die Blockchain tut, was heute Anwälte tun

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Megatrend Blockchain: . In: Legal Tribune Online, 29.10.2015 , https://www.lto.de/persistent/a_id/17365 (abgerufen am: 10.02.2026 )

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